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Lykischer Weg

von Fethiye nach Antalya entlang der türkischen Mittelmeerküste Read more
  • Trip start
    April 22, 2026
  • Tag 0: Antalya Airport

    April 22 in Turkey ⋅ ⛅ 20 °C

    Guter Flug und gelandet sind wir auch gut. Es gibt Wi-Fi an Bord und damit kann man dann den Flug verfolgen.
    Das letzte Photo kurz vor der Landung zeigt ein unglaubliches Meer von Gewächshäusern. Da wird unser Bio-Gemüse angebaut, das wir in Deutschland kaufen.
    Die Speisekarte macht schon beim Lesen der Preise satt. Ich will die Cabinen-Crew mal nicht ganz im Regen stehen lassen und nehme einen Kaffee - für sechs Euro - dafür schmeckt der sogar richtig gut.
    Die in Deutschland georderte türkische e-SIM erweist sich als Schrott-Kauf. Nach Passkontrolle und Gepäck greifen geht's als erstes zum TurkCell-Laden. Mit einer physischen SIM klappt es jetzt.
    Dann geht es mit dem Bus in die City. Als erstes zum Hostel, will mein Backpack erst mal loswerden.
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  • Tag 0: Boho - Hostel

    April 22 in Turkey ⋅ ☁️ 18 °C

    Da hatte ich beim Buchen wieder blindlings richtig Glück. Das Hostel ist im schönsten Teil von Antalya, Old Town. Bin für umgerechnet zehn Euro in einem sechs-Bett-Dorm. Ich checke ein und gehe noch mal in die City. Brauche ja auch etwas Verpflegung für morgen und Mineralwasser.
    Morgen früh geht's dann mit dem Flixbus nach Fethiye.
    Und ich bin hier heute die Oma unter fünf jungen hübschen Männern:). Mit zwei von ihnen aus Ungarn habe ich morgen den selben Bus nach Fethiye. Der eine meinte dann auch: It's a small world.
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  • Tag 1: Antalya Otogar

    April 23 in Turkey ⋅ ☁️ 15 °C

    Hab es gerade noch geschafft, im Flixbus nach Fethiye zu sitzen. Dann begebe ich mich mal zu meinem Startpunkt, .... Um 6:00 Uhr steh ich auf und räume meine Sachen aus dem Zimmer, um keinen zu stören. Es schlafen noch alle. Die beiden Ungarn auch. Es fahren ja mehrere Busse am Tag. Hier ist ja keiner auf der Flucht. Um 6:30 Uhr bewege ich mich in Richtung der Straße, wo die Busse halten, die zum ZOB fahren.
    Toll - ich steh da, der Bus der Linie 600 kommt auch und - saust wie ein Kloppie an mir vorbei. Äh, wie, was, ... Und was mach ich nun?
    Per Pedes, ... nach einer Stunde merke ich, daß ich das nicht mehr schaffe.
    Dann entdecke ich neben einer Bushaltestelle eine gelbe Box an einem Laternenpfahl. Da steht Taksi drauf. Ich drücke dann mal auf den grünen Knopf. Es kommt ein Taxi und selbst der Taxifahrer drückt ordentlich auf's Gas und ich bin fünf Minuten vor Abfahrt dort. Alles gut.
    Wie ich dann im Laufe meiner Reise erfahre, gibt man dem jeweiligen Busfahrer durch Handzeichen (winken) zu verstehen, daß man mitfahren möchte.
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  • Tag 1: Kayaköy - Die Geisterstadt - 8 km

