• Ein Tag zum genießen

    July 24 in the United States ☀️ 28 °C

    Wer erst um 4 Uhr morgens ins Bett geht, braucht für den nächsten Tag einen Wecker. Dank Jetlag fällt das Aufstehen zwar nicht ganz leicht, aber wir haben schließlich einiges vor.

    In der Lobby holen wir uns erst mal einen
    Cappuccino. Beim kassieren staunen wir nicht schlecht. 16 $ und dann sollen es noch 20% Tip werden. Da wird uns klar, das wird kein billiger Urlaub. Naja oder es geht auf radikalen Kaffee Entzug. Beides ist möglich.

    Unser erstes Ziel ist die Morgan Library. Schon beim Betreten des Gebäudes kommen wir aus dem Staunen kaum heraus. Es ist beeindruckend, was hier geschaffen wurde. Der Eingangsbereich ist ganz modern gestaltet und steht damit in radikalem Kontrast zur alten Bibliothek. Doch es passt alles hervorragend zusammen.

    Welche Reichtümer J. P. Morgen besessen haben muss, lässt diese Bibliothek nur erahnen. Zwischen dem Büro von J.P. Morgan, seiner Bibliothekarin und der Hauptbibliothek befindet sich eine spektakuläre Rotunde. Das Decken Fresko und der verbaute Marmor sind atemberaubend. Wir sitzen allein hier fast eine Stunde und bestaunen das Kunstwerk.

    In der Mitte der Rotunde wird anlässlich der 250 Jahr Feier der USA die Declaration of Independence ausgestellt. Natürlich nicht das unterzeichnete Original, aber es wurden 1776 ca. 200 Exemplare angefertigt. Eines der wengen Erhaltenen Schriftstücke dürfen wir heute bewundern.

    Dabei fällt uns auf, 250 Jahre USA ist eigentlich noch garnicht alt.

    Neben einer spannenden Tarot-Ausstellung begeistert uns vor allem die eigentliche Bibliothek mit all ihren gesammelten Werken und das Gebäude. Wir setzen uns auf eine der Bänke und lassen alles auf uns wirken. Bücher und Bibeln aus den unterschiedlichsten Ländern, uralte Ausgaben von bekannte Werke wie Robinson Crusoe – egal wohin man schaut, überall gibt es etwas Neues zu entdecken. Sogar den geheimen Aufgang in die Galerie haben wir entdeckt. Es ist kaum zu glauben, welche Schätze hier gesammelt wurden. Und das alles von der Frau die als Erste der Welt Harvard absolviert hat.

    Nach so viel Kultur meldet sich langsam der Hunger. Bei Whole Foods werden wir fündig. Es gibt eine Art Kantine bei der nach Gewicht bezahlt wird. Wir verschätzen uns natürlich ein kleines bisschen bei der Menge, aber dafür schmeckt das Essen wirklich richtig gut.

    Frisch gestärkt machen wir uns auf den Weg zur Roosevelt Island Tram. Die Gondel bringt uns in wenigen Minuten auf die andere Seite des East River. Allein die Fahrt lohnt sich schon wegen der Aussicht.

    Drüben angekommen legen wir erst einmal eine kleine Trinkpause ein. Michi fällt dabei etwas auf, worüber wir beide schmunzeln müssen: Die Flaschendeckel lassen sich hier ganz normal abschrauben und bleiben nicht wie in Deutschland an der Flasche hängen. Ein Highlight.

    Anschließend laufen wir bis zur Südspitze der Insel. Hier befindet sich das Roosevelt Memorial. Es ist in eine wunderschöne Parkanlage eingebetet. Im Schatten eines Baumes genießen wir einfach den Ausblick auf die Manhattan Skyline und freuen uns darüber, dass trotz der sommerlichen Temperaturen immer wieder eine leichte Brise weht.

    Auf dem Rückweg nehmen wir die andere Seite und entdecken unterwegs ein kleines Gehege mit Gänsen, Schwänen, Eichhörnchen und vielen weiteren Tieren. Total süß und irgendwie ein schöner Kontrast zur Großstadt.

    Auf dem Weg von der Gondel zum Central Park kommen wir noch an einem Instagram Restaurant vorbei. Serendipy heist der Laden und ist für seine frozzen hot choccolate berühmt.
    Beim Blick auf die Preise trifft uns der Schlag. Die Preise sind wirklich fern von gut und böse. Nach kurzem Überlegen finden wir aber doch eine Lösung und teilen uns einfach einen riesigen Erdbeer-Eisbecher. Dazu gibt es zwei Eiskaffees.

    Und das war definitiv die richtige Entscheidung. Selbst gemeinsam haben wir den Eisbecher kaum geschafft. Das war wie ein Hermine-Taschen-Eisbecher. Egal wie lange wir gegessen haben, es war kein Ende in Sicht. Mehrere Kugeln Eis, Käsekuchen, frische Erdbeeren, Sahne und jede Menge Erdbeersoße – eine süße Sünde. Und sooo lecker.

    Um den Zucker wieder etwas abzubauen, geht es anschließend in den Central Park. Wir starten im Südosten, direkt beim unterirdischen Apple Store. Erst hier merkt man, wie riesig der Park eigentlich ist.

    Wir laufen quer durch den Park und beobachten die Menschen. Überall wird gepicknict, Sport gemacht oder einfach die Sonne genossen. Unterwegs entdecken wir verschiedene Statuen wie die von Columbus. Michi lässt es sich nicht nehmen und macht mit mir ein Späßchen. Gegenüber steht „Das geschüttelte Bier“. Na wer kommt auf die Berühmtheit?

    Wir setzen uns zwischendurch immer wieder auf eine Bank, um das bunte Treiben zu beobachten.

    Natürlich kommen wir auch an der berühmten Treppe und dem Platz vorbei, die man aus unzähligen Filmen kennt – unter anderem aus John Wick. Wie so oft wirkt im echten Leben alles deutlich kleiner, als man es sich vorher vorgestellt hat.

    Je weiter wir durch den Park laufen, desto ruhiger wird es. Am See entdecken wir mehrere Schildkröten, die gemütlich auf den Steinen in der Sonne liegen. Als es langsam dämmert, beginnen sogar die ersten Glühwürmchen zu leuchten – ein richtig schöner Abschluss für unseren Spaziergang.

    Über den Obelisken machen wir uns schließlich auf den Rückweg zum Hotel. Dort heißt es erst einmal duschen, Wasser auffüllen und die Füße hochlegen. Nach über 30.000 Schritten sind wir beide ziemlich geschafft.
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