• Italiens Schlaglochpisten

    February 22 in Italy ⋅ ☀️ 16 °C

    Aufwachen in einem Olivenhain – und das bei Kaiserwetter. Viel besser kann ein Reisetag kaum beginnen. Wir bleiben heute etwas länger stehen, genießen ein gemütliches Sonntagsfrühstück und lassen den Morgen ganz in Ruhe verstreichen. Kurz vor Mittag brechen wir auf. Rund 90 Kilometer liegen vor uns, unser Ziel: Pitigliano.

    Gleich vorneweg: Die Straßen in der Toskana sind bislang in einem miserablen Zustand. Und wir dachten wirklich schon in Ungarn, schlechter geht es kaum. Doch was wir hier erleben, toppt alles. Teilweise fühlen wir uns, als wären wir auf Feld- und Wiesenwegen unterwegs – Schlagloch reiht sich an Schlagloch, manche Straßen rutschen sogar sichtbar ab. Es ist erschreckend. Unser treuer „Johneli“ wird ordentlich durchgerüttelt, selbst auf Hauptstraßen. Wir nehmen es gelassen – ändern können wir es ohnehin nicht.

    Auf dem Weg fahren wir durch das bekannte Val d’Orcia. Doch so richtig begeistern will es uns heute nicht. Vielleicht liegt es an der Jahreszeit. Vielleicht wären die abgeernteten, goldbraunen Felder im Sommer genau das Bild gewesen, das wir im Kopf hatten. Manchmal sucht man unterwegs genau dieses eine Motiv, das man aus Reiseführern und Bildbänden kennt – und übersieht dabei fast, dass die Wirklichkeit ihre ganz eigene Version davon bereithält.

    Kaum verlassen wir das Tal, verändert sich die Landschaft spürbar. Wir erreichen eine Hochebene, mit weiten Blicken in tiefe Täler. Die Region wirkt rauer, ursprünglicher – und irgendwie ehrlicher. Unterwegs passieren wir Onano, bekannt für seine spezielle Linsensorte. Solche kleinen Besonderheiten geben einer Gegend Charakter.

    Und dann die Ankunft in Pitigliano: Direkt an unserem Parkplatz startet ein Karnevalsumzug. Musik, Kostüme, fröhliche Menschen – was für ein Empfang! Nach den holprigen Straßen ein unerwartet buntes Willkommen.
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