• Holmfjellet

    Jul 19–20 in Norway ⋅ ⛅ 10 °C

    ) English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 22
    19/07/2026
    Holmfjellet

    Um viertel vor zwei am frühen Morgen fährt das Hurtigrutenschiff in die sonnenbeschienene Barentsee hinaus und wird eine unruhige Nacht vor sich haben. Denn die eh schon niedrige Temperatur von sechs Grad wird durch den Sturm weiter nach unten gedrückt, der Regen peitscht gegen unsere Fensterscheiben, in den Böen von sechzig km/h wackelt der blaue Bus.

    Aber am Morgen liegt der kleine Ort Mehamn im Sonnenlicht des neuen Tages, als würde nur ein Lüftchen wehen.

    Ich fülle die beiden Kanister auf und erneuere das Wasser im Eimer für die verschmutzte Wäsche. Das Auswringen von Handtuch und Bettlaken gelingt nur halbherzig und muss auf später verschoben werden, wenn ich mehr Kraft habe.

    An der Kreuzung nach Kjøllefjord sehe ich eine große Herde Rentiere ganz nah an uns herankommen.

    Fünfzig Kilometer Fahrt durch die unwirschen Berge bringen uns an einen windumtosten Parkplatz, gegenüber geht ein Schotterweg hoch nach Nervej an einen Seitenarm des Tanafjords, der sich wie ein Messer ins Land schiebt und bei Laggo endet.

    Ich frühstücke und mache danach ein Schläfchen, weil ich immer noch ziemlich krank bin. Wieder peitscht der Regen und der Sturm ist so unglaublich kalt, dass ich Hilde mit einem Spaziergang vertrösten muss. Wir haben 13 Uhr.

    Am vorgestrigen Schlafplatz vorbei, kommen wir nach Ifjord, wo wir nach rechts in die 98 Richtung Lakselv fahren.

    Ich bin schon ziemlich erschöpft nach weiteren sechzig Kilometern und finde oberhalb eines endenden Zipfels des Laksefjord einen breiten Parkstreifen mit einem schönen Blick übers Wasser, über dem die Sonne wieder entlangwandern wird.

    Nach der vierten Tablette geht es mir besser, sodass Hilde mit dem Abendspaziergang zufrieden ist, auf dem wir unsere Nachbarn treffen, die Skandinavien langsamst bereisen.

    Es ist deutlich windstiller und die Nacht dürfte hell werden, vielleicht ziehen Rentiere durch, Hilde wird mich wecken.
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    DESTINATION NORTH
    Day 22
    19/07/2026
    Holmfjellet

    At a quarter to two in the morning, the Hurtigruten ship sails out into the sunlit Barents Sea, facing a rough night ahead. The already low temperature of six degrees is driven even lower by the storm; rain lashes against our windows, and the blue bus rocks in gusts of sixty km/h.

    But by morning, the small town of Mehamn lies bathed in the sunlight of the new day, as if only a gentle breeze were blowing.

    I fill up the two canisters and refresh the water in the bucket for the dirty laundry. Wringing out the towel and bedsheet is only half-successful; I have to put it off until later, when I have more strength.

    At the junction for Kjøllefjord, I see a large herd of reindeer approaching us very closely.

    A fifty-kilometer drive through rugged mountains brings us to a windswept parking area; opposite, a gravel road leads up to Nervej on a branch of the Tanafjord—an inlet that slices into the land like a knife and ends at Laggo.

    I have breakfast and then take a nap, as I am still quite ill. The rain is lashing down again, and the storm is so incredibly cold that I have to put Hilde off regarding our walk. It is 1:00 PM.

    Passing the spot where we slept the night before last, we reach Ifjord, where we turn right onto Route 98 towards Lakselv.

    After another sixty kilometers, I am quite exhausted; I find a wide parking strip above the tip of the Laksefjord, offering a beautiful view across the water—the same water along which the sun will soon be making its way again.

    After taking a fourth pill, I feel better, so Hilde is happy with an evening walk; during it, we meet our neighbors, who are traveling through Scandinavia at a very leisurely pace. It is significantly calmer, and the night promises to be bright; reindeer might pass through, and Hilde will wake me.
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