November 2017
  • Day11

    Ha Noi

    November 14, 2017 in Vietnam ⋅ ☀️ 28 °C

    Ankunft am Flughafen: bisher hatte es noch immer kostenloses WLAN gegeben, aber hier will sich mein Handy einfach nicht verbinden... Muss ich also doch noch die vietnamesische Taxierfahrung machen? Da kommt gerade eine Gruppe anderer Reisender auf mich zu und fragt ob wir uns ein Grab (asiatisches Uber) in die Stadt teilen wollen - super! :-)

    Ha Noi selbst ist sehr geschäftig, es gibt viele gute Lokale und Cafés (bzw. hier Ca Phe geschrieben) und überall Straßenstände. Zudem will einem gefühlt jeder eine Tour in die Halong Bucht, nach Sa Pa oder in sonstige Regionen des Landes verkaufen. Zwischen dem Essen und Trinken hat Ha Noi den Literaturtempel, den Hoan Kiem See, die Altstadt und noch vieles mehr zu bieten. Von Museen hatte ich erst mal genug...

    Gerade hier in der Innenstadt und um den See gibt es viele junge Vietnamesen, die einen ansprechen um ihr Englisch zu üben. Dann gibt es einen Schwall an Fragen auf Englisch, viel gemeinsames Gelächter und ein paar neu gelernter Wörter Vietnamesisch sind auch noch dabei.

    Fazit Vietnam: das Essen ist fantastisch wenn auch leider nicht immer und überall ganz so frisch wie angepriesen. Es ist an vielen Ecken des Landes unglaublich schön (auch wenn ich nur einen kleinen Teil gesehen habe). Auch hier sind die Leute wahnsinnig freundlich; von den unangenehmen Vertretern des Volkes, von denen man insbesondere in Bezug auf Taxis und Touren viel hört, wurde ich zum Glück verschont - abgesehen von einem etwas arg aufdringlichen Barbesitzer in Hoi An, dem es relativ egal war, dass ich nicht Single und auch nicht interessiert bin... es gibt unglaublich viele ausländische Touristen, nach Indien geradezu ein Schock! Das Verkehrschaos dagegen ist nach Indien sogar fast schon entspannend ;-) Insgesamt hat das Land einfach unglaublich viel zu bieten und ist auf jeden Fall auch eine längere Reise wert!
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  • Day8

    Bai Tu Long Bay

    November 11, 2017 in Vietnam ⋅ ☁️ 5 °C

    Schon seit relativ langer Zeit und recht weit oben auf der Liste befand sich die Halong Bucht. Entsprechend musste eine mehrtägige Tour mit Übernachtung her! Beim Suchen im Reiseführer und im Internet stellt sich recht schnell die Erkenntnis ein: es muss stattdessen in die Bai Tu Long Bucht gehen.

    Der Legende nach stieß vor sehr langer Zeit eine Drachenmutter mit ihren Kindern vom Himmel herab um den Vietnamesen bei der Verteidigung gegen Eindringlinge zu helfen. Nachdem diese vertrieben waren hat sich die Mutter in der Ha Long (herabstoßender Drache) und die Kinder in der Bai Tu Long (Drachenkinder) Bucht niedergelassen. Heute bedeckt die Bai Tu Long Bucht das wesentlich größere Gebiet und bietet die gleichen charakteristischen Steinformationen wie die Halong Bucht. Da Erstere kaum bekannt ist, sind hier fast keine anderen Boote anzutreffen.

    Daher ist die Auswahl an Anbietern nicht sonderlich groß. Da ich sehr kurzfristig buche, bekomme ich jedoch zu einem erschwinglichen Preis eine schöne Luxustour :-) auf dem Programm steht viel Kajaken, kurze Strandbesuche inklusive eines Barbecues am Privatstrand, der Besuch eines schwimmenden Dorfes, Squid Fishing (nicht sehr erfolgreich, alle zusammen angeln leider nur zwei Squids :D) und jeeeeede Menge Essen!

    Das schwimmende Dorf war besonders interessant. Früher wurde hier noch auf dem Wasser alles Mögliche angebaut, nach den verheerenden Stürmen der letzten Jahre sind jedoch die meisten Bewohner auf das Festland umgezogen. Die verbleibenden betreiben jetzt eine Austernzucht für Perlen. Bei der Führung lernen wir auch wie Austern dazu gebracht werden eine Perle zu bekommen und wie diese dann geöffnet werden. Es werden Austern in den unterschiedlichsten Größen gezüchtet; von den tausenden dort kann jedoch etwa nur eine aus zehn schließlich auch verkauft werden. Die restlichen Austern sind entweder nicht mehr lebendig, haben keine Perle bekommen oder diese entspricht nicht den Qualitätsanforderungen.

    Neben den vielen Aktivitäten gibt es aber auch noch ein bisschen Zeit um den herrlichen Ausblick vom Sonnendeck zu genießen. Nach den Regengüssen in Hoi An zeigt sich Wetter hier von seiner schönen und oft sonnigen Seite :-) insgesamt war die Tour einfach nur wahnsinnig schön und die Bucht hat sich absolut zu Recht so weit oben auf meiner Liste befunden!

    Auf der Rückfahrt halten wir noch in einem Dorf, wo uns eine Vorführung eines Wasserpuppentheaters gezeigt wird. Ein sehr traditionelles Stück Vietnam und nicht unbedingt jedermanns Sache, aber durchaus interessant anzuschauen ;-)
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  • Day4

    Hoi An (oder Atlantis?)