    April 23 in Turkey ⋅ ⛅ 19 °C

    Und der Startpunkt heißt nicht Ölüdeniz und Lykischer Weg, sondern Kayaköy - die Geisterstadt. Bis 1922/23 lebten hier mehrheitlich ethnische Griechen. Im Rahmen eines "Bevölkerungsaustausches" wurden sie aber wohl regelrecht vertrieben. Zurück blieb diese Geisterstadt.
    Nach fast einer Stunde bei ordentlich Sonne sehe ich zu, daß ich gen Ölüdeniz komme. Das sind ca. acht km. Der Weg führt aber durch einen Pinienwald, der mir Schatten gibt. Der Weg hat mich mit Auf und Ab über Geröllhalden schon mal ganz schön gefordert. Dafür kommt kurz vor Ölüdeniz noch eine Belustigung. Zwei Schildkröten. Die machen so den Eindruck, daß die Dame den Herren, der immer wieder "Raufwill" gar nicht beachtet. Irgendwann ging er dann wieder frustriert.
    Kurz vor Ölüdeniz gibt es noch mal einen Blick auf die Stadt und ich komme an einer Quelle vorbei und kann meine Wasserflaschen wieder auffüllen und dann ist es nicht mehr weit zum ...
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  • Tag 1: Likya Yolu - 6,7 km bis Kozağaç

    April 23 in Turkey ⋅ ☁️ 18 °C

    Der Weg beginnt. Km 0,0 bis Kozağaç, 6,7 km.
    Um 15:00 Uhr starte ich und die ersten 6,7 km haben es gleich in sich. Nach oben und nur nach oben. Über Strecken geht es rechts von einem nur steil bergab. Stolpern darf man hier nicht.
    Man kommt auch an einem Aussichtspunkt vorbei, der den "Bilderrahmen" gleich mitliefert. Von hier gibt es einen schönen Blick hinab auf Ölüdeniz-Strand und die angrenzende Lagune.
    Ich komme an eine Stelle mit einer alten Zisterne. Hier hat sich auch ein Türke mit gekühlten frisch gepressten Säften positioniert. Ich kaufe ihm einen ab. Neben der Zisterne wäre ein schöner Platz für's Zelt.
    Dann kommt ein junger Franzose und das ist mal einer, der Englisch spricht. Er hatte offenbar den Wetterbericht besser im Blick als ich und dann geht's zusammen noch mal ordentlich hoch und ich lande in Kozağaç.
    Gleich am Ortseingang fallen einem Bauruinen auf. Es soll wohl schick gewesen sein, als wohlhabender Istanbuler ein Domizil mit Blick auf's Meer zu haben.
    Leider gibt es in diesem Ort außer zwei Cafes keine Unterkünfte. Ich mache einen Stop in Halil's Café, esse etwas und frage und man bietet mir als Zeltplatz die Schafweide gegenüber an. Das gefällt mir gar nicht. Ich gucke mir die Terrasse an. Da ist doch ein Dach drüber. Ich Frage, ob ich mein Zelt nicht auf die Terrasse stellen kann, weil es mega schütten soll in zwei Stunden. Und dann bekomme ich einen tollen Stellplatz gezeigt.
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  • Tag 1: Erste Nacht im Zelt

    April 23 in Turkey ⋅ ☁️ 12 °C

    Das lief ja heute einfach alles zu gut. Da musste ja noch was kommen, ... Wie ihr seht, hab ich ein Dach über dem Kopf 🙃. Und ein seeehr großes. Zwar zwischen Resten alter Kuhkacke, aber trocken. Nebenan sind Kühe, aber durch einen Zaun getrennt.
    Denkste, plötzlich laufen die alle auf die Straße und trotten an dem Eingang zum Grundstück vorbei. Ich sehe schon nachts Kühe um's Zelt laufen und krieg schon Panik. Da kommt eine Türkin und die zeigt mir, daß das ein Schiebetor ist. Tor zu, I am Happy.
    So kurz nach einundzwanzig Uhr leg ich mich in's Zelt, plötzlich hält 21:20 Uhr ein Motorrad, das Tor wird ein Stück aufgeschoben und ein Mann kommt herein und geht zu einem kleinen Häuschen auf dem Gelände. Ich rufe ihm hinterher, er reagiert nicht. Ich höre dann auch gleich warum, es war der Muezzin, er beschallt das Dorf mit dem letzten Gebetsruf des Tages. Davon gibt es fünf am Tag.
    Es regnet wie aus Eimern. Als es bissel nachlässt kommt er raus und kommt zu mir. Er bietet mir an, in dem "Moschee-Domizil", der "Taha-Moschee", zu übernachten. Jetzt liege ich aber und lehne ab.
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  • Tag 2: Kozağaç - Cennet-Camp - 16 km

