Ruhetag? Nicht für alle!
6 hours ago in Sweden ⋅ ☀️ 24 °C
Der gestrige Tag hatte definitiv keinen Platz auf der Liste der grossen Abenteuer. Stattdessen standen die weniger glamourösen Seiten des Camperlebens auf dem Programm: entsorgen, Frischwasser bunkern und anschliessend der obligatorische Grosseinkauf.
Zum Glück ist das Einkaufen hier in Schweden deutlich entspannter als in den letzten Wochen. Viele Produkte kennen wir aus der Heimat und müssen nicht erst mit der Übersetzungs-App herausfinden, ob wir gerade Joghurt, Katzenfutter oder Tapetenkleister in den Einkaufswagen legen. Das spart Zeit – und schont die Nerven.
Nachdem Yvonne die letzten Tage mit einer Erkältung gekämpft hat, hat sich das Virus nun wohl gedacht: «Jetzt ist Andreas an der Reihe.» Also suchen wir uns einen ruhigen Waldparkplatz, schalten einen Gang runter und verbringen den Nachmittag gemütlich im Wohnmobil. Während Andreas seine Erkältung pflegt, wird nebenbei noch das neueste YouTube-Video fertiggestellt.
Nach einer herrlich ruhigen Nacht sieht die Welt schon wieder etwas besser aus. Für Yvonne steht heute eine Wanderung im Naturreservat Gyllbergen auf dem Programm, während Andreas dem Wohnmobil treu bleibt und hofft, dass Ruhe und Nichtstun wahre Wundermittel sind.
Schon nach den ersten Schritten zeigt sich, warum dieses Naturreservat so beliebt ist. Alte Kiefern- und Fichtenwälder wechseln sich mit Moorlandschaften ab und immer wieder führen Bohlenwege durch die feuchten Stellen. Trockene Füsse inklusive. Der Waldboden ist angenehm weich, federt jeden Schritt ab und überall liegt dieser typische Waldduft in der Luft. Es ist so ruhig, dass man fast das Gefühl hat, der Wald flüstert.
Ein weiteres Highlight lässt nicht lange auf sich warten: Blaubeeren! Und zwar jede Menge. Natürlich wird fleissig probiert – schliesslich muss die Qualität überprüft werden. Das Ergebnis: bestanden! Ein paar Beeren schaffen es tatsächlich bis in die Dose und werden nicht alle direkt unterwegs vernascht.
Nach gut 4,5 Kilometern wartet ein grosser See mit mehreren Schutzhütten und Grillstellen. Der perfekte Ort für eine Pause. Wenige Minuten später folgt bereits die nächste Überraschung: eine holzbefeuerte Waldsauna mitten im Nirgendwo. Was für ein idyllischer Platz mitten in der Natur.
Der Rückweg führt zunächst weiter durch den Wald und später entlang der Winter-Langlaufloipe zurück zum Parkplatz. Überall summt und brummt es. Die Bienen sind fleissig und sammeln emsig den Nektar der blühenden Blumen.
https://www.komoot.com/de-DE/tour/3107579488?re…
Nach fast vier Stunden und 9,7 Kilometern bin ich wieder zurück beim Wohnmobil. Das Erste, was auf dem Programm steht: eine ausgiebige Dusche.
Danach gibt es schwedische Erdbeeren und die selbst gepflückten Blaubeeren zum Abendessen. Gesund? Vielleicht. Lecker? Definitiv. Und wenn man die Blaubeeren selbst pflückt, schmecken sie sowieso mindestens doppelt so gut.Read more
Hälsingland – Wo Bauernpaläste Geschichte erzählen
July 11 in Sweden ⋅ ☁️ 24 °C
Nach einer sehr ruhigen Nacht an der Küste und zwei erlebnisreichen Stadttagen entscheiden wir uns heute wieder für eine Fahrt ins Landesinnere. Unser Ziel sind die Hälsinghöfe.
Die Hälsinghöfe (schwedisch: *Hälsingegårdar*) sind historische Bauernhöfe in der schwedischen Region Hälsingland. Sie sind bekannt für ihre großen, repräsentativen Holzhäuser, die wohlhabende Bauern im 18. und 19. Jahrhundert errichten ließen. Besonders beeindruckend sind die aufwendig bemalten Innenräume mit kunstvollen Wand- und Deckenmalereien. Die Höfe vereinen bäuerliche Lebensweise mit außergewöhnlicher Architektur und Handwerkskunst.
2012 wurden sieben besonders gut erhaltene Hälsinghöfe unter dem Namen *Decorated Farmhouses of Hälsingland* in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die Auszeichnung würdigt vor allem zwei Besonderheiten: Zum einen bauten die Bauern in Hälsingland aussergewöhnlich grosse Festräume – grösser als Bauernhöfe irgendwo sonst auf der Welt. Zum anderen sind hier mehr reich dekorierte bäuerliche Innenausstattungen erhalten geblieben als in jeder anderen Region.
Bereits im 17. Jahrhundert begannen die Hälsingbauern, grosszügige Wohnhäuser zu errichten und einzelne Räume ausschließlich für festliche Anlässe aufwendig auszustatten. Im 19. Jahrhundert erreichte diese Entwicklung ihren Höhepunkt. Ein einziger Hof konnte damals bis zu 15 eingerichtete Zimmer besitzen, obwohl im Alltag oft nur zwei oder drei genutzt wurden. Die übrigen Räume kamen nur zu besonderen Ereignissen wie Hochzeiten oder anderen grossen Familienfeiern zum Einsatz. Die Festräume waren häufig prachtvoll dekoriert. Landschaften, Stadtansichten und farbenfrohe Blumenornamente wurden direkt auf Wände und Decken gemalt und sollten den festlichen Charakter sowie den Wohlstand der Besitzer unterstreichen.
Unser erster Halt ist das Besucherzentrum auf dem Hof Ol-Anders. Dort bestaunen wir einen wunderschön bemalten Festsaal, der für eine Hochzeit dekoriert ist. Anschließend besuchen wir die drei Höfe Löka, Pallars und Jon-Lars, die wir von außen besichtigen. Die beiden letztgenannten können im Rahmen einer Führung zur Mittagszeit auch von innen besichtigt werden. Die Führungen finden auf Schwedisch statt, eine Voranmeldung wird empfohlen.
Die vielen Eindrücke, die wunderschönen falunroten Häuser und die weite Landschaft wirken noch lange nach. Für heute reicht es – wir suchen uns einen ruhigen Übernachtungsplatz und verbringen den Rest des Tages ganz entspannt. Als am Abend leichter Regen einsetzt und die Tropfen leise auf unser Dach fallen, kehrt eine wohltuende Ruhe ein. Ein perfekter Ausklang dieses besonderen Tages.Read more
Hudiksvall – eine unerwartete Perle
July 10 in Sweden ⋅ ☁️ 22 °C
Nach einer kurzen und leider wenig erholsamen Nacht verlassen wir unseren Übernachtungsplatz schon sehr früh. Die nächtlichen Ruhestörungen haben ihre Spuren hinterlassen, und wir sind froh, weiterzufahren. Ob unser nächstes Ziel und vor allem der neue Stellplatz die ersehnte Ruhe bringen werden, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Heute führt uns unser Weg nach Hudiksvall.
Die kleine Küstenstadt liegt in der schwedischen Region Hälsingland direkt an der Ostsee und empfängt uns mit einer angenehm entspannten Atmosphäre. Hudiksvall trägt bei den Schweden den liebevollen Spitznamen „Glada Hudik“ – das fröhliche Hudik. Dieser Name passt erstaunlich gut, denn schon bei unserer Ankunft spüren wir eine gewisse Leichtigkeit und Gelassenheit, die diesen Ort auszeichnet.
Am Hafen entdecken wir etwas versteckt den Wohnmobilstellplatz. Kaum stehen wir, kommt auch schon der Betreiber vorbei und schaut nach dem Rechten. Er kontrolliert freundlich, ob alle Wohnmobilisten ihre Gebühr bezahlt haben, und natürlich kommen wir schnell ins Gespräch. Auch hier sind nächtliche Ruhestörungen ein Thema – ein Problem, das uns auf dieser Reise bereits begleitet. Er beruhigt uns jedoch: Dieser Platz sei normalerweise sehr ruhig. Wir sind gespannt und hoffen auf eine entspannte Nacht.
Nach einer kurzen Pause machen wir uns auf den Weg, um die Stadt zu erkunden. Entlang der Uferpromenade spazieren wir in Richtung des historischen Viertels Fiskarstan – und werden nicht enttäuscht.
