• Kilometer geschruppt

    16. september 2025, Schweiz ⋅ ⛅ 14 °C

    Lang noch konnte ich Piandios in einem weiten Kessel ohne Baum und Strauch sehen. Unten entdeckte ich den Campingplatz "Aqua Rossa" und die alte Kirche, die ich immer von dort sah. Weiter links saßen Iris und ich im Sommer unterhalb vom Passo Bareta, zu dem ich damals immer hochschauen musste. Wie flach von hier all dies erschien. Über dem Campingplatz lag der Adulagletscher, weiter links die Greina Hochebene. Und dann war da noch eine Rauchsäule. ... Ich informierte einen hiesigen Autofahrer, der den Forstweg herauf gerummpelt kam, und sprach dem Piandioswirt auf den Anrufbeantworter. Später sah ich Blaulicht. Die Rauchsäule wurde dünner und verschwand.
    Der Weg hatte wenig Steigungen und ließ den Blick frei, immer wieder hielt ich inne.
    An der Alpe war die Tür nicht abgesperrt, die Fensterläden auf, wie wenn die Besitzer eben mal weg wären. Wie Schneewittchen trat ich ein. Küche, Ofen, Gasherd, Wasser aus dem Wasserhahn, ein Zimmer mit mehreren Betten stand offen. Ich sammelte Steinpilze, kochte, hackte Holz,machte Feuer im Ofen, als FM anschlug. Ein Wanderer stand in der geöffneten Tür.
    Beim wärmenden Ofen diskutierten wir. Ich glaube der Spätankömmling hieß Richard und hatte einen Weinberg bei Intragna mit 200 Weinstock, den er alleine bewirtschaftete. In diesem stand sein kleines Haus, in dem er lebt, liest, Musik hört. Er sei nicht ein-sam, er sei all-ein, meinte er.
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