• Tag 19: RN 251 bis San Antonio Oeste

    October 9 in Argentina ☁️ 13 °C

    Was für eine Nacht! Es war wohl die ruhigste Nacht in Argentinien überhaupt, einschließlich den Nächten in Unterkünften. Auf der Straße neben der wir zelten, kommt nicht ein Auto vorbei und die Hauptstraße hört man kaum.
    Es ist ein kühler Morgen und wir brauchen ein bisschen, bis sich unsere Muskeln eingefahren haben.
    Tatsächlich ist die Karte auf dem Handy etwas ungenau und es gibt sogar leichte Kurven. Außerdem regelmäßig Hügel!
    Wenn man das von Europa aus liest, wundern man sich vielleicht darüber, weshalb die Kurven und Hügel so besonders sind. Aber wenn man mal 15 Tage damit verbracht hat einer Straße zu folgen, die quasi nur gerade ist und die sich nicht einmal um einen Meter hebt, dann wird es schnell deutlich, weshalb jeder Hügel (und ist er auch nur am Horizont zu sehen) eine Genugtuung ist. Und sieht man dann noch ein Schild, das vor dem kommenden Gefälle warnt, bleibt einem das Grinsen nicht aus, wenn man dann die leichte Senke dahinter sieht.
    Da es ansonsten keine große Ablenkung gibt, macht uns jede Blume und jedes Vogelzwitschern nur umso aufmerksamer.
    Wir sind an diesem Morgen allerdings noch nicht lange unterwegs, als am Straßenrand ein Mann mit einem kleinen Anhänger steht und uns zuwinkt. Wir machen etwas langsamer und grüßen ihn, woraufhin er uns fragt, ob er uns bis zum nächsten Ort mitnehmen soll. Da wir durch die schon gebuchte Wanderung im Torres del Paine einen gewissen Zeitplan haben, den wir gerne einhalten wollen, sind wir um jedes Überspringen nicht ganz so interessanter Abschnitte dankbar und nehmen gerne an.
    Schnell sind die Räder auf den Anhänger geladen. Innerhalb von 30 min haben wir die 50 km zum Ort zurückgelegt, für die wir sonst noch ein paar Stunden gebraucht hätten. Eloy und Carina aus Choele Choel besuchen gerade ihre Tochter und Enkelkinder in General Conesa.
    Statt wie angedacht nun also die Nacht im Ort zu verbringen, beschließen wir noch weiterzufahren. 90 km liegen wieder vor uns, bis der nächste Ort erreicht ist. Allerdings sind wir ganz entspannt und schauen einfach mal, wie weit wir kommen.
    Neben der Straße essen wir noch entspannt zu Mittag, werden von einem Schwertransporter überholt und testen mal das ausgeschilderte WLAN mitten im Nirgendwo, dass allerdings nicht funktioniert.
    Kurz nach 18 Uhr erreichen wir dann wirklich San Antonio Oeste und unsere Unterkunft und abends feiern wir dann schonmal nach deutscher Zeit in Lukas‘ Geburtstag rein.
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