Fiskarstan gehört zu den schönsten Ecken Hudiksvalls. Zwischen schmalen Gassen, bunten Holzhäusern und den typischen roten Bootsschuppen am Wasser fühlt man sich ein Stück weit in vergangene Zeiten zurückversetzt. Die liebevoll erhaltenen Gebäude erzählen von der Geschichte der alten Hafenstadt. Nach mehreren schweren Stadtbränden, besonders nach dem Russeneinfall im Jahr 1721, wurde dieser Bereich wieder aufgebaut und ist heute eines der Wahrzeichen der Stadt.
Hudiksvall ist keine Stadt, die mit einer langen Liste spektakulärer Sehenswürdigkeiten aufwartet – und genau darin liegt ihr Charme. Hier geht es nicht um große Attraktionen, sondern um kleine Momente: ein Spaziergang am Wasser, historische Holzhäuser, Boote im Hafen und diese typisch schwedische Ruhe, die man als Reisender so gerne sucht.
Zwischen den roten Bootshäusern, der Promenade am Lillfjärden und den gemütlichen Straßen erleben wir Schweden von seiner authentischen Seite. Wer abseits der bekannten Touristenorte unterwegs ist, findet hier einen Ort mit viel Herz, Natur und einer ganz besonderen Gelassenheit.
Für uns ist Hudiksvall eine echte Überraschung. Eigentlich nur als Zwischenstopp geplant, wächst uns die Stadt schnell ans Herz. Sie ist ruhig, ursprünglich und genau das, was wir auf unserer Reise suchen.
Den Abend genießen wir ganz entspannt an unserem Wohnmobil. Bei gegrilltem Fleisch lassen wir den Tag ausklingen und sitzen noch lange gemütlich zusammen. Der Blick über das Wasser ist wunderschön – ein perfekter Abschluss für einen unerwartet schönen Tag in Hudiksvall.
Jetzt hoffen wir nur noch auf eine ruhige Nacht …Read more
Auf dem Indalsleden nach Sundsvall
July 9 in Sweden ⋅ ⛅ 19 °C
Heute verlassen wir die unberührte Natur Nordschwedens und machen uns auf den Weg Richtung Bottnischer Meerbusen. Unser Tagesziel ist Sundsvall – eine Stadt, auf die wir uns nach den vergangenen Tagen in der Einsamkeit der schwedischen Wälder ganz besonders freuen.
Schon die Fahrt dorthin überrascht uns mit ihrer Schönheit. Die Strasse führt durch das Gebiet des Flusses Ammerån, dessen Landschaft uns immer wieder begeistert. Natürlich darf auch hier eine beeindruckende Stromschnelle nicht fehlen, die wir uns nicht entgehen lassen. Die Region ist ein wahres Paradies für Angler. Überall entdecken wir Hinweisschilder zu Fischereigebieten sowie liebevoll angelegte Rastplätze, die sogar speziell für Wohnmobile und Wohnwagen ausgeschildert sind.
Doch heute zieht es uns weiter – wir möchten endlich wieder die Nähe des Meeres spüren. Kilometer um Kilometer fahren wir vorbei an unzähligen typisch schwedischen Bauernhäusern, fast alle in dem charakteristischen Falunrot gestrichen. Dieses Bild gehört einfach zu Schweden und verliert auch nach vielen Kilometern nichts von seinem Charme.
Schon bald erreichen wir den Indalsleden, eine der schönsten Touristenstrassen Schwedens. Die Route folgt dem mächtigen Fluss Indalsälven und bietet immer wieder Ausblicke auf Wasser, Wälder und die sanfte schwedische Landschaft.
Am späten Nachmittag treffen wir in Sundsvall ein und finden direkt am Hafen einen idealen Übernachtungsplatz. Von dort aus machen wir uns zu Fuss auf den Weg in die Innenstadt. Die Fussgängerzone lädt zum Bummeln ein, und schon nach kurzer Zeit sitzen wir gemütlich im Aussenbereich eines Restaurants – mit einem Cocktail in der Hand und herrlichem Sommerwetter.
Es ist das erste Mal auf dieser Reise, dass wir draussen sitzen können, ohne ständig von Mücken umschwärmt zu werden. Dazu kommen angenehm warme Temperaturen – fast schon ungewohnt nach den letzten Tagen. Wir geniessen das lebendige Stadtleben, beobachten die Menschen und freuen uns über die entspannte Atmosphäre. Nach so viel Natur fühlt sich dieser Kontrast richtig gut an.
Heute haben wir überhaupt keine Lust zu kochen. Stattdessen entscheiden wir uns spontan für ein Steakhouse. Bei einem ausgezeichneten Essen und einem guten Glas Wein verbringen wir einen herrlich entspannten Abend und führen lange, interessante Gespräche.
Wobei – beim Wein gibt es in Schweden eine kleine Besonderheit. Wir bestellen eine Flasche, trinken aber nicht alles aus. Unser Plan, den Rest einfach mitzunehmen, wird schnell zunichtegemacht. In Schweden ist das gesetzlich nicht erlaubt – eine geöffnete Weinflasche muss im Restaurant bleiben. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als noch etwas länger sitzen zu bleiben. Ganz ehrlich: Es hätte uns schlimmer treffen können. So geniessen wir den restlichen Wein in aller Ruhe, dazu werden uns sogar noch Oliven und ein paar Chips serviert. Ein schöner Ausklang eines rundum gelungenen Tages – und ein perfekter Start in unseren Aufenthalt am Bottnischen Meerbusen.Read more
Vildmarksvägen – Schwedens schönste Wildnisstrasse
July 8 in Sweden ⋅ ☁️ 9 °C
Der Vildmarksvägen gilt als eine der schönsten Panoramastrassen Schwedens. Auf rund 500 Kilometern führt die Strecke durch die beeindruckende Wildnis von Jämtland und Lappland. Dichte Wälder, unzählige Seen, rauschende Flüsse und das baumlose Hochgebirge wechseln sich ab und machen jede Etappe zu einem besonderen Erlebnis. Besonders spektakulär ist die Überquerung des Hochplateaus am Stekenjokk, das nur während der Sommermonate befahrbar ist.
Erst vor gut einer Woche erfahren wir von dieser einzigartigen Strecke. Schnell ist für uns klar, dass wir den Vildmarksvägen unbedingt in unsere Reiseroute einbauen wollen – eine Entscheidung, die wir keinen Moment bereuen.
Unsere Etappe beginnt auf dem Übernachtungsparkplatz unweit des Trappstegforsen. Die Nacht ist etwas kürzer als geplant, denn natürlich lassen wir uns das Achtelfinalspiel der Fussball-WM zwischen der Schweiz und Kolumbien nicht entgehen. Das Durchhalten hat sich gelohnt: Die Schweiz gewinnt und steht nun im Viertelfinal – ein perfekter Start in den neuen Reisetag.
Schon bald erreichen wir das Hochplateau des Stekenjokk. Hier legen wir einen kurzen Spaziergang ein, um uns die Beine zu vertreten und die eindrückliche Landschaft auf über 800 Metern Höhe zu geniessen. Die karge Tundralandschaft wirkt beinahe arktisch und bildet einen faszinierenden Kontrast zu den dichten Wäldern der tieferen Lagen.
Am Stekenjokk erinnert auch vieles an die ehemalige Bergbauzeit. In den 1970er-Jahren wurden hier Erze mit wertvollen Metallen wie Kupfer, Zink, Blei sowie Silber und Gold abgebaut. Der Bergbau dauerte jedoch nur wenige Jahre. Heute sind die meisten Anlagen zurückgebaut, und die Natur hat sich einen grossen Teil des Gebiets wieder zurückerobert. Nur wenige Spuren erinnern noch an die Zeit, als hier hoch oben im Fjäll Bergbau betrieben wurde.
Ein besonderes Highlight lässt nicht lange auf sich warten: Mitten auf dem Hochplateau entdecken wir mehrere Rentiere direkt neben der Strasse. In der weiten, offenen Landschaft wirken sie völlig entspannt und bieten einen unvergesslichen Anblick.
Anschliessend führt unsere Route weiter über Gäddede bis nach Strömsund. Insgesamt legen wir an diesem Tag rund 270 Kilometer zurück. Die Fahrt ist geprägt von einer unglaublichen Vielfalt an Landschaften: unzählige Seen, endlose Wälder, von blühenden Lupinen gesäumte Strassen und immer wieder wunderschöne Ausblicke über die schwedische Wildnis. Das Wetter zeigt sich grösstenteils von seiner besten Seite. Nur zwischendurch fallen ein paar Regentropfen, die der Stimmung jedoch keinen Abbruch tun.
Der Vildmarksvägen macht seinem Ruf alle Ehre. Heute ist einmal mehr nicht das Ziel entscheidend, sondern der Weg dorthin. Genau solche Tage sind es, die eine Reise durch Skandinaviens Wildnis unvergesslich machen.Read more

