Chur (Schweiz)
September 5, 2024 in Switzerland ⋅ ☁️ 9 °C
Es war ja angesagt, aber trotzdem hatten wir die Hoffnung, dass die Wettervorhersage wie üblich nicht stimmt. Denn es war Regen angesagt und das nicht zu knapp. Den ganzen Tag sollte es schütten. Also fiel ein Wandertag aus und wir überlegten, was wir mit dem Tag anfangen. Fahren wir nach Meran oder doch lieber nach Chur. Wir haben uns wegen der Wetterprognosen für Chur entschieden. Ich hatte von der Stadt schon mal was gelesen, da sie eine schöne Altstadt haben sollte. Immerhin war in Chur das Wetter mit 23°C ohne Regen angesagt. Also die Landkarte studiert und geschaut wie wir dort hinfahren konnten. Etwas mehr als 2 Stunden Fahrzeit waren angesetzt, die Tour sollte über den Bernina- und den Julier-Pass führen.
Bei strömenden Regen ging die Fahrt los, die Berggipfel waren alle schon in den tiefhängenden Wolken verschwunden. Von Livigno sind wir in Richtung Süden bis ans Talende und dann die schmale Pass-Straße hinauf zum Bernina-Pass gefahren. Mein alter Diesel hat sich wacker geschlagen, mit seinen fast 350.000 km auf dem Tacho. Auf dem Pass war das Wetter nicht viel besser, es war nur deutlich kühler, knapp 6°C. Nach einem Foto sind wir schnell wieder ins Auto gesprungen. Das Bernina-Massiv mit seinen Gletschern war hinter den Wolken fast nur zu erahnen. Auf der anderen Seite des Passes ging es dann abwärts in Richtung St. Moritz, um dann dahinter über den nächsten Pass hinaufzukraxeln. Die Straßen zum Julierpass waren auch nicht ohne, enge Straßen mit jeder Menge Haarnadelkurven. Bloß gut, dass Gritti magenfest ist. Ich hätte als Beifahrer schon längst aufgegeben und mir das Frühstück nochmal „durch den Kopf gehen“ lassen.
Hinter dem Julierpass wurde das Wetter auch deutlich besser, der Regen hörte auf und die Temperatur stieg an. Kurz nicht aufgepasst und dem Navi nicht vertraut, sind wir in Tiefencastel falsch abgebogen. Somit sind wir dann wenig später auf der Autobahn in Richtung Chur gelandet. Da wir für die Schweiz eine elektronische Maut-Vignette erworben hatten, war das aber kein Problem. In Chur, der ältesten Stadt der Schweiz, angekommen, haben wir auch gleich ein Parkhaus am Rande der Altstadt gefunden. Die Altstadt selbst ist komplett autofrei und konnte somit zu Fuß erkundet werden.
Durch das Obertor (Teil einer mittelalterlichen Stadtbefestigung) sind wir in die Altstadt gelangt. Der erste Eindruck war schon schön, nur waren nicht viele Menschen auf den Straßen. Es war erstaunlich ruhig und vielleicht ein wenig leblos. Nur am Rathaus fand gerade eine Demo statt, knapp 200 Menschen demonstrierten gegen oder für was. Wir haben es nicht erfahren. Ein, zwei Ecken weiter haben wir uns die Kirche St. Martin angeschaut, eine kleine aber etwas schmucklose Kirche. Dort um die Ecke haben wir nach der kurzen Besichtigung der Kirche auf einer Bank Platz genommen und uns unser Picknick schmecken lassen, was aus einem Apfel und Studentenfutter bestand. Ins Restaurant wollten wir nicht gehen, wegen der Schweizer Preise. Beispiel: ein Cordon blue gab es für 38 CHF (knapp 36 €). Mit Getränken wären für uns Beide 100 € weg gewesen.
Nach diesem kurzen Stopp ging es weiter durch die Altstadt, um dann in die Kathedrale Santa Mariä Himmelfahrt zu gehen. Diese sah innen schon deutlich schmuckvoller aus. Nun, sie war schließlich in früheren Jahren auch Bischofs-Sitz.
Danach sind wir von der Hofstraße in die Süsswinkelgasse abgebogen. Da möchte ich gerne wohnen, bei dem niedlichen Namen. Nur die Miete möchte man nicht zahlen…1.850 CHF = 1.800 €.
Weiter ging es in die nächste Gasse, um wiederrum in die nächste abzubiegen. An einem der Häuser war erklärt, wie hier früher die Nachtwächter gearbeitet haben. Mit etwas Alkohol könnte ich die Sprüche wahrscheinlich auch aufsagen (siehe Foto).
Nachdem wir die Altstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten abgelaufen sind, wollten wir zum Abschluss noch mit der Seilbahn auf den Berg hochfahren, um einen guten Blick auf die Stadt zu haben. Also sind wir die knapp 500 m bis zur Seilbahnstation hingelaufen. Knapp 22 CHF pro Nase mussten bezahlt werden, puh! Und dabei sind wir nur bis zur Mittelstation gefahren, bis nach ganz oben wären es 32 CHF gewesen. Was soll’s, schließlich ist Urlaub. Also hinauf und die Aussicht genießen. Von oben sah Chur gar nicht so hübsch aus, gut sichtbar waren große Industriegebiete und Bauten der 70er Jahre. Die Altstadt selbst unterschied sich da schon. Von oben konnten wir auch den Rhein sehen, an dem Chur liegt. Wieder was gelernt.Read more

























