Rucksackreise durch Lateinamerika
  • Day179

    Nos vemos, América Latina!

    March 29 in Argentina ⋅ ⛅ 27 °C

    Was macht man mit sechs Monaten Ferien? Eine Rucksackreise durch Zentral- und Südamerika zum Beispiel. Dorthin wo exotische Früchte an jeder Ecke feilgeboten werden und die hohen Berge uns den Atem rauben🥭⛰️😯.

    Wir durften auf unserer Reise durch neun verschiedene Länder unzählige tolle Bekanntschaften machen, faszinierende Kulturen entdecken und atemberaubende Landschaften bestaunen🤩. Wir durften durch dunkle Höhlen klettern, einen Vulkan besteigen, die Flora und Fauna Costa Ricas erleben, mit dem Segelschiff nach Kolumbien reisen, im Amazonas Faultiere beobachten und in Peru das reiche Erbe der Inkas bewundern🌋⛵️🦥. In Bolivien stürzten wir uns mit dem Bike den Camino de la Muerte hinunter und wandelten hoch zu Pferd auf den Spuren Butch Cassidys🚲🐎. Und in Argentinien schafften wir es sogar so weit in den Süden, dass wir Pinguinen so nah sein durften, wie nie zuvor🐧😍.

    Diese sechs Monate beinhalten für uns hunderte wundervoller und unbezahlbarer Momente🥰. Momente des Staunens, des Innehaltens, Momente voller Adrenalin und Glück, aber auch Momente voller Wut, Trauer und Unverständnis. Wut über die ungleiche Behandlung der Menschen verschiedener Herkunft und Hautfarbe, Trauer für das Leid, das die arme Bevölkerung tagtäglich erlebt und Unverständnis über den unbedachten Umgang mit dieser wunderbaren Natur😥.

    Nun sitzen wir am Flughafen in Buenos Aires und warten auf das Boarding. Völlig überwältigt von unseren Gefühlen sind wir uns sicher: "Nos vemos, América Latina"🥰🤩😍! Muchas gracias por todo!

    🇲🇽🇧🇿🇬🇹🇨🇷🇵🇦🇨🇴🇵🇪🇧🇴🇦🇷
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    Hugo Meier

    Gute Heimreise! Wir freuen uns sehr, euch wiederzusehen!! Lieber Gruss Ma&Paps 🥰

    3/30/22Reply
    Nelly Riechsteiner

    Ganz herzlichen Dank für das so faszinierende Teilhaben an eurer Reise 🙏😍 Kaum zu glauben dass diese 6 Monate schon wieder vorbei sein sollen. Ich wünsche euch beiden wieder einen guten Start im Alltagsleben zu Hause und nochmals 10000 Dank für die unbeschreiblichen Eindrücke von Euch 🙏 Liebe Grüsse Nelly

    5/2/22Reply
     
  • Day178

    Buenos Aires - Palermo

    March 28 in Argentina ⋅ ☀️ 24 °C

    Unsere letzten beiden Ferientage haben wir im hippen Palermo-Viertel verbracht. Palermo ist der flächenmässig grösste Stadtteil Buenos Aires' und bekannt für die botanischen Gärten und weitläufigen Parkanlagen🌳🌷⛲️. Daneben gibt es rund um die Plaza Serrano eine lebendige Gastroszene und viele Modeboutiquen🍷🥘👜.

    Unser kleines Hotel befand sich denn auch nur einen Katzensprung von den schicken Cafés und angesagten Bars entfernt☕️🍸. Kaum im Hotel angekommen, ging es deshalb für uns bereits wieder los. Nach fast zwanzig Stunden im Bus und Taxi, waren wir ordentlich hungrig und wollten uns in diesem Multikulti-Quartier etwas leckeres zu essen besorgen🌯🍺.

    Anschliessend ging es auf Entdeckungstour durch die alleengesäumten Strassen zur Plaza Serrano. Der hochgelobte Sonntagsmarkt war für uns aber leider eine Enttäuschung. Anstatt wie in Recoleta oder San Telmo boten hier kaum Kunsthandwerker ihre Ware an. Stattdessen gab es billigen Modeschmuck, Teetassen mit allerlei Motiven und Massenware aus Asien zu kaufen📿🍵🧧.

    Unser Marktbummel fiel dementsprechend kurz aus, was aber nicht weiter schlimm war. Einerseits waren wir mittlerweile mit Souvenirs eingedeckt und andererseits waren wir zu durstig, um entlang der Marktstände zu schlendern. Zudem war das Angebot an tollen Bars und Cafés weitaus interessanter, als die feilgebotene Marktware. Bei einem frischgepressten Fruchtsaft und einem Jass hob sich unsere Stimmung postwendend😜🍹🃏.

    Am nächsten Tag wollten wir einen ausgiebigen Spaziergang durch den botanischen Garten unternehmen. Dabei hatten wir die Rechnung ohne die Stadtgärtnerei gemacht. Sowohl der berühmte El-Rosedal-Park, als auch der Eco-Parque waren just an diesem Tag wegen Unterhaltsarbeiten geschlossen🔒. Zum Glück gab es in der unmittelbaren Umgebung noch weitere Anlagen, wie den japanischen Garten und die Plaza Intendente Francisco Seeber⛩️🌳⛲️. Unglaublich, wie viele tolle Grünanlagen in ein und dem selben Quartier zu finden sind!