TravelerSo schön, dass man beim Womoreisen flexibel entscheiden kann, welchen Weg man einschlägt, was man nicht auf der Planung hatte und sich noch anbietet! Wir sind euren Spuren gefolgt und wurden nicht enttäuscht! Ab Breslau geht es für uns Richtung Masuren! Wir sind gespannt! Gute Reise für Alle die unterwegs sind! Man trifft sich bei den Pinguinen 🐧

Yvi on tourDas freut uns, dass wir dich bei eurer Reise in die Masuren unterstützen können. Weiterhin gute Reise euch.
Inlandbahn - längste Bahnstrecke Schwedens
July 7 in Sweden ⋅ 🌧 8 °C
Wir starten heute den Motor bei eher mässigem Wetter. Es regnet immer wieder, und der Regen wird uns wohl den ganzen Tag über begleiten.
Auch heute fahren wir eine Strecke entlang der Inlandsbahn. Nach rund 30 Kilometern erreichen wir Sorsele und besuchen dort das Inlandsbahn-Museum. Bei diesem Schmuddelwetter ist das genau die richtige Entscheidung. Im Museum ist es angenehm warm, und ein integriertes Café lädt zu einer Kaffeepause ein. Dazu gibt es schwedisches Gebäck – eine willkommene Abwechslung.
Das Museum ist im ehemaligen Güterschuppen eingerichtet, in dem früher Waren, Pakete und Gepäck umgeschlagen wurden. Die Ausstellung erzählt die hundertjährige Geschichte der Inlandsbahn – von den ersten Ideen im 19. Jahrhundert, eine Bahnverbindung durch das schwedische Inland zu bauen, bis hin zur heutigen Nutzung als Touristenbahn.
Die schwedische Inlandsbahn, auch „Inlandsbanan“ genannt, gehört zu den längsten Bahnstrecken (1'289 Kilometer) des Landes. Sie führt von Kristinehamn im Süden bis nach Gällivare.
Beim Bau der Bahnstrecke mussten zunächst grosse Flächen gerodet und entwässert werden, bevor überhaupt mit dem Bau des Bahndamms und dem Verlegen der Gleise begonnen werden konnte. Insgesamt dauerte es 30 Jahre, bis die gesamte Strecke am 6. August 1937 feierlich eingeweiht wurde.
Doch zur gleichen Zeit begann auch das Auto, das Leben der Menschen immer stärker zu beeinflussen. Dadurch erlangte die Bahn nie die Bedeutung, die man sich ursprünglich erhofft hatte. In den 1970er-Jahren wurden erste Teilstrecken stillgelegt, und in den 1990er-Jahren drohte sogar die komplette Aufgabe der Strecke.
Die 15 Gemeinden entlang der Inlandsbahn gründeten daraufhin eine Aktiengesellschaft und führen die Bahn seither als Touristenbahn weiter. Heute verkehrt sie von Mitte Juni bis Mitte September einmal täglich in Richtung Süden und einmal täglich in Richtung Norden. In Sorsele treffen sich die beiden Züge jeweils am Nachmittag kurz vor 15 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt sind wir allerdings bereits wieder unterwegs.
Unsere Route führt uns noch ein kurzes Stück über den bekannten Inlandsvägen, bevor wir auf eine nicht mehr asphaltierte Strasse abbiegen. Diese führt uns immer tiefer in die schwedische Bergwelt. Unser Ziel für heute ist, noch die berühmte Strasse Vildmarksvägen zu erreichen, die wir dann morgen bei hoffentlich besserem Wetter befahren möchten.
Unser Übernachtungsplatz liegt etwas abseits des Trappstegsforsen - eine der bekanntesten Stromschnellen Schwedens. Der Name bedeutet auf Deutsch etwa „Treppenstufen-Stromschnelle“ – passend zu den natürlichen Felsstufen, über die sich das Wasser in mehreren Kaskaden talwärts bewegt. Hier herrscht ein ständiges Kommen und Gehen von Besuchern. Wir schauen uns den Wasserfall kurz an und entscheiden uns anschliessend im Café für einen Rentierburger mit Pommes. Danach geht es endgültig zu unserem Übernachtungsplatz.
Für heute haben wir genügend Kilometer zurückgelegt – am Ende sind es stolze 240 Kilometer geworden.Read more
Slagnäsforsen
July 6 in Sweden ⋅ 🌧 11 °C
Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht geht unsere Reise weiter ins Landesinnere Schwedens. Bevor wir richtig loslegen, stehen aber noch die alltäglichen Camper-Aufgaben an: entsorgen, Frischwasser auffüllen und unseren ersten Grosseinkauf in Schweden erledigen.
Kaum sind wir unterwegs, meldet sich bereits der Mittagshunger. Wir halten noch eine Weile durch, bevor wir an einem gemütlichen Plätzchen eine Pause einlegen und unser Mittagessen geniessen. Heute scheint die Reise selbst das Ziel zu sein – irgendwie kommen wir nur langsam voran. Doch genau das macht den Reiz eines Roadtrips aus.
Kurz darauf erwartet uns eine 38 Kilometer lange Baustelle. Was sich zunächst nach einer Geduldsprobe anhört, entpuppt sich als abwechslungsreiche Fahrt: Ein Teil führt über eine Schotterpiste mit freier Fahrt, den grössten Abschnitt legen wir im Konvoi zurück. So bleibt genügend Zeit, die Landschaft rechts und links der Strasse auf sich wirken zu lassen.
Heute zeigt sich das Wetter allerdings etwas nordischer als noch am Vortag. Der Himmel ist bedeckt und Regen liegt in der Luft. Dafür werden wir erneut mit einem besonderen Naturerlebnis belohnt: Eine ganze Rentierherde kreuzt unseren Weg. Leider sind wir mit Kamera und Handy einen Tick zu langsam – doch nicht jeder schöne Moment muss festgehalten werden. Manche Erinnerungen bleiben ohnehin am schönsten, wenn man sie einfach geniesst.
Schon bald passieren wir zum ersten Mal die Inlandbahn und folgen gleichzeitig dem Inlandsvägen, einer der bekanntesten Reiserouten Schwedens. Die Strasse führt durch endlose Wälder, vorbei an Seen und Flüssen und vermittelt genau das Gefühl von Freiheit, das wir uns von dieser Reise erhofft haben.
Unser Tagesziel ist die Slagnäsforsen, eine beeindruckende Stromschnelle am Fluss Skellefteälven im kleinen Ort Slagnäs in Schwedisch-Lappland. Sie gehört zu den wenigen Flussabschnitten, die nicht für die Wasserkraft ausgebaut wurden, und hat dadurch ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Über einen rund 1,5 Kilometer langen Bohlenweg gelangt man ganz nah an das tosende Wasser heran. Die Slagnäsforsen ist vor allem bei Anglern bekannt – insbesondere wegen der berühmten Bergnäs-Forelle. Doch auch wer nicht angelt, kommt hier auf seine Kosten: Wanderwege, Picknickplätze und fantastische Ausblicke machen den Ort zu einem echten Naturjuwel.
Kaum sind wir angekommen, beginnt es zu regnen und der Wind frischt auf. Das hält uns jedoch nicht davon ab, eine kleine Runde zu drehen und die beeindruckende Stromschnelle aus nächster Nähe zu erleben. Das Rauschen des Wassers und die wilde Natur verleihen dem Ort trotz des regnerischen Wetters eine ganz besondere Stimmung.
Für heute reicht es mit den gefahrenen Kilometern. In der Nähe finden wir einen schönen Übernachtungsplatz, kochen uns ein feines Abendessen, schenken uns ein Glas Wein ein und geniessen die Ruhe der schwedischen Natur. Ein gelungener Ausklang für einen Tag, der einmal mehr gezeigt hat: Nicht das Tempo macht eine Reise besonders, sondern die vielen kleinen Erlebnisse unterwegs.Read more

