• Cérilly

    January 1 in France ⋅ ⛅ -5 °C

    (English Version Below)

    Wir waren schon fast vorbei, da ist mir der Camper aufgefallen, der am Feld hinter dem zugefrorenen Teich parkt. Ein kurzer Blick in die App bestätigt mich, dass die Bewertungen gut sind, und wenn wir heute Nacht hier nicht alleine stehen, ist das doch auch gut.

    Ein deutsches Ehepaar mit Hund, das von einer traumhaften Winterreise an die Dordogne auf dem Heimweg ist. Wir unterhalten uns freundlich über die vage Möglichkeit, uns ggf um Mitternacht zu begegnen, doch werden vermutlich die Minusgrade uns eher veranlassen, in den Fahrzeugen zu bleiben.

    Mit dem letzten Licht machen wir noch einen Spaziergang um den Platz herum, der nach den Dorfhunden riecht, die wohl gerne hier entlang gehen. Wir sehen nur einen Jagdhund, der gerade da unseren Bus passiert, als die örtliche Gendarmerie langsam das Gleiche tut.

    Ich neige zu einem freundlichen Peacezeichen, das ja auch als Victory gelesen werden kann, und lass vorsorglich eine Friedenstaube aufsteigen. Sie fahren weiter.

    Der frühe Morgen an der Yonne ist eisig, trotzdem kommen schon die ersten Spaziergänger aus dem Wald zum Ort hin spaziert. Wir fahren zeitig ab und tauchen im nächsten Ort geradezu in die berufliche Rushhour der Bürger umliegender Dörfer.

    Es gibt wieder schöne Ansichten, die ich mitnehmen darf, bis wir gegen späten Vormittag eine längere Pause im angenehmen Sonnenschein machen. Ich probiere mich heute durch mein Sortiment an leckeren Brühen, die ich geschenkt bekommen habe. Das wärmt sehr angenehm und macht mich ganz zufrieden.

    An einem Weinberg im berühmten Chablis ist ein Gedenkstein für ein getötetes Mitglied der Résistance. Solche Erinnerungen bekommen in diesen Zeiten eine ganz eigene Dynamik.

    Wir spazieren an einem Feld, wo Hilde berechtigterweise Mäuse vermutet, und auch gleich mal auf die Suche geht. Ich ruhe auf meinem Wanderstab, denn heute bin ich von Kopf bis Fuß auf Schmerzen eingestellt. Vielleicht war es gestern Nacht mit minus sieben Grad im Bus zu kalt gewesen, da wir ja auch nicht die Heizung durchlaufen lassen. Zumindest sind am Vormittag noch lange die Seitenfenster zugefroren.

    Wir fahren eine kleine Runde durch Cérilly, um einen Eindruck von dem Ort zu bekommen, wo wir übernachten. Mit blauen und roten Fensterläden macht er auf sich aufmerksam, hat aber auch eine Kirche mit Baugerüst zu bieten, die zur sechsten Stunde des Abends uns zum Essen ruft, und so manches rostige Eisentor.

    Heute ist Sylvesterabend, die farbig blinkende Weihnachtsbeleuchtung an den Masten für Strom und Licht wird vermutlich unser stilles Feuerwerk sein. Den beiden Hunden dürfte dies sehr recht sein, Hilde liegt schon ausgestreckt im Eck, es tut mir fast leid, sie später noch mal an die frische Luft zu schicken, damit es morgens nicht so eng wird. Sie träumt schon ganz aufgeregt, ist ja auch ein besonderer Abend.
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    We were almost past it when I noticed the camper parked in the field behind the frozen pond. A quick look at the app confirmed that the reviews were good, and if we're not alone here tonight, that's a good thing.

    A German couple with a dog, returning home from a wonderful winter trip to the Dordogne, meet us. We chat amiably about the vague possibility of bumping into each other around midnight, but the sub-zero temperatures will likely keep us both indoors.

    As the last light fades, we take a stroll around the square, which smells of the village dogs that seem to frequent this area. We only see a hunting dog, which passes our bus just as the local police slowly do the same.

    I'm inclined to flash a friendly peace sign, which can also be interpreted as a victory sign, and release a dove as a precaution. They drive on.

    Early morning on the Yonne is icy, yet the first walkers are already strolling from the forest towards the town. We leave early and, in the next town, find ourselves right in the middle of the commuter rush hour for the residents of the surrounding villages.

    There are more beautiful views to enjoy before we take a longer break in the pleasant sunshine late in the morning. Today I'm sampling my assortment of delicious broths that I received as gifts. They're very warming and make me quite content.

    At a vineyard in the famous Chablis, there's a memorial stone for a member of the Resistance who was killed. Such remembrances take on a unique dynamic these days.

    We stroll past a field where Hilde rightfully suspects mice and immediately goes to look for them. I rest my walking stick, as I'm prepared for aches and pains from head to toe today. Perhaps it was too cold in the bus last night at minus seven degrees Celsius, since we haven't been running the heater. At least the side windows were still frozen over for a long time this morning.

    We drive a short loop through Cérilly to get a feel for the place where we'll be spending the night. With its blue and red shutters, it draws attention to itself, but it also has a church with scaffolding that calls us to dinner at the sixth hour of the evening, and quite a few rusty iron gates.

    Tonight is New Year's Eve, and the colorful, flashing Christmas lights on the power poles will probably be our silent fireworks display. The two dogs will likely be quite happy about this; Hilde is already stretched out in the corner. I almost feel bad about letting her out again later so it's not so crowded in the morning. She's already dreaming excitedly; it is a special evening after all.
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