• Alex und Franzi on trail
Current
  • Alex und Franzi on trail

Teneriffa Thru-Hike

Auf 180 Kilometern durchqueren wir die Insel. Read more
  • Last seen in
    🇪🇸 Arona, Spanien

    7. Über 2.000 Meter Abstieg

    December 31, 2025 in Spain ⋅ ☁️ 17 °C

    Gut liegt es sich auf dem Nebengipfel des Guajara. Die gesamte Nacht haben wir recht starken Wind mit ordentlichen Böen. Der Wind zieht die Wärme aus dem Schlafsack und so stopfen wir was wir haben direkt mit in den Sack. Teils zieht der Wind ordentlich am Aussenmaterial! Wir sind schon sehr froh, dass wir am gestrigen Abend den Aufstieg zum Gipfel nicht mehr gemacht haben, der Wind hier 250 Meter tiefer reicht mehr als aus. Mitten in der Nacht steigt ein anderer Hiker vom Guajara ab. Scheinbar ist es im zu kalt oder zu windig, sonst würde man sicher nicht freiwillig den steilen Abstieg wählen. Sein Weg führt ihn direkt an uns vorbei. Ein komische Gefühl, wenn mitten in der Nacht jemand 30 cm neben dem Kopf vorbei stapft. Einen halben Meter weiter geht es steil bergab. Sicheren Schrittes ist er so schnell vorbei, wie er da war. Immer wieder beobachten wir die Sterne und die Reise des Mondes in der Nacht. Gegen 04:30 Uhr hat der Mond unser Sichtfeld verlassen und es wir dunkel! Ab 07:30 Uhr positioniert sich die Sonne, um die Insel mit Licht zu durchfluten. Schnell die Kamera aufgestellt und Kaffee gekocht, warten wir auf ihr Erscheinen. Nach dem Bekannten aber immer wieder schönen Spektakel packen wir zusammen und steigen vom Thron! Da morgen Vormittag der Sturm die Insel trifft, ändern wir unsere Pläne und folgen ab jetzt dem GR 131 nach Arona. Die eine oder andere vereiste Schneepassage auf dem Trail muss noch mit Sorgfalt passiert werden, dann erreichen wir die ersten Lavahänge, gefolgt von schönen Kiefernwäldern. Der Trail ist einfach und führt sanft ins Tal. Es ist keine Wolke am Himmel und so kann die Sonne ihre Kraft ausspielen. Erstmals riecht es durch die Wärme nach Kiefernwald. Wir erreichen den Ort Vilaflora de Chasna. Ein Café hat geöffnet.
    Wir essen etwas und halten die typische Zeremonie von Getränken aufrecht. Es ist laut, Urlauber sind an ihren Tischen ganz bei sich. Wir machen uns wieder auf den Weg Richtung Arona. So weit wie möglich möchten wir heute absteigen. Auf unser Karte finden wir eine kleine Abkürzung die uns über einen nicht markierten Pfad führt. Sehr schön hier! Die nächste Bar am Wegesrand ist geschlossen, den Getränkeautomat vor der Tür nehmen wir dankend an. Ganz zum Schluss wird es nochmal atemberaubend. Die Sonne bereitet sich darauf vor, am Horizont zu verschwinden und wir folgen den letzten Bergflanken unser Tour nach unten. Eine tolle Szenerie! Die Hänge sind gefüllt mit kleinen Drachenbäumen und Kakteen. Unser möglicher Campspot ist bereits besetzt und so ziehen wir nochmal weiter. Kurz vor Arona entscheiden wir uns den Pfad zu verlassen und auf die nicht mehr bewirtschafteten Terrassen einen Platz für die Nacht zu finden.
    Guten Rutsch & Feliz año

    ➡️ 24,6 km ⬆️ 439 HM ⬇️ 2.117 HM
    Read more

  • 6. Teide Nationalpark ll

    December 30, 2025 in Spain ⋅ ☀️ 10 °C

    Für 3,5 Grad fühlte sich die Nacht sehr kalt an. Im Vergleich zur Nacht vor zwei Tagen, die wir bei 2 Grad und Nässe verbrachten, war diese deutlich kälter!
    Ach wie schön kann ein Morgen nur sein.
    Pure Stille, hier im Kiefernwald auf der Nord-Westseite der Insel auf 1.870 Metern Höhe.

