Vom Lago Maggiore ans Meer
30 maggio 2025, Italia ⋅ 🌙 20 °C
Mein Tag begann dort, wo der gestrige endete – am stillen, frühen Bodensee. Die Morgensonne glitzerte auf der Wasseroberfläche, während ich mein Zelt zusammenpackte und mich innerlich auf eine lange Etappe vorbereitete. Mein Ziel war ehrgeizig: die italienische Küste. Ob ich es wirklich schaffen würde, wusste ich nicht – aber das war Teil des Abenteuers.
Der erste Teil der Route führte mich vorbei an Liechtenstein. Ursprünglich hatte ich geplant, einen kurzen Abstecher in dieses kleine Fürstentum zu machen – einfach, um es einmal gesehen zu haben. Doch im Eifer der Fahrt verpasste ich die Abzweigung. Als mir auffiel, dass ich bereits vorbei war, wirkte Liechtenstein rückblickend wie eine nahtlose Fortsetzung von Österreich oder der Schweiz – charmant, alpin, aber nicht wesentlich anders.
Der Übergang nach Italien erfolgte über einen Pass, dessen Name ich nicht einmal richtig aussprechen kann – und vielleicht ist das auch nicht nötig. Denn der Weg selbst sprach für sich: Kurven, Panorama, schroffe Berglandschaften. Es war ein herrliches Stück Straße.
Mein persönliches Highlight des Tages war jedoch der Lago Maggiore – auf Deutsch der „Lange See“. Und lang ist er nicht nur dem Namen nach. Die tiefblauen Wasserflächen, eingerahmt von steilen Hängen, und die Häuser, die scheinbar in den Felsen kleben, erzeugten eine Szenerie, die mich staunen ließ. Besonders faszinierten mich die kleinen Bootsgaragen am Fuße der Villen – als hätte jedes Haus seinen eigenen Zugang zum Wasser.
Unterwegs kam es zu einigen spontanen Bekanntschaften, freundliche Gespräche am Straßenrand, ein Winken unter Motorradfahrern – diese kleinen Begegnungen geben der Reise ihren besonderen Charakter. Der Tag zog sich, die Straßen wurden nicht kürzer – aber auch nicht langweiliger.
Um nicht allzu spät am Ziel anzukommen, entschied ich mich in den letzten zwei Stunden für die Autobahn. So erreichte ich rechtzeitig einen Campingplatz an der italienischen Küste. Heute gab es kein Restaurantbesuch – ich ging einkaufen und bereitete mir selbst etwas zu essen. Ein kleines Stück Alltag auf Reisen.
Nach einer heißen Dusche und einem Blick auf das nun ganz nahe Meer, beendete ich meinen Tag mit dem Rauschen der Wellen und einem spektakulären Sonnenuntergang. Dieses erste Abendrot über der italienischen Küste – das war ein Moment, der blieb.Leggi altro