    Palermo bietet aber nicht nur tolle Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten sowie Naherholungsgebiete, sondern auch Platz für Alternativkultur🎧🎨🪧. An vielen Ecken zieren Grafitis, gesellschaftskritische Botschaften und politische Plakate die Hausmauern. Dazwischen finden sich kleinere Ateliers oder unscheinbarere Kunstinstallationen. Das Weltgeschehen und die schlimmen Ereignisse in der Ukraine beschäftigen auch die Menschen auf dieser Seite des Atlantiks😥.

    So langsam werden auch wir wieder ins "reale" Leben zurückgeholt. Auch wenn uns auf unserer Reise die Pandemie, die Öltanker-Katastrophe vor der Küste Perus und der Krieg in der Ukraine viel beschäftigten, war dennoch so vieles weit weg. Wir durften uns an vielen schönen Dingen erfreuen, die uns diese Welt zu bieten hat😍🌎. Dieses unglaubliche Glück wird uns umso mehr bewusst, je näher der Zeitpunkt unserer Rückkehr rückt.
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  • Day174

    Cataratas del Iguazú

    March 24 in Argentina ⋅ 🌧 25 °C

    Die Wasserfälle von Iguazú gehören neben den Niagara Falls und den Victoria Falls zu den grössten Wasserfällen der Erde. Auf einer Länge von 2,7 Kilometern gibt es über 25 grosse und kleine Wasserfälle. In Spitzenzeiten fliessen fast 7'000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Tiefe😯💧. Zum Iguazú-Nationalpark gehört aber auch der letzte verbliebene Rest des atlantischen Regenwaldes mit vielen Wildtieren🐵🦝🦎.

    Wir besuchten den Iguazú-Nationalpark während unserem Aufenthalt insgesamt dreimal. Dabei beschränkten wir uns ausschliesslich auf die argentinische Seite. Nur für den zusätzlichen Mirador nach Brasilien einzureisen, schien uns angesichts der noch immer geltenden Corona-Vorschriften als zu mühsam.

    Beim ersten Besuch hatte es die ganze Nacht und den morgen über stark geregnet. Die Fälle bei der berühmten Garganta del Diablo waren deswegen etwas weniger braun gefärbt waren, da der Fluss nicht so viel Sedimente wie sonst üblich mit sich führte. Das Tosen des Wassers konnten wir schon von weitem hören und je mehr wir uns dem Ende des langen Stegs näherten, desto mehr spürten wir auch die feine Gischt in unseren Gesichtern💧😀. Die bis zu achtzig Meter hohen Fälle aus dieser Nähe zu erleben, war ein einmaliges Erlebnis. Mit brachialer Gewalt donnern hier unvorstellbare Wassermassen in die Tiefe. Kaum auszudenken, wie es hier während der Regenzeit zu und her geht! Ehrfürchtig genossen wir das Spektakel und liessen uns vom Wasser in seinen Bann ziehen🤩.

    Am darauffolgenden Tag besichtigten wir den weiter vorne liegenden Teil der Iguazú-Fälle. Dieser ist über einen schönen Pfad erschlossen, welcher sogar einige Male einen Ausblick zur Garganta del Diablo bietet. Auch an diesem Tag schien uns Petrus nach einem regenreichen Vormittag mit weiteren Niederschlägen zu verschonen. Die eiligst besorgten Regenmänteli hätten wir bis auf zwei kleinere Schauer getrost im Rucksack lassen können😅. Das unbeständige Wetter hatte jedoch durchaus auch Vorteile. Der grosse Besucheraufmarsch blieb aus und einzelne Abschnitte des Wanderweges durften wir ganz für uns alleine geniessen🏞. Die ungewohnte Ruhe genossen auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Dschungels. Gleich ein halbes Dutzend Tukane machte es sich auf einem Baum bequem und Kormorane streckten auf den Baumkronen ihre Flügel der Sonne entgegen🥰.

    Unseren dritten und letzten Besuch legten wir auf den Abreisetag. Bei strahlend blauem Himmel wollten wir auf dem zuvor wegen Überschwemmungen gesperrten Sendero Macuco wandern. Dieser Wanderweg führt dreieinhalb Kilometer durch den Regenwald zu einem kleinen Wasserfall🌳🌴🌿. Da der Weg etwas abseits der grossen Wasserfälle liegt, geht es hier ruhiger zu und her.

    Schon nach einem Kilometer hörten wir über unseren Köpfen ein lautes Knacken in den Baumwipfeln. Eine Gruppe Kapuzineräffchen befand sich auf Streifzug durch die Baumkronen und die kleinen Kletterkünstler sprangen gekonnt von Ast zu Ast🐒. Aber nicht nur hoch oben gab es viel zu entdecken. Auch auf dem Boden raschelte es überall. Kleine Echsen verschwanden unter dem halb verdorrten Laub🦎, während kämpferische Rieseameisen mit ihren Rivalen die Kräfte massen🐜.

    Auch auf dem Rückweg wurden wir von Kapuzineräffchen überrascht und konnten sogar einen grossen Tukan erspähen🤩. Das eigentliche Highlight war aber ein kleines Aguti, welches durch das Unterholz schlich. Die scheuen Nager sind sehr flink und lassen sich eigentlich kaum beobachten. Wir konnten unser Glück kaum fassen🥰. Was für ein grossartiger Abschluss unserer Zeit in Puerto Iguazú!
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    Wow, wie unbeschreiblich eindrucksvoll 😍🙏 [Nelly]

    5/3/22Reply
     
  • Day172

    Puerto Iguazú

    March 22 in Argentina ⋅ ⛅ 26 °C

    Back to the heat🥵! Nach nasskalten Tagen im südlichsten Zipfel Argentiniens, freuten wir uns auf das tropische Klima in Puerto Iguazú. Bevor es Ende März nach Hause geht, wollten wir am Dreiländereck von Argentinien🇦🇷, Brasilien🇧🇷 und Paraguay🇵🇾 nochmals so richtig Vitamin B tanken. Und natürlich die weltberühmten Wasserfälle besuchen!