    April 24 in Turkey ⋅ ☁️ 15 °C

    Kozağaç - Kirme - Faralya - Kabak - Cennet-Camp - 16 km.
    Kurz nach sechs bewege ich mich aus dem Zelt. Der Tag begrüßt mich mit tiefliegenden Wolken. Aber es regnet wenigstens nicht. Ich bekam die fast 800 m Höhe zu spüren, die Temperatur ging auf 8°C runter. Zusammen mit der Luftfeuchtigkeit von fast 100 % war das schon grenzwertig. Ich hätte es ja auch ein bißchen besser haben können.
    In Ruhe alles zusammenpacken. Gegen 7:30 Uhr kann es dann losgehen.
    So richtig scheint das hier nicht zu klappen mit dem Weg und der Wegmarkierung. In Kirme muß ich zum ersten Mal suchen und finde mit der auf Google Maps geladenen gpx-Datei auf den Weg zurück.
    Es soll nicht lange dauern, da bin ich wieder "neben dem Weg". Es war nix zu sehen, keine Markierung. Ich sehe auf dem Weg, den ich gehe noch tatsächlich "rot-weiße" Markierungen. Aber so verblasst, daß mir klar ist, hier ist schon mindestens seit zwei Jahren nicht mehr der Weg. Ich gucke auf Google Maps mit der gpx-Datei und sehe, wo der Weg jetzt ist. Ich kämpfe mich durch den zugewachsenen Weg und quer durch den Busch vorbei an einer Reihe Bienenkästen zurück auf den richtigen Weg. Ich komme mir dabei vor wie beim Bushwhacking.
    Der nächste Ort ist Faralya. Hier blüht schon der Blauregen. Vorbei an der Moschee und ich habe noch weitere 4 km bis Kabak.
    Kurz vor Kabak treffe ich auf ein junges Paar aus Deutschland und auch sie waren wegen fehlenden Wegzeichen schon "neben der Spur".
    Ich entschließe mich von Kabak die Küstenvariante zu nehmen. Es gibt noch einen zweiten Weg, nördlicher, der führt nach Alınca. Die Küstenvariante ist die abenteuerlichere. Die ganzen Bergausläufer, die die wunderschönen Buchten bilden, müssen ja überquert werden. Ein einziges Auf und Ab. Kurz vor dem Cennet-Camp hat man Blick auf "Paradise Beach". Wunderschöner Strand. Hier zelten auch einige. Ich nehme weiter oben das Camp.
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  • Tag 3 - Aus und Vorbei ?

    April 25 in Turkey ⋅ ☁️ 17 °C

    Von Kabak will ich die Küstenroute des Lykischen Weges gehen. Na das war im Rückblick keine gute Idee. Ich hätte an Kabak vorbei nach Alınca gehen sollen. Für die Küstenroute ist es besser, man hat alpine Wanderwegerfahrung. Es kommen da tatsächlich Stellen, da ist kein Weg mehr, da muss man sich selbst - und Backpack - ein Stück an Felsen hochziehen. Krasser Weg. Irgendwann kommt dann wieder der Moment, wo ich jegliche Wegmarkierung vermisse. Na links sieht es ja so aus, als ob da jemand lang wäre. Ich mach den Hang hoch, gucke oben auf die App und nein, der Weg muß weiter unten lang gehen. Beim Hinab bleibt mein linker Trecking-Stock hinter einem Stein hängen und sagt "kracks". Frustration pur bei mir. Ich fasse mich wieder und dann muß es jetzt halt mit einem weitergehen. Wer Abenteuer sucht, der geht den Lykischen Weg. Immer schön am Abgrund entlang. Wehe ein falscher Schritt und man liegt hunderte Meter weiter unten und ist Geschichte.Read more

