• Vernagt - Meran

    August 10, 2021 in Italy ⋅ ☀️ 28 °C

    Der Abstieg ins Schnalstal ging dann gegen Mittag los. Die ersten 90 min waren sehr steil und mein Knie meldete sich schon mal. Na super, immerhin waren jetzt 1.300 Höhenmeter angesagt. Im Schnalstal hat man die warme Luft, die aus Italien kam, schon deutlich gespürt, es wurde mit jedem Meter wärmer. Der Weg schien kein Ende zu nehmen, also war eine ausgiebige Pause angedacht. Die Sonne brannte nun schon ordentlich, so dass wir die Baumgrenze erreichen wollten, um mehr Schatten zu haben. An einer Kuhweite mussten wir ein Gatter passieren, aber die beiden Jungkühe machen keine Anstalten das Gatter frei zu machen. Romy wurde erstmal der Schweiß von den Waden abgeleckt. Und die Jacke von ihr schien ihnen auch zu schmecken. Irgendwann ließen sich die beiden aber dazu bewegen, den Weg frei zu machen, so dass wir die letzten Meter noch bis zur Jausenstation Tisenhof weiterlaufen konnten. Hier wartete bereits unser Taxi nach Meran. Im Taxi waren die meisten ruhig, jeder hat gespürt, dass es nun den Ende entgegen geht. Immerhin haben wir uns in den letzten 7 Tagen kennen- und schätzen gelernt, wir hatten alle ungefähr das gleiche Level, es gab keinen Streit und kein böses Wort. Es hat einfach gepasst.

    Und wir waren froh, dass wir niemanden zurücklassen mussten und alle die Tour geschafft haben.

    In Meran angekommen haben wir das kleine Hotel „Siegler im Thurm“ bezogen. Ich habe wieder mit Raimund das Zimmer geteilt. Draußen waren 30°C, so dass ich mich schon ganz doll auf den Hotel-Pool gefreut habe. Vorher aber ein schönes Radler.

    Meine Knie taten mir ganz schön weh und ich war dann doch froh, aus den Wanderstiefeln zu kommen. Aber oh weh, was war das? Meine beiden großen Zehen waren unter den Nägeln völlig blau. Noch tat nichts weh, aber es sah komisch aus. Nun ja, der Schmerz lies nicht lange auf sich warten, ich konnte kaum noch laufen und kam mir vor wie nach einem 24 h Ritt. Ich habe meine Füße im Pool gekühlt in der Hoffnung, dass es hilft und dabei mit Raimund auf das Ende der Tour angestoßen.

    Am Abend haben wir uns nach dem Abendessen nochmal alle zusammen gesetzt und Revue passieren lassen. Jeder hat von Johannes im Auftrag der Bergschule einen Stein bekommen, den der Inhaber selbst gesammelt und veredelt hat. Veredelt mit einem kleinen Schmuck und dem Schild E5, als Erinnerung, dass man diesen geschafft hatte. Wir haben uns dann voneinander verabschiedet, da wir nicht alle zusammen nach Oberstdorf fahren würden.
    Wegen des Bahnstreikes sind Johannes, Romy und ich mit dem Flixbus um 5:40 Uhr am nächsten Morgen (11.08.2021) nach München gefahren, während alle anderen mit dem Taxi der Bergschule nach Oberstdorf gefahren sind.

    Der Flixbus war pünktlich in München und ich konnte nach 4 Stunden Wartens den ICE nach Berlin nehmen, der bedingt durch den Streik sehr, sehr voll war. Aber ich bin dann gegen 19 Uhr geschafft und glücklich in Berlin angekommen. Und ich war froh, dass mich Gritti vom Hbf abgeholt hat, denn mit meinen Füßen konnte ich nicht mehr richtig laufen.

    Es war eine Tour mit dem Titel: Soweit die Füße tragen!
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