• Tag zwei (Amélie)

    April 8 in Spain ⋅ ⛅ 21 °C

    So, jetzt muss ich für Verwirrung sorgen. Wie ich das eben manchmal mache. Und zwar ist ja am Dienstag von mir der Footprint für Montag rausgekommen, spricht, heute (Mittwoch, zu dem Zeitpunkt wo ich das hier schreibe) müsste der für gestern, also Dienstag, rauskommen. Aber das lasse ich sein, weil der von Papa so gut und detailliert war (außer, dass er meiner Meinung nach viel zu wenig darauf eingegangen ist, WIE LANGE wir einkaufen waren) und ich das auch nicht so gut kann. Nach so einem ereignisreichen Tag den vorherigen Tag zu beschreiben.
    Also habe ich jetzt Dienstag übersprungen und dieser footprint handelt schon von Mittwoch.
    Die Fotos allerdings sind von Dienstag, weil ich heute keine gemacht habe ☹️

    Der Tag hat sehr früh angefangen. Wann genau weiß ich nicht, ich habe nicht auf die Uhr geguckt, aber zu früh für meinen Geschmack. Das hatte aber einen guten Grund, denn heute hat Luka Geburtstag. Yay! Und dann auch noch eine große Null, der dreißigste Geburtstag nämlich. Also haben wir alle zusammen Frühstück gegessen und Luka hat seine Geschenke ausgepackt. Ich glaube, ich habe Müsli gegessen. Ganz genau weiß ich es nicht, denn es war zu früh für mich.
    Danach ging es für ein paar von uns auf den Berg hinterm Casa Bonita. Ich bin wieder ins Bett, hab aber nicht nochmal geschlafen, anders als Papa. Ich habe… wichtige Dinge gemacht… (Insta 😋)

    Dann um zwölf hab ich mich bereit gemacht, um um halb eins los zu können. Für heute hat Luka uns nämlich auf eine Bootstour eingeladen, weil er irgendso einen Führerschein hat, für Boot. Ich habe mir also provisorisch einen Badeanzug untergezogen. Das hat sicher gut geklappt 😼
    Nein.
    Der hing noch in meiner Dusche, weil ich gestern im Pool war.
    Und er war klitschnass.
    Das ist auch nicht meine Lieblingsbeschäftigung, einen nassen Badeanzug anziehen. Ich würde gerne sagen, dass es dann doch nicht so schlimm war, war es aber.
    Egal. Auf zum Hafen ✊😀

    Der Hafen war schön, aber überhaupt nicht meine Welt. Ich bin kein wirklicher Fan von Booten und schon gar nicht von Yachten. Find ich peinlich, wie die Reichen da auf so protzigen Teilen rumalbern. Als gäbe es keine wichtigeren Sachen.
    Aber wir leihen uns ja auch nur ein Boot aus. Mein Vater hat, wie der alleingehende Wolf der er ist, richtig weit von den anderen weggeparkt. Dort würde es keine Parkplätze geben, wir stünden im Schatten, ich würde ihm dafür danken. Michel eben.
    Wie das ausgegangen ist… naja wir laufen also gut zweihundert Meter zu den anderen. Auf dem Weg grüßt uns so ein Typ. Der tut so richtig auf nett. Wahrscheinlich eine Falle für Touristen, also ignoriere ich ihn gekonnt. Heh 😼

    Joa, es stellt sich heraus, dass das der Typ war, der uns das Boot ausleiht. Und er hat auch nicht so getan, sondern er war tatsächlich richtig nett.
    Naja, erst auf die Toilette, dann geht’s aufs Boot. Das Boot sah so klein aus, aber wir haben es dennoch alle raufgeschafft. Hat sogar richtig gut gepasst.
    Da schipperten wir also an den Küsten vorbei. Mit ungefähr 27 km/h, was nicht so schnell klingt, aber auf dem Boot dann schon sehr schnell war.
    Wie ein Pirat raste ich also durchs Mittelmeer, die Gischt peitschte mir ins Gesicht, die Sonne prangte hoch am Himmel. Ein schöner Tag, Arr. Wir entschieden uns, in einer Bucht Anker zu setzen… einer Piratenbucht.
    Und wie ein Pirat entschied ich mich, mit einer gepflegten Arschbombe ins Wasser zu springen.
    Jaja, das Wasser. Mein zweites Zuhause, das Blut, was durch meine Piraten-Adern fließt, die Luft, die ich Pirat atme, das Mark meiner Piraten-Knochen, die Liebe meiner Piraten-Seele. Nur einen Sprung von mir entfernt. Mit einem gewaltigen Piraten-Satz jage ich mich ins Wasser. Und bekomme derartig Schnappatmung.
    Es war so kalt. So kalt. Es schreckte mir glatt den Piraten aus dem Körper und dann werden auch noch Fotos von mir gemacht. Ich will mich nicht beschweren, ich sehe verdammt gut aus, wie immer heh😼 Aber sehe ich doch glücklicher aus, als ich dann war.