  • Tag 3: Cennet-Camp - Osmanische Zisterne

    April 25 in Turkey ⋅ ☁️ 17 °C

    Cennet-Camp - Lykisches Grab - Osmanische Zisterne - 3,5 km.
    Endlich wieder oben. Und der Weg ging genauso weiter, wie er mich zum Cennet-Camp geführt hat. Ohne Worte. Zwei Mal muß ich das Backpack runter nehmen, um unter umgefallenen Baumstämmen durchzukommen. Manchmal ist der Weg auch nur "auf allen Vieren" zu bewältigen. Meine Hose sieht am Ende des Tages auch so aus 🙃.
    Bevor es wieder hoch geht zur Osmanischen Zisterne kommt noch ein Lykisches Grab. Und dann heißt es ca. 400 m nur nach oben und nach oben.
    Aber mein Schweiß wird belohnt. Oben hat sich ein rühriger Türke ein kleines Gastgeber-Domizil aufgebaut. Ich nehme zwei Ayran und zwei Türkische Tee. Beides kann ich empfehlen.
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  • Tag 3: Gölbent - Vom Weg abgekommen

    April 25 in Turkey ⋅ ☁️ 23 °C

    Osmanische Zisterne - Avlan - SucheNachDemWeg - Gölbent.
    Ich will von der Osmanischen Zisterne eigentlich nach Bel.
    Ich muß dazu sagen, daß es zwei Wege nach Bel gibt, einen westlichen und einen östlichen. Der östliche führt über Avlan - Boğaziçi - antike Stadt Sidyma nach Bel. Antike Stadt Sidyma liest sich gut und ich will diesen Weg nehmen.
    In dem Restaurante von dem rührigen Türken sitzt mir ein anderer Türke gegenüber. Wir unterhalten uns, er ist 50, und er hat gerade seine Reise auf dem Lykischen Weg beendet. Er sagt mir, daß Straße die nächsten paar Kilometer am Besten wären. Schön und gut. In der nächsten Ortschaft - in Avlan - müsste ich aber wieder auf den richtigen Weg kommen. Denkste, gehe zwanzig Minuten in die Richtung, nur um festzustellen, daß es da - irgendwann - mal ein Stück von diesem Weg gab. Ich bin frustriert. Ich gehe zurück. Im Wanderführer war dieser Weg von vornherein nur gestrichelt dargestellt. Mir kommt ein junges Paar entgegen, er guckt auch auf seine App, ... und findet auch nix.
    Ich treffe die Entscheidung, einfach mal weg, weg von diesem Weg. Halte meinen Daumen raus und werde "per Anhalter" von einem jungen türkischen Papa und dessen kleinen Sohn mitgenommen und lande in Gölbent.
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  • Tag 3: Gölbent - Karadere

    April 25 in Turkey ⋅ ⛅ 23 °C

    Gölbent: eine Moschee - eine Tankstelle - ein paar Häuser - ein kleiner Ort, in dem sich auch nur Fuchs und Hase Gute Nacht sagen.
    Also - zurück, Richtung Lykischer Weg. Und ich finde ein zweites Mal jemanden, der mich "per Anhalter" ein Stück mitnimmt. Dieses Mal ist es eine Familie mit zwei Kindern. Er sagt mir, daß er aus der Ukraine kommt. Sie setzen mich in Karadere ab und der erste Eindruck ist gleich mal wieder überwältigend. Es begrüßt mich ein Meer von Gewächshäusern.
    Ich mache kurz Pause, schaue auf Google Maps und muß feststellen, daß ich ja wieder fast auf dem Weg bin. Noch drei Kilometer bis Kumluova, dann hab ich den Weg wieder.
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  • Tag 3: Karadere - Kumluova

