• Überquerung 1/2

    14 febbraio 2023, Nordatlantik ⋅ 🌬 23 °C

    Ich schreibe den Post ca. 900 Seemeilen von den Kapverden entfernt (8 Tage Reise Richtung Westen). Bedeutet gerade also fast die Hälfte der Reise in die Karibik geschafft!

    Kein anderes Boot seither gesichtet. Schon abgefahren. Die Welle da vorne habe ich schon mal gesehen! Sicher, dass wir nicht nur im Kreis fahren?

    Die Nachtwachen laufen für mich routinierter aber es dauert schon seine 4 Tage bis die Bewegungen an Bord und der „Alltag“ wieder normal werden. Die Seekrankheit meldet sich ganz heimtückisch, regelmäßig aber immer unerwartet. Bedeutet ab hoch ins Cockpit und stundenlang Wellen und Seegang schweigend beobachtet. Das scheint die einzige Medizin. Die aber auch hilft!

    Tag 1 und gerade als wir dabei sind das zweite Segel vorne zu hissen: sprudelt links vom Boot eine kleine Fontäne!! Es sieht so aus als ob ein hyperschneller Orka uns zum Rennen auffordert! Immer wieder schießt er an Jane G vorbei wie eine Rakete. Keine Chance auf richtige Fotos/Videos.

    Tag 2. Das Vorsegel ist aus der Schlaufe gerutscht und Matt ist dabei am Bug alles zu richten. Ich schaue von hinten zu, fiere die Leine oder hole sie ran. Zurück im Cockpit erzählt mir Matt, dass uns Delphine für einen sehr kurzen Moment begleitet haben. Mit so viel Action am Anfang haben wir beide nicht gerechnet.

    Danach wirds stiller und es wird etwas wärmer. Bis dann die Passatwinde eintreffen. Seekrankheit willkommen zurück! 👋🏼 Die Tage zuvor haben wir immer auf mehr Wind gehofft, jedes der Segel so versucht zu richten, um jede Böe mitzunehmen. Richtig flott wurde es aber nie und als wir schon mit wahrscheinlich 3-5 Tagen längerer Überfahrt rechnen, wirds wilder. Jane G zieht an. Die Segel macht Matt kleiner, um das Boot zu entlasten. Dennoch.. Schlafen wird schwieriger. Das Ganze legt sich nach paar Tagen wieder. Apropos Tag… welchen Tag haben wir, welches Jahr? Zeit wird relativ, da wir auch nur ahnen können in welcher Zeitzone wir sind. Sonne geht auf, Sonne geht unter. Das bleibt die wunderschönste und die zuverlässigste Zeitrechnung 🌎

    Was passiert noch so? Eigentlich relativ viel. Bisher ist noch keine Langweilige eingetreten 😊
    Der Versuch einen frischen Fisch zu angeln war bisher semi erfolgreich. Teilweise sind kilometerlange gelbe Algen- /Seegrasbetten links und rechts vom Boot zu sehen. Der Köder fischt nur diese. Mitten in der Nachtschicht besucht mich aber ein fliegender Fisch im Cockpit. Kurzen Moment der Überforderung (mit Aufschrei 😅 haha) und dann werfe ich ihn wieder zurück ins Meer. Und good news, Matt kann den Watermaker benutzen. Dieser zieht Meerwasser und stellt damit 10Liter gefiltertes Süßwasser pro Tag her. Ganz schön genial! Das Geschirr waschen wir in Salzwasser immer vor und geduscht wird ohnehin nur mit Eimer und ozeanfrischem Wasser. Den Wasserverbrauch auf ein geringeres Level zu reduzieren als man so üblich verbraucht, fühlt sich gut an! Generell scheint sich auch unsere Müllproduktion in Grenzen zu halten. Dennoch freue ich mich sehr auf frisch gewaschene Kleidung an Land.

    Highlights: ganz vorne ! der klare Sternenhimmel, unerwarteterweise diese mega geilen zuckrigen Gummistangen, Sonnenauf- und untergänge, Carlis Tischtennis Dance Playlist, Pancakes.

    Wie viele volle Badewannen passen wohl in den Ozean?
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