    Den Teide werden wir auf dieser Tour nicht mitnehmen! Es ist wirklich kalt am Biwakspot auf 3.500 Metern. Außerdem ist die Lage für uns unübersichtlich und wir sind uns nicht sicher, ob unsere Micro-Spikes ausreichend sind für die Schneeverhältnisse. Und von Rangern gestoppt zu werden, nein Danke! Wege sind weiterhin offiziell geschlossen. Uns kommen ein paar Wanderer mit Eisaxt usw. entgegen. Naja, wir lassen das besser. Sollten wir irgendwann z.B. Lanzarote auch durchqueren, können wir hier Halt machen und den Abschnitt nachholen! Des Weiteren wird sich das Wetter am 01.01. stark verschlechtern. 😱. Stärkere Winde bringen in den tieferen Lagen sehr viel Regen. Oben im Nationalpark (NP) und dem Pico könnte es auch wieder schneien! Wir sollten dann hier nicht unterwegs sein. Also Planänderung. Der kürzeste Weg für uns runter ist über den GR 131.

    Unser Weg führt uns zurück in den Nationalpark Teide wo wir zuerst das Restaurant Pappillon ansteuerten. Wir brauchen Wasser! Dieses Lokal ist weit besser als das gestrige! Also muss erstmal ein Cortado rein. Die Bocadillos Tortilla España sind auch lecker! 2x Cola, porfavor! Wegen dem Wetterumschwung buchen wir uns einen Apartment weiter unten. Ein finaler Toilettengang und weiter geht es, bei bestem Wetter. Der Pfad verläuft quer durch den NP. Überall liegt hier noch Schnee. Eine Wüste im Schnee. So schön hier oben! Was haben wir ein Glück! 9 Jahre ist es her, das der Teide weiß war. Auch die Sonne brennt heute so richtig. Windstille und bergauf, schwitz man extrem. Eine Brise und es wird wieder sehr kalt! Alles schon recht surreal hier im NP. Viele Menschen kommen uns heute gar nicht entgegen, da hätten wir mit mehr gerechnet. Wirklich ruhig hier oben! Wir erreichen die Straße die durch den NP zur Tal-Station der Seilbahn führt. Diese queren wir und gelangen so in ein sehr großes weites Lavafeld durch das wir eine gute Stunde laufen. Wir erreichen den Einstieg zum letzten Aufstieg für heute. Hoch zum Guajara. Ein 2.700 Meter hoher Berg. Wir kämpfen uns bis auf 2.450 Metern hoch und finden einen tollen Spot für die Nacht. Keine Lust mehr hier weiter hoch zu kraxeln. Wir ziehen uns schnell um, es ist kalt hier oben. Mal weht ein kaltes Lüftchen, mal ist es windstill. In der Ferne sehen wir die Autos durch den NP fahren, an der Südküste leuchten die Sterne. Es wird wieder eine sternenklare Nacht!! Yuppi!!

