• From Dawn Till Dusk

    25. mai 2024, Tyskland ⋅ ☁️ 20 °C

    Ich stehe gegen 4 Uhr auf. Der Strand der kleinen Insel neben der Sunny öffnet sich Richtung Osten. Ich sollte also die Sonne über der Ostsee aufgehen sehen.
    Ich mache mir schnell einen Kaffee mit meiner Bialetti schlürfe Richtung Strand.
    Im Wasser befinden sich einige Aufbauten eines Strandbades. Die Anlage ist nicht verschlossen und so finde ich ein gemütliches Plätzchen mit freier Sicht gen Osten.
    Am Horizont ist schon die Morgendämmerung zu sehen und ein besonders roter Bereich kündigt den Punkt an, wo demnächst die Sonne einen neuen Tag einleiten wird.
    Kurz bevor es soweit ist, bemerke ich Stimmen, die näher kommen. Es sind vier junge Menschen, die vermutlich die Nacht durchgefeiert haben und nun mit dem Sonnenaufgang ins Bett gehen wollen. Als sie mich sitzend mit meinem Kaffee bemerken, werden sie leiser und grüßen.
    Wir geniessen gemeinsam den Sonnenaufgang.
    Ich gehe zurück in die Sunny, schließe die Dachluke, schalte die Heizung ein und kuschle mich wieder ins Bett. Das Gebläse fährt hoch und begleitet vom Klackern der Dieselpumpe steigt eine wohlige Wärme auf. Ich schlafe noch einmal ein...
    Das Vibrieren meines Handys weckte mich. Julia hatte geschrieben und es entwickelte sich ein intensiver Guten-Morgen-Chat. So intensiv, dass ich anschließend wieder selig einschlief.
    Der dritte Aufstehversuch gelang. Es war mittlerweile schon nach zehn und rechnete mir aus, wann ich heute in Hamburg sein würde. Das Frühstück fiel eher pragmatisch aus und ich machte mich in die Spur.
    Ich hatte verschiedenen Anlaufpunkte in Hamburg aber noch niemandem so richtig bescheid gegeben, dass ich komme.
    Ich schrieb Susi an, die kürzlich nach Hamburg gezogen war. Sie hatte mir von einem Parkplatz an der Elbe in der Nähe ihrer neuen Wohnung erzählt, wo des Öfteren Camper stünden. Ausserdem meldete ich mich bei Ronja und Maren. Alle hatten bereits Pläne für diesen Samstag und frühestens am Abend Zeit. Na ma schauen - ich fuhr erstmal.
    Ich überfuhr eine weitere gigantische Brücke über die Ostsee und Dänemark rollte an mir vorbei. Ich ließ meine Gedanken schweifen und plötzlich erschien der Gedanke, ich könnte doch heute auch direkt bis Berlin durchfahren. Dann hätte ich den morgigen Sonntag komplett zum Ankommen und müsste nicht direkt wieder zur Arbeit. Mir gefiel der Gedanke und ich gab Berlin ins Navi ein. Ankunft gegen 20 Uhr. Das wäre die Zeit, zu der meine Leute in Hamburg auch erst Zeit hätten. Meine Entscheidung war gefallen. Ich beließ Berlin als Ziel in meinem Navi und ergänzte Flensburg als Zwischenstop für ein Fischbrötchen - wat mutt dat mutt. Susi, Ronja und Maren hatten Verständnis und ich sagte einen Hamburg-Trip in diese Sommer zu.
    Ich steuerte Schöneberg an und überraschte Julia mit meiner vorzeitigen Ankunft. Julia freute sich und irgendwie schien sich Berlin ebenfalls über meine Rückkehr zu freuen. Mit einem farbenfrohen Regenbogen über dem Tempelhofes Feld und einem glutroten Sonnenuntergang hieß mich Berlin willkommen. Julia und ich ließen den Tag an der Spree mit Blick auf die Oberbaumbrücke ausklingen. Es war der perfekter Abschluss einer unglaublich schönen Reise.
    Les mer