• Tag 9 – Inselhopping nach Bell Island

    August 9 in Canada ⋅ ⛅ 17 °C

    Kurz vor 10 Uhr ging es heute wieder los. Unser Ziel war Bell Island – also machten wir heute einfach mal Inselhopping. Bei 13 Grad und bewölktem Himmel ging es mit dem Auto zur Fähre nach Portugal Cove.

    Bell Island liegt mitten in der Conception Bay und ist nur etwa 9 Kilometer lang. Bekannt wurde die Insel vor allem durch ihre riesigen Eisenerzvorkommen: Ab 1896 wurde hier über Jahrzehnte Erz abgebaut, teilweise in Stollen weit unter dem Meeresboden. Heute leben nur noch rund 2.000 Menschen auf der Insel.

    Unser Auto verschwand im Bauch der kleinen Fähre und wir machten es uns oben beziehungsweise in der Lounge bequem. Die Überfahrt war ruhig und entspannt. Beim Aussteigen mussten wir allerdings etwas Geduld haben – die Autos standen so eng, dass ich zunächst überhaupt nicht einsteigen konnte.

    Wir hatten uns vorgenommen, einmal mit dem Auto um die Insel zu fahren und dabei einfach ein paar interessante Stopps anzusteuern. Los ging es im Nordosten am Bell Island Lighthouse. Hier bekamen wir einen ersten Eindruck von den beeindruckenden Klippen der Insel. Auf einem vorgelagerten Felsen saßen unzählige Möwen und für einen Moment hieß es einfach nur: stehen bleiben, die Ruhe genießen und zuschauen.

    Gerade einmal acht Minuten später waren wir schon am nächsten Küstenabschnitt. Hier lagen überall ungewöhnlich gerade und geschichtete Steine herum, die teilweise aussahen, als wären sie von Menschenhand zugeschnitten worden. Tatsächlich besteht Bell Island aus verschiedenen Sedimentgesteinen, deren deutlich sichtbare Schichten der Küste dieses besondere Aussehen geben. Paul interessierte die Geologie allerdings weniger – Hauptsache, endlich wieder Steine ins Wasser werfen.

    Der nächste Abstecher führte uns über eine ziemlich abenteuerliche Piste zu einer alten Minenhalde. Viel zu sehen gab es dort nicht, dafür waren die spitzen Steine auf dem Weg eine echte Herausforderung für unsere Reifen. Beim Wenden durfte dann sogar die Notbremsfunktion unseres Autos zeigen, was sie kann – wegen etwas Gras! Funktioniert also. 😉

    Das nächste Ziel war Grebe's Nest. Die Küste hier ist bekannt für ihre hohen Klippen, Felsformationen, Höhlen und vorgelagerten Felsen. Besonders interessant: Der Tunnel hinunter zum zweiten Strand wurde in den 1960er-Jahren von ehemaligen Bergleuten angelegt, die nach dem Bergbau als Fischer arbeiteten.

    Natürlich parkten wir wieder viel zu weit weg und machten daraus kurzerhand einen kleinen Walk. Es ging steil bergab bis zum Meer und dann tatsächlich durch diesen Tunnel zu einem Strandabschnitt, der auf drei Seiten von gewaltigen Felswänden eingeschlossen ist. Hier konnte man die einzelnen Gesteinsschichten unglaublich gut erkennen. Sehr, sehr beeindruckend! Ein kleiner Steinschlag aus dem Nichts erinnerte uns allerdings daran, dass die Natur hier das Sagen hat.

    Und dann kam endlich die Sonne raus!

    Bei Freshwater machten wir noch einen kurzen Halt. Außer viel Gras, Bäumen und Landschaft gab es für uns dort allerdings nicht allzu viel zu entdecken – also weiter.

    Den Besuch der alten Mine ließen wir heute aus. Außerdem hatte der Chef mittlerweile Hunger. 😁 Also ging es durch den Hauptort Wabana zurück Richtung Hafen. Bei Dicks Fish & Chips gab es für uns richtig gute Fish & Chips und für mich einen Fishburger. Nach der Dildo Brewery definitiv eines unserer bisher besten Fischessen – und die Portion Pommes sorgte dafür, dass wirklich niemand hungrig blieb.

    Nach einem kleinen Spaziergang am Wasser stellte ich das Auto schon einmal in die Warteschlange für die Fähre. Drittes Auto – perfekt! Das bedeutete allerdings nicht, dass wir später auch als Drittes wieder herunterfahren würden.

    Jetzt hieß es erst einmal warten. Rund eine Stunde später kam unsere kleine Fähre endlich zurück. Deutsche Bahn lässt grüßen – vielleicht war der Kapitän früher mal Lokführer bei der DB. 😉

    Zurück auf der anderen Seite ging es mit dem Auto nach Hause. Dort machten wir noch einen kleinen Spaziergang rund um die Wohnung und natürlich durfte ein kurzer Abstecher zu Tim Hortons nicht fehlen.

    Danach ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. Gegen 23 Uhr hieß es: Licht aus und Kräfte sammeln für den nächsten Tag.
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