    ➡️ 24,1 KM ⬆️ 1.025 HM ⬇️ 474 HM
    Read more

  • 5. Teide Nationalpark I

    December 29, 2025 in Spain ⋅ ☁️ 10 °C

    Nach dem wir die letzten Nächte so viel geschlafen haben, kam in dieser Nacht nicht viel hinzu. 01:45 Uhr lagen wir im Bett. Dem Wecker war das komplett egal. Bedingungslos dröhnet dieser durch das Schlafzimmer. Die Bushaltestelle der Linie 347 ist quasi direkt vor der Tür. Nur halt 50 Meter tiefer am Berg. Da freuen sich die Oberschenkel so früh am Morgen. QR Code an der Bushalte gescannt, schon weist du welcher Bus als nächstes kommt und wann! Echt super! 20 Minuten später sind wir wieder auf dem GR 131 und auf dem Weg 1.000 Meter an Höhe zu gewinnen. Es ist keine Wolke zu sehen und der weiße Teide strahlt vor dem blauen Himmel. Der Aufstieg führt und die ganze Zeit durch einen Kiefernwald. Echt schön! Am Ende der 1.000 Höhenmeter betreten wir den Teide Nationalpark und machen einen Halt am Touri-Treff oder Ausflugslokal El Portilo im Nationalpark, auf 2.037 Meter. Hier treffen alle Gesichter zusammen. Hiker, Busreisende, Mietauto, Motorrad, Rennrad, usw. Wir haben Zeit und geniessen satte 1 1/2 Stunden Cortados und die wohl schlechtesten Bocadillos der Kanaren! Gerade erst den Nationalpark betreten, machen wir uns auf den Weg diesen wieder zu verlassen. Unsere Nacht werden wir außerhalb vom NP verbringen. Nach einer 01:20 Std. Wanderung, im „Flachland“ durch Vulkangestein erreichen wir den Einstieg in den Abstieg nach Los Realjos an der Küste. Unser Blick über die darunter liegenden Wolken reicht bis nach La Palma. Eine ganze Weile genießen wir den Zug der Wolken am Fuße des Teide Gipfels. Um 17:30 Uhr steigen wir ab, folgen dem Pfad ein paar Minuten und verlieren dabei 150 Höhenmeter. Nach dem wir das Schild des NP passiert haben tauchen wir ab des Weges in den Kiefernwald. Nach rund 15 Minuten finden wir ein tollen Platz für die Nacht. Der weiße Teide überstrahlt alles. Die Sonne geht in einem nicht enden wollenden Meer in Orange unter. Die Temperaturen fallen schnell und wir müssen in die Schlafsäcke! Da die relative Luftfeuchtigkeit hier bei unter 40% liegt machen wir uns über Nässe heute Nacht keine Sorgen. 🤞🏻

    ➡️ 17 KM ⬆️ 1.280 HM ⬇️ 290 HM
    Read more

  • 4. Durchschlageübung nach Las Llanadas

    December 28, 2025 in Spain ⋅ ☁️ 12 °C

    Sternenklare Nacht, feucht und Nass!! So kann man unsere letzte Nacht hier im Wald gut beschreiben. Zumeist waren die Sterne am funkeln, doch ab und zu zogen Wolken durch, die ordentlich viel Wasser mitbrachten.
    Die üppige, schöne Vegetation lies von Anfang an keine Fragen offen. Hier gibt es viel Feuchtigkeit! Am Morgen dann das große Erwachen. Alles ist gut nass.
    Wir stehen lieber direkt auf und warten beim Kaffee auf die Sonne. Um 08:00 Uhr waren keine Sonnenstrahlen zusehen. Der Blick auf den Kompass verriet, Osten ist hinter dem Berg da vorne. Somit kommt vorerst keine Sonne an unseren Standort! Okay, auch wenn es schwerfällt, alles muss nass eingepackt werden! 😩
    09:30 sind wir startklar und folgen dem GR131 durch den Kiefernwald bergauf.
    Sehr schön!
