• Judith 2: Die ersten Tage Elba

    May 13 in Italy ⋅ 🌙 17 °C

    Wir sind nun auf Elba. Überraschung! Damit hätte zu Beginn der Reise wohl keiner gerechnet.
    Hier ist es traumhaft schön. Unser Nachbar in Siestre Levante sagte, er möge Elba lieber als Sardinien. Er wäre Team Elba. Mein Herz gehört Sardinien, aber ich bin so froh, dass es groß genug ist, beide Inseln schön zu finden. Wieso muss man sich immer entscheiden?!

    Die Dramatik der Anfahrt hat Michel ja bereits beschrieben. Was soll man sagen? Wäre ja sonst auch langweilig.
    Der Campingplatz überzeugt sehr. Schön angelegt mit verschiedensten Terrassen. Traumhafte Bucht. Die Betreiber sind unter anderem Deutsche. Das begegnet uns in Italien immer wieder. Italienischer Flair und Natur verbunden mit deutscher Organisation. Scheint ein Erfolgsrezept und eröffnet mögliche Zukunftsvisionen… Das könnte mir schon gefallen.

    Unsere Wanderung war wirklich schön. Landschaftlich. Mit der Sonne hatten Amélie und ich zu kämpfen.
    Unsere Stimmungen waren gestern wie das Meer. Ein auf und ab. Aber am Ende lieben wir uns alle. Und das zählt.

    Das Restaurant auf dem Campingplatz war wirklich eine schöne Location. Der Ausblick kam mir teilweise vor wie gemalt. Das Essen war auch lecker, aber wie ehrlich wollen wir hier sein? Ich kenne die Haare des Pizzabäckerns nun zu genüge. Das hat mir die Pizza etwas vermiest.

    Heute waren wir mit dem Rad unterwegs. Erst zu Dritt die Ortschaft hier erkunden. Das hat uns spontan zu einem zauberhaften Agrotourismo Lokal geführt, wo wir erstmal ein Eis aßen. Dann ging es weiter über einen Stop im Minimarket zurück zum Campingplatz.
    Von dort brachen Michel und ich dann auf nach Porto Azzurro, einem kleinen Hafenstädten ca. 10km entfernt. Aber hier können 10km ja auch schnell Tour de France Level annehmen. Das war zum Glück nicht der Fall. Es war genau die richtige Mischung an Aufstieg und Abfahrt mit schönem Blick.
    Das Städtchen war hübsch und wir flanierten hindurch. Es war z. T. wirklich laut, da einige Gruppen von Jugendlichen vor Ort waren.
    Wir entschlossen uns, uns noch ein kühles Getränk vor der Rückfahrt zu gönnen.
    Ich bestellte im Blindflug einen Mocktail namens Florida, Sportlerin, ihr wisst Bescheid. Ich bin mir aber ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob das wirklich so ganz ohne Alkohol war. Im der Bar entwickelte sich auch noch eine gewisse Dramatik, als plötzlich ein Krankenwagen mit Blaulicht und Sirenen vor der Terrasse hielt. Ein ältere Dame wurde aus dem Lokal in den Krankenwagen begleitet und nach 10 min fuhr dieser auch ab. Michel erfuhr beim Bezahlen, dass es sich um die Servicekraft handelte. Der Inhaber war sich nicht sicher, vermutete aber Depression. Interessante Einschätzung.

    Der Rückweg war anstrengend, aber machbar.
    Angekommen, haben Amélie und Michel gekocht und ich habe den Sonnenuntergang genossen.
    Den Abend haben wir dann bei zwei Partien Quixx ausklingen lassen.

    Morgen wird mein Teenager-Traum Wirklichkeit. Wir wollen Roller fahren. Wie in dem Buch, was ich von meiner Mama geerbt hab. Sie hat es selbst als Jugendliche gelesen und dann an mich weiterer gegeben. Es ging um eine Ferienromanze auf Elba. Auch dramatisch, aber auf jeden Fall sind sie immer mit einem Roller unterwegs gewesen. Das ist hängen geblieben.
    Ich freu mich.
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