• Ein Tag am Meer

    11 novembre 2024, Lettonia ⋅ ☁️ 2 °C

    Während in Köln für viele freudig der Countdown zur Eröffnung der Fünften Jahreszeit gezählt wird, ist in Lettland dieser Tag als „Bärentötertag“ geschichtsträchtig. Heute in 1919 haben die Letten unter der Führung des sogenannten Bärentöters den ersten Befreiungskrieg gegen Russland gewonnen.

    Zur Mittagszeit machen Hillary und ich uns auf in den Dom zu Riga, um dort einem Konzert der Orgel zu lauschen, die mit ihren 6718 Pfeifen die größte Orgel Europas ist.
    Drei Stücke werden uns vorgetragen und wir können bei den mächtigen Klängen das Vibrieren richtig spüren. Aber auch davon abgesehen kann sich der Dom mit seinen Klostergängen und ellenhohen Decken sehen lassen!

    Danach geht es dann mit dem Zug ans Meer. Ein bisschen verloren fühlen wir uns, weil die Tickets nur Zonen anzeigen und nicht „die eine“ Endhaltestelle. Aber als wir uns dann trauen, das Gleis zu betreten, steht da auf einem Schild groß „Jūrmala“ (der Touri-Küstenort) mit einem Pfeil auf den Zug, der hält.
    Das ist idiotensicher!
    Gerade ein Mal 30 Minuten später steigen wir an einem winzigen Bahnhof aus und laufen zum nahen Strand.
    Die Ostsee ist heute ruhig, selbst Möwen sind nicht viele dort und Menschen begegnen uns auch kaum.
    Unser Ziel ist es, ein paar Kilometer am Strand entlang zu laufen und dann noch auf ein heißes Getränk irgendwo einzukehren. Gesagt, getan.

    Zu unserer linken das Meer und zu unserer rechten ein Waldstreifen. Es ist so schön!

    Als wir dann in den Ort an sich einkehren, sind wir ein wenig hin und hergerissen. Zwischen lauter romantischen (Ferien-)Villen zerfallen Gebäude einfach und sehen aus, als bräuchten sie Liebe und große Geldbeutel, um den Winter zu überstehen.
    Während es dämmert, trinken wir in einem gregorianischen Restaurant „hausgemachten Eistee“, der schmeckt wie Krümeltee aus der Kindheit für viel zu viel Geld. Aber egal - aufwärmen ist alles!
    Und so kann es dann entspannt zurück in die Hauptstadt gehen, wo wir wieder einkehren.

    Dieses Mal in das sehr touristische aber schon coole Mittelalter-Restaurant, das in einem Gewölbekeller von 1293 ist, in dem es sogar einen echten Brunnen gibt.
    Wir trinken Honigbier (wie lecker ist das?!) und essen Zwiebelsuppe aus einem Kohlebeheizten Krug und Roggenbrotsticks, während Menschen in altertümlichen Gewändern umherlaufen.

    Dies ist doch ein fantastischer Abschluss für den ruhigen aber sehr wohltuenden Tag.
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