    Nach knapp 2 Stunden um 11:20 Uhr kommen wir an eine sonnengeflutet Lichtung. Im Nu sind all unsere Sachen zum trocken ausgebreitet oder aufgehängt. Zeit für einen zweiten Kaffee. ☕️ Die Sonne ist so stark, das die meisten unserer Sachen getrocknet sind. Immer wieder irre und erstaunlich!
    Es geht weiter, aber wie?! Scheinbar sind wir in den gesperrten Bereich des GR 131 eingetreten, ohne es gemerkt zu haben 😆.
    Vom eigentlichen Singletrail ist nicht mehr viel übrig. Der Brand aus dem Jahr 2023 und der Sturm Emilia haben hier ganze Arbeit geleistet. Wir „laufen“ am Hang, rechts geht es runter, links steil bergauf. Wir sind auf rund 1.500 Metern Höhe und allmählich kriechen die Wolken in dieses Gebiet rein. Verbrannte oder vom Sturm entwurzelte Bäume liegen überall auf dem Weg. Und auch die letzten grünen Kiefernnadeln, die Sturm Emilia noch runter gefegt hat. Es herrscht eine mythische Stimmung. Mitten drin sind wir! Konzentriert hier die richtigen Schritte zu tätigen. Klettern, kriechen, ach was weiß den ich. 300 Meter dauern 20 Minuten. Eigentlich mehr eine Durchschlagübung am Berghang. Hände und Beine sind von der Asche schwarz. Hier und da ein Kratzer mal leicht mal tiefer. Was ist hier bloß los? Also dieser Abschnitt ist berechtigt gesperrt! Zum Glück ist kaum Wind, sonst müssten wir von Oben aus den restlichen Baumkronen zusätzliche Gefahr fürchten. Trotz allem ist es ein besonderer Moment, oder besser besondere Stunden.
    Unserem kleinen Timetable für heute gefällt dieser Abschnitt überhaupt nicht. Es dauert etwas zu lange. Unser Ziel heute ist Las Llanadas, auf der Nordseite der Insel. Hier haben wir eine Unterkunft gebucht. Waschen, Akkus laden usw... Heute ist Sonntag. Busse fahren zwar, aber nicht so oft. 16:45 geht unsere letzte Busverbindung von Aguamansa aus.
    Wir planen um. Sollten wir weiter unser Abenteuer hier auf dem GR 131 suchen, kommen wir vielleicht nächstes Jahr zu Weihnachten an. Es gibt hier Wege noch und nöcher. Jetzt laufen wir zwar auf breiteren Wegen, die ab und zu auch mal von Pickups o.ä. befahren werden, die mystische Stimmung und die Ruhe, die sind geblieben.
    Gegessen haben wir letztmalig gestern Mittag, im Restaurant. Heute haben es beim laufen nur zwei Riegel in unsere Mägen geschafft. Vielleicht war es aber auch diese Menge an Fleisch, die uns keinen Appetit verspüren lässt. Zu Hause essen wir sehr wenig und sehr selten Fleisch. Auf dem Trail kommt rein was geht und gebraucht wird.
    Nunja, wir fliegen die breiten Wege entlang, mal hoch mal runter. Lange begegnen wir niemandem und auch den Bus werden wir nicht sehen. Zu spät kommen wir in Aguamansa an. Nach ein paar Metern im Ort betreten wir eine Bar / Restaurant. Einfachste Worte rollen über unsere Lippen. TAXI? Der Mann hinter der Bar antwortet. BUS? Und erklärt uns das diese heute am Sonntag nicht so oft fahren. Final ist er so gut und ruft uns ein Taxi. Wir trinken Cortado und essen Gebäck. Die Taxifahrt ist ähnlich wie eine Achterbahnfahrt und erinnert uns an die Busfahrt auf La Réunion vom Süden in den Norden 🤪.
    Am Ende des Tages sitzen wir frisch geduscht am Kaminfeuer und überlegen, was als nächstes zu tun ist.
    💤 💫✨

