• Tagesbericht No. 15

    June 16, 2024 in Ecuador ⋅ ☀️ 28 °C

    Die letzte große Busreise steht an. Wir werden heute nochmals ca. 430km zurücklegen, um ans Meer zu kommen. Puerto López ist das Ziel.

    Also ist es auch gar nicht schlimm, dass während wir morgens um halb 7 unsere Rucksäcke satteln und uns aufmachen, ein tierischer Regen beginnt.
    Tschüß Cuenca, du wirst über uns hinweg kommen!
    Ein Taxifahrer reagiert auf unser verzweifeltes Häldewinken und so kommen wir verhältnismäßig trocken am Busbahnhof, wo wir den nächsten Bus um 07:00 noch bekommen und freuen uns, dass wir in einem sehr modernen Doppeldeckerbus ohne Fernseher landen.
    Auf geht‘s also in Richtung Nordwesten nach Guayaquil, wo wir heute nur umsteigen werden.

    Da wir mitten in den Anden sind, windet sich der Bus die ersten zwei Stunden durch Serpentinen, bevor wir in einem kleinen Ort halten. Und stehen bleiben. Mehrere Minuten und die Bustür bleibt zu. Von der oberen Etage aus ist auch nicht ganz klar, was los ist. Ein älterer Herr hämmert irgendwann gegen das Fenster in Richtung Busfahrer.
    Einige Minuten später geht die Fahrt weiter. Erstaunlich langsam; nur kurz darauf, direkt vor Beginn der Autobahn halten wir wieder und der Assistent des Fahrers erklärt uns, der Bus sei kaputt und wir müssten etwa 20 Minuten auf den nächsten warten. Naaaa gut, dann machen wir das wohl mal.

    Die Klimaanlage hat eisige 18 Grad gezaubert und, als wir in den immernoch anhaltenden Nieselregen hinaustreten, laufen wir fast wie vor eine Wand. Es müssen über 20 Grad sein - bei einer Luftfeuchtigkeit von satten 75%. Der Himmel ist weiterhin bedeckt und grau.

    Einige Zeit später machen wir es uns in den Ledersesseln des neuen Busses bequem und lassen uns von der wirklich unterirdischen Baywatch-Neuauflage berieseln, während wir das erste Mal wirklich durchs ecuadorianische Flachland fahren.
    Hier reihen sich Bananen- und Zuckerrohrplantagen aneinander. Immer mal wieder durchbrochen von teils gefluteten Wiesen, auf denen Vögel sich ihr spätes Frühstück genehmigen.
    Die Häuser sind auf Stelzen und langsam nähert sich der Rand der Großstadt.

    Von Guayaquil wurde uns von mehreren Seiten bereits abgeraten, da die Kriminalität hier recht hoch sei. Außerdem gebe es nicht so viele schöne Ecken. Und das können wir bestätigen. Die Fahrt vor und nach dem Umsteigen in den Bus zu unserer nächsten Etappe Ólon zeigt ein tristes Bild aus Hochhäusern in der Ferne, Straßenzügen aus viel zu kleinen Hütten, in denen scheinbar auf engem Raum gelebt wird und teuren Wohnvierteln, die an Hochsicherheitsanlagen grenzen.
    Aber beim Busbahnhof fahren auf drei Etagen Fernbusse ab. Das war wild!
    Insgesamt sehen wir super viel Müll an den Straßenrändern. Die Probleme liegen hier an wichtigeren Stellen.

    Nochmals 1,5 Stunden später zeigt die Karte auf dem Handy, dass wir Meer sehen sollen. Und tatsächlich! Zwischen Strandlokalen und Fischläden schlagen die Wellen des Pazifik bei Wind und anhaltendem Regen bis hoch an den Strand! Wie schön!

    Ehrlicherweise sehen auch hier die Orte noch etwas verlassen aus. Aber wir sind weiterhin gespannt.
    Etappe Nummer zwei ist gegen 15:00 geschafft. Von Ólon aus nun nur noch einen lokalen Bus etwa eine Dreiviertelstunde bis nach Puerto López.
    Als er kommt, ist er voll. Wir quetschen uns, jeweils mit einem Rucksack vorn und einem auf dem Rücken, in den Gang und müssen einige Stationen warten, in denen wir zum Nadelöhr der Ein- und Aussteigenden werden, bis wir Sitzplätze ergattern können.

    Puerto López hat es nicht leicht, uns zu gefallen.
    Bei Nebel, Regen und düster grauem Himmel kommen wir an und stapfen erschöpft durch einfache Wohngebiete ohne befestigte Straßen, bis wir von der Hostelbesitzerin mit einem TucTuc zu unserer Ferienwohnung (ein Stück Richtung Zentrum) gebracht werden.
    Die ist klein aber süß. Und klimatisiert.
    Die Nachbarschaft hört spanische Chansons und in den Hauseingängen verweilen Familien und spielen Karten oder ruhen sich aus.

    Für uns geht es nur noch zum Supermarkt, da wir heute kochen wollen. Hierbei erhaschen wir Blicke auf die bunt beleuchtete Strandpromenade.
    Aber die schauen wir uns morgen an.
    Uns reicht Pasta mit Gemüse und angekommen sein.

    Wir haben auch unsere Teller leer gegessen, damit dann morgen wieder die Sonne scheinen kann!
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