    April 25 in Turkey ⋅ ☀️ 21 °C

    Ich übernachte im "Riverside Villa Camping" in Kumluova. Eigentlich wollte ich nur mein Zelt aufstellen. Dann sagt mir der Herbergs-Chef, daß ich für nur 200 TL mehr ein Zimmer mit eigener Dusche, etc. haben kann. Siehe Photos. Vor meiner Nase steht ein Maulbeerbaum. Die probiere ich dann mal. Hab ich noch nicht gegessen. Ich gucke meine Hose an und bin der Meinung, daß die dringend einer Wäsche bedarf. Die hatte einfach zu viel Bodenkontakt. Bin da zwar schmerzfrei und nicht auf 'ner Modenschau, aber so kann ich wirklich nicht rumlaufen. Dann kommt jetzt mal die "Dr. Bronner's" zur Anwendung . Die Seife überzeugt mich und ist biologisch abbaubar. Ich bin dann doch noch glücklich und zufrieden geworden mit diesem Tag und versuche meinen Frieden zu schließen mit diesem "Lykischen Weg".Read more

  • Tag 4: Die Überraschung

    April 26 in Turkey ⋅ ⛅ 20 °C

    Mein Wunschziel am Tag vier in Akbel hieß "Hotel & Restaurant Hidden Garden". Mein nettes "Privattaxi" setzt mich ab, noch ca. 500 m zu Fuß und ... ich stehe vor einem verlassenen Anwesen. Macht alles einen verlassenen und verkommenen Eindruck.
    Na dann, mal hereinspaziert.
    Also, eine ganze Reihe von Holzbungalows, ein Pool, eine Poolbar, nur leider alles verlassen. Vor der Poolbar liegt ein, mal ganz lieber, schwarz-weiß-gescheckter Hund. Er guckt mich ganz lieb an und macht nix. Die Poolbar hat eine überdachte Terrasse, Na das ist doch ideal für mein Zelt. Ich entdecke eine Dreifach-Steckdose. Probier ich doch gleich mal. Strom gibt es also noch. Ich lade mein Handy. Ich dreh den Wasserhahn auf, Wasser gibt's auch noch. Da ich nicht weiß, wie lange das schon in den Leitungen gestanden hat bringe ich mal das Wasserfilter-System zum Einsatz. Ich baue dann mein Zelt auf. Dauert ja alles ein bisschen, Iso-Matte noch aufpusten....
    Mit Einbruch der Nacht wird's nochmal interessant, bin wohl doch nicht der einzige Gast. Es bewohnt offensichtlich jemand einen der Bungalows. Und neben dem Pool lämpelt es plötzlich. Dämmerungsschalter, also das Anwesen kann erst seit diesem Jahr vernachlässigt worden sein.
    Ich finde es total genial. Die Holzbungalows, genug Stellplätze für Zelte, Pool, Poolbar, ... was will das Herz mehr? Und der Hund hat mich in der Nacht doch tatsächlich bewacht und einen anderen vertrieben. Treues Tier ❤️.
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  • Tag 4: Kumluova - Çavdır - Akbel 26 km