    Dafür nisteten wir uns für sechs Tage in einem schmucken B&B inklusive tropischem Garten ein 😎🌴🌺. Puerto Iguazú zählt zwar zu den meistbesuchtesten Destinationen Argentiniens, jedoch konzentriert sich der Tourismus im wesentlichen auf die Wasserfälle und den dazugehörenden Nationalpark. Beinahe alles ist darauf ausgerichtet: Vom Helikopter-Rundflug, über die Wanderung mit dem Ornithologen bis hin zu geführten Touren zu allen Aussichtspunkten auf der brasilianischen und der argentinischen Seite🚁🦜🔭. Daneben gibt es im weitläufigen Ort natürlich unzählige Souvenirshops und etliche weitere Annehmlichkeiten, welche den Urlaub versüssen🛍🎰🍻.

    Als wir nach knapp achtzehn Stunden aus dem Bus ausstiegen, traf uns fast der Hitzeschlag. Beinahe 35 Grad Celsius betrug der Temperaturunterschied zwischen dem 3'500 Kilometer weiter südlich gelegenen Ushuaia und Puerto Iguazu🌡. Die warmen Kleider tauschten wir deshalb kurzerhand wieder gegen T-Shirt und Shorts ein.

    Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Bargeldbeschaffung💰. Bei der Berechnung der Reiseauslagen für die verbliebenen Tage hatten wir uns nämlich ordentlich verkalkuliert, womit uns nur ein erneuter Gang zu Western Union übrig blieb🙈. Nachdem wir am Anreisetag bei der ersten Filiale auf leere Kassen trafen, änderten wir am nächsten Tag die Strategie und fuhren mit dem Taxi die weitverstreuten Western-Union-Schalter ab.

    Bei der vierten Filiale hatten wir dann tatsächlich Erfolg und konnten gleich zwei Überweisungen "abholen". Dafür mussten wir keine zwei Stunden anstehen, was einem neuen Rekord gleich kam😉💪. Die Warteschlangen für das günstige argentinische Benzin waren hingegen wesentlich länger. Mehrere Stunden warteten Automobilisten aus Argentinien, Brasilien und Paraguay darauf, ihren Tank in Puerto Iguazú füllen zu können😯⛽️.

    Ansonsten waren wir in der Kleinstadt zu Fuss unterwegs, wobei sich unser Bewegungsradius fast ausschliesslich auf die Kernzone mit diversen Touri-Restaurants beschränkte🥗🍝. Da das Wetter nach zwei Tagen abrupt änderte, mussten wir unsere Pläne etwas anpassen⛈️. Zwar besuchten wir gleich an drei Tagen den Iguazú-Nationalpark, beschränkten uns dabei jedoch auf die "Trockenperioden" am Nachmittag☔️.

    Die übrige Zeit verbrachten wir in der Unterkunft und zwei von der Touri-Info empfohlenen "Sehenswürdigkeiten". Das Biocenter entpuppte sich bis auf das kleine Schmetterlingshaus🦋 als kompletter Reinfall. Von der Tierhaltung und den viel zu kleinen Terrarien und Käfigen waren wir richtiggehend schockiert😥!

    Auch das Kulturzentrum der Guaraní hielt leider nicht, was es versprach. Zwar war der Holzbau imposant und die Besichtigung des ausgestellten, riesigen Termitenhügels interessant, jedoch schien uns der Komplex völlig konzeptlos zu sein. Es gab kaum Informationen über das Volk der Guaraní und dessen Engagement für den Erhalt des Regenwaldes🪶🌿🌳. Stattdessen waren die verschiedenen Gebäude vollgestopft mit kitschigen Souvenirs und Plastikware.

    Etwas konsterniert von den beiden Erlebnissen, verzichteten wir auf den Besuch weiterer solcher Temenparks. Da inzwischen auch das Wetter wieder etwas aufklarte, stand dafür der Bootsrundfahrt auf dem Río Iguazú und dem Río Paraná nichts mehr im Weg🛥. Auf der knapp eineinhalbstündigen Tour fuhren wir zuerst zum Dreiländereck zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay und anschliessend auf dem Río Iguazu ein Stück flussaufwärts.

    Während der Fluss mittlerweile an Bedeutung als wichtige Wasserstrasse verloren hat, nimmt der Strassenverkehr stetig zu. Davon zeugten die sich aktuell im Bau befindende Hängebrücke zwischen Paraguay und Brasilien sowie die Brücke zwischen dem argentinischen Puerto Iguazú und Foz do Iguaçu auf der brasilianischen Seite🌁.
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  • Day168

    Estancia Harberton

    March 18 in Argentina ⋅ 🌧 4 °C

    Im Umland von Ushuaia gibt es gleich mehrere Kolonien von Magellan- und Papua-Pinguinen🐧🥰. Eine der grössten Kolonien lebt auf dem privaten Schutzgebiet der Isla Martilla. Diese Insel zählt zur Estancia Harberton, der ältesten Farm Feuerlands.

    Die Estancia liegt etwa 80 Kilometer östlich von Ushuaia und umfasst knapp 20'000 Hektaren Land. Der englische Missionar Thomas Bridges erhielt das Land Ende des 19. Jahrhunderts vom damaligen Präsidenten Argentiniens. Bis 1995 lebten die Nachkommen Bridges von der Schafzucht🐑🐏, ehe sie nach einem verherrenden Winter fast alle Schafe verloren hatten und auf Tourismus umstellen mussten.