Yvi on tourAntwort aus dem Netz: Die berühmte Bergnäs-Forelle wird: * fast nie im Restaurant serviert * eher von Anglern selbst gefangen und zubereitet * oder lokal im Camper / Ferienhaus gegessen
Gammelstad – wo Geschichte lebendig bleibt
July 5 in Sweden ⋅ ☀️ 20 °C
Heute Morgen heisst es Abschied nehmen. Wir verlassen Mäx und sein Team, nachdem unser Wohnmobil wieder ent- und versorgt ist. Mit einem «Bis bald» machen wir uns auf den Weg – wir sind uns sicher, dass wir wiederkommen werden.
Eigentlich führt unsere Route heute weiter Richtung Süden. Unser Tagesziel ist Gammelstads Kyrkstad, wo wir auch übernachten möchten. Doch bevor wir den Kurs endgültig nach Süden richten, machen wir noch einen kleinen Abstecher nach Norden. Der Polarkreis liegt nur gerade 20 Kilometer entfernt – diese Gelegenheit können wir uns nicht entgehen lassen.
Mitten im kleinen Dorf Juoksengi verläuft der Arctic Circle. Ein frei zugängliches Denkmal markiert die berühmte Linie, und für jedes Land, das der Polarkreis durchquert, weht eine Flagge. Nur die russische fehlt – sie wurde entfernt. Die Anlage ist klein, aber sehr gepflegt und definitiv einen kurzen Zwischenstopp wert.
Danach geht es endgültig südwärts. Die Strasse schlängelt sich durch endlose Wälder, vorbei an leuchtenden Blumenwiesen, roten schwedischen Holzhäusern sowie unzähligen Seen und Flüssen. Bei strahlendem Sonnenschein fühlt sich die Fahrt wie ein Bilderbuch-Sonntag an. Genau so haben wir uns den Norden Schwedens vorgestellt.
Am Nachmittag erreichen wir Gammelstad bei Luleå. Der Parkplatz gefällt uns auf Anhieb, und wir beschliessen, die Nacht hier zu verbringen. Anschliessend machen wir uns zu Fuss auf, die berühmte Kirchenstadt zu entdecken.
Gammelstads Kyrkstad gehört zum UNESCO-Welterbe und ist mit über 400 erhaltenen Kirchenhäuschen die grösste und am besten erhaltene Kirchenstadt Schwedens. Kaum zu glauben, dass hier einst das Zentrum von Luleå lag. Erst im 17. Jahrhundert wurde die Stadt wegen der stetigen Landhebung näher an die Küste verlegt.
Besonders spannend finden wir die Geschichte der kleinen roten Kirchenhäuschen. Früher nahmen die Menschen aus den umliegenden Dörfern oft lange und beschwerliche Wege auf sich, um den Gottesdienst zu besuchen. Vor allem im Winter war eine Rückreise am selben Tag kaum möglich. Deshalb entstanden rund um die Kirche kleine Hütten, in denen die Familien übernachten konnten. Dass diese einzigartige Tradition bis heute sichtbar geblieben ist, macht den Ort zu etwas ganz Besonderem.
Und das Schönste daran: Gammelstad ist kein Freilichtmuseum. Viele der historischen Häuschen werden noch heute genutzt, sodass hier Geschichte und Alltag auf eindrückliche Weise miteinander verschmelzen.
Zum Schluss entdecken wir etwas ausserhalb des historischen Dorfkerns noch eine kleine Schokoladenfabrik. Natürlich können wir nicht widerstehen und probieren die hausgemachten Schokoladen. Zwei kleine Tafeln dürfen mit auf die Weiterreise. Den perfekten Abschluss dieses wunderschönen Tages geniessen wir bei einer heissen Schokolade und unserem ersten schwedischen Zimtgebäck – ein Genuss, der Lust auf mehr macht.Read more
Erste Eindrücke Nordschwedens
July 4 in Sweden ⋅ ☁️ 18 °C
Nach einem gemütlichen Abend gestern und leckerem Essen starten wir heute ganz entspannt in den Tag. Viel steht nicht auf dem Plan: ein paar kleinere Arbeiten am Wohnmobil, ein Spaziergang durch Övertorneå und ansonsten einfach mal die Seele baumeln lassen. Bei diesen warmen Temperaturen fällt das Faulenzen an diesem wunderschönen Fleckchen Erde sowieso besonders leicht.
Övertorneå ist ein ruhiger, abgelegener Ort direkt am Fluss Torne – genau richtig für alle, die Natur, Weite und die besondere Atmosphäre des Nordens lieben. Hier scheint die Zeit ein wenig langsamer zu laufen. In den letzten Jahren setzt die Region immer stärker auf Naturtourismus: Wandern, Angeln, Schneemobiltouren und im Winter natürlich die Nordlichter locken Besucher in diese abgelegene Ecke Schwedens. Spannend ist auch die Kultur, die hier von schwedischen, finnischen und samischen Einflüssen geprägt wird. Neben Schwedisch hört man oft auch Meänkieli, eine anerkannte Minderheitensprache mit finnischen Wurzeln.
Besonders beeindruckend sind gerade die Blumenwiesen, die um diese Jahreszeit förmlich explodieren. Überall blüht es, und die Luft ist erfüllt von diesem herrlichen Duft – fast schade, dass FindPenguins noch keine Duftübertragung anbietet. Zwischen den bunten Wiesen stehen immer wieder diese typischen (roten) schwedischen Häuser, genau so, wie wir uns Schweden immer vorgestellt haben.
Für uns beide ist es das erste Mal in Schweden – und bisher fühlt es sich genauso an, wie wir es uns erträumt haben.Read more
Besuch auf der Norsken Lodge bei Mäx
July 3 in Sweden ⋅ ⛅ 20 °C
Gestern durften wir wohl zum letzten Mal für unbestimmte Zeit die Mitternachtssonne erleben – denn heute führt uns unsere Reise wieder südwärts über den Polarkreis. Ein besonderer Moment, aber wir freuen uns jetzt auch wieder auf stimmungsvolle Sonnenuntergänge.
Das Wetter könnte heute kaum schöner sein: strahlender Sonnenschein, tiefblauer Himmel, kleine Wattewolken und dieses leuchtende Grün auf den Wiesen – dazu glitzern überall blaue Seen und Flüsse. Genau so stellt man sich den Norden vor. Bei solchem Wetter macht das Fahren gleich noch mehr Freude.
Und natürlich lässt auch das tägliche Rentier nicht lange auf sich warten. Inzwischen gehören diese Begegnungen fast schon zum Alltag – und trotzdem freuen wir uns jedes Mal aufs Neue. Wir sind gespannt, wie lange wir sie auf unserer Weiterreise noch begleiten dürfen.
Unser heutiges Ziel ist ein Campingplatz in Övertorneå, wo wir gleich zwei Nächte bleiben werden. Dort sind wir bei Mäx zu Gast. Er kommt ursprünglich aus unserer Heimatregion, ist mit seiner Familie nach Schweden ausgewandert und führt hier seinen eigenen Campingplatz. Umso schöner, ihn hier im hohen Norden zu besuchen.
Nach vielen Reisetagen geniessen wir nun einfach mal wieder zwei richtige Camping-Urlaubstage. Mäx übernimmt heute das Kochen, und wir freuen uns auf einen gemütlichen Abend mit guten Gesprächen auf Schweizerdeutsch, feinem Essen und einem wertvollen Austausch fernab von Zuhause.
https://www.norrskenlodge.com/Read more

Yvi on tourNein, wir haben uns eine Dji Osmo Action 6 Kamera gegönnt. Wir sind sie nun fleissig am Ausprobieren.

