• Collodi – Auf den Spuren von Pinocchio

    March 10 in Italy ⋅ ☁️ 12 °C

    Der Wetterbericht hat sich für heute geirrt – Regen ist zwar angesagt, doch dieser scheint es nicht besonders eilig zu haben.

    Ursprünglich wollten wir heute in die Stadt Lucca fahren, doch diesen Plan vertagen wir auf unbestimmte Zeit. Nach dem gestrigen Stadttag haben wir heute keine grosse Lust auf einen weiteren Stadtbummel. Stattdessen zieht es uns wieder etwas mehr aufs Land – nach Collodi.

    Das kleine Dorf Collodi in der Toskana ist vor allem wegen Pinocchio bekannt. Der Autor Carlo Collodi (eigentlich Carlo Lorenzini) wählte „Collodi“ als Künstlernamen nach diesem Dorf, dem Heimatort seiner Mutter. Sein Buch The Adventures of Pinocchio erschien zunächst 1881 als Fortsetzungsgeschichte in einer Zeitung. Erst später wurde daraus das Buch, das heute zu den meistübersetzten Kinderbüchern der Welt gehört – die Geschichte der Holzpuppe Pinocchio, die lebendig wird.

    Im Dorf begegnet man Pinocchio tatsächlich an allen Ecken. Eine riesige Pinocchio-Statue – sie soll etwa acht Meter hoch sein – begrüsst uns bereits kurz vor dem kostenlosen Stellplatz für Camper.

    In Collodi gibt es auch den Parco di Pinocchio – einen Freizeit- und Kulturpark mit Skulpturen, Kunstinstallationen und Szenen aus der Geschichte von Pinocchio. Er gilt als die Hauptattraktion für Besucher. Leider scheint der Park etwas in die Jahre gekommen zu sein; zumindest vermitteln dies zahlreiche Bewertungen bei Google und Tripadvisor. Deshalb entscheiden wir uns gegen eine Besichtigung.

    Direkt daneben steht die prächtige Villa Garzoni mit dem berühmten Giardino Garzoni. Der Garten gilt als einer der schönsten historischen Gärten Italiens – mit Terrassen, Treppen, Brunnen und Statuen. Doch auch diesen lassen wir aus. Ein Eintrittspreis von 19 Euro pro Person erscheint uns für einen kurzen Besuch dann doch etwas hoch.

    Stattdessen machen wir uns auf den Weg bergwärts in den alten Dorfteil von Collodi. Enge und steile Gassen prägen das gesamte Dorfbild, und es ist erstaunlich, dass hier noch Menschen leben. Es wirkt fast so, als gäbe es im Ort keine Waschmaschinen – Wäsche wird noch immer auf einem Platz von Hand gewaschen. Irgendwie romantisch und gleichzeitig fast ein wenig gruselig. Trotzdem wirkt alles lebendig und gepflegt.

    Nach diesem ausgiebigen Workout – am Ende zeigt die Schrittzähler-App immerhin 35 erklommene Stockwerke – machen wir es uns wieder im Wohnmobil gemütlich, trinken einen Espresso und warten auf den angesagten Regen.
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