    Inzwischen wurden Teile der Farm in ein Landwirtschaftsmuseum umgewandelt und ein Restaurant sowie diverse Cottages gebaut🏘. Ebenfalls zur Estancia gehört das Museo Acatushun. Dieses ist den grossen Meeressäugern gewidmet und beherbergt eine riesige Sammlung an Walfischknochen🐋.

    Die Fahrt zur Estancia Harberton führt am südlichsten Skigebiet "Cerro Castor" vorbei bis zur Abzweigung zur "Ruta J". Diese unbefestigte Strasse verbindet die Estancia Harberton, kleinere Streusiedlungen und Wochenendhäuschen mit der Provinzhauptstadt Ushuaia. Je weiter wir auf der "Ruta J" nach Osten fuhren, desto wilder und rauher wurde die Landschaft⛰️. Windgepeitschte Büsche und fast horizontal gewachsene Bäume säumten den Weg. Bis auf vereinzelte Kühe und Pferde war weit und breit kein Lebewesen zu sehen. Das Tor zur Estancia hatten wir schon längst passiert und doch dauerte es nochmals fast zwanzig Minuten, bis wir die Farm erreichten😯.

    Hier erwartete uns zunächst eine Führung durch das Museo Acatushun, welches sich ganz der Erforschung der im Polarmeer vorkommenden Walfischarten verschrieben hat🐋. Tausende von Knochen sammelten die im Museum arbeitenden Volunteers über die Jahre hinweg an den einsamen Stränden der Estancia ein und dokumentierten so die Wahlpopulationen der Region. Vor dem Gebäude reihten die Forscher mehrere vollständige Gerippe von Buckel-, Pott- und Minkwalen sowie Orcas auf. Einzelne Knochen, wie der gewaltige Schädel eines Pottwals, mussten extra mit dem Helikopter hergeflogen werden🚁.

    Im Anschluss an die Führung wartete bereits der Kapitän auf uns, um uns mit dem Schlauchboot zur Isla Martilla zu fahren. Begleitet wurden wir von mehreren Buckelwalen🐋, welche neben dem Schiff tauchten und dabei ihre grossen Schwanzflossen in die Luft streckten. Selbst unser Guide war hin und weg beim Anblick dieser majestätischen Tiere🤩.

    Auf der Isla Martullo durften wir drei Vogelarten beobachten und eine Gruppe Seelöwen beobachten🦤🐧🦭. Die mit Abstand grösste Kolonie waren die Imperial-Kormorane. Diese Vögel sehen den Pinguinen hinsichtlich ihrer Grösse und Farbgebung sehr ähnlich. Anders als Pinguine können Kormorane jedoch fliegen.

    Daneben gibt es auf der Insel eine Gruppe Magellan-Pinguine. Ihren Lebensraum teilen die Magellan-Pinguine mit ihren grösseren Verwandten, den Papua-Pinguinen🐧. Beide Pinguinarten leben jeweils während der Mauser auf der Insel und brüten hier ihre Eier aus🥚. Sobald die Jungtiere genügend gross sind, verlassen die Pinguine die Insel und ziehen für einige Monate aufs offene Meer.

    Zusammen mit dem Guide und einer Wildbiologin durften wir uns auf einem abgesteckten Pfad bewegen und einzelnen Tieren sachte nähern. Die putzigen Vögel zeigten keinerlei Scheu, befreiten sich vor ihren Nestern von alten Federn oder kamen neugierig auf uns zu🥰🐧. Fasziniert schauten wir den Pinguinen beim Nestbau zu und amüsierten uns über ihre "watschelige" Gangart. Am liebsten hätten wir uns in die Wiese gesetzt und ihnen noch eine Weile zugeschaut😍.
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    Anita Meier

    Mit grossem Interesse habe ich eure spannenden Reiseberichte der letzten Tage gelesen und bin unglaublich beeindruckt von euren aussergewöhnlichen Erlebnissen. Herzlichen Dank auch für die wunderschönen Bilder und Videos. Geniesst die restlichen Tage in vollen Zügen. Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen🥰

    3/26/22Reply
     
  • Day168

    Beagle-Kanal

    March 18, South Pacific Ocean ⋅ 🌧 6 °C

    Der Beagle-Kanal ist neben der Magellan-Strasse und der südlich des Kap Hoorn gelegenen Drake-Passage die einzige schiffbare Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik in Südamerika. Besondere Bekanntheit erlangte der Beagle-Kanal 1930, als der deutsche Passagierdampfer Monte Cervantes in einer Untiefe havarierte🚢. Heutzutage ist der Kanal auch touristisch gut erschlossen. Zahlreiche Agenturen bieten Rundfahrten zu den grossen Kormoran- und Pinguinkolonien sowie den Seelöweninseln an🦤🐧🦭.

    Wir buchten mit dem Anbieter "Patagonia Explorer" eine kombinierte Rundfahrt, welche auch einen kurzen Hike auf der Isla Bridges beinhaltete. Das Boot bot Platz für etwa 25 Passagiere und wurde von einer Biologin begleitet, welche uns unterwegs die Tier- und Planzenwelt Feuerlands erklärte🐋🦅🌿.

    Unser erstes Ziel war Isla Alicia, ein felsiges kleines Eiland mit einer grossen Seelöwen-Population. Bereits von weit her konnten wir sehen, wie die mächtigen Männchen ihre Köpfe in die Höhe reckten, als wir uns langsam mit dem Boot näherten. Dutzende der massigen Tiere lagen regungslos auf den glatten Felsen und genossen die wenigen Sonnenstrahlen🦭🌤. Einige Jungtiere suchten Schutz bei ihren Müttern, während heranwachsende Männchen Revierkämpfe ausfochten und ein bedrohliches Grollen von sich gaben😯.