TravelerSeid ihr damit gut zufrieden? Ich nutze noch eine GoPro 13, wüsste aber nicht, ob ich damit solche Aufnahmen machen kann

Yvi on tourBis jetzt können wir noch nicht soviel dazu sagen. Eines ist gewiss: man kann viel damit machen, viel Technik ist drin.
Abstecher nach Finnland
July 2 in Finland ⋅ ☀️ 18 °C
Wir verlassen unseren wunderschönen Übernachtungsplatz und machen uns weiter auf den Weg Richtung Süden. Rund 200 Kilometer liegen heute vor uns, unser Ziel: Äkäslompolo in Finnland. Damit verabschieden wir uns vorerst von Norwegen – erst im Winter werden wir wieder zurückkehren. Und schon jetzt freuen wir uns darauf.
Die Strecke bis zur Grenze verläuft eher ruhig und unspektakulär. Kilometerlang schlängelt sich die Strasse durch die typische norwegische Birkenlandschaft. Irgendwann wirkt alles ein wenig gleich – schön, aber eintönig.
Doch kaum haben wir die Grenze nach Finnland überquert, verändert sich die Landschaft schlagartig. Plötzlich wechseln sich Seen, Kiefern und Birken ab, und überall gibt es kleine Rastplätze, die zum Anhalten und Verweilen einladen. Irgendwie fühlen wir uns hier sofort wieder wohl – Finnland hat einfach seinen ganz eigenen Charme.
Muonio lassen wir heute nur hinter uns, denn den Stopp im Swiss Café sparen wir uns für den Winter auf. Dann wartet dort bestimmt eine heisse Schweizer Schokolade (Ovi) auf uns.
Auf dem Weg Richtung Kittilä lassen wir unsere Drohne über dem Särkijärvi-See steigen. Ein besonderer Ort für uns, denn genau hier standen wir schon einmal mitten im Winter während unserer Lappland-Abenteuer-Woche. Spannend, denselben Platz nun in seinem sommerlichen Kleid zu erleben.
Und natürlich fehlt auch heute unsere tägliche Rentiersichtung nicht. Eine kleine Gruppe steht ganz entspannt am Strassenrand und grast seelenruhig vor sich hin – als würde sie nur darauf warten, fotografiert zu werden.
Äkäslompolo ist vor allem als Wintersportort bekannt. Der markante Skiberg sticht schon von Weitem aus der Landschaft hervor und prägt das Bild des Ortes. Doch auch im Sommer scheint hier einiges los zu sein: Überall stehen Mountainbikes bereit und viele nutzen die Umgebung aktiv.
Für uns geht es heute aber erst einmal auf einen Wanderparkplatz. Von dort starten wir zu einer kleinen Tour durch die finnische Natur.
https://www.komoot.com/de-DE/tour/3078752053?re…
Was wir an Finnland besonders schätzen: Alles ist hervorragend ausgeschildert, die Wege sind gepflegt und es gibt überall großzügige Parkmöglichkeiten. Und das Beste – an vielen dieser Plätze darf man sogar über Nacht stehen bleiben. Genau diese Freiheit macht das Reisen hier für uns so besonders.Read more
Wir sind wieder on the road!
July 1 in Norway ⋅ ⛅ 14 °C
Nach ein paar wunderschönen, aber sehr heissen Tagen in der Schweiz sind wir gestern wieder gut bei unserem Wohnmobil angekommen. Alles hat reibungslos funktioniert – und wenn man bedenkt, dass wir dafür vier Flugsegmente bis nach Alta hinter uns bringen mussten, grenzt das fast an ein kleines Wunder. Wir hatten wirklich Glück: Wären wir erst heute Morgen losgeflogen, hätte die Reise wohl ganz anders ausgesehen. Dieses Mal war es nicht ein Streik, der für Chaos sorgte, sondern das heftige Unwetter vom Vorabend in Zürich, wegen dem heute Morgen zahlreiche Flüge annulliert wurden. Unserer wäre mit grosser Wahrscheinlichkeit ebenfalls betroffen gewesen.
In den nächsten Tagen werden wir etwas mehr Strecke machen, da unser Zwischenstopp in der Schweiz doch einiges an Zeit in Anspruch genommen hat. Von jetzt an geht es für uns meist nur noch südwärts.
Kaum wieder unterwegs, entdecken wir am Waldrand auf einer Lichtung plötzlich einen Elch. Alles ging so schnell – und schon waren wir daran vorbeigefahren. Also hiess es: wenden und hoffen, dass er noch da steht. Und tatsächlich! Majestätisch präsentiert er sich uns in voller Grösse und scheint uns aufmerksam zu beobachten. Was für ein beeindruckendes Tier.
Wusstet ihr übrigens, dass Elche ausgezeichnete Schwimmer sind? Sie können problemlos längere Strecken im Wasser zurücklegen und schwimmen über Flüsse oder Seen, um neue Futterplätze zu erreichen oder weiterzuziehen. Wirklich faszinierend.
Unser Tagesziel liegt heute irgendwo hinter Kautokeino – ein Rastplatz direkt an einem See.
Zuvor machen wir jedoch Halt bei Juhls’ Silvergallery. Schon beim Eintreten überrascht dieser Ort: Statt einer klassischen, rustikalen Werkstatt öffnet sich ein massiver Bau aus Beton, Stein und Holz – klar, reduziert und zugleich warm und einladend. Große Fenster geben den Blick auf den Fluss frei und holen die Landschaft direkt ins Innere.
Wir bekommen eine kurze Führung und erfahren Spannendes über die Entstehung der gesamten Anlage. Die Gründerin Regine Juhls, ursprünglich deutscher Abstammung, schuf diesen aussergewöhnlichen Ort gemeinsam mit ihrem Ehemann Frank Juhls. Gemeinsam prägten sie nicht nur die Architektur des Hauses, sondern auch dessen künstlerische Identität. Frank verstarb vor sechs Jahren, doch sein Werk und seine Bilder sind bis heute überall im Haus präsent.
Besonders schön finden wir, dass die ausgestellten Schmuckstücke nicht nur betrachtet werden dürfen: Man kann sie anfassen, anprobieren und – wenn man möchte – auch kaufen. Dadurch wirkt die Ausstellung lebendig und nahbar. Weniger wie ein Museum, mehr wie ein Ort, an dem Kunst und Handwerk wirklich erlebt werden können.
Besonders beeindruckend ist, dass Regine mit ihren 87 Jahren noch immer täglich am grossen Mosaik direkt beim Eingang arbeitet. Ein lebendiges Zeichen dafür, dass dieser besondere Ort weiterhin in Bewegung bleibt – ein Haus, das wächst und seine Geschichte fortlaufend weiterschreibt.
Ein paar Kilometer weiter finden wir schliesslich unseren ersten Übernachtungsplatz nach der Reisepause – und was für einen: ein absoluter Traum.
Schön seid auch ihr wieder mit dabei!Read more

The2GreyhoundsontourJuhls Silvergallery hatte uns damals auch total fasziniert. Ein Sami-Dolch erinnert uns heute noch daran 😉🤗😉🤗

Yvi on tourWir haben nichts gekauft, sind stark geblieben 🙈. Obwohl einige schöne Stücke hätte es gehabt.

