• Rheinzabern

    January 26 in Germany ⋅ ☁️ 3 °C

    (English Version Below)

    Wir haben Strom. Stehen auf grünem Rasen. Die Standheizung läuft. Das ist die gute Nachricht des heutigen Tages. Und das komplette Gegenteil der gestrigen Erlebnisse.

    Eine schöne Fahrt durch Dörfer voller Fachwerk, und Orte mit einem Schloß in der Mitte. In einem Waldstück parken wir zum Nachmittag, die Hunde erfreuen sich eines schönen Spaziergangs, als es leicht anfängt zu schneien.

    Zu diesem Zeitpunkt ahnt noch keiner, wie sich der weitere Abend entwickelt wird, und in welcher rasanten Weise der Schnee das Land lahm legt. Keine halbe Stunde später bleibt der Schnee auf den Straßen und Dächern liegen, die Temperatur sinkt um den Gefrierpunkt.

    Hinter Nürtingen geht die Straße nur siebzig Meter höher, aber die ersten Rutschpartien beginnen. Oben angekommen, ist der Gegenverkehr erstmal ausgeblieben. Der Ort Reudern verschwindet unter dem Schneegestöber, am Ortsende signalisiert der Navi rot einen langen Stau.

    Kurz entschlossen nutzen wir die letzte Gelegenheit, um zu drehen, zumal von Kirchheim her der Verkehr wohl jetzt entgültig zum Erliegen gekommen ist. Kaum sind wir auf dem Parkplatz vom Landgasthof angekommen, passieren Polizei und Feuerwehr eilig den Ort.

    Der Schnee fällt und fällt, schnell sind es zehn Zentimeter, wir machen die Fahrzeuge nachtfertig. Ich will grade Wasser kochen, da schaltet das Display auf schwarz, der Umwandler gibt einige piepsige Töne von sich. Dann ist Stille und Nacht.

    Das elektrische Innensystem hat den Geist aufgegeben. Kein Strom, kein Licht, keine Power, keine Standheizung. Null Grad und es schneit wie verrückt. Lediglich eine Kerze scheint in die Nacht, die glücklicherweise durch viele Lämpchen erleuchtet ist und mit dem Schnee einen Hauch von Weihnachten verbreitet.

    Es wird eine kalte Nacht, ich decke Hilde zu, schlafe in meiner Bekleidung und friere trotzdem. Von der Blasenentzündung her muss ich viel trinken, ohne das Apnoegerät ist mein Schlaf noch oberflächlicher, ich wache etwa jede Stunde auf.

    Morgens kommt Hilde unter die Bettdecke, ich ziehe mich an, Brigitte geht mit Hilde kurz raus, dann fährt der blaue Bus in die Werkstatt, damit die Vakuumpumpe gewechselt wird.

    Um elf Uhr sind wir fertig, treffen uns mit unseren Freunden auf der Autobahn, es beginnt in großem Maße zu tauen. Mittlerweile weiß ich nach Rücksprache mit unserem lieben Elektriker, dass vermutlich die 80er Sicherung zwischen Laderelais und Batterie den Geist aufgegeben hat. In einer Werkstatt bekomme ich die Bestätigung, auch der Sicherungshalter hat einen Schlag mitbekommen, für den Umbau haben sie kurzfristig keine Zeit.

    Also bleibt mir gar nichts anderes übrig, als nochmal in den Norden Deutschlands zu fahren, un den Schaden beheben zu lassen. Da oben ist diese Woche Schneefall angesagt, und zum nächsten Wochenende ein Temperatursturz.

    Im Süden Deutschlands sind die Temperaturen über null, der Schnee taut bzw ist am Rhein schon Geschichte. Auf dem Stellplatz haben wir 9000 kW/h, da könnten wir glatt ein Freudenfeuer mit entzünden.

    Mit Brigitte und ihren Hunden bleiben wir bis Mittwoch zusammen, dann geht jeder seiner Wege.
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    We have electricity. We're parked on a green lawn. The auxiliary heater is working. That's the good news of the day. And the complete opposite of yesterday's experiences.

    A beautiful drive through villages full of half-timbered houses and towns with a castle at their center. We park in a wooded area for the afternoon, the dogs enjoying a pleasant walk, when it begins to snow lightly.

    At this point, no one suspects how the rest of the evening will unfold, and how rapidly the snow will paralyze the country. Less than half an hour later, the snow is stuck to the roads and roofs, and the temperature drops to around freezing.

    Beyond Nürtingen, the road only climbs seventy meters, but the first slippery sections begin. Once at the top, there's no oncoming traffic for a while. The village of Reudern disappears under the snow flurry, and at the edge of town, the GPS indicates a long traffic jam.

    On a whim, we seize the last opportunity to turn around, especially since traffic from Kirchheim has apparently come to a complete standstill. We've barely arrived at the parking lot of the country inn when the police and fire department hurriedly pass through the village.

    The snow keeps falling, quickly reaching ten centimeters. We're getting the vehicles ready for the night. I'm just about to boil some water when the display goes black, and the inverter emits a few beeps. Then there's silence and night.

    The interior electrical system has given up the ghost. No electricity, no lights, no power, no auxiliary heater. Zero degrees Celsius, and it's snowing like crazy. Only a single candle shines into the night, thankfully illuminated by many small lights, spreading a touch of Christmas with the snow.

    It's going to be a cold night. I cover Hilde up, sleep in my clothes, and still shiver. Because of the bladder infection, I have to drink a lot. Without the apnea machine, my sleep is even more superficial; I wake up about every hour.

    In the morning, Hilde goes under the covers, I get dressed, Brigitte takes Hilde out for a short walk, and then the blue van goes to the garage to have the vacuum pump replaced.

    We finished at 11:00 AM and met up with our friends on the motorway. The ground was starting to thaw significantly. After consulting with our friendly electrician, I now know that the 80A fuse between the charging relay and the battery has probably blown. A garage confirmed this; the fuse holder was also damaged, but they didn't have time to replace it on short notice.

    So, I have no choice but to drive back up to northern Germany to get the damage repaired. Snow is forecast up there this week, with a sharp drop in temperature expected next weekend.

    In southern Germany, temperatures are above freezing, and the snow is melting, or rather, it's already gone along the Rhine. We have 9000 kWh of electricity at the campsite; we could practically light a bonfire with it.

    We'll stay with Brigitte and her dogs until Wednesday, then we'll each go our separate ways.
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