    Von der Isla Alicia tuckerten wir weiter Richtung Osten, vorbei an kleinen Inseln mit Seelöwen, Kormoranen und anderen Vögeln. Inzwischen hatten wir den Schutz der grösseren Inseln verlassen und der Wellengang nahm merklich zu🌊. Die ersten Fahrgäste fühlten sich sichtlich unwohl, während andere vom wilden auf und ab kaum genug kriegen konnten. Als mittlerweile hochseeerprobte Seebären konnten uns die paar Wellen nichts jedoch mehr anhaben😉.

    Der östlichste Punkt unserer Rundfahrt war der Leuchtturm "Les Éclaireurs"🚨. Bis hierhin hätte 1930 der Kapitän der Monte Cervantes fahren müssen, um zurück aufs offene Meer zu gelangen. Aus unerklärlichen Gründen entschied er sich bereits früher zu wenden und setzte dabei das Schiff auf einem Felsen auf🪨. Glücklicherweise konnten damals alle 1'200 Fahrgäste sowie die Crew gerettet werden. Einzig für den Kaptän kam jegliche Hilfe zu spät.

    Vom Leuchtturm aus ging es für uns zurück in Richtung Ushuaia. Bei der Isla Bridges legten wir kurz an, um mit der Biologin zum höchsten Punkt zu laufen und etwas mehr über die Pflanzenwelt und die Geschichte der Kanalinseln zu erfahren🌱🫐. Die Isla Bridges war bereits vor 4'000 Jahren bewohnt und Überreste der jahrhundertelangen Besiedlung sind noch immer sichtbar. Damals suchten die Menschen in den kleinen Vertiefungen Schutz vor dem kalten Polarwind und bauten sich einfache Behausungen aus Tierhäuten, Buschwerk und Walknochen🐋.

    Der kalte Wind liess auch uns schlottern und wir waren dankbar, als uns die Crew zurück auf dem Schiff heisse Schokolade, Kaffee und Tee offerierte☕️🥰.
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  • Day165

    Ushuaia

    March 15 in Argentina ⋅ 🌧 7 °C

    54° 48' S, 68° 18' W: Ushuaia - der südlichste Ort unserer Reise durch Lateinamerika🧭. Die Provinzhauptstadt liegt im Süden der grössten Insel Feuerlands, direkt am Beagle-Kanal. Von hier aus sind es nur noch eintausend Kilometer bis in die Antarktis🇦🇶🧊🐧🦭.

    Insgesamt fünf Nächte blieben wir in Ushuaia, um von dort aus den Beagle-Kanal und den Nationalpark Tierra del Fuego zu erkunden. Das war zumindest die Idee. Leider regnete es an unseren ersten beiden Tagen in Feuerland fast ununterbrochen, während es in den Bergen bereits schneite. Gleichzeitig hatte sich Dani noch in El Calafate etwas erkältet und inzwischen auch Martina angesteckt🤧🤒. An Wandern war nicht zu denken. Stattdessen mussten wir in der südlichsten Stadt der Welt das Bett hüten🛌.

    Immerhin tat uns die Bettruhe gut und so ganz zuhause blieben wir auch nicht. Wenigstens zum Buchen der beiden Ausflüge auf den Beagle-Kanal und zur Pinguin-Bucht sowie den Besuch des "Museo del Fin del Mundo" wagten wir uns nach draussen. Zudem mussten wir nochmals einen Western-Union-Schalter aufsuchen. Draussen war es bitterkalt und trotz Thermosunterwäsche und mehreren Schichten Kleider schlotterten wir unaufhörlich🥶. So waren wir gleich doppelt froh um die Gasheizung in unserem Zimmer.

    An den folgenden Tagen besserte sich das Wetter allmählich und lud dazu ein, die Stadt zu Fuss zu entdecken. Ushuaia zählt knapp 70'000 Einwohner, wirkt aber auf den ersten Blick viel kleiner. Die Stadt ist direkt in die Hänge der Cordillera Darwin gebaut und ein wildes Sammelsurium aus schönen Holzhäusern, einfachen Wellblech-Konstruktionen aus der Gründerzeit und klotzigen Betonbauten. Entlang der Avenida San Martín reihen sich Souvenirshops an Modeboutiquen und Outdoor-Outfitter🧸🧥🎿. Tagsüber bestaunen hunderte von Touristen die Schaufensterauslagen und hoffen auf ein Schnäppchen🛍. Abends bilden sich vor den guten Meeresfrüchterestaurants und den Confiserien lange Schlangen.

    Bei der Suche nach einen guten Restaurant hatten wir gleich mehrfach etwas Pech. Meistens war unser Hunger so gross, dass wir nicht warten mochten, bis um 20 Uhr die guten Restaurants öffneten. So landeten wir einmal im Hardrock-Café, einmal in einem Pasta-Laden und einmal in einem Fischrestaurant🍔🐟🍝. Das Essen entsprach dabei oft nicht ganz unseren Erwartungen und vom Fisch liessen wir sogar die Hälfte stehen. Immerhin fanden wir am Mittag zumeist gute Essensoptionen.

