• 2. Anaga Rural Park

    December 26, 2025 in Spain ⋅ ⛅ 14 °C

    Was machen wir hier überhaupt? Wir möchten Teneriffa zu Fuß durchqueren. Mehr oder minder von Norden nach Süden. Da der bekannte Fernwanderweg GR 131 „erst“ in La Esperanza beginnt, haben wir 3 weitere Tage im Norden der Insel hinzu geplant. Da wir auch den Teide besteigen möchten, werden wir somit wenig vom GR 131 laufen. Sturm Emilia brachte Anfang Dezember, nach 9 Jahren, erstmals wieder eine Menge Schnee auf die Insel und noch heute ist der Tiede ab ca. 2.200 Metern Höhe weiß. Je höher es geht um so mehr Schnee. Aktuell sind die Zuwege im Nationalpark gesperrt und nur mit einer Buchung und Unterzeichnung einer Erklärung zum Thema Alpines Bergsteigen begehbar. Wir haben alles gebucht und getan, damit wir die Wege begehen dürfen. Trotzdem müssen wir schauen ob es für uns möglich ist. Parkranger können zusätzlich vor Ort den Zugang verweigern. Die Temperaturen liegen momentan bei -1 bis -8 Grad, wobei man noch mögliche Winde beachten darf. Sagen wir es so, Steigeisen oder passendes Schuhwerk dafür haben wir nicht dabei. Wir schauen uns die Situation an und entscheiden vor Ort, ob wir weitergehen oder einen alternativen Weg einschlagen. Der Wetterbericht ist momentan eher auf unser Seite. Wir werden sehen. Der Biwakplatz auf 3.550 Metern Höhe ist gebucht, und wenn es nicht klappt müssen wir noch mal wieder kommen.

    Heute an Tag 2 geht unser Wecker um 06:30 Uhr. Allerdings ist an Aufstehen nicht zu denken. 10 Stunden haben wir geschlafen.
    Es war eine absolut grandiose Nacht mit einem kurzen Regenschauer aber auch totaler Windstille.
    Gegen 07:45 packen wir langsam zusammen und trinken Kaffee.
    Ein Auto fährt über die Forststrasse vor und stoppt an der Einfahrt zu unserem Schlafspot. Wir befinden uns in einem Seitenarm auf der keine Autospuren zusehen sind. Ich sprinte die 50 Meter in Richtung Auto. Zwei Tinerfeños Mitte 50 kommen in unseren Weg gelaufen. Sie gestikulieren und fragen, was denn hier los wäre. Allerdings geht es ihnen nicht darum, dass wir hier schlafen. Einer erklärt mir, dass er so mit sein Pickup nicht in den Weg fahren kann. Er müsse hier arbeiten! Es ist sein Privatweg. Nach einem kurzen Austausch fahren die Beiden weiter um nach ca. 45 min wiederzukommen. Gerade so waren wir mit dem Wegräumen unserer Sachen fertig, da rollt sein Pickup in den Weg. Etwas hektisch packen wir den Rest ein, putzen uns noch die Zähne und gehen los! Naja, damit wurden wir erstmals von einem Wildcamping Spot „vertrieben“ , auch wenn unsere Nacht schon längst rum war. Unser Weg führt uns mehrere Meter bergab. Es beginnt zu regnen. Wolken ziehen von der See durch den Barranco. Für Regenkleidung reicht es allerdings nicht aus. Gegen 11:15 Uhr erreichen wir die Ermita de San Petro. Eine kleine Kirche mit ein paar bunten Häusern und zwei groooßen Parkplätzen. An der Kirche wartet eine kleine Überraschung auf uns: Eine kleine Bar, die einem sehr alten Mann gehört. Bon‘dia! Nach einer kurzen lautstarken Begrüßung, bestellen wir zwei Kaffee und 3 Liter Wasser. Wobei zuklären war, wie viele Flaschen es sein werden, wenn eine Flasche 1,5 Liter fasst. Nunja, eine herzliche Begegnung. Neben den ganzen Normal-Touristen erspähen wir ein älteres Pärchen und eine Frau, die ihren Rucksäcken und Kleidung nach eine ähnliche Wanderung machen wir wir. Sehr schön!

    Wir ziehen weiter. Nach dem es heute Morgen nur bergab ging, geht es oh Wunder erstmal wieder bergauf. Es ist anstrengend und unsere Beine sind noch nicht ganz auf dem Trail angekommen. Das Wetter schwankt, stark. Sonne, Wolken, warm bis kühl. Aber eines muss man sagen, es ist wirklich schön hier, richtig schön! Unser nächstes Zwischenziel ist Las Carboneras. Ein kleiner Ort mitten im Berg. Um dort hinzugelangen müssen wir einen Barranco einmal ganz runter über den Fluss und wieder hoch. Puh!
    An der Kirchen im Dorf angekommen, breiten wir unsere neue Matten von „gossamer gear“ aus und legen uns sofort hin. Wir sind schon jetzt gut kaputt! Am örtlichen Sport- und Spielplatz nutzen wir den öffentlichen Wasserhahn um unsere Wasservorräte wieder zu füllen. So wenig wie möglich aber soviel wie nötig darf es sein. Bloß nicht zu viel schleppen.
    Heute kommen wir überhaupt nicht vorwärts, noch 6 KM bis zu unserem ausgemachten Ziel. Dem Mirador de las Lajas auf rund 910 Meter Höhe. Auf halber Strecke kommen wir an einem bei Touristen beliebten Mirador vorbei, Cruz del Carmen. Puh, was ist hier den los. So viele Menschen in der Gaststätte. Ne, wir sparen uns einen Aufenthalt und gehen weiter. Es ist bereits 17:00 Uhr und bevor es dunkel wird, muss unser Tarp stehen. Da sind wir ja noch nicht so geübt beim Aufbau. Die Wege sind zwar matschig aber sehr breit und stark ausgebaut. Wir können erstmals Meter machen. Schneller als gedacht erreichen wir die Abzweigung zum Mirador für die Nacht. Der Sturm Emilia der vor ein paar Wochen über die Kanaren fegte hat hier ganze Arbeit geleistet. Hier ist einiges abgebrochen, umgestürzt und verwüstet. Viele grüne Blätter liegen auf dem Boden.
    Wir erreichen den Mirador und es ist perfekt! Ein grader, trockener Boden, in exponierter Lage. Allerdings sollten wir bei Wind oder Regen nicht hier oben sein. Die Wettervorhersage sagt wenig Wind, keinen Regen, somit bleiben wir hier! Nice

    ➡️ 18,5 KM ⬆️ 1.052 HM ⬇️ 858 HM
    Read more