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  • Day138

    Chataquila & Maragua

    February 16 in Bolivia ⋅ ⛅ 18 °C

    Das Umland von Sucre bietet hervorragende Bedingungen für ausgedehnte Wanderungen, abenteuerliche Abfahrten mit dem Bike oder einen gemütlichen Sonnenuntergangs-Ritt hoch zu Pferd 🥾🚴‍♀️🐎. Wenn da nur nicht die Sache mit dem unbeständigen Wetter wäre. In der Regenzeit kommt es nämlich häufig zu heftigen, teilweise mehrtägigen Regenfällen 🌧. Diese wiederum sorgen für Sturzfluten, Murgänge und weggespülte Strassen.

    Wir wussten bereits im Vorfeld zu unserem Ausflug nach Chataquila und zum Maragua-Krater, dass der Strassenzustand nicht ideal war. Die unbefestigte Strasse war gespickt mit tiefen Pfützen, aufgeweichtem Schlamm und an einigen exponierten Stellen war ein Teil der Strasse bereits weggebrochen 🚧. Für den Geländewagen war dies aber alles kein Problem und nach knapp einer Stunde erreichten wir den Wallfahrtsort Chataquila. Natürlich liessen wir uns nicht wegen der kleinen Marienkirche, sondern wegen dem in Chataquila beginnenden sechs Kilometer langen Inka-Trail hierher fahren.

    Zusammen mit unserem Guide Jorge wollten wir uns auf die Spuren von Tomás Katari begeben, einem Indio-Anführer der hier Ende des 18. Jahrhunderts von spanischen Soldaten ermordert wurde. Auf dem Weg zu seiner Gerichtsverhandlung wurde Katari 1781 über den Inka-Weg zu seinem Verhandlungsort eskortiert. Da aufgrund der Rechtslage ein Freispruch Kataris absehbar war, beauftragte der regionale Gouverneur die Eskorttruppe, Katari unterwegs loszuwerden und an einer steilen Stelle in die Schlucht zu werfen. Der Tod Kataris war der Auslöser der ersten grossen Indio-Aufstände gegen die Kolonialmacht Spanien.

    Der Inka-Trail war jedoch nicht nur wegen seiner Vergangenheit, sondern auch wegen der wunderschönen Landschaft sehenswert. Schroffe Gesteinsformationen und eine relativ karge Vegetation prägten das Landschaftsbild. Jorge wusste zu erzählen, dass die Gegend vor Millionen von Jahren mal komplett von einem Ozean bedeckt war. Darum findet man überall im Sandstein eingeschlossene Fossilien und an einer Flanke des Maragua-Kraters die weltweit grösste Ansammlung an Dinosaurier-Spuren🦖🦕.

    Der Weg ist grösstenteils noch im Original-Zustand vorhanden. An mehreren Stellen vermochte das Bauwerk mit den massiven Steinplatten jedoch nicht mehr den Naturgewalten trotzen. Zwei frühere Erdrutsche rissen einen Teil des Pfades in die Tiefe. Zu Jorges Erstaunen kam mit den letzten Regenfällen ein weiterer, viel grösserer Hangrutsch hinzu, welchen wir mit ein bisschen Kletterei grosszügig umgehen mussten🧗‍♀️.

    Angesichts des schlechten Strassenzustandes und der Tatsache, dass der Fluss etwas weiter unten vor einigen Wochen die wichtige Brücke samt einiger Häuser mitgerissen hatte, schwahnte uns bereits böses😟. Und wir sollten Recht behalten. Keine zwanzig Autominuten später war Schluss. Rund zwölf Kilometer vor der der im Maragua-Krater gelegenen gleichnamigen Siedlung stand unser Jeep vor einer verschütteten Strasse😬. Da weit und breit kein Bagger zu sehen war und es auch nirgends Reifenspuren gab, gingen wir davon aus, dass das Unglück wohl erst in der Nacht geschah.

    Das abschüssige Gelände auf gut Glück zu passieren, wäre zu halsbrecherisch und das Abenteuer nicht wert gewesen. Deshalb beschlossen wir einstimmig umzukehren und dafür weitere Stopps an Aussichtspunkten einzulegen🔭. So kamen wir - auch wenn nur aus der Ferne - trotzdem zu einem Foto des Kraters mit seinen fast kreisrunden Felsen.
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    Christine Morger

    Uff Abenteuer pur - eindrücklich eure Schilderungen!!

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