    Im "Museo del Fin del Mundo" tauchten wir in die Vergangenheit Feuerlands ein und erfuhren viel über die Lebensweise der ursprünglichen Bewohnerinnen und Bewohner. Diese lebten in sehr einfachen Behausungen aus Ästen, Fellen und Walknochen und trugen - für uns kaum vorstellbar - keine Kleidung. Diese wäre beim nasskalten Wetter ohnehin fast dauerhaft nass gewesen. Stattdessen wärmten sich die Ureinwohner an Feuern, welche sie sogar auf ihren Kanus entfachten🛶. Dazu ernährten sie sich hautsächlich von Robben und Seelöwen, deren kalorienreiches Fleisch sie zusätzlich wärmte🦭.

    Wie für viele andere Urvölker endete auch die Geschichte der Ureinwohner Feuerlands tragisch😥. Von christlichen Missionaren wurden sie gezwungen Kleider zu tragen. Durchnässt vom Salzwasser und vom Leben auf See konnten die Kleider kaum trocknen und viele Ureinwohner wurden krank. Hinzu kamen aus dem Westen eingeschleppte Krankheiten sowie der Konkurrenzkampf mit den neuen Siedlern. Von den damals etwa 10'000 Ureinwohner starb der grösste Teil und damit auch deren gemeinsame Kultur und Sprache. Heute gibt es nur noch wenige Gemeinschaften, welche gewisse alte Bräuche weiter pflegen. Ansonsten gleicht das Leben der Nachkommen demjenigen der restlichen Argentinier.

    Auch die Bucht von Ushuaia besuchten wir mehrfach, um dort die gewaltigen Eisbrecher und Antarktik-Kreuzfahrtschiffe zu bewundern, welche am Hafen vor Anker lagen🚢⚓️. Regelmässig brechen diese mit grossen Reisegruppen zu mehrwöchigen Antarktis-Expeditionen auf. Wer mitfahren möchte, muss dafür ungefähr 25'000 US-Dollar hinblättern!

    Im Hafen döste zudem ein ganz besonderer Meeresbewohner an der wärmenden Sonne. Direkt neben dem Schiffssteg zu den Ausflugsbooten machte es sich ein junger Seeelefant gemütlich. Offenbar gefiel es ihm im Rampenlicht zu stehen und in die Kameras zu gähnen🥰. Seine Artgenossen leben sonst eher weiter südlich, währenddessen es diesem jungen Kerl in Ushuaia wohl besser gefiel.

    Auch wenn wir letztlich krankheits- und wetterbedingt keine Wanderung im Nationalpark unternehmen konnten, durften wir zumindest aus der Distanz die wunderschönen Berggipfel Feuerlands bestaunen. So schenkte uns Petrus am Abreisetag wunderbares Wetter und ein fantastisches Panoramabild der südlichsten Anden-Cordillera🤩.
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  • Day160

    Fitz Roy & Laguna de los Tres

    March 10 in Argentina ⋅ ⛅ 11 °C

    Das beste kommt zum Schluss! Gleich zweimal verschoben wir unsere Wanderung zur Laguna de los Tres🏞. Letztlich sollte unser Bauchgefühl recht behalten und wir erwischten tatsächlich den wettertechnisch besten Tag unseres El-Chaltén-Aufenthalts für die Wanderung an den Fuss des Cerro Fitz Roy😎.

    Im Gegensatz zur Wanderung an die Laguna Torre waren wir dieses Mal nicht die einzigen und auch nicht die ersten Wanderer auf dem Weg. Dutzende von Wandergruppen waren bereits unterwegs - teilweise mit Wanderstöcken und Gebirgsschuhen ausgestattet und teilweise mit Handtaschen und in Halbschuhen🙈🙉🙊. Dabei sollte die rund zwanzig Kilometer lange Wanderung trotz relativ gut ausgebauter Wege nicht unterschätzt werden. Vor allem der letzte Abschnitt hat es in sich. Über eine Distanz von zwei Kilometer gilt es knapp 500 Höhenmeter zurückzulegen.

    Wann immer möglich, versuchten wir die vor uns laufenden Wanderer zu überholen, um eine freie Sicht auf dem mächtigen Gipfel des Cerro Fitz Roy zu haben und die Stille der Natur geniessen zu können. Dies war nicht immer einfach und insbesondere gegen den Schluss glich der Wanderweg einer Ameisenstrasse🐜🛣. Dicht aneinandergedrängt kämpften sich Wanderinnen und Wanderer jeglichen Alters nach oben, um von der Laguna de los Tres den einen Blick auf den Cerro Fitz Roy und die drei Gletscher zu erhaschen.

    Trotz des regen Wanderverkehrs genossen wir jede Minute unseres Ausflugs. Immer wieder überraschte uns die atemberaubende Landschaft mit neuen Farben, Gesteinsformationen und spektakulären Aussichtspunkten zu fernen Gipfeln und Gletschern⛰️🪨. Und immer wieder durften wir die grauen Felswände des gewaltigen Fitz-Roy-Gebirgsmassivs bestaunen, an dessen Anblick wir uns fast nicht sattzusehen vermochten🤩. Der 3'400 Meter hohe Berg gilt aufgrund seiner Form und den oft schwierigen Wetterverhältnissen als äusserst schwer zu besteigen🧗‍♀️.

    An der Lagune de los Torres angekommen liessen wir es uns denn auch nicht nehmen, einen Moment lang inne zu halten und die fantastische Szenerie in uns aufzusaugen. Der Mittagsrast fiel etwas länger als gewohnt aus und auf dem Rückweg besuchten wir die Laguna Capri, wo sich ein weiteres wunderschön gelegenes Basecamp für Wanderer befindet🏕.