    Nach vier schönen Stunden legen wir wieder im Hafen an. Vor der Tour hatten wir eine Reservierung in einem Restaurant gemacht.
    Ich musste dann nochmal für kleine Amélies, danach gingen wir essen.
    Das Restaurant an sich fand ich total schön. Die Decke war bunt und die Wände waren bunt und die Stühle waren bunt, alles war bunt. Braucht meine verletzte Seele auch manchmal.
    Der Kellner kommt und erklärt uns dann, wie es bei ihnen so funktioniert. Ganz wiedergeben, was er gesagt hat, kann ich nicht. Weil das, was er gesagt hat, irgendwie ein wenig irreleitend war. Jedenfalls hat er etwas vom Essen teilen gesagt. Ich habe mir dann so ein großes Essen vorgestellt. Teller über Teller, mit den verschiedensten Sachen drauf.
    Da war ich raus und habe mir etwas einzeln bestellt, was auch kein Problem war. Weil ich habe meine Probleme damit, wenn Essen anderes Essen berührt, vor allem, wenn ich eines von den beiden nicht mag. Jaja, da wird der ein oder andere die Augen verdrehen. „Ach, Amélie. Immer musst du so kompliziert und anstrengend sein, wenn es ums Essen geht.“ Aber da bin ich anderer Meinung. So lange ich mich nicht beschwere und selber glücklich bin, kann es anderen egal sein, ob ich das, was sie essen, mag. Meiner Meinung nach. Ein paar fühlen sich ja irgendwie angegriffen, wenn ich etwas nicht essen möchte. Aber so welche Menschen sind nicht hier auf Malle, also war alles gut und ich war glücklich.
    Papa hat sich auch etwas eigenes bestellt. Er hatte sich das ähnlich wie ich vorgestellt, außer, dass er sich eingeredet hat, dass es fast nur Meeresfrüchte geben würde. Die Nachfrage, ob es überwiegend Meeresfrüchte geben würde, hat der Kellner nicht verstanden, glaub ich. Jedenfalls habe ich mir Rinderbäckchen mit Gnocchi bestellt und Papa einen Burger mit Pommes.
    Das Essen der anderen war dann doch anders, als ich erwartet hatte. Sie haben nämlich in langen langen Abständen jeweils einen Gang mit einer Sache bekommen. Bspw. Jakobsmuscheln, Lachs und… so. Das meiste davon hätte mir auch nicht geschmeckt, also war ich froh mit meinem Essen.
    Wir waren dann nach zweieinhalb Stunden bereit zu zahlen, haben insgesamt entspannte sechshundert Euro bezahlt und sind dann zu den Autos. Unser Auto war natürlich viel weiter weg, bei den Autos der anderen gab es noch genug Platz für uns, und dass wir im Schatten standen hat uns auch nichts gebracht, weil die Sonne schon untergegangen ist.
    Danke Papa. Du Wolf.

    Im Casa Bonita habe ich dann sofort geduscht. Danach bin ich wieder runter, wo die anderen schon im Wohnzimmer saßen und Piña Coladas geschlürft haben. Die hat Papa selber gemacht. Ich habe auch mal probiert, schmeckte ganz lecker.
    Wir haben dann auf dem Fernseher Fotos geguckt und Eis gegessen. Dann bin ich auch schon ins Bett. War noch wach bis eins, aber am Donnerstag hab ich ja sowieso frei.
    Spoiler: ich habe dreizehn Stunden geschlafen.
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