• Zwischen Lagune & Meer

    February 24 in Italy ⋅ ☀️ 15 °C

    Heute sind wir früh fahrbereit. Schnell noch entsorgen – wobei „schnell“ auf Reisen ja so eine Sache ist. Manchmal dauert es eben ein bisschen länger, bis alles erledigt ist. Hinter uns bildet sich eine kleine Schlange. Aber niemand drängelt. Alle haben dasselbe Ziel: leer bzw. weiterfahren.

    Die Weiterfahrt wird abenteuerlich. Holprige Straßen, seitlich abrutschende Pisten – nichts für schwache Nerven. Unser Navi ist überfordert. Also fahren wir mit drei verschiedenen Navis. Drei Meinungen, drei Richtungen – und wir mittendrin. Irgendwie gehört auch das dazu.

    Zwischendurch werden wir immer wieder belohnt: traumhafte Ausblicke über sanfte Hügel, weite Landschaften und dieses besondere Licht. Und dann – plötzlich – liegt er in der Luft: der Geruch des Meeres. Noch sehen wir es nicht, aber wir wissen, es ist nah.

    Wenig später stehen wir vor der Lagune von Orbetello. Das offene Meer versteckt sich noch.

    Wir beziehen unseren Übernachtungsplatz in Orbetello und schwingen uns auf die Räder. Die Fahrt führt durch die kleine Stadt, wo wir auch gleich eine Pizzeria für den Abend entdecken. Heute ist uns nach Pizza – und in Italien folgt man solchen Eingebungen besser sofort.

    Über die lange Brücke mitten durch die Lagune radeln wir hinüber auf die Insel Monte Argentario. Ein besonderes Gefühl, umgeben von Wasser und Himmel – als würden wir für einen Moment zwischen zwei Welten schweben.

    Und dann stehen wir da. Zum ersten Mal seit fast vier Monaten wieder am Meer. Wir atmen tief ein, genießen die salzige Luft und dieses vertraute Rauschen, das sofort Ruhe einkehren lässt. Ein kleiner, großer Moment.

    Kurz darauf führt uns der Weg über die Sanddünen wieder zurück. Der Radweg schlängelt sich meist durch duftenden Pinienwald. Wilder Rosmarin steht in voller Blüte, sein Aroma liegt schwer und würzig in der warmen Luft. Jeder Atemzug trägt ein Stück Mittelmeer in sich.

    Der Boden rechts und links des Weges ist komplett umgepflügt. Wildschweine. Sehr, sehr viele Wildschweine, wie uns ein Forstarbeiter bestätigt. Gesehen haben wir keines – vielleicht zum Glück. Aber ihre Spuren sind überall.

    Auf dem Rückweg entlang der Lagune entdecken wir in der Ferne noch ein paar Flamingos. Zartrosa Tupfer im schimmernden Wasser. Ein perfekter Abschluss dieser Runde.

    https://www.komoot.com/de-de/tour/2796455353?sh…

    Zurück bei unserem Johneli gibt es erst einmal Kaffee. Danach statten wir dem nahegelegenen Coop einen Besuch ab und decken uns mit ein paar Kleinigkeiten ein.

    Ein Tag voller kleiner Abenteuer, großartiger Natur und dem Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.
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