    Das nächste Mal würden wir in El Chaltén das nötige Camping-Equipment mieten und in einem der Camps am Fusse des Cerro Fitz Roy übernachten⛺️🍳🫖. Den Berg im goldenen Licht der Morgensonne zu erleben, soll fantastisch sein🌄. Allerding ist es auch ein absolutes Privileg den Berg völlig wolkenfrei bestaunen zu dürfen. Oft verbirgt sich die Spitze hinter ein paar Wolken oder das Wetter verändert sich derart rasant, dass der Aufenthalt an der Laguna de los Tres eher als windiges Erlebnis in Erinnerung bleibt. Nicht von ungefähr ist der Berg bei Alpinisten für die unvorhersehbaren Wetterwechsel bekannt und berüchtigt😉.
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  • Day158

    Laguna Torre & Cascada Margerita

    March 8 in Argentina ⋅ ☁️ 10 °C

    Mit seinen steil aufragenden Granitwänden gilt der Cerro Torre unter Bergsteigern als einer der anspruchsvollsten Berggipfel der Welt🏔🧗‍♂️. "Normale" Wanderer wie wir können dem Gipfel zumindest mit einer Wanderung zur Laguna Torre etwas näher kommen.

    Leider erwischten wir an unserem ersten Wandertag in El Chaltén nicht gerade das beste Wetter. Zwar zeigte sich beim Abmarsch vom Hostel noch kurz die Sonne, ehe sie sich - wie das ganze Bergmassiv - hinter den Wolken versteckte. Davon liessen wir uns aber nicht die Laune verderben, denn unterwegs gab es viel zu viel zu entdecken😃.

    Offenbar hatten anderere Touristen den Wetterbericht besser studiert als wir. So waren wir lange Zeit die einzigen Wanderer und durften unterwegs mehrere Hasen von ganz nah bestaunen und die Ruhe der Natur geniessen🐇🌲🥰. Der Wanderweg führte durch einen richtigen Märliwald mit unterschiedlich hohem Gebüsch, Totholz und vertrockneten silbergrauen kleinen Bäumen, welche das dichte Unterholz überragten.

    Bei der Laguna suchten wir uns ein trockenes Plätzchen auf einem Baumstamm und wärmten uns mit einer heissen Schoggi🍫. Den mitgebrachten Picknick verspiesen wir in Rekordzeit. Zu fest bliess der Wind und zu sehr schlotterten wir in der Kälte🥶. Zudem konnten wir bei diesem Wetter nur einen Teil des Gletschers sehen. Der Cerro Torre verbarg sich komplett hinter den Wolken und zeigte sich nicht ansatzweise.

    So machten wir uns früher als geplant auf den Rückweg über eine leicht andere Route, welche uns zuerst auf die Gletschermoräne und danach zu einem der Basecamps führte🏕. Wiederum waren wir die einzigen Wanderer. Bis auf das leise Rascheln der Baumwipfel im Wind konnten wir nur Klopfgeräusche aus der Ferne hören. Diese wurden immer intensiver und wenig später zeigten sich uns die Verursacher. Gleich ein halbes dutzend Spechte hämmerte mit den spitzen Schnäbel gegen die Baumstämme, um unter der Rinde verborgene Käferlarven freizulegen🪵🪲.

    Noch nie hatten wir aus dieser Nähe einen Specht gesehen und die Vögel fühlten sich von uns keineswegs gestört🥰. Seelenruhig flogen sie von Baum zu Baum, um dort von Neuem nach Nahrung zu suchen. Wir beobachteten die Spechte fast eine halbe Stunde lang, bis eine weitere Wandergruppe eintraf und wir unseren Rückweg fortsetzten.

    Das letzte Teilstück des Rückwegs führte an der Cascada Margerita vorbei. Obschon wir den Wasserfall vom Mirador aus kaum sehen konnten, fanden wir die Schlucht mit dem sich in der Ferne hoch emporhebenden schneebedeckten Cerro Solo sehr eindrücklich.

    Auch ohne Cerro Torre und Top-Wetter durften wir einen abwechlungsreichen und spannenden Wandertag mit unerwarteten Begegnungen erleben 🥰🐰🪶.
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    Luzia Meyer-Müller

    Nun habe ich auch ein Bild, wenn ich von unserem Balkon aus den Specht höre, danke herzlich!

    3/21/22Reply
     
  • Day157

    Western Union

    March 7 in Argentina ⋅ ☁️ 9 °C

    Nur Bares ist Wahres. Dieses Sprichwort trifft in jedem Fall auf Argentinien zu. Beim Bezahlen per Kreditkarte werden heftige Gebühren verlangt und an Bezügen am Bancomaten verdient der Staat ordentlich mit. Hinzu kommen zu kleine Bezugslimiten und der schlechte Wechselkurs. Bargeld kann für Argentinienreisende schnell zu einem echten Ärgernis werden😡.

    Da wir mittlerweile alle aus Bolivien eingeführten US-Dollar zum vorteilhaften Blue-Dollarkurs getauscht hatten, blieb uns nur noch Western Union übrig, um an Cash zu gelangen. Denn ohne Bargeld zum Blue-Dollarkurs würde unsere Zeit in Argentinien finanziell wie ein Aufenthalt in Deutschland oder Österreich zu Buche schlagen💰. So kostet ein Abendessen für zwei Personen bei der Bezahlung mit der Kreditkarte schnell einmal 70 Franken und ein halbtägiger Kayak-Ausflug 300 Franken🍲🛶. Pesos mussten her!

    Den Account bei Western Union hatten wir bereits vor ein paar Wochen eröffnet. Also versuchten wir nach unserer Ankunft in El Calafate überschlagsmässig unsere Reisekosten für die verbliebenen Wochen zu berechnen🧮. Das war nicht ganz einfach, mussten wir doch zuerst das Preisniveau für Unterkünfte und Verpflegung im weitaus teureren Patagonien und Feuerland in Erfahrung bringen🧐.