    ➡️ 24,6 KM ⬆️ 828 HM ⬇️ 1.043 HM
    Read more

  • 3. Erste Kilometer auf dem GR131

    December 27, 2025 in Spain ⋅ 🌙 8 °C

    In der Nacht regnet es, ab und zu weht ein leichter Wind. Auch der Regen war sicherlich nur eine Wolke, die auf unsere Höhe durchgezogen ist. 06:30 Uhr dröhnt der iPhone-Wecker über den Mirador. Das Kaffee-Equipment steht griffbereit und so gibt es Kaffee im Schlafsack. 😋
    Zum Sonnenaufgang zeigt sich er weiße Teide ohne Wolken in voller Pracht. Um 09:00 Uhr sind wir soweit und es kann wieder los gehen. Bis zur Ortschaft El Portezuelo, wo wir Pause machen möchten, sind es rund 12 KM.
    Wir brauchen mal wieder länger als gedacht. Typisch für diesen Trail. Um 12:30 Uhr waren im Restaurant Guachinche El Portezuelo
    2 Tische belegt. Wir waren der dritte.
    Der aufgeschlossene Kellner sprach Englisch und so war die Bestellung eigentlich einfach.
    Wir bestellen zweimal Iberico Pork mit allerlei Gedönse. Okay es waren die beiden größten Portionen auf der Karte. Mit Papas Antiguas de Canarias, logisch! Und wieder einmal sagt uns jemand, dass das zu viel für uns sei.
    Nach kurzer, lustiger Unterhaltung über die Mengen von Essen können wir das bestellen, was wir haben möchten.😆
    Die vollen Teller kommen und sind innerhalb von 10 Minuten wieder leer. Die Kellerin und unser Freud der Oberkellner haben sichtlich Spaß uns beim fressen zu zusehen.
    Drei Cola, vier Cortado, das muss ja auch noch sein!! Der Raum fühlt sich langsam. Menschen kommen zum Essen, in großen Gruppen. Vor der Tür hat sich eine Schlange gebildet! Wir müssen unseren Platz räumen. Schnell noch alle weiteren Annehmlichkeiten auf dem Stillenörtchen ganz hiker-like genutzt und so kann es „frisch geduscht“ mit Energie weitergehen. Als wir rausgehen, stauen wir nicht schlecht. Festlich gekleidete Menschen gehen scheinbar in Spanien am 27. Dezember Essen. Für uns geht es Richtung Flughafen, den wir am Ende der Landebahn passieren.
    Wir sind auf direktem Wege nach la Esperanza, dem Ort, wo der GR 131 seinen Trail-Head hat. Auf dem Weg halten wir in einem weiteren Restaurant um Wasser aufzufüllen. Auch hier ist der Bär los..
    Eine weitere Stunde später ein letzter Halt am SuperDino (Supermarkt) um nochmals Wasser zu kaufen. Noch eine kurze Pause am Marktplatz von la Esperanza, dann kann es für uns auf den GR 131 gehen. Wie folgen dem matschigen, Forststrassen ähnlichen Weg und erreichen gegen 17:00 Uhr unser geplantes Ziel. Eine Camping Area, die wir im Vorfeld, wie auch einige andere Wanderwege bei Tenerifeon.es buchen mussten.
    Wir entscheiden uns NUR Wasser aufzufüllen und gehen weiter. Wir versuchen jetzt noch 1 Stunde, 30 Minuten zu laufen und hoffen, dann einen geeigneten Spot für die Nacht zu finden. Das ist allerdings auch wieder mal nicht so einfach. Die nächste Stunde erinnert uns an das Sauerland. Vor einigen Jahren hat es hier gebrannt und die Flächen wurden gerodet. Nicht sehr schön! Die Wege sind, wie bei uns durch schwere Maschinen verunstaltet und der Boden verdichtet worden. Da versickert kein Wasser mehr! Überall tiefe Matschlöcher!
    Die Dunkelheit bricht ein und unsere Suche ist noch nicht beendet. Nach vielen Höhenmetern bergauf finden wir letztlich in einem nicht mehr genutzten Seitenweg eine geeignete Stelle. Scheinbar sind wir nach den knapp 32 KM schon etwas von der Rolle und so entscheiden wir uns, ohne Tarp die Nacht zu verbringen. Hier auf 1.215 Metern Höhe wird es heute nicht regnen und Wolken ziehen HIER auch nicht durch. 🙄 Das doch sehr umfangreiche Mittagessen lässt unsere Mägen ruhen und so trinken wir nur noch einen Tee und verschwinden in den Schlafsäcken. Der Mond ist hell und die Sterne blitzern am Himmel. Ob das eine gute Idee ist, ohne Tarp zu schlafen?🤔

    ➡️ 31,6 KN ⬆️ 1.177 HM ⬇️ 873 HM
    Read more

  • 2. Anaga Rural Park

    December 26, 2025 in Spain ⋅ ⛅ 14 °C

    Was machen wir hier überhaupt? Wir möchten Teneriffa zu Fuß durchqueren. Mehr oder minder von Norden nach Süden. Da der bekannte Fernwanderweg GR 131 „erst“ in La Esperanza beginnt, haben wir 3 weitere Tage im Norden der Insel hinzu geplant. Da wir auch den Teide besteigen möchten, werden wir somit wenig vom GR 131 laufen. Sturm Emilia brachte Anfang Dezember, nach 9 Jahren, erstmals wieder eine Menge Schnee auf die Insel und noch heute ist der Tiede ab ca. 2.200 Metern Höhe weiß. Je höher es geht um so mehr Schnee. Aktuell sind die Zuwege im Nationalpark gesperrt und nur mit einer Buchung und Unterzeichnung einer Erklärung zum Thema Alpines Bergsteigen begehbar. Wir haben alles gebucht und getan, damit wir die Wege begehen dürfen. Trotzdem müssen wir schauen ob es für uns möglich ist. Parkranger können zusätzlich vor Ort den Zugang verweigern. Die Temperaturen liegen momentan bei -1 bis -8 Grad, wobei man noch mögliche Winde beachten darf. Sagen wir es so, Steigeisen oder passendes Schuhwerk dafür haben wir nicht dabei. Wir schauen uns die Situation an und entscheiden vor Ort, ob wir weitergehen oder einen alternativen Weg einschlagen. Der Wetterbericht ist momentan eher auf unser Seite. Wir werden sehen. Der Biwakplatz auf 3.550 Metern Höhe ist gebucht, und wenn es nicht klappt müssen wir noch mal wieder kommen.

