• Tag 20: The End

    May 12 in Turkey ⋅ ☀️ 19 °C

    Heute muss ich mich wieder zum Flughafen bewegen. Morgen früh 6:55 Uhr geht mein Flug mit A-Jet über Istanbul nach Berlin. In der Nacht fahren leider keine Busse.

    Ich versuche mal ein Fazit:
    1. Das Geld
    Die Mega-Inflation hat auch vor der Türkei nicht halt gemacht und die Spirale dreht sich auch hier ständig weiter. Übernachtung im Zelt steht im Wanderführer - der noch nicht mal ein Jahr alt ist - für 8,00 € bis 10,00 €. Es sind jetzt 10,00 € bis 15,00 €. Das selbe gilt für Pensionen und Hotels. Sind Preise mit 45,00 € angegeben, so kann man eher mit 55,00 € bis 60,00 € rechnen. Manchmal ist Frühstück mit dabei.
    Die angegebenen Eintrittspreise haben sich auch entsprechend erhöht. Extrem billig sind Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Dolmuş).
    Die Türkei ist nicht gerade preiswert zu bereisen. Mit dem Zelt hat man den großen Vorteil, sein Lager auch mal einfach irgendwo im Nirgendwo aufschlagen zu können.

    2. Der Wanderweg
    In mir sträubte sich schon recht früh alles, den "Lykischen Weg" als "Wanderweg" zu bezeichnen. Gerti hatte dann den Begriff "Gebirgswanderweg", aber auch damit kann ich mich nicht anfreunden, es steckt immer noch das Wort "Wanderweg" drin.
    Ich möchte eine Definition des Wortes "Wandern" und freu mich, daß die von mir überhaupt nicht gemochte KI mal keine Antwort hat. Sucht sich doch sonst jeden Mist aus dem Web zusammen, ob es passt und stimmt oder nicht ist der egal.
    In meinen Augen ist der Lykische Weg kein typischer Wanderweg. Was er ist kann ich aber auch nicht sagen. Wenn man Herausforderungen und ein bisschen Abenteuer-Feeling sucht, dann ist man hier mit dem Zelt ganz richtig.

    3. Die Ausrüstung
    3.1. Zelt
    Ich bin mit dem Observer Plus von CARINTHIA auf die Reise gegangen. Eigentlich wohl eher für militärische Zwecke entwickelt. Ich liebe ihn und würde dieses Biwakzelt jederzeit wieder kaufen. Packmass 35,00 cm x 12,00 cm und 1,6 kg. Nicht nur Material und Verarbeitung sind top, auf der Unterseite hat er auch noch Laschen für eine EVA-Matte. Kosten: 580,00 €.
    3.2 EVA-Matte
    Wurde mir vor meiner Reise noch an's Herz gelegt, mir so ein Teil zu besorgen (Danke Wosko ❤️). Sie schützt den Zeltboden nicht nur vor feuchtem, schlammigen Untergrund sondern die eigentliche Isomatte - die kommen ja relativ dünnhäutig daher - vor eventuell durchpieksenden scharfkantigen Steinchen. Und ohne Isomatte kann man gleich die Heimreise antreten. Kosten: 5,00 €. Gewicht 80 Gramm.
    3.3 Isomatte
    Die Isomatte ist von Hikenture. Nachdem ich bereit war für das angebliche Top-Produkt von Therm-A-Rest sagenhafte 220,00 € auszugeben und diese enttäuscht wieder Retoure schickte (Sie ließ gleich an zwei Stellen Luft, einmal schrottig eingeklebtes Ventil und dann am Ventil selbst. Patentierter WingLock-Valve-Mist. Therm-A-Rest schafft es bei Bewertungen ständig ganz nach oben, aber man kann sich erste Plätze ja auch erkaufen.) Die Hikenture-Isomatte ist 7,00 cm dick und der Liegekomfort, gerade wenn man auf der Seite liegt, bekommt von mir fünf Sterne. Ich wiege aber auch nur 60 kg. Das Ventil dieser Isomatte bekam bei frostigen Temperaturen negative Kritik. Material zieht sich bei Kälte zusammen und dann hielt die Matte die Luft nicht mehr. Der R-Wert dieser Isomatte ist mit 6,2 angegeben. Mit den mitgelieferten Pump- und Transportsäcken komme ich überhaupt nicht zurecht. Ich hol lieber 25 mal Luft und dann ist sie auch prall. Kosten: 80,00 €. Gewicht ca. 500 Gramm.
    3.4 Schlafsack
    Der Schlafsack von "Where Tomorrow" wurde als Drei-Jahreszeiten-Schlafsack beworben. Es waren als Untergrenze -5 ° angegeben. Die spreche ich ihm voll ab. Minimum +5 °. Ich bin aber 'ne Frau und daher eh Frostbeule. Kosten: 45,00 €. Gewicht ca. 700 Gramm.
    3.5 Brusttasche und Beintasche
    Diese Beiden waren mir mit die liebsten Ausrüstungsgegenstände. In der Beintasche hatten zwei 0,5 l Wasserflaschen Platz. Ich kam immer ran, was man von der Seitentasche des Backpacks nicht sagen kann. In der Brusttasche waren Handy, Brille, Reisepass und Geld.
    3.6 Backpack
    Ich habe einen Deuter Quantum 55+10. Gekauft bereits 2015. Er hat ein Tragesystem und es läuft sich gut mit ihm. Trotzdem würde ich ihn wahrscheinlich nicht noch einmal kaufen. Er kommt als "Schwergewicht" daher. Das nackte Backpack bringt 1,7 kg auf die Waage. Dazu kommt mit weiteren 0,3 kg die Regen- und Transporthülle. Kosten (2015): 149,00 €.

    4. Thema Blasen
    Bin vollkommen blasenfrei mit meinen Füßen durch diese drei Wochen gekommen. Ich bin ein Fan der "Zwei-Socken-Methode", d.h. dünne Socken und Wandersocken drüber. Andere wieder schwören auf Hirschtalg, dem ich leider gar nichts abgewinnen kann.

    Online-CheckIn ist auch erledigt. Ist etwas nervig, jeder kommt mit seiner eigenen App daher. Der freundliche Campingplatz-Chef hat mir die Sprache von Türkisch auf Englisch umgestellt.
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