TravelerWir freuen uns für euch, das alles geklappt hat und wünschen euch eine tolle Weiterfahrt. Grüße aus der Bretagne 👋
Gestrandet in Tromsø
June 25 in Norway ⋅ ☁️ 14 °C
Gestern hat es uns nach unzähligen problemlosen Flügen nun doch erwischt: Wir sind aufgrund des (drohenden Streiks bei SAS gestrandet. Pünktlich ging es zunächst von Alta nach Tromsø, doch dort war mit SAS plötzlich kein Weiterkommen mehr möglich.
Nach ein paar Telefonaten haben wir uns — in Absprache mit SAS — kurzerhand selbst einen Flug mit Swiss für heute Abend gebucht. Die Kosten sollen laut SAS vollständig übernommen werden. Ob das am Ende wirklich so reibungslos klappt, bleibt abzuwarten.
Immerhin war schnell ein Hotel in Tromsø gefunden, und so verbringen wir nun zwei unverhoffte Tage in dieser arktischen Stadt.
Das Wetter passte anfangs ziemlich gut zu unserer Stimmung: grau, nass und etwas frustriert. Doch beides besserte sich mit einem ersten Stadtbummel zunehmend.
Unser Weg führte uns zuerst über die Brücke zur Eismeerkathedrale, dem wohl bekanntesten Wahrzeichen Tromsøs. Auch wenn sie offiziell nur eine Pfarrkirche ist, hat sich ihr Name durch die markante, an Eisberge erinnernde Architektur längst etabliert.
Die Fussgängerzone im Herzen Tromsøs wirkt überraschend lebendig für eine Stadt so weit im Norden. Zwischen bunten Holzhäusern, kleinen Boutiquen, gemütlichen Cafés und Outdoor-Läden herrscht eine entspannte, fast familiäre Atmosphäre. Hier trifft arktischer Alltag auf Reisende aus aller Welt — und trotz der nordischen Gelassenheit spürt man überall Leben.
Tromsø wird nicht ohne Grund das „Tor zur Arktis“ genannt. Früher brachen von hier aus Polarforscher ins ewige Eis auf, heute ist die Stadt für Reisende das Eingangstor in eine Landschaft aus Fjorden, Bergen und endlosem Sommerlicht. Dank des Golfstroms bleibt der Hafen meist eisfrei — ein entscheidender Vorteil für Schiffe und Expeditionen schon damals wie heute.
Inzwischen sitzen wir am Flughafen, unser Flugzeug steht bereit zum Einsteigen und alles sieht so aus, als würde diesmal alles nach Plan laufen. Damit schaffen wir es morgen doch noch wie geplant zur Hochzeit.
Aus einem ungeplanten Zwischenstopp wurde am Ende ein kleines Abenteuer — und zwei unverhofft schöne Tage in Tromsø, die wir sicher nicht vergessen werden.Read more

TravelerDas ist ja doof, gerade wenn man zu einem definitiv nicht verschiebbaren Event will...

TravelerOh, meine Lieblingsstadt im Norden...wir LIEBEN diese Stadt...mit ihren lecker Fischrestaurants (fürs nä Mal: Fiskekompaniet und Skarven kro)....

Yvi on tourDanke dir. Beim nächsten Mal. Wir sind zwischen dem Fiskekompaniet und Kull Grill geschwankt und haben uns dann fürs Grillrstaurant entschieden.
Reisepause
June 23 in Norway ⋅ 🌧 10 °C
Nach fast 9'000 Kilometern und 94 Tagen unterwegs ist es für uns Zeit, eine kleine Pause einzulegen. Für kurze Zeit geht es zurück in die Schweiz: Andreas’ Patenkind feiert Hochzeit, und da sind wir natürlich gerne mit dabei. Unser Wohnmobil bleibt währenddessen auf einem Campingplatz stehen, und morgen früh steigen wir für ein paar Tage ins Flugzeug statt ans Steuer.
Irgendwie ein komisches Gefühl, den Schlüssel umzudrehen und unser Zuhause auf Rädern für eine Weile zurückzulassen.
Gleichzeitig freuen wir uns riesig auf Familie und Freunde – und natürlich auch auf den Sommer in der Schweiz. Endlich wieder kurze Hosen, Sommerkleider und vielleicht sogar ein Sprung in die Badi.
Wir geniessen die kleine Auszeit und freuen uns, wenn ihr ab dem 1. Juli wieder mit uns weiterreist.
Bis bald und habt eine schöne Zeit!Read more
Unser langersehntes Ziel erreicht!
June 22 in Norway ⋅ ☁️ 8 °C
Heute Morgen stehen wir etwas früher auf als in den letzten Tagen und Wochen. Unser grosses Ziel dieser Reise wartet auf uns: das Nordkap. Die Wettervorhersage verspricht am Morgen ein gutes Zeitfenster, und voller Vorfreude starten wir bereits um 07:00 Uhr in Honningsvåg.
Schon auf dem Weg staunen wir, wie bergig die Strecke zum Nordkap tatsächlich ist. Teilweise führt die Straße mit Steigungen von bis zu 9 % steil hinauf und auf der anderen Seite ebenso steil wieder hinunter. Anfangs ist das Wetter noch klar, doch je näher wir unserem Ziel kommen, desto dunkler wird es. Dichter Nebel zieht auf und hüllt die Landschaft in ein graues Kleid. Nicht einmal die Rentiere scheinen darin noch den Weg zu finden.
Das Nordkap begrüsst uns schliesslich mit seinem dichtesten Nebelgewand – so dicht, dass selbst die Ticketschalter für die Parkgebühren kaum zu erkennen sind.
PKWs und Wohnmobile müssen ein Parkticket lösen, das für sechs Stunden gültig ist. Busse hingegen haben eine separate, kostenlose Spur. Manche Wohnmobilisten „verirren“ sich offenbar auf diese Spur und kommen so ebenfalls kostenlos zum Parkplatz. Das reguläre Parkticket kostet derzeit für ein Wohnmobil 100 NOK, dazu kommen pro Person nochmals 10 NOK für den Außenbereich. Wenn man bedenkt, dass die Anlage gepflegt werden muss, erscheint dieser Betrag durchaus fair. Ob man zusätzlich die Nordkaphallen für 360 NOK pro Person besuchen möchte, bleibt jedem selbst überlassen.
Unser Hauptreiseziel, das Nordkap, liegt in unserem mittlerweile siebten Reiseland. Nach 93 Reisetagen und über 8.998 Kilometern erreichen wir es endlich. Ein unbeschreibliches Gefühl.
Im dichten Nebel erkunden wir das Gelände und stehen zum ersten Mal vor der berühmten Weltkugel. Es fällt uns schwer, die richtigen Worte für diesen Moment zu finden. Schon vor 25 Jahren wollten wir unsere Hochzeitsreise mit einem Wohnmobil ans Nordkap machen – doch damals kommt es anders. Und heute, ein Vierteljahrhundert später, stehen wir endlich hier.
In der Hoffnung auf besseres Wetter machen wir erst einmal Frühstück im Wohnmobil. Doch inzwischen hat auch die Wetter-App ihre Prognose angepasst: Der Nebel soll den ganzen Tag bleiben. Trotzdem hoffen wir auf einen kleinen Lichtblick. Beim zweiten Versuch ist es dann tatsächlich soweit – für einen kurzen Moment reisst der Nebel auf und gibt den Blick aufs Meer frei. Schnell zücken wir die Handys… und genauso schnell ist der Moment auch schon wieder vorbei.
Daraufhin entscheiden wir uns, die Nordkaphallen zu besuchen. Modern, hell und sehr schön gestaltet. Natürlich lassen wir uns auch den Panoramafilm nicht entgehen, der uns die ganze Dimension dieses besonderen Ortes aus der Vogelperspektive zeigt.
Nach fast sechs Stunden am Nordkap geht es zurück nach Honningsvåg. Im Tourismusbüro möchten wir noch die Mitgliedschaft im Royal North Cape Club erwerben. Diese ermöglicht lebenslang kostenlosen Eintritt in die Nordkaphallen. Alles, was man dafür braucht, sind das Eintrittsticket der Nordkaphallen und ein Selfie vom Besuch – und die Anmeldung muss noch am selben Tag erfolgen. Nun sind wir stolze Mitglieder dieses besonderen Clubs. Die Kosten dafür betragen 175 NOK pro Person und werden als Spende abgebucht.
Da wir im kommenden Winter noch einmal ans Nordkap reisen möchten, hat sich die Mitgliedschaft bereits jetzt gelohnt.
Auch wenn unser heutiger Besuch im wahrsten Sinne des Wortes im Nebel liegt, bleibt dieses Erlebnis etwas ganz Besonderes – und eines, das wir sicher nie vergessen werden.
Am Abend verabschieden wir uns von der Region rund ums Nordkap und fahren noch ein gutes Stück weiter in Richtung Alta.Read more

