• 7. Über 2.000 Meter Abstieg

    December 31, 2025 in Spain ⋅ ☁️ 17 °C

    Gut liegt es sich auf dem Nebengipfel des Guajara. Die gesamte Nacht haben wir recht starken Wind mit ordentlichen Böen. Der Wind zieht die Wärme aus dem Schlafsack und so stopfen wir was wir haben direkt mit in den Sack. Teils zieht der Wind ordentlich am Aussenmaterial! Wir sind schon sehr froh, dass wir am gestrigen Abend den Aufstieg zum Gipfel nicht mehr gemacht haben, der Wind hier 250 Meter tiefer reicht mehr als aus. Mitten in der Nacht steigt ein anderer Hiker vom Guajara ab. Scheinbar ist es im zu kalt oder zu windig, sonst würde man sicher nicht freiwillig den steilen Abstieg wählen. Sein Weg führt ihn direkt an uns vorbei. Ein komische Gefühl, wenn mitten in der Nacht jemand 30 cm neben dem Kopf vorbei stapft. Einen halben Meter weiter geht es steil bergab. Sicheren Schrittes ist er so schnell vorbei, wie er da war. Immer wieder beobachten wir die Sterne und die Reise des Mondes in der Nacht. Gegen 04:30 Uhr hat der Mond unser Sichtfeld verlassen und es wir dunkel! Ab 07:30 Uhr positioniert sich die Sonne, um die Insel mit Licht zu durchfluten. Schnell die Kamera aufgestellt und Kaffee gekocht, warten wir auf ihr Erscheinen. Nach dem Bekannten aber immer wieder schönen Spektakel packen wir zusammen und steigen vom Thron! Da morgen Vormittag der Sturm die Insel trifft, ändern wir unsere Pläne und folgen ab jetzt dem GR 131 nach Arona. Die eine oder andere vereiste Schneepassage auf dem Trail muss noch mit Sorgfalt passiert werden, dann erreichen wir die ersten Lavahänge, gefolgt von schönen Kiefernwäldern. Der Trail ist einfach und führt sanft ins Tal. Es ist keine Wolke am Himmel und so kann die Sonne ihre Kraft ausspielen. Erstmals riecht es durch die Wärme nach Kiefernwald. Wir erreichen den Ort Vilaflora de Chasna. Ein Café hat geöffnet.
    Wir essen etwas und halten die typische Zeremonie von Getränken aufrecht. Es ist laut, Urlauber sind an ihren Tischen ganz bei sich. Wir machen uns wieder auf den Weg Richtung Arona. So weit wie möglich möchten wir heute absteigen. Auf unser Karte finden wir eine kleine Abkürzung die uns über einen nicht markierten Pfad führt. Sehr schön hier! Die nächste Bar am Wegesrand ist geschlossen, den Getränkeautomat vor der Tür nehmen wir dankend an. Ganz zum Schluss wird es nochmal atemberaubend. Die Sonne bereitet sich darauf vor, am Horizont zu verschwinden und wir folgen den letzten Bergflanken unser Tour nach unten. Eine tolle Szenerie! Die Hänge sind gefüllt mit kleinen Drachenbäumen und Kakteen. Unser möglicher Campspot ist bereits besetzt und so ziehen wir nochmal weiter. Kurz vor Arona entscheiden wir uns den Pfad zu verlassen und auf die nicht mehr bewirtschafteten Terrassen einen Platz für die Nacht zu finden.
    Guten Rutsch & Feliz año

    ➡️ 24,6 km ⬆️ 439 HM ⬇️ 2.117 HM
    Read more