    Der ermittelte Betrag schien uns dann aber doch zu hoch für eine erste Überweisung, weshalb wir kurzerhand probeweise 500 Franken überwiesen. Bei Western Union gibt es hierfür knapp 110'000 Pesos. Hätten wir das Geld bei einer offiziellen Wechselstube getauscht, wären uns nur 50'000 Pesos ausbezahlt worden. Echt verrückt!

    Zu diesem Zeitpunkt wussten wir leider noch nicht, dass Pesos in El Calafate rar sind und gefühlt mehr Menschen zu Western Union pilgern, als in die Restaurants😵‍💫. Nichts ahnend suchten wir deshalb am Freitagnachmittag den Western-Union-Schalter bei der Post auf. Der freundliche Beamte lachte schon von Weitem und erklärte uns, dass er einerseits bereits seit Mittag kein Geld mehr hätte und andererseits vor Montag auch nichts mehr zu machen sei. Zudem gäbe es an der maximalen Bezugslimite von 60'000 Pesos nichts zu rütteln. Wir mussten also eine andere Geldquelle finden, um unsere 110'000 Pesos zu beziehen und die Gletschertour zu bezahlen. Immerhin wies uns der Pöstler darauf hin, dass es im 20'000 Seelen-Städtchen El Calafate mehrere Western-Union-Schalter gäbe und wir unser Glück dort probieren sollten🤞.

    Gesagt, getan: Schnurstracks liefen wir zur nächsten Filiale und stellten uns dort in die Reihe. Etwa fünfzehn andere Personen vor uns warteten ebenfalls auf ihr Bargeld. Aber oh Schreck - auch hier gab es eine Bezugslimite. Zwar fiel diese mit 80'000 Pesos höher aus, aber um eine erneute, tiefere Überweisung kamen wir nicht drumrum. Schleunigst veranlassten wir eine zweite Zahlung, um dann eineinhalb Stunden später zu erfahren, dass auch in dieser Filiale das Geld ausgegangen sei😤. Dabei waren wir so nah dran.

    Die beiden vor uns in der Schlange stehenden Touristen mussten diese bittere Pille erst einmal schlucken. Offenbar gingen sie diese Tage gleich mehrfach leer aus. Zum Glück gab es noch ein Fünkchen Hoffnung. Sowohl eine Tankstelle, als auch ein Schuhladen boten den Service von Western Union an. Beim Schuhladen trafen wir wie erwartet ein leere Kasse an und zu unserem Erstaunen war der Schalter an der Tanke um siebzehn Uhr bereits geschlossen😫. Das war's dann wohl.

    Langsam aber sicher waren wir genervt! Das hin und her sowie die Warterei hatten wir bereits nach einigen Stunden satt. Ein Plan musste her! Dank Google wussten wir, dass am Montag am ehesten die Post die ersehnten Pesos zur Verfügung haben würde. Dort gab es aber wiederum maximal 60'000 Pesos zu holen, weshalb wir an diesem Tag zum dritten Mal eine Western Union Überweisung in Auftrag gaben🤦‍♂️.

    Am Montag stand Dani dann bereits um halb acht als zweiter in der Warteschlange der Post. Dieses Mal musste es klappen! Die Laune blieb gut, bis um acht der Pöstler verkündete, dass es frühestens um zehn Uhr Bargeld gäbe. Das bedeutete weitere zwei Stunden in der Kälte warten🥶. Immerhin kam Dani so mit anderen Reisenden ins Gespräch und erfuhr den einen oder anderen Trick, um bei der Post an mehr Bargeld zu gelangen. Schnell wurde die vierte Überweisung an Western Union vorgenommen, damit auch Martina 60'000 Pesos beziehen konnte. Dieses Geld sollte zumindest für die fünf Tage im abgelegenen El Chaltén reichen.

    Tatsächlich kamen wir an diesem Vormittag zu unserem Geld und verliessen um elf Uhr die Post mit 120'000 Pesos in Hunderterscheinen💵! Martina steckte ihre sechs Bündel in die Jackentasche und ihren Stoffbeutel und auch Dani musste die Scheine in seine Taschen stopfen🧥👜. Unsere Erfolgswelle war damit noch nicht vorüber: Etwas unerwartet gab es auch an der Tankstelle genügend Bargeld, womit wir mit insgesamt 200'000 Pesos ins Hotel zurückkehren konnten🤑.

    200'000 Pesos sind ein ziemlicher Haufen Geld. Vor allem wenn knapp die Hälfte davon in Hunderterscheinen ausbezahlt werden. Etwas beschämt bestaunten wir in der Unterkunft das viele Geld und kamen uns stinkreich vor😎.

    Hinweis: die beiden Bilder der Western-Union-Filialen stammen nicht von uns.
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    Ruth Meier

    All diese Hunderterscheine 💰 an- nehmen und reich in die Heimat zurückkehren 😉🙃👍🏼🤗

    3/15/22Reply
    Daniel Meier

    Genau! Gerade sind wir von einem Western-Union-Besuch in Ushuaia zurückgekommen. Hier konnten wir endlich die 500 Franken in Pesos abholen. 110 Tausendernoten haben wir erhalten🤑

    3/15/22Reply
    Ruth Meier

    SCHLAU - MEIER 🤣🤣

    3/15/22Reply
    Ruth Meier

    .....Dani&Martina, geniesst die Tausendernoten! Ihr habt sie euch schwer verdienen müssen ..😉😉🙃

    3/15/22Reply