• Revontulet - Der Feuerfuchs

    January 18, 2025 in Finland ⋅ 🌬 -2 °C

    Revontulet – der Feuerfuchs, ein finnisches Märchen über die Nordlichter

    Ein Geschichte erzählt von unserem Guide (den Namen weiss ich leider nicht mehr) in englisch auf unserem letzten Ausflug nach der Jagd auf die Nordlichter, die wir auch gefunden haben: https://findpenguins.com/6kdeanaddcs1g/footprin….

    Sie hat sich die Mühe gemacht, dies für uns auf Nachfrage hin per Mail zur Verfügung zu stellen. Vielen herzlichen Dank dafür.

    🦊🦊🦊🦊🦊🦊🦊🦊🦊🦊🦊🦊🦊🦊🦊🦊

    Vor langer Zeit, vor der Menschheit, gab es auf der Erde nur Tiere. Das Leben war damals ein wenig anders: tagsüber war es hell, wie wir es heute kennen, und die Sonne wachte über die Tiere, aber nachts war es dunkel. Der Mond stand ganz allein am stockfinsteren Himmel und die Tiere konnten wegen der Dunkelheit nichts anderes tun als schlafen. Die Tiere konnten den Mond nicht einmal sehen, der nachts über sie wachte.
    Mond und Sonne waren die besten Freunde, aber nach und nach merkte die Sonne, dass etwas den Mond störte. Da sie wissen wollte, was der Grund dafür war, ging die Sonne zum Mond und fragte: „Hey, Mond, mir ist aufgefallen, dass du dich in letzter Zeit nicht wie du selbst benimmst. Was stört dich?“ Zuerst zögerte der Mond, der Sonne zu gestehen, was ihn störte, aber schließlich fasste er den Mut, ihr zu sagen: „Also, wenn ich ehrlich bin, bin ich ein bisschen eifersüchtig auf dich. Du bist mit jedem Tier befreundet und alle lieben dich, aber nachts weiß wegen der Dunkelheit niemand, dass ich da oben bin. Ich fühle mich dort einsam.“

    Die Sonne hörte zu, verstand und wollte unbedingt etwas tun, damit es dem Mond besser ging.

    Schließlich kam die weise Sonne auf eine Idee: Sie lieh dem Mond etwas von ihrem Licht, damit der Mond nachts auf die Erde schien, damit die Tiere den Mond sehen und kennenlernen konnten.

    Das hat den Mond schon so glücklich gemacht, aber gleichzeitig wurde der Sonne klar, dass es nichts war, was der Mond allein hätte. Schließlich borgte er sich das Licht nur.

    So kam die Sonne auf eine andere Idee. Sie machte all diese hellen Sterne, damit der Mond in der Nacht Gesellschaft hatte. Um es besonders zu machen, sagte die Sonne zum Mond, dass sie die Sterne in einer besonderen Reihenfolge am Himmel anordnen würde. Die Sonne bat jedes einzelne Tier, sich in eine Reihe zu stellen, und die Sonne wählte nacheinander ein Tier aus, nahm einen Haufen Sterne und ordnete die Sterne in diesen besonderen Konstellationen an, um jedes Tier darzustellen. Die Sonne nahm den Bären und gab ihm das Sternbild des großen Bären, dann fügte sie den kleinen Bären neben sich hinzu. Als der Schwan an der Reihe war, machte sie dieses wunderschöne Sternbild des Schwans. Tier für Tier bekam jeder sein eigenes Sternbild.
    Als Letzter in der Reihe war dieser winzige kleine Fuchs, der große Hoffnungen in das Sternbild setzte. Er hoffte auf etwas Großes, Helles und mit vielen Sternen. Etwas Einzigartiges, das andere auf der ganzen Welt sehen würden.
    Als der kleine Fuchs endlich an der Reihe war, sah die Sonne wirklich verblüfft aus. „Es tut mir leid, Fuchs, aber ich fürchte, ich habe schon keine Sterne mehr. Ich habe nicht genug für dein Sternbild.“ Diese Nachricht brach dem Fuchs das Herz. Er hatte so viele Träume von dem Sternbild gehabt und stand nun ohne einen da.

    Die weise Sonne erkannte, wie tieftraurig der Fuchs war, und wollte ihn aufmuntern, also dachte sie sich etwas anderes für den Fuchs aus. „Hey, Fuchs, wie wäre es, wenn wir statt des Sternbilds die Spitze deines Schwanzes anzünden?“ Dieser Vorschlag machte dem Fuchs Angst. Warum um Himmels Willen sollte er das wollen? Das würde ihm, den anderen und der umgebenden Natur wehtun. Aber die Sonne versicherte dem Fuchs, dass es nicht diese Art von Feuer sei. Stattdessen sei es etwas Schönes, etwas, das niemandem wehtun würde, etwas, das noch niemand zuvor gesehen hatte.

    Der Fuchs war wegen der ganzen Idee immer noch nervös, aber dann erinnerte er sich, dass jeder wusste, dass die Sonne die Weise war, und deshalb beschloss er, den Sprung ins Ungewisse zu wagen.

    Der Fuchs stimmte zu, dass die Sonne seinen Schwanz anzündete. Und so geschah es. Der kleine Fuchs hatte schreckliche Angst vor der ganzen Sache, aber in dem Moment, als der Schwanz brannte, erkannte er, was für ein erstaunliches Ding das war! Es war wunderschön und wirklich etwas, das noch niemand zuvor gesehen hatte. Etwas, das nur der Fuchs hatte.

    Der Fuchs begann durch die Wälder, Hügellandschaften und Feuchtgebiete zu rennen, nur um seinen neuen Schwanz zu zeigen. Er sorgte dafür, dass jeder diesen wunderbaren Schwanz zu sehen bekam. Und während der Fuchs durch die Wälder, Hügellandschaften und Feuchtgebiete rennt, streift der Schwanz Baumstämme, Felsen und Äste. Und wenn der Schwanz diese Dinge streift, funkelt er. Und wenn der glückliche kleine Fuchs in der Natur herumläuft, erzeugt er Millionen und Abermillionen dieser winzigen kleinen Funken. Diese Funken steigen zum Himmel auf und bilden das uns bekannte Nordlicht.
    Read more