    November 7, 2017 in Vietnam ⋅ ⛅ 27 °C

    Tag vor der Abfahrt in die Stadt, die von vielen als die schönste Vietnams bezeichnet wird: Hoi An. Kaum komm ich von den Cu Chi Tunneln zurück ins Hostel hat sich Agoda gemeldet; der schlimmste Taifun seit mehr als zehn Jahren in Vietnam hat auch Hoi An nicht verschont. Große Teile der historischen Altstadt stehen völlig unter Wasser, so auch meine geplante Unterkunft. Sie bieten an, mich ohne Aufpreis in einer anderen (etwas teuereren) unterzubringen. Nach etwas überlegen ob sich das noch lohnt nehme ich schließlich dankend an - es wird sich schon was zu tun finden, auch in der Umgebung.

    Dazu kommt noch, dass am Wochenende der APEC Gipfel ganz in der Nähe stattfindet und vorher ein Besuch der historischen Altstadt auf dem Programm steht. Vietnam hat es genau zum falschen Zeitpunkt erwischt...

    Im Landeanflug werden schon Teile des Ausmaßes ersichtlich. Weite Flächen stehen unter Wasser, es ist gar nicht ersichtlich wo normalerweise die Küste verläuft, dazu regnet es noch ununterbrochen. Die Straßen sind immerhin ziemlich frei, wenn auch derzeit kaum Verkehr herrscht. Die Brandung zeigt sich auf jeden Fall eher wie an einem stürmischen Tag in der Bretagne, das mit dem Strand als Alternative wird schon mal nix. In der Unterkunft erklären sie dann auch dass der Weg zu den Tempelruinen bei My Son nicht passierbar ist. Dann wird's halt eine entspannte Auszeit mit viel gutem Essen und Sport. Die Besitzer der Unterkunft sind auch super freundlich :-) sie wollen mich die ganze Zeit mit einer britischen Reisenden verkuppeln - unsere Erklärung dass wir beide vergeben sind laufen ins Leere, dafür reicht ihr Englisch leider nicht... Aber sie laden mich immer wieder zu selbstgekochtem Mittagessen ein und machen frischen Saft aus Passionsfrüchten, die sie in ihrem Innenhof anbauen.

    Am nächsten Tag dann die Überraschung: der Regen hat aufgehört (zumindest vorerst) und das Wasser geht langsam zurück. Nichts wie ab in die Stadt! Sie ist wirklich wahnsinnig schön und auch wenn noch ein paar unter Wasser sind, sind die meisten Straßen zum Mittag bereits wieder in bestem Zustand. Die Vietnamesen sind eben auch ein geschäftstüchtiges Volk. Das mit dem guten Essen kommt trotzdem nicht zu kurz ;-)
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  • Day1

    Saigon vs. Ho Chi Minh City

    November 4, 2017 in Vietnam ⋅ ☁️ 28 °C

    Oder auch die Frage: are you republican or communist?

    Ankunft am Flughafen: wieder kein Visum gebraucht; der deutsche Reisepass ist einfach super! Es gibt sogar Wifi und ich kann ein Uber zu meinem Hostel bestellen. Basierend auf den Geschichten die ich bisher so gehört hab, geht das gerade zu einfach... das ändert sich auf dem Fußweg zum Hostel, das in einem Block voll kleiner, unübersichtlicher Gassen liegt und auf meiner Karte auch noch falsch eingezeichnet ist. Dank der Hilfe netter Locals komme ich noch gut beim Hostel an.

    Das Frühstück am nächsten Tag ist der Wahnsinn. Auswahl aus über 100 möglichen Zusammenstellungen von frisch zubereiteten Essen, warmen Getränk, frisch zubereitetem Smoothie und Früchten. Dazu sind die Leute noch unterhaltsam. So kann der Trip durch Vietnam starten :-)

    Der Besuch im Kriegsmuseum geht dann ganz schön an die Substanz. Nach einer äußerst kurzen Nacht in zwei Fliegern gehen einem die hier gezeigten Bildet und Geschichten besonders nahe. Schade ist nur, dass sie so viel mehr daraus machen könnten und die Kriegsverbrechen sehr einseitig dargestellt werden.

    Am nächsten Tag geht es mit einer Reisegruppe, die sich das Prädikat 'Hummeldumm' (in Anlehnung an Tommy Jaud) sehr gründlich verdient hat, zu den Tunneln bei Cu Chi. Hier wurde das Tunnelsystem der Vietcong aus dem Vietnamkrieg für Touristen zugänglich aufbereitet. Zwar ist es die reinste Massenveranstaltung und die Gruppe ein totales Chaos, aber es ist sehr interessant mit welchen Tricks sie den militärisch überlegenen Amerikanern begegnet sind:
    - an den Lüftungschächten wurde die Kleidung gefallener Amerikanischer Soldaten eingegraben, damit die Spürhunde kein Signal geben
    - die Sandalen wurden umgekehrt getragen, um den Eindruck zu vermitteln, dass sie in die andere Richtung gegangen sind
    - der Rauch aus der Küche wurde an mehrere weit entfernte Stellen umgeleitet. Wenn er entdeckt wurde, haben die Bomben die Tunnel nicht getroffen

    Und das sind nur ein paar... Die Tunnel selbst sind extremst niedrig (zumindest für europäische Verhältnisse) und die meiste Strecke kann nur in der Hocke zurückgelegt werden. Gepaart mit dem langsamen Vorwärtskommen in der Gruppe führt das zu schönem Muskelkater in den Oberschenkeln am nächsten Tag.

    Die Frage von oben wurde dann auch noch beantwortet: Die Kommunisten bezeichnen die Stadt nach ihrem großen Führer Ho Chi Minh, die Republikaner bleiben lieber beim alten Namen von den Franzosen: Saigon
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