    Heute an Tag 2 geht unser Wecker um 06:30 Uhr. Allerdings ist an Aufstehen nicht zu denken. 10 Stunden haben wir geschlafen.
    Es war eine absolut grandiose Nacht mit einem kurzen Regenschauer aber auch totaler Windstille.
    Gegen 07:45 packen wir langsam zusammen und trinken Kaffee.
    Ein Auto fährt über die Forststrasse vor und stoppt an der Einfahrt zu unserem Schlafspot. Wir befinden uns in einem Seitenarm auf der keine Autospuren zusehen sind. Ich sprinte die 50 Meter in Richtung Auto. Zwei Tinerfeños Mitte 50 kommen in unseren Weg gelaufen. Sie gestikulieren und fragen, was denn hier los wäre. Allerdings geht es ihnen nicht darum, dass wir hier schlafen. Einer erklärt mir, dass er so mit sein Pickup nicht in den Weg fahren kann. Er müsse hier arbeiten! Es ist sein Privatweg. Nach einem kurzen Austausch fahren die Beiden weiter um nach ca. 45 min wiederzukommen. Gerade so waren wir mit dem Wegräumen unserer Sachen fertig, da rollt sein Pickup in den Weg. Etwas hektisch packen wir den Rest ein, putzen uns noch die Zähne und gehen los! Naja, damit wurden wir erstmals von einem Wildcamping Spot „vertrieben“ , auch wenn unsere Nacht schon längst rum war. Unser Weg führt uns mehrere Meter bergab. Es beginnt zu regnen. Wolken ziehen von der See durch den Barranco. Für Regenkleidung reicht es allerdings nicht aus. Gegen 11:15 Uhr erreichen wir die Ermita de San Petro. Eine kleine Kirche mit ein paar bunten Häusern und zwei groooßen Parkplätzen. An der Kirche wartet eine kleine Überraschung auf uns: Eine kleine Bar, die einem sehr alten Mann gehört. Bon‘dia! Nach einer kurzen lautstarken Begrüßung, bestellen wir zwei Kaffee und 3 Liter Wasser. Wobei zuklären war, wie viele Flaschen es sein werden, wenn eine Flasche 1,5 Liter fasst. Nunja, eine herzliche Begegnung. Neben den ganzen Normal-Touristen erspähen wir ein älteres Pärchen und eine Frau, die ihren Rucksäcken und Kleidung nach eine ähnliche Wanderung machen wir wir. Sehr schön!

    Wir ziehen weiter. Nach dem es heute Morgen nur bergab ging, geht es oh Wunder erstmal wieder bergauf. Es ist anstrengend und unsere Beine sind noch nicht ganz auf dem Trail angekommen. Das Wetter schwankt, stark. Sonne, Wolken, warm bis kühl. Aber eines muss man sagen, es ist wirklich schön hier, richtig schön! Unser nächstes Zwischenziel ist Las Carboneras. Ein kleiner Ort mitten im Berg. Um dort hinzugelangen müssen wir einen Barranco einmal ganz runter über den Fluss und wieder hoch. Puh!
    An der Kirchen im Dorf angekommen, breiten wir unsere neue Matten von „gossamer gear“ aus und legen uns sofort hin. Wir sind schon jetzt gut kaputt! Am örtlichen Sport- und Spielplatz nutzen wir den öffentlichen Wasserhahn um unsere Wasservorräte wieder zu füllen. So wenig wie möglich aber soviel wie nötig darf es sein. Bloß nicht zu viel schleppen.
    Heute kommen wir überhaupt nicht vorwärts, noch 6 KM bis zu unserem ausgemachten Ziel. Dem Mirador de las Lajas auf rund 910 Meter Höhe. Auf halber Strecke kommen wir an einem bei Touristen beliebten Mirador vorbei, Cruz del Carmen. Puh, was ist hier den los. So viele Menschen in der Gaststätte. Ne, wir sparen uns einen Aufenthalt und gehen weiter. Es ist bereits 17:00 Uhr und bevor es dunkel wird, muss unser Tarp stehen. Da sind wir ja noch nicht so geübt beim Aufbau. Die Wege sind zwar matschig aber sehr breit und stark ausgebaut. Wir können erstmals Meter machen. Schneller als gedacht erreichen wir die Abzweigung zum Mirador für die Nacht. Der Sturm Emilia der vor ein paar Wochen über die Kanaren fegte hat hier ganze Arbeit geleistet. Hier ist einiges abgebrochen, umgestürzt und verwüstet. Viele grüne Blätter liegen auf dem Boden.
    Wir erreichen den Mirador und es ist perfekt! Ein grader, trockener Boden, in exponierter Lage. Allerdings sollten wir bei Wind oder Regen nicht hier oben sein. Die Wettervorhersage sagt wenig Wind, keinen Regen, somit bleiben wir hier! Nice

