Småvika
Jul 22–23 in Norway ⋅ ☁️ 10 °C
(English Version Below)
DESTINATION NORTH
Day 25
22/07/2026
Småvika, Norwegen
Hinter dem Wohnmobil klettert eine junge Familie mit ihren drei Kindern von ihrem Haus am Fjord den Hang hinauf, um an der Straße entlang ihren Abendspaziergang zu machen.
Sie haben etwas, das mir in dieser Form fehlt, ich dagegen trage ein langes Leben mit mir. Ob ihr Leben oder meins härter ist, liegt in dem Sinn der Bedeutung, die jeder von uns seinem Sein zuordnen.
Hilde bellt sie an, ich entschuldige mich bei ihnen, und sie sich bei uns. In diesem einen Moment haben wir etwas gemeinsam, tragen es wie eine Erinnerung an den anderen mit uns.
Als ich den Bus vor dem Tunnel drehe, weiß ich noch nicht, dass unsere Reise an den nördlichen Enden Norwegens mehr oder weniger zuende ist.
Meine Tunnelsorge ist größer als mein Bedürfnis, dagegen anzugehen. Alleine die Vorstellung, länger als tausend Meter in einem dunklen Raum zu sein, übersteigt mein Vermögen. Ich akzeptiere die Entscheidung.
Morgen gibt es noch die Möglichkeit, ein paar Felsen entlang zu fahren, und vielleicht noch einen Schlafplatz am Wasser herauszukitzeln.
Aber, ich habe mir einen Traum erfüllt und bin nach Mehamn gefahren. Dazu die Strecke nach Hamningberg und die nach Havøysund. Ein, zwei, drei Träumchen. Ich bin reich beschenkt!
Die Strecke von Alta nach Skibotn wird unvollendet bleiben. Aber ein Dutzend Tunnel sind mir einfach zuviel. Zu zweit, wäre noch eine Option für mich, mit meinen Sorgen einen Kompromiss zu machen.
Aber auch das unterscheidet mich von der Familie. Ich bin nicht unglücklich, weil es das Ende dieses Teils der Reise ist. Aber erstmal müssen wir wieder nach Süden fahren. Norwegen ist groß.
Eine lange Zeit lassen wir uns auf der E6 über das Sennalandet treiben. In der nordnorwegischen Provinz Finnmark, zwischen Alta und Skaidi liegt eine weite, baumlose Tundra- und Fjell-Landschaft, deren höchster Punkt bei 385 m über dem Meeresspiegel.
Angesichts der Höhe der Landmasse in dieser Region haben wir die Schneegrenze erreicht. Hier finden wir einen rollatorgerechten Feldweg, auf dem es, trotz der Nähe von Sumpf und Wasser, keine Moskitos gibt.
Ein Geschenk für Hilde und mich. Unser Schlafplatz liegt über dem Wasser, ein Stück hinter dem kleinen Ort unserer Familie. Der Wind ist unruhig, aber er bringt mit den Wellen auch ein Stück des blauen Himmels zurück.
Das Meer fließt in den Horizont unter ein Gemisch aus hellgrauen Wolken. Ich schaue in die Ferne und träume.
---
DESTINATION NORTH
Day 25
July 22, 2026
Småvika, Norway
Behind the camper, a young family with their three children is climbing the slope from their fjord-side home to take an evening walk along the road.
They possess something I lack in that particular form; I, in turn, carry a long life with me. Whether their life is harder than mine—or vice versa—depends on the meaning each of us assigns to our existence.
Hilde barks at them; I apologize to them, and they apologize to us. In that single moment, we share something, carrying it with us like a memory of one another.
As I turn the van around before the tunnel, I do not yet realize that our journey to the northern reaches of Norway is effectively over.
My anxiety about tunnels outweighs my desire to overcome it. The mere thought of being in a dark space for more than a thousand meters is beyond my capacity to handle. I accept the decision.
Tomorrow, there is still a chance to drive along some rocky stretches and perhaps even snag a spot to sleep by the water.
But I have fulfilled a dream by driving to Mehamn. Add to that the routes to Hamningberg and Havøysund. One, two, three little dreams come true. I have been richly rewarded!
The stretch from Alta to Skibotn will remain unfinished. But a dozen tunnels are simply too much for me. If I were traveling with someone else, I might have found a way to compromise on my fears.
That, too, is what sets me apart from that family. I am not unhappy that this part of the journey is ending. But for now, we need to head south again. Norway is vast.
For a long while, we let ourselves drift along the E6 across the Sennalandet plateau. In the northern Norwegian province of Finnmark, between Alta and Skaidi, lies a vast, treeless landscape of tundra and mountain plateau, with its highest point reaching 385 meters above sea level.
Given the elevation of the terrain in this region, we have reached the snow line. Here, we find a dirt track suitable for a rollator—one that is free of mosquitoes, despite the proximity of marshland and water.
A gift for Hilde and me. Our sleeping spot overlooks the water, just beyond the small settlement where our family is based. The wind is restless, yet with the waves, it brings back a glimpse of the blue sky.
The sea merges into the horizon beneath a mix of light-gray clouds. I gaze into the distance and dream.Read more





















