Kap Kolka – 2 Meere treffen aufeinander
May 3 in Latvia ⋅ ☁️ 10 °C
Nach einer überraschend ruhigen Nacht an unserem improvisierten Übernachtungsplatz starten wir früh in den Tag. Kein Klopfen, keine Wegweisung – stattdessen ein gemütlicher Abend und erholsamer Schlaf. Trotzdem wollen wir die „Gastfreundschaft“ des Wiesenbesitzers nicht überstrapazieren und brechen zeitig auf.
Unser erster Stopp führt uns zu einer Circle K Tankstelle – allerdings nicht nur für Treibstoff, sondern in erster Linie für Wasser. Für die nächsten drei Tage wird es kaum Möglichkeiten geben, unsere Vorräte aufzufüllen. Und wenn doch, ist das Wasser oft bräunlich und stark verschmutzt – selbst mit Filter keine Option für unseren Tank.
Vor uns liegen rund 100 Kilometer bis zum Kap Kolka – einem besonderen Ort, an dem die Baltische See auf den Meerbusen/Golf von Riga trifft.
Am Ziel angekommen entscheiden wir uns bewusst gegen den belebten, kostenpflichtigen Parkplatz mit Infrastruktur. Stattdessen wählen wir einen einfachen, kostenlosen Parkplatz – ruhiger, naturnäher, genau unser Ding. Am Abend stehen wir dort mit nur vier weiteren Campern, umgeben vom Rauschen des Meeres und einer fast greifbaren Stille.
Ein Spaziergang zum Kap darf natürlich nicht fehlen. Auf dem Weg dorthin begleitet uns die eher raue Baltische See. Der Wind ist spürbar, die Wellen lebendig. Doch kaum erreichen wir die Spitze, ändert sich das Bild schlagartig: In Richtung Riga liegt das Wasser ruhig da, fast spiegelglatt – und der Wind scheint einfach zu verschwinden. Ein faszinierendes Naturphänomen.
Die oft beschriebenen Farbunterschiede der beiden „Meere“ bleiben uns heute allerdings verborgen. Vielleicht liegt es daran, dass die Ostsee ungewöhnlich ruhig ist. Auch die Strömungen lassen sich mit bloßem Auge nicht erkennen – die Magie liegt heute eher im Gefühl als im sichtbaren Kontrast.
Das Kap Kolka liegt im Slītere-Nationalpark an der livischen Küste – einem der artenreichsten Gebiete Nordeuropas. Hier finden sich alle für Lettland typischen Waldtypen, etwa die Hälfte aller Pflanzenarten des Landes und beeindruckende 60 % der Moosarten.
Doch dieser friedliche Ort hat auch eine bewegte Vergangenheit: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Küste zur sowjetischen Grenzzone. Der Zugang zum Meer war streng reglementiert, Stacheldrahtzäune durchzogen die Dünen, und der Strand wurde nachts überwacht und beleuchtet. Reisen in diese Region waren nur mit Sondergenehmigung möglich.
Heute ist davon nichts mehr zu sehen – die Natur hat sich ihren Raum zurückerobert.
Zurück im Hier und Jetzt gönnen wir uns noch einen Drink und eine kleine Käseplatte in einer einfachen Bar. Die Temperaturen sind inzwischen deutlich gesunken, und so führt uns der Rückweg durch den Wald zügig zurück zu unserem Wohnmobil.
Den Abend lassen wir gemütlich ausklingen, während draußen langsam die Dunkelheit über die Küste zieht.
Morgen soll das Wetter umschlagen – Regen ist angekündigt.
Mal sehen, was der nächste Tag bringt.Read more



























Traveler
ich denke eher, dass es vorne recht flach ist und hinten, wo es dunkler wird, deutlich tiefer! Das sieht man an Nord- und Ostsee oft
Yvi on tourDa hast du wahrscheinlich recht!
Traveler
Am besten sieht man das zusammen fließen oben in Nord-Dänemark in Skagen wo Nord- und Ostsee zusammenfließen!
Yvi on tourJa, das haben wir irgendwann auch auf dem Programm. Danke dir für deinen Hinweis.