Schiefer Turm und Ticketkrimi
March 9 in Italy ⋅ ☁️ 16 °C
Heute Morgen werden wir von strahlendem Sonnenschein geweckt. Beste Voraussetzungen für unsere geplante Stadttour nach Pisa. Mit dem Bus geht es bequem in die Stadt, und auch hier funktioniert das sogenannte TipTap-System im Bus mit der Kreditkarte völlig unkompliziert.
Voller Vorfreude laufen wir zum berühmten Schiefen Turm. Schon beim Näherkommen beeindruckt der gesamte Platz: Der Turm, der prächtige Dom, das Baptisterium, Museen sowie das Camposanto Monumentale liegen dicht beieinander und bilden eine der schönsten historischen Anlagen Italiens.
Bei diesem Traumwetter ist für uns schnell klar: Der schiefe Turm muss bestiegen werden. Im Vorfeld hatten wir gelesen, dass es vor Ort keine Tickets zu kaufen gibt. Also buchen wir schnell noch online auf einer vermeintlich offiziellen Website. Erst nach dem Bezahlen merken wir jedoch, dass beim Datum ein Fehler passiert ist – die Tickets gelten erst für morgen. Kurz steigt der Puls und das Adrenalin schiesst in die Höhe. Nach ein paar Gesprächen mit den Mitarbeitern vor Ort erfahren wir glücklicherweise, dass eine Stornierung bis 24 Stunden vorher möglich ist. Wir haben tatsächlich noch zwei Minuten Zeit – und schaffen es gerade noch. Der kleine Schreckmoment endet mit viel Erleichterung: Am offiziellen Ticketschalter bekommen wir sogar noch Kombitickets für alle Sehenswürdigkeiten des Platzes. Der Tag ist gerettet.
Als Erstes nehmen wir den Aufstieg auf den Turm in Angriff. Über 294 Stufen führt eine enge Wendeltreppe nach oben in den Glockenturm. Der Turm ist etwa 56 Meter hoch, besteht aus rund 14’500 Tonnen Carrara-Marmor und beherbergt sieben Glocken. Die Marmorstufen sind durch Jahrhunderte von Besuchern stark abgenutzt und teilweise spiegelglatt. Besonders ungewohnt ist die Neigung des Turmes – der Körper versucht ständig, das Gleichgewicht auszugleichen. Oben angekommen werden wir mit einem fantastischen Blick über die gesamte Anlage und die Umgebung von Pisa belohnt.
Anschliessend besuchen wir den beeindruckenden Dom. Auch er wurde aus Carrara-Marmor erbaut und diente später als Vorbild für Kathedralen in Siena und Florenz. Für uns ist er bisher der schönste Dom, den wir in Italien gesehen haben.
Direkt daneben steht das Baptisterium. Von aussen wirkt es fast wie eine Kuppel einer Kathedrale. Innen ist es eher schlicht gehalten – mit einem Taufbecken und einem Altar. Es lohnt sich jedoch, einige Stufen nach oben zu steigen, denn von der Empore hat man einen schönen Blick in den Raum und durch ein Fenster auch auf den Dom.
Zum Abschluss besuchen wir das Camposanto Monumentale. Der monumentale Friedhof ist als langgestreckter Kreuzgang mit eleganten Arkaden angelegt, der einen grünen Innenhof umschliesst. Im Inneren stehen zahlreiche antike Sarkophage, die bereits im Mittelalter von wohlhabenden Pisanern als Grabstätten genutzt wurden.
Nach so viel Geschichte und Architektur meldet sich langsam der Hunger. In einer kleinen Osteria – zwar etwas touristisch, aber sehr lecker – stärken wir uns für den restlichen Tag.
Danach schlendern wir noch gemütlich durch die Gassen von Pisa bis zum Fluss Arno, bevor wir mit dem Bus wieder zu unserem Stellplatz zurückfahren.
Dort lassen wir den Tag entspannt vor dem Wohnmobil ausklingen, trinken einen Espresso und plaudern noch ein wenig mit dem Betreiber des Stellplatzes.
Ein wunderschöner Tag mit vielen Eindrücken geht zu Ende.Read more



























Traveler
Sehr eindrücklich
Traveler
Gewaltiges Gebäude
Traveler
Die Frage kommt wieder auf, wie haben die das geschafft solche Bauwerke zu erstellen ohne Maschinen
Yvi on tourJa, da hast du recht! und wie lange es früher gedauert hat, Marmor abzutragen und dann so zu bearbeiten.