Berenbrock
6–7 kwi, Niemcy ⋅ 🌬 8 °C
(English Version Below)
Schon den ganzen Morgen arbeitet eine kleine Spinne am Seitenfenster, während der Wind übers Land fegt, und sie manchmal aus dem Gleichgewicht zu bringen scheint.
Die Bilder von der Damm-Mühle, wo die Tochter' Family lebt, sind immer wunderschön. Das flache Land, der hohe Himmel, die grünenden Bäume, überall Sonne oder Mond, die Mauern des alten Hauses, Pferde und Weite, Wolkenflug.
Hin und wieder sind wir zwei Nächte hier, manchmal auch nur zwei Tage, was für uns ja ziemlich lange ist, einfach nur zu bleiben. Heute ist ein Arbeitstag. Papierkram. Im Sommer die jährliche Steuererklärung, und in diesem Frühjahr muss ich Post beantworten für mein letztes Ehrenamt.
Edith wird bald hundert Jahre alt sein und lebt im Altenheim, seit fast vierzig Jahren bin ich ihr rechtlicher Betreuer, da gewöhnt man sich schon so aneinander. Aber sie macht Post, in jedem Quartal des Jahres ist sie für den ein oder anderen Brief verantwortlich, dieses Mal sind es gleich mehrere Schreiben, und mein jährlicher Bericht ans Amtsgericht.
Vor dem Fenster die kleine Spinne, neben mir das müde Monster nach einem ausgiebigen Spaziergang mit der Tochter und ihrem großen Hund, eine permanente Herausforderung, die vier Beine in Bewegung zu halten. Und mittendrin sitze ich und esse viel zu früh Schokolade.
Gestern ist ein Päckchen angekommen von einem lieben Menschen, die unsere Reise begleitet, und uns hin und wieder beschenkt. Das ist etwas ganz Besonderes! Und stimmt in mir ein kleines Freudenlied an.
Unerwartete Überraschungen kommen ja nicht immer gelegen, wie man weiß. Aber manches Mal eben gerade richtig. Nervennahrung versus Briefeschreiben.
Vor einigen Tagen sind wir von Nienhagen nach Braunschweig gefahren, und haben einen Umweg Richtung Hämelerwald eingeschlagen. Dabei bin ich dem Friedensbaum in Sievershausen begegnet, wo vor vielen Jahren ein engagierter Pastor ein Friedenszentrum aufgebaut hat, das möglicherweise heute in ein Antikriegshaus umgewandelt wurde.
Die veränderte Wortwahl macht was mit mir, auch wenn die Idee vielleicht ähnliche Ansätze hat. In Riedel gibt es ein Kaliwerk, und die Kirche in Sierße ist weithin im Land zu sehen.
An Karfreitag waren wir in Langenbergen an der Weser, zwischen dem stillen Fluss und der schlafenden Mühle, am Samstag übernachten wir an einer Braunschweiger Landstraße, danach verabschiedet uns der kleine Enkel noch mit gut gefüllten Wasserflaschen.
Wir sind so reich beschenkt, denke ich oft, wenn ich die Tage so an mir vorbeifließen sehe. Das Leben ist schön.
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A small spider has been working on the side window all morning, while the wind sweeps across the land, sometimes seeming to throw it off balance.
The pictures of the Damm Mill, where my daughter's family lives, are always beautiful. The flat land, the vast sky, the verdant trees, sun or moon everywhere, the walls of the old house, horses and open spaces, drifting clouds.
Sometimes we stay here for two nights, sometimes only two days, which is quite a long time for us, just to stay. Today is a workday. Papierkram. In the summer, the annual tax return, and this spring I have to answer mail for my last volunteer position.
Edith will soon be one hundred years old and lives in a retirement home. I've been her legal guardian for almost forty years; you get quite used to each other. But she handles the mail; every quarter of the year she's responsible for one or two letters—this time there are several—and my annual report to the district court.
A small spider outside the window, and next to me, the tired monster after a long walk with my daughter and her big dog—a constant challenge to keep all four legs moving. And there I am, sitting in the middle of it all, eating chocolate way too early.
Yesterday, a package arrived from a dear friend who has been accompanying us on our journey and occasionally sends us gifts. That's something truly special! It makes me sing a little song of joy.
Unexpected surprises aren't always convenient, as we all know. But sometimes they're just what we need. Comfort food versus letter writing.
A few days ago, we drove from Nienhagen to Braunschweig and took a detour towards Hämelerwald. There, I came across the Peace Tree in Sievershausen, where many years ago a dedicated pastor established a peace center, which may now have been transformed into an anti-war center.
The change in wording resonates with me, even if the underlying idea might be similar. There's a potash mine in Riedel, and the church in Sierße is visible from afar.
On Good Friday we were in Langenbergen on the Weser River, between the tranquil waterway and the sleepy mill. On Saturday we spent the night on a country road near Braunschweig, and afterwards our little grandson saw us off with bottles of water that were full.
We are so richly blessed, I often think, as I watch the days slip by. Life is beautiful. Czytaj więcej




























Schönwetterwanderer
Da sieht sieht Hilde ganz jung aus 🙂