Herrhausen
7–8 апр., Германия ⋅ 🌙 8 °C
Tag 3.570
Berenbrock - Braunschweig - Herrhausen
(English Version Below)
Während ich mich von meiner Tochter verabschiede, frisst Hilde eine tote Maus, die sie bei den Pferden gefunden hat, das dünne Schwänzchen hängt ihr aus dem Maul. Als ich einen Schritt auf sie zu mache, beginnt sie zu knurren, also kann ich nur beten, dass sie eines natürlichen Todes gestorben ist.
Die Sonne ist in ihrem natürlichen Lauf zweimal unterwegs gewesen, während wir in der kalten Nacht die Decke fest um uns geschlossen haben. Minusgrade kann man besonders fühlen, wenn es tagsüber warm genug ist. Morgens fegt ein kalter Wind ums Haus, aber nachmittags haben wir schon frühlingshafte Luft in der Atmosphäre.
Lese viel über Cohen und merke, dass er mir zwischen den erweiterten Siebzigern und später im Jahrtausend aus den Augen gekommen ist. Tatsächlich weiß ich viel weniger von ihm, je älter er geworden ist.
Um den blauen Bus streunen die schwarzen Katzen des Bauern, dem wir gegenüber am Angelsee übernachten. Die Sonne geht hinterm Hügel über Seesen unter, es ist windstill. Hilde schnarcht schon.
Gestern habe ich die elende Matratze gedreht, auf der ich nur noch mit Schmerzen geschlafen habe. Ihr Rücken ist hart, ich bin nur dreimal wachgeworden, dabei sind zweimal drei Stunden schon sehr erholsam.
Am Mittag bei der Abreise habe ich Großes und Weites gefühlt, obwohl mich noch drei Tage Termine hier halten, und ich darüber hinaus ja auch nur kleine Strecken fahre.
Aber die Seele beginnt zu schwingen wie ein Mensch auf der Schaukel, der den Horizont sich weiten sieht. Die Nacht öffnet ihre Tore, Lichter überm Berg, die Knospen schließen sich, ein leichter Wind bewegt die Äste vorm Fenster.
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Day 3,570
Berenbrock - Braunschweig - Herrhausen
While I was saying goodbye to my daughter, Hilde was eating a dead mouse she'd found near the horses, its thin tail hanging out of her mouth. As I took a step towards her, she started to growl, so I could only pray that she had died of natural causes.
The sun made its way twice in its natural course while we huddled tightly around ourselves in the cold night. You can feel the sub-zero temperatures especially when it's warm enough during the day. In the morning, a cold wind sweeps around the house, but by the afternoon, the air already feels like spring.
I'm reading a lot about Cohen and realizing that I lost track of him sometime between the late seventies and later in the millennium. In fact, I know far less about him as he's gotten older.
The black cats of the farmer whose house we're camping opposite, by the fishing lake, are roaming around the blue bus. The sun sets behind the hill above Seesen; there's no wind. Hilde is already snoring.
Yesterday, I turned over the wretched mattress on which I'd only been sleeping with pain. Its back is hard; I only woke up three times, even though two three-hour naps are actually quite restful.
At midday, as I was leaving, I felt a sense of vastness and expansiveness, even though I still have three days of appointments keeping me here, and besides, I'm only driving short distances.
But my soul begins to sway like a person on a swing, watching the horizon widen. Night opens its gates, lights rise above the mountain, the buds close, a light breeze stirs the branches outside the window.Читать далее





