    April 26 in Turkey ⋅ ⛅ 19 °C

    Kumluova - Kınık - Çavdır - Üzümlü - Akbel.
    Ich starte 7:40 Uhr. Nehm mir noch ein paar von den leckeren Maulbeeren und los geht's. Die erste Hälfte des Tages geht es recht langweilig an der Straße entlang.
    Und heute darf ich sie das erste Mal erleben, die türkischen Straßenhunde. Ab Kınık haben sie mich weg in allen Facetten. War alles dabei, von total lieb bis daß sechs bis acht wild kläffend hinter mir herranten.
    Nach sechs Kilometern kommen die Ruinen von Xanthos. Hier warten die Hunde natürlich auch schon. Ich mache ein paar Photos und weiter geht's.
    Ab Çavdır wird der Weg wieder anspruchsvoller. Es geht entlang eines ehemaligen römischen Aquädukt. Der Weg ist schmal und rutschig und stellenweise sehr zugewachsen oder durch Hangabgänge verschüttet. Man muß auch Mal durchs Wasser. Als ich in Üzümlü ankomme bin ich geschafft und ich muss noch mal sechs Kilometer weiter nach Akbel, weil es hier keine Unterkunftsmöglichkeiten gibt.
    Eine ganze Familie sitzt auf einer Terrasse bei Kuchen und dem tollen türkischen Tee. Ein Mann spricht mich an und diese Einladung kann ich nicht ablehnen. Die türkische Gastfreundschaft ist einfach klasse. Dann Frage ich, ob man mir ein Taxi rufen könnte bis Akbel. Ein Familienmitglied spielt selber Taxi und fährt mich nach Akbel.
    Ich suche meine Wunschunterkunft auf, ... und erlebe eine Überraschung.
    Mehr dazu im nächsten Footprint.
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  • Tag 5: Schon wieder geht mal nix mehr

    April 27 in Turkey ⋅ ☀️ 24 °C

    Der Deutsch-Türke wollte mich ja von abhalten. Die ersten Meter des Weges waren ja auch ganz vielversprechend.
    Dann ging nix mehr. Der Trampelpfad, ich nenne es mal nicht mehr Weg, ist derart zugewachsen, daß ich mit dem Backpack ständig in, teilweise stacheligen, Sträuchern hängen geblieben bin. Ich geb zum zweiten Mal frustriert auf. Ich war ja dieses Mal auf dem richtigen Weg. Aber die verbleibenden 6 km bis Kalkan will ich so nicht weiter machen.
    Ich hoffe, die Bilder sprechen für sich.
    Wenn man sich ca. 500 km "Likya Yolu" auf die Fahnen schreibt, dann erwarte ich halbwegs begehbare Pfade. Und 500 km instant halten, regelmäßig frei schneiden, das ist einfach nicht zu schaffen. Gestern am Aquädukt entlang war es auch nur grenzwertig, ob ich mich an Sträuchern, auch mal stacheligen, festhalte oder runter geschubst werde. Mir ist auch gestern und heute kein einziger anderer Wanderer begegnet. Erst jetzt hier wieder treffe ich auf ein paar andere junge Leute.
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  • Tag 5: Akbel - Gelemiş - 15 km

