• Alabasterstadt der Toskana

    March 7 in Italy ⋅ ☁️ 12 °C

    Heute sind wir früh unterwegs. Nach zwei Tagen auf dem gleichen Platz haben wir wieder etwas Reisefieber und wollen weiterziehen. Unser Tagesziel, Volterra, liegt nur etwa 40 km entfernt.

    Unterwegs legen wir noch einen kurzen Stopp auf einem kostenlosen Stellplatz ein, um zu ent- und versorgen. Der Platz liegt traumhaft mit weiter Aussicht über die Landschaft – zumindest theoretisch. Heute hängt leider Dunst in der Luft und die Fernsicht ist eher bescheiden.

    Die Fahrt nach Volterra ist kurvig, aber wunderschön. Die Gegend wirkt etwas wohlhabender als in den letzten Tagen. Immer wieder fahren wir an gepflegten Höfen, alten Landhäusern und kleinen Anwesen vorbei.

    Den angepeilten Parkplatz in Volterra finden wir ohne Probleme. Zwischen mehreren abgestellten Schulbussen entdecken wir sogar noch eine passende Lücke für unser Wohnmobil.

    Nach einem kleinen Mittagessen machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Zuerst geht es noch ein gutes Stück steil bergauf, bis wir durch das erste Stadttor treten. Dahinter stehen wir plötzlich mitten in einer wunderschönen Gasse – für uns tatsächlich die schönste Gasse unserer bisherigen Toskana-Reise.

    Vor neun Jahren waren wir schon einmal hier, doch erstaunlicherweise können wir uns kaum noch daran erinnern. Also lassen wir uns einfach treiben und schlendern ohne Plan durch die Altstadt. Heute ist einiges los – vermutlich auch, weil Markttag in der Innenstadt ist.

    Volterra ist ebenso weltweit bekannt für sein Alabaster-Handwerk. Die Verbindung zwischen der Stadt und diesem besonderen Stein reicht über 2.000 Jahre zurück. Aber was ist Alabaster eigentlich? Alabaster ist ein weicher, halbtransparenter Stein, meist weiß oder cremefarben. Wenn Licht darauf fällt, wirkt er fast glühend oder milchig. Genau deshalb wird er schon seit der Antike für Kunstwerke, Skulpturen und Gefäße verwendet.

    Leider haben wir heute keine Werkstatt gefunden, in der das Handwerk vorgeführt wird. Trotzdem konnten wir nicht widerstehen: In einem kleinen Laden haben wir eine hübsche, weiß geschliffene Schale entdeckt – perfekt für grobkörniges Salz. Sie darf jetzt mit ins Wohnmobil einziehen.

    Wir finden eine überraschend schöne Kathedrale. Sie wirkt von außen eher schlicht. Innen ist sie jedoch beeindruckend schön.
    Auf der Piazza dei Priori entdecken wir zufällig einen Hintereingang – und stehen plötzlich mitten in der Kirche. Die Kathedrale ist das wichtigste religiöse Gebäude der Stadt und stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert. Im Inneren herrscht eine ruhige, fast feierliche Atmosphäre. Wir setzen uns für ein paar Minuten in eine Kirchenbank und genießen einfach die Stille.

    Langsam zieht sich der Himmel wieder zu und für den Nachmittag ist Regen angesagt. Also machen wir uns gemütlich auf den Rückweg zu unserem Wohnmobil – und verbringen den Rest des Tages ganz entspannt.
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