TravelerSchade wegen dem Wetter aber Ihr habt Euer Ziel erreicht nach 25 Jahren. Ist ja wirklich ein spezieller Ort. Übriges Ihr seht gut aus auch ohne KI.🥰

Staunend reisen mit EdithGratuliere euch beiden! Und super, dass ihr uns auf eurem Trip mitgenommen habt. Danke
Kreuzfahrtflair in Honningsvåg
June 21 in Norway ⋅ ⛅ 11 °C
Gestern Abend, kurz vor Mitternacht, mussten wir unseren ersten Übernachtungsplatz verlassen. Der Wind wurde so stark, dass an ruhigen Schlaf kaum zu denken war. Also machten wir uns kurzerhand auf die Suche nach einem geschützteren Plätzchen — und wurden schnell fündig. Zwar war der neue Platz landschaftlich nicht besonders reizvoll, dafür bescherte er uns eine wunderbar ruhige Nacht.
Heute zeigt sich das Wetter von seiner ungemütlichen Seite. Deshalb entscheiden wir spontan, unsere Fahrt zum Nordkap auf morgen zu verschieben. Stattdessen geht es für uns nach Honningsvåg.
Zuvor steht jedoch eine Premiere an: unsere erste Fahrt durch den "Nordkaptunnelen". Es ist ein beeindruckendes Gefühl, so tief unter dem Meeresspiegel unterwegs zu sein — eine Strecke, die wir so schnell nicht vergessen werden.
In Honningsvåg angekommen, entscheiden wir uns für den Wohnmobilparkplatz mitten im Zentrum. Praktisch und unkompliziert lässt er sich ganz einfach über EasyPark bezahlen.
Schon kurz vor Mittag liegen vier große Schiffe im Hafen: ein Postschiff und drei Kreuzfahrtschiffe. Bei voller Auslastung bringen allein die Kreuzfahrtschiffe unglaubliche 6.726 Passagiere mit — die Crew nicht mitgerechnet. Entsprechend lebendig ist der Ort. Überall Kreuzfahrttouristen. Irgendwie fühlt es sich für uns seltsam an, diesmal nicht selbst als Kreuzfahrtpassagiere unterwegs zu sein.
Trotz des Trubels lassen wir uns einen gemütlichen Bummel durch Honningsvåg nicht nehmen. Der Ort hat einen ganz besonderen Charme: nordisch, gepflegt und voller kleiner Baustellen und Renovationen, die zeigen, wie viel Wert hier auf den Erhalt gelegt wird.
Für das Mittagessen finden wir — mit Hilfe von ChatGPT — ein tolles Restaurant. Dort probieren wir zum ersten Mal Rentierbraten, der schlichtweg ein Gedicht ist.
https://findpenguins.com/6kdeanaddcs1g/footprin…
Nach diesem kulinarischen Highlight kommen wir noch am Postschiff von Havila Voyages vorbei. Spontan fragen wir nach, ob wir für einen Kaffee oder einen kurzen Besuch an Bord kommen dürfen. Und tatsächlich: kein Problem. Mit Besucherausweisen ausgestattet dürfen wir uns frei auf dem Schiff bewegen. Sofort ist dieses vertraute Kribbeln wieder da — das Kreuzfahrtfieber. Vielleicht steht irgendwann einmal eine Reise mit einem Postschiff auf unserer Liste.
Zurück im Wohnmobil beobachten wir noch das bunte Treiben rund um die Sky Princess. Als das Postschiff schliesslich den Hafen verlässt, wird es von den anderen Schiffen mit lautem Horn verabschiedet. Ein Moment, der direkt unter die Haut geht.
Nun blicken wir gespannt auf morgen. Die Wetterprognosen für die frühen Morgenstunden sehen vielversprechend aus. Vielleicht wartet dann endlich das Nordkap auf uns.Read more

Traveler
Den kenne ich nicht, da es ihn 1977 bei meinem ersten Besuch am Nordkap mit dem Bus noch nicht gab

Yvi on tourWenn du in Honningsvåg mit dem Schiff anlegst und zum Nordkap fährst, passierst du diesen Tunnel nicht. Er ist kurz vor Honningsvåg und erst dann gehts Richtung Nordkap.

