• Schwülper

    5 hours ago in Germany ⋅ ☁️ 0 °C

    (English Version Below)

    Wegen der Restschneeverhältnisse fahren wir morgens den Feldweg hoch zum Gestrüpp vor der Autobahn. Kaum sind wir heute angekommen, spüren wir zeitgleich eine Anwesenheit. Während ich innerlich reagiere, ist Hilde's Reaktion offensichtlich. Sie ist voller Anspannung und schaut suchend aus den Fenstern, weil sie nichts sieht.

    Wir steigen aus. Aufgeregter Vogelflug am grauen Himmel. Um uns herum ist niemand, den wir sehen. Hilde erleichtert sich, mir tun die Knie weh, das Gehen fällt mir sichtlich schwer.

    Die Temperatur ist wieder unter null Grad gefallen, am Morgen ist die Standheizung erst angesprungen, als der Motor lief. Es schneit leicht, soll aber noch kälter werden.

    Eigentlich Zeit in den Süden zu fahren, aber irgendwas hindert mich in diesem Jahr. Die bisherigen Versuche endeten in Werkstätten oder beim Arzt. Der wird Montag nochmal die offenen Wunden an den Zehen anschauen, wie der Heilungsprozess verläuft, den Verbandswechsel macht mein Sohn. Ich bin zu ungelenk geworden, um das ordentlich genug zu machen.

    Wenn ich unterwegs niemanden finde, der mir hilft, würde ich in eine Pflegestation gehen, und um Hilfe bitten, habe ich mir gedacht. Die Hindernisse werden größer.

    Ich plane Süden gar nicht erst für den nächsten Versuch, wir fahren einfach. Stück für Stück. Sozusagen spazieren. Und gucken mal, wo wir anhalten. Aber erst nach dem ärztlichen Go.

    Die Woche über sind wir in Braunschweig, besuchen die Familie des Sohnes. Wenn es dunkel wird, fahren wir zu Rewe auf den Parkplatz. Jeden Tag fährt ein Lastwagen vor und wird entladen. Tagsüber geht die Ware vorne raus, die abends neu geliefert wird. Das können wir Europäer uns doch gar nicht anders denken, während diese Praxis auf vielen Kontinenten undenkbar ist.

    Erst, wenn die Hundespaziergänger durch sind, suchen wir uns in einer Seitenstraße einen möglichst dunklen Schlafplatz. Um keine Aufmerksamkeit erregen zu wollen, mache ich erst morgens die Standheizung an. Bei den aktuellen Temperaturen kein Problem.

    Aufgrund der Gewichtszunahme von Hilde habe ich ihre Medikation erhöht. Da ihr das sichtlich nicht gut bekommt, senke ich sie heute wieder. Wegen ihrem veränderten Verhalten habe ich die ganze Nacht nur oberflächlich geschlafen, auf jede Drehung reagiert, die Träume voller Gedanken.

    Das Leben ist ein Geschenk. Jeden Morgen, jeden Tag. Ich bin immer noch sehr beeindruckt.

    Gerade habe ich Wasser gekocht. Porridge und Tee, heute gibt es die letzte "Kaliumbanane" in dieser Serie, damit das Herz ruhig bleibt. Es schneit immer noch ganz leicht. Hilde schläft.
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    Because of the remaining snow, we drove up the dirt track to the thicket before the motorway this morning. We had barely arrived when we both simultaneously sensed a presence. While I reacted internally, Hilde's reaction was obvious. She was tense and looked searchingly out the windows because she couldn't see anything.

    We get out of the car. Birds flit about excitedly in the gray sky. There's no one around us that we can see. Hilde relieves herself; my knees hurt, and walking is clearly difficult.

    The temperature has dropped below zero again. This morning, the auxiliary heater only kicked in once the engine was running. It's snowing lightly, but it's supposed to get even colder.

    It's really time to head south, but something's holding me back this year. My previous attempts ended in repair shops or at the doctor's. He'll take another look at the open wounds on my toes on Monday to see how they're healing; my son will change the bandages. I've become too clumsy to do it properly.

    If I can't find anyone to help me along the way, I'll go to a nursing home and ask for assistance, I thought. The obstacles are getting bigger.

    I'm not even planning on going south for our next attempt; we'll just drive. Bit by bit. A leisurely stroll, so to speak. And see where we stop. But only after the doctor gives the go-ahead.

    We're spending the week in Braunschweig, visiting my son's family. When it gets dark, we drive to the Rewe parking lot. Every day, a truck pulls up and gets unloaded. During the day, the goods that will be delivered in the evening are taken out. We Europeans can't imagine it any other way, while this practice is unthinkable on many continents.

    Only after the dog walkers have finished do we find a dark place to sleep in a side street. To avoid attracting attention, I only turn on the auxiliary heater in the morning. With the current temperatures, that's no problem.

    Because of Hilde's weight gain, I increased her medication. Since it's clearly not agreeing with her, I'm reducing it again today. Because of her changed behavior, I only slept superficially all night, reacting to every turn, my dreams full of thoughts.

    Life is a gift. Every morning, every day. I'm still so impressed.

    I just boiled some water. Porridge and tea, and today I'm having the last "potassium banana" in this series, to keep my heart calm. It's still snowing very lightly. Hilde is asleep.
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