Tag 12 – Ein Tag voller Geschichte
August 12 in Canada ⋅ ☁️ 18 °C
Heute ließen wir es wieder gemütlich angehen. Gegen 9 Uhr aufstehen, in Ruhe frühstücken und dann stand ein Ort auf dem Programm, den man in St. John’s unbedingt besuchen sollte: The Rooms.
The Rooms ist das größte öffentliche Kulturzentrum von Newfoundland & Labrador und vereint unter einem Dach das Provinzmuseum, die Kunstgalerie und das Provinzarchiv. Die Ausstellungen erzählen von der Geschichte der Menschen, der Natur und dem Leben in dieser teilweise rauen Umgebung. Fischerei, indigene Geschichte, Kunst und die Entwicklung Neufundlands spielen dabei eine große Rolle. Auch die Beteiligung Neufundlands an den Weltkriegen wird ausführlich dargestellt. Und ganz nebenbei hat man von dem hoch über St. John’s gelegenen Gebäude einen fantastischen Blick über die Stadt und den Hafen. (The Rooms)
Gerade die Ausstellung über den Ersten und Zweiten Weltkrieg hat mich beeindruckt. Es wird sehr deutlich, welchen Stellenwert die Soldaten hier bis heute haben. Besonders bewegend fand ich die persönlichen Zitate von Eltern, Geschwistern und Nachkommen der Männer, die damals in den Krieg zogen. Das macht Geschichte plötzlich sehr persönlich. (The Rooms)
Aber auch die Tierwelt war fantastisch dargestellt. Dazu kamen viele Informationen über die Bedeutung des Fischfangs und darüber, wie die Menschen gelernt haben, mit dem rauen Klima Neufundlands zu leben. Wir erfuhren außerdem einiges über die Kommunikation über den Atlantik und sogar darüber, wie Pepsi-Cola seinen Weg nach Neufundland fand. Man hätte hier wahrscheinlich noch deutlich länger bleiben können.
Nach so viel Geschichte meldete sich der Hunger. Dieses Mal wurde es mexikanisch: Quesadillas, Burritos und Tacos. Wieder verdammt lecker – und wir haben inzwischen gelernt: Drei Essen reichen für uns vier völlig aus.
Danach wartete gleich die nächste Portion Geschichte auf uns. An der alten Lokomotive des Railway Coastal Museum waren wir schon mehrfach vorbeigefahren – heute wollten wir endlich wissen, was dahintersteckt.
Die Eisenbahn erreichte Ende des 19. Jahrhunderts immer größere Teile der Insel; 1898 war die Strecke quer durch Neufundland bis Port aux Basques fertiggestellt. Wegen der schwierigen Landschaft, des Wetters und der ungewöhnlichen Schmalspur war der Betrieb aufwendig. Der reguläre Personenverkehr quer über die Insel endete 1969, Güterzüge fuhren noch bis 1988, dann wurde die Newfoundland Railway endgültig stillgelegt.
Besonders spannend fand ich die Reisezeiten: Für die Fahrt quer über die Insel brauchte man früher teilweise mehr als einen ganzen Tag. Später war der Bus deutlich schneller – da stellt sich natürlich irgendwann die Frage: Warum noch mit der Bahn fahren?
Für uns bekam das Ganze noch eine persönliche Verbindung, denn Heather erzählte uns, dass ihr Großvater als Ingenieur bei der Eisenbahn gearbeitet hatte. Leider wusste sie nicht mehr viele Einzelheiten darüber. Trotzdem war es spannend, die Geschichte der Eisenbahn und gleichzeitig die Bedeutung des Schiffsverkehrs für die Insel zu sehen. Der Besuch hat sich definitiv gelohnt.
Danach war die Kreditkarte wieder ausreichend abgekühlt. 😁 Da wir einen Teil der Geschäfte in der Avalon Mall noch gar nicht gesehen hatten, ging es noch einmal dorthin. Dieses Mal blieb es tatsächlich bei ein paar Kleinigkeiten.
Emma verabschiedete sich derweil zu einer Freundin, die extra für sie eine kleine Party organisiert hatte.
Um 17:30 Uhr waren wir wieder zurück zum Supper. Heather hatte extra für uns gekocht und es war wieder richtig lecker. Danach ließen wir den Abend bei schönen Gesprächen mit Heather und Fred ausklingen – für mich begleitet von einem Bier aus der Dildo Brewery.
Gegen 23 Uhr gingen heute die Lichter aus. Feierabend!Read more

