TravelerJa, habe ich im letzten Jahr, als ich dort oben war, auf der Karte gesehen! Spannendes Bauwerk und ich glaube auch gar nicht mal so wahnsinnig teuer im Verhältnis
Begleitet von der nördlichsten Rallye der Welt
June 20 in Norway ⋅ 🌧 12 °C
Heute geht es für uns wieder ein Stück weiter nach Norden – immer mit dem Nordkap im Blick. Wir lassen es bewusst gemütlich angehen, denn unser Plan ist, erst am Montag anzukommen. Bis dahin hoffen wir auch auf besseres Wetter.
Die Strecke durch die Tundra in Richtung Lakselv und Olderfjord wirkt stellenweise fast eintönig. Es ist eine dieser Strecken, bei denen man versteht, dass hier ganz klar das Ziel im Vordergrund steht.
Erst auf den letzten Kilometern entlang des Olderfjords wird die Landschaft wieder etwas spannender. Der Fjord bringt Bewegung ins Bild, auch wenn es insgesamt nicht die spektakulärste Etappe unserer Reise ist. Auffällig ist vor allem eines: Man ist hier definitiv nicht allein unterwegs. Unzählige Wohnmobile rollen in dieselbe Richtung – alle mit dem Nordkap als gemeinsames Ziel. Die Parkplätze entlang der Strecke sind entsprechend gut gefüllt.
Auch wir machen unseren Mittagshalt direkt am Wasser, mit Blick auf den Fjord. Eigentlich nur für eine Pause gedacht, entscheiden wir uns spontan, gleich hier über Nacht zu bleiben.
An uns rollen derweil unzählige Rallye-Fahrzeuge vorbei, alle nummeriert. Es handelt sich um die grosse Abenteuer-Rallye rund um die Ostsee, oft als die „nördlichste Rallye der Welt“ bezeichnet. Dabei geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um Roadtrip, Orientierung und Abenteuer.
Kurz zusammengefasst:
❇️ Zeitraum 2026: 13.–28. Juni 2026 (16 Tage)
❇️ Start/Ziel: Hamburg – Hamburg
❇️ Strecke: ca. 7.500 km durch mehr als 9 Länder rund um die Ostsee
❇️ Typische Route: Dänemark → Schweden → Norwegen → Finnland → Lappland → Nordkap → Estland → Lettland → Litauen → Polen → zurück nach Deutschland
Besondere Regeln:
✳️ Kein GPS oder Navi, oft nur mit Karte und Kompass
✳️ Möglichst keine Autobahnen
✳️ Verschiedene Aufgaben („Challenges“) unterwegs
✳️ Viele Teams sammeln Spenden für soziale Projekte
Fahrzeuge:
✅ Autos
✅ Vans
✅ Motorräder
✅ Trucks
Oldtimer und Youngtimer sind besonders beliebt, inzwischen sind aber auch moderne Fahrzeuge zugelassen.
Das Event ist in der Overlanding- und Roadtrip-Szene ziemlich bekannt. Ein Erfahrungsbericht auf Reddit beschreibt es als „einen der verrücktesten Roadtrips überhaupt“ – sogar mit einem Elektroauto.Read more
Entlang des Tana bis nach Karasjok
June 19 in Norway ⋅ ☁️ 14 °C
Nach einer herrlich ruhigen Nacht und völlig ohne Wind haben wir ausgezeichnet geschlafen. Gerade unterwegs weiss man solche Nächte besonders zu schätzen – keine störenden Geräusche und kein einziges Wackeln am Wohnmobil.
Heute heisst es schon wieder Abschied nehmen von Finnland, denn unsere Route führt uns zurück nach Norwegen. Entlang des beeindruckenden Flusses Tana geht es Richtung Karasjok, unserem heutigen Tagesziel.
Der Tana ist einer der bekanntesten Flüsse im hohen Norden Europas und bildet auf rund 250 Kilometern die natürliche Grenze zwischen Finnland und Norwegen. Mit seinen etwa 360 Kilometern Länge und seiner Mündung in den Tanafjord ist er nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch einer der bedeutendsten Wildlachsflüsse Europas. Für die Sámi hat der Fluss – auf Samisch "Deatnu", also „großer Fluss“ – zudem eine tiefe kulturelle Bedeutung.
In Karasjok angekommen, besuchen wir unser zweites Sami-Parlament, das Sámediggi. Zufällig finden auch hier gerade Plenarsitzungen statt, weshalb leider keine Führungen angeboten werden. Trotzdem dürfen wir einen Blick in die Bibliothek und den Eingangsbereich werfen.
Das norwegische Sámi-Parlament wurde 1989 gegründet und vertritt die Interessen der samischen Bevölkerung. Seit dem Jahr 2000 befindet es sich in einem architektonisch beeindruckenden Gebäude, dessen Form an eine traditionelle Lavvu – das samische Zelt – erinnert.
Das Sami-Museum in Karasjok lassen wir diesmal bewusst aus, da wir bereits in Inari ein sehr interessantes Museum über die Kultur und Geschichte der Sámi besucht haben.
Da es nicht so leicht ist, in Karasjok einen ruhigen Übernachtungsplatz ausserhalb des Campingplatzes zu finden, setzen wir unsere Fahrt noch ein kleines Stück fort und stossen schliesslich auf einen Rastplatz, der genau richtig für die Nacht ist.
Das Wetter zeigt sich allerdings wieder von seiner raueren Seite und schon bald setzt erneut Regen ein. Also nutzen wir die Zeit im Warmen, planen die nächsten Etappen unserer Reise und erledigen ein wenig Büroarbeit. Denn so schön das Reisen auch ist – ein bisschen Alltag fährt immer mit.Read more
Reisetag & Licht in Nordnorwegen
June 18 in Finland ⋅ ☁️ 10 °C
Die Nacht war ziemlich stürmisch und zwischendurch rüttelte es immer wieder kräftig am Wohnmobil. Andreas hatte seinen Spass daran, während Yvonne dabei doch eher ein mulmiges Gefühl hatte.
Heute heisst es erst einmal umkehren: Die Strecke der letzten beiden Tage fahren wir wieder zurück, bevor wir noch ein gutes Stück weiterziehen. Am Ende kommen so doch 212 Kilometer zusammen – für unsere Verhältnisse eine ganze Menge.
Auf dem Rückweg begegnet uns eine grosse Rentierherde, später entdecken wir sogar einen Seeadler. Und dann liegt plötzlich mitten auf der Strasse eine riesige Ansammlung von Dreizehenmöwen oder vielleicht Küstenseeschwalben – ein ziemlich beeindruckendes Bild.
Ansonsten ist der heutige Tag eher von praktischen Dingen geprägt: Wir müssen ent- und versorgen, der Kühlschrank braucht Nachschub und eine neue Gasflasche muss auch her. Für Letzteres geht es nochmals kurz nach Finnland. Das ist zum Glück kein Umweg, denn statt auf der E6 dem Grenzfluss Tana entlangzufahren, nehmen wir einfach die finnische Seite.
Am Abend finden wir in der Nähe des nördlichsten Punkts der EU in Finnland einen passenden Übernachtungsplatz.
Was uns in den letzten Tagen in der Finnmark immer wieder aufgefallen ist: In fast jedem Haus steht eine Lampe im Fenster – und oft brennt sie auch. Gerade in dieser kargen Landschaft, in der das Wetter schnell umschlagen kann oder die Dunkelheit im Winter allgegenwärtig ist, wirkt dieses warme Licht besonders einladend.
Doch was steckt eigentlich dahinter?
Historisch hat das Fensterlicht in Norwegen mehrere Bedeutungen. Für Reisende und Fischer war es oft ein wichtiges Zeichen: Hier ist ein Haus, hier gibt es Schutz. Gerade in den rauen Küstenregionen wie der Finnmark konnte das lebenswichtig sein.
Gleichzeitig war es auch ein Zeichen von Gastfreundschaft. In einer Gegend, in der Menschen stark aufeinander angewiesen waren, bedeutete ein Licht im Fenster oft: Wir sind da, du bist willkommen.
Und nicht zuletzt hatte Licht schon immer eine symbolische Bedeutung – als Zeichen von Wärme, Sicherheit und Hoffnung in der langen Dunkelheit des Nordens.
Auch heute, wo es längst elektrisches Licht gibt, ist diese Tradition geblieben. Und wenn man hier unterwegs ist, versteht man ziemlich schnell, warum.Read more
Hamningberg – ans „Ende Europas“
June 17 in Norway ⋅ 🌧 7 °C
Die Fahrt von Vardø nach Hamningberg gehört zu den eindrucksvollsten Strecken im äussersten Nordosten Norwegens. Kaum verlässt man die kleine Inselstadt Vardø durch den Unterseetunnel, taucht man sofort in eine andere Welt ein: karge Landschaften, vom Wind geformte Küstenlinien und die unendliche Weite der Barentssee begleiten einen auf dem Weg Richtung Norden.
Die Strasse nach Hamningberg ist Teil der Norwegischen Landschaftsroute Varanger und schlängelt sich rund 40 Kilometer entlang einer der rauesten und zugleich schönsten Küsten Norwegens. Mal führt sie durch eine fast mondähnliche Steinlandschaft, dann wieder vorbei an kleinen Buchten, Stränden und vereinzelten Hütten, die sich scheinbar an die Felsen klammern. Besonders mit dem Wohnmobil ist diese Strecke ein Erlebnis – langsam fahren lohnt sich hier unbedingt, denn hinter jeder Kurve öffnet sich ein neues Panorama.
Unterwegs treffen wir auf kaum Verkehr, nur gelegentlich ein anderes Wohnmobil oder Einheimische, die hier ihre Sommerhäuser haben.
Am Ende dieser Straße liegt Hamningberg, ein fast verlassenes Fischerdorf an der Barentssee. Oft wird der Ort als das „Ende Europas“ bezeichnet – und genau dieses Gefühl bekommt man auch, wenn man hier ankommt.
Hamningberg wurde in den 1960er-Jahren weitgehend aufgegeben, doch viele der farbigen Holzhäuser stehen noch heute und verleihen dem Ort eine besondere Atmosphäre. Einige Gebäude werden im Sommer noch als Ferienhäuser genutzt, ansonsten herrscht hier Ruhe – nur das Rauschen des Meeres und der Wind begleiten den Besucher.