    ➡️ 18,5 KM ⬆️ 1.052 HM ⬇️ 858 HM
    Read more

  • 1. Start in Igueste

    December 25, 2025 in Spain ⋅ ⛅ 15 °C

    Auf geht’s in unsere vierte Inseldurchquerung auf den Canary Islands. Vor zweit Tagen sind wir spät am Abend gelandet und so nutzen wir den nächsten Tag um unsere letzten Besorgungen für unsere Wanderung zu erledigen. Gas, Wasser und noch etwas Essen müssen organisiert werden. Das Wetter ist durchwachsen! Auf Sonne folgte Regen. Dieser hielt sich bis heute Morgen als wir in Igueste, im Nordosten der Insel den Bus mit der Nummer 912 verlassen. Für uns geht es heute bergauf. Punkt! Von Igueste gehen wir Richtung Norden, bis wir die Ridge des Anaga Gebirges erreichen. Schnell kommt bei uns dieses typische Kanaren-Barranco Feeling auf. Agaven, Kakteen, kleine Wasserläufe, Schilfpflanzen, Eukalyptus, Lorbeer und viele, viele mehr! Rund 3 Stunden sind wir unterwegs bis sich die Straße oben auf der Ridge unter unseren matschigen Sohlen bemerkbar macht. Im letzten Drittel des Aufstiegs verpassen wir eine Weggabelung und laufen uns direkt ein paar Zusatzkilometer in die Beine. Mit 850 Höhenmeter in 3 Std. sind wir zu Beginn der Tour doch recht langsam unterwegs. Wir halten viel an, es gibt ja auch viel zu sehen! Das Wetter hält und so genießen wir den ersten typischen Inselausblick: Zu beiden Seiten ist der Ozean zu sehen. Super!! Wir folgen der Straße, auch wenn diese nicht für Fußgänger ausgebaut ist. Sie eine typische Bergstraße in deren Kurven sich das Gestein der Felsen nach dem Fall sammelt. Unsere Weg führt uns mehr oder minder paralell zur Straße nur 8 Stockwerke tiefer oder 10 höher. Je nach dem. Die Wege sind matschig und es bedarf einer gewissen Aufmerksamkeit, ansonsten rutscht es schneller als man denkt. Am frühen Nachmittag sind wir schon etwas müde, also hinlegen, Augen zu und schlafen! Stop!! Nicht schlafen, es geht für uns doch noch weiter!! Etwas Wiederwillig lösen wir uns aus der Schlafposition am Boden, füllen unser Trinkwasser um und treten den möglicherweise letzten Abschnitt für heute an! Hauptsache wir finden in diesem ach so nassen Gebiet der Insel einen Platz für die Nacht. Nochmals geht es bergauf und wir tauchen in die dichten, matschigen Lorbeerwälder ein. Wirklich toll und sehr sehr schön. In den Baumkronen toben die Windböen, die sich aus nord-Westen vom offen Ozean kommend dicht über die Berge pressen.
    Auf unserer Karte vermuten wir etwas ab unserer Route ein günstiges Gelände für einen Schlafplatz, also planen wir unseren Weg spontan um und starten die Suche. Zum Glück dauert es nicht lange und wir erspähen einen geeigneten Platz. Zum ersten Mal bauen wir unser Tarp auf und versuchen irgendwie einen gemütlichen Platz für die Nacht zu schaffen. Nun ja, schnell waren wir nicht aber nun, wir haben es geschafft. Wir haben heute nicht viel gegessen, um so mehr muss jetzt Energie rein, sonst ist morgen schnell „der Ofen aus“ bei uns.
    ➡️ 14,6 Km ⬆️ 1.093 HM ⬇️ 392 HM
    Read more

    Trip start
    December 25, 2025