    April 27 in Turkey ⋅ ☀️ 25 °C

    Akbel - Aquäduktbrücke Delikkemer - Gelemiş - 15 km.
    Ein ganzes Ressort für sich allein zu haben kann bestimmt nicht jeder auf Reisen von sich sagen :). Zudem noch kostenlos 😜. Aufstehen, alles zusammenpacken, ich blicke immer wieder in die treuen Augen dieses Hundes. Der sagt gar nix. Muß viele Menschen um sich rum gewöhnt sein. Ich gehe und er folgt mir noch ein kleines Stück die Straße entlang.
    Ich hab übrigens noch mal nachgeschaut, das Ressort wird von Mai bis Oktober betrieben. Da hatte ich ja Glück mit meinem kostenlosen "Stay". Ich komme beim Weg aus der Stadt an zwei großen Töpfen über Holzfeuer vorbei. Was da gekocht wird erschließt sich mir aber nicht. Heute ist der Weg mal annehmbar. Tatsächlich mal ein halbwegs begehbarer Wanderpfad.
    Dafür scheint ab der Aquäduktbrücke wieder mal nix mehr zu gehen. Danach soll es auf der Straße weitergehen. Noch acht Kilometer bis Gelemiş. Ich hab aber null Bock auf Straße bei der Hitze. Will gewitzt sein, Patara abkürzen, und geh nach links. Nach ca. 3 km bin ich auf dem Lykischen Weg von Patara nach Kalkan.
    Kurz bevor der "Küstenwanderweg" von der Straße abgeht treffe ich auf Yavoz, ein Deutsch-Türke. Wir unterhalten uns und er meinte, daß der Weg unbegehbar wäre. Wir tauschen unsere Telefonnummern aus. Ich will es besser wissen und - scheiter.
    Wieder frustriert auf der Straße mach ich "per Anhalter" weiter und werde bis zum Abzweig nach Patara mitgenommen.
    Mein Domizil heißt heute "Medusa Bar & Camping" in Gelemiş. Als erstes mal aus diesen Wanderschuhen raus und was zu essen gesucht.
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  • Gelemiş - Kalkan - Bezirgan - Sarıbelen.
    Da ich weiß, daß die Küstenroute von Delikkemer nach Kalkan nicht begehbar ist bewege ich mich gleich zur Bushaltestelle. Für 120 TL lande ich am Busbahnhof in Kalkan und mache mich auf den Weg. Ich hab ein bisschen Bammel vor den 800 Höhenmetern, die ich da heute bewältigen muss. Also schnell noch mal ein Locanta besucht, brauche ja ein bisschen Energie für den Tag. Der Tag wird echt fordernd mit den 12 Kilo Backpack auf meinem Rücken. Der Weg kennt heute nur eins: nach oben. Schon im ersten Abschnitt stehe ich vor neuen, an den Hang gebauten Villen und vor einem Maschendrahtzaun, statt auf dem richtigen Weg. Das ist aber normal. Es ändern sich halt mal Besitzverhältnisse und wo der Weg im letzten Jahr noch langführte, da kann man schon mal vor einem Haus oder einem Zaun stehen. Dieses Mal finde ich ihn jedoch recht schnell wieder. Dann geht's bergan. Noch ein Blick auf die Bucht von Kalkan und dann steht da doch tatsächlich mal ein vernünftiger Wegweiser: "Likya Yolu". Es sind von Kalkan nach Sarıbelen nur 15 km, aber die haben es in sich. Unterwegs trifft man auch auf ein paar Zisternen. Von oben ein letzter Blick auf Kalkan. Kurz hinter dem Pass kommt Bezirgan, ein kleiner Ort. Außer körperlich anstrengend hat der Tag heute nicht viele Highlights gehabt. Dafür habe ich noch mal einen tollen Campingplatz: Bin heute im "Karafil Camping" in Sarıbelen. Treffe hier auf ein deutsche junge Frau aus Freiburg und auf eine Engländerin. Das ganze Ambiente gefällt mir auch. Der Chef hat doch tatsächlich einen "Bullerjan" stehen. Den heizt er gegen Abend, oder besser gesagt schon gegen Nacht an. Wir sitzen noch in der Runde und es war ein schöner - wenn auch anstrengender - Tag.Read more

  • Tag 7: Heute morgen mal ganz langsam

    April 29 in Turkey ⋅ ☀️ 17 °C

    Dann heißt das Wort des Tages heute mal "GELASSENHEIT". Ich hab nämlich überhaupt keinen Plan für heute. Kurz nach sieben fange ich an, zusammenzupacken. Der Chef kommt und fragt mich nach meinem Wunsch zum Frühstück und ich sage, daß ich einfach ein typisches türkisches Frühstück möchte. Das hatte ich hier überhaupt noch nicht.
    Das Mädel aus Freiburg und die Engländerin setzen sich zu mir an den Tisch.
    Nach etwas über einer Stunde habe ich den Teller so gut wie vernichtet.
    Ein Plan für heute ist mir immer noch nicht eingefallen.
    Dann laufe ich einfach mal los, ...
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