Lironville
Feb 5–6 in France ⋅ ☁️ 4 °C
(English Version Below)
Es ist immer schön, wenn wir unsere Nachbarn kennen. Wir sind schon zweimal auf dem kleinen Stellplatz beim Bauernhof in Lironville gewesen, aber heute ist die Nachbarin herüber gekommen, weil ich ihr einen Gruß zugeworfen habe.
Sie hat Feuerholz in einer Schubkarre an die Terrassentür gefahren, aus der später die ältere Tochter herausschaut. Wir unterhalten uns zweisprachig, also meine ersten französischen Worte sind immer ein bisschen schwerfällig, sodass wir uns ihr Englisch zeitweise ausleihen.
Wir wünschen uns eine gute Nacht, aber wenn ich jetzt zu den erleuchteten Fenstern schaue, weiß ich, wer dort wohnt. So, wie sie wissen, wer ihnen gegenüber heute übernachtet.
Neben uns schläft ein niederländisches Ehepaar auf der Rückfahrt von Spanien. Sie haben ihre Fenster gleich dick verhangen, sodass ich sie genauso wenig sehe, wie die Esel, nachdem der Bauer die Ställe für die Nacht verschlossen hat.
Uns ist das Wasser ausgegangen. Nein, nicht ganz, einen kleinen Rest habe ich noch für Hilde übrig. Ich trinke Säfte zur Medizin, da bin ich gut versorgt. Ja es gab Lidl und Leclerc, aber die Parkplätze waren rappelvoll und lagen im Sonnenschein, der tatsächlich erst rausgekommen ist, als wir die Grenze nach Frankreich überquert haben.
In Luxemburg hat es geregnet, aber der Diesel kostet heute 1,43 Euro pro Liter, das sind locker fast dreißig Cent weniger als gestern in Weilerswist. Wie queren das kleine Land nicht über die Autobahn, sodass wir viele kleine Orte streifen, und uns landschaftlich bereichern.
Wir sind in Belgien aufgewacht, die Nacht war kalt gewesen, zum Frühstück fahren wir rüber nach Deutschland, und stehen in der Südeifel an einem Feldweg bei Winterscheid.
Nebel liegt in den Tälern, nachdem die Sonne ihren kurzen Auftritt hatte. Wir sind alleine unterwegs auf den kleinen Straßen, nachdem die Bevölkerung zu ihren Jobs geeilt ist.
Dann kommt Dasburg und im Tal die Grenze zu Luxemburg. In den frühen 70ger Jahren hatte ich eine Freundin aus Luxemburg, der ich unter einem Mädchennamen schreiben musste, damit sie keine Schwierigkeiten bekäme, weil die Deutschen damals verachtet waren.
Ein ähnliches Erlebnis hatte ich damals in Kopenhagen mit meinem amerikanischen Buddy. Für einen alten Mann vor einer Bar war es unverständlich, dass wir Freunde sein könnten, so heftig war der Krieg in seinem Kopf auch nach fünfundzwanzig Jahre noch verankert.
Wir sollten uns Mühe geben, Ausgrenzungen keinen Raum zu geben. Letztendlich sind wir alle Geschöpfe Gottes, wo immer wir auch geboren sind.
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It's always nice when we know our neighbors. We've already been to the small campsite by the farm in Lironville twice, but today our neighbor came over because I'd said hello to her.
She wheeled firewood in a wheelbarrow to the patio door, from which her older daughter later peered. We conversed bilingually, so my first French words were always a bit clumsy, and we borrowed her English from time to time.
We wished each other goodnight, but when I looked at the lit windows now, I knew who lived there. Just as they knew who was staying across the hall tonight.
Next to us, a Dutch couple was sleeping on their way back from Spain. They had their windows covered with thick curtains, so I couldn't see them any more than I could see the donkeys after the farmer had locked up the stables for the night.
We ran out of water. Well, not completely; I still had a little left for Hilde. I was drinking juice with my medicine, so I was well taken care of. Yes, there was Lidl and Leclerc, but the parking lots were packed and bathed in sunshine, which only really came out after we had crossed the border into France.
It rained in Luxembourg, but diesel costs €1.43 per liter today, which is easily almost 30 cents less than yesterday in Weilerswist. We're not crossing the small country via the motorway, so we're skirting many small towns and villages, enjoying the scenery.
We woke up in Belgium; the night had been cold. For breakfast, we drove over to Germany and found ourselves on a country lane near Winterscheid in the southern Eifel region.
Fog lingered in the valleys after the sun's brief appearance. We were alone on the small roads after everyone had rushed off to work.
Then came Dasburg, and in the valley below, the border with Luxembourg. In the early 1970s, I had a girlfriend from Luxembourg whom I had to write to using a girl's name to avoid any trouble, as Germans were looked down upon back then.
I had a similar experience in Copenhagen with my American buddy. An old man outside a bar couldn't comprehend that we could be friends; the war was still deeply ingrained in his mind, even after twenty-five years.
We should strive to give no space to exclusion. Ultimately, we are all God's creatures, wherever we are born.Read more
















TravelerJa, die Nachwirkungen des Krieges haben wir in Gesprächen mit Franzosen teilweise ebenfalls noch zu spüren bekommen. Einmal hatten wir diesbezüglich ein großes Missverständnis, das auf Vorurteilen gegenüber Deutschen beruhte. Als wir dieses aber aufklären konnten, hatten wir danach einen sehr guten Kontakt zu diesen Franzosen. Meistens sind sie aber sehr offen und sehr nett Deutschen gegenüber und viele waren auch schon einmal in Deutschland und fanden es schön dort. In den sechziger Jahren; vielleicht auch noch in den Siebzigern, war das schon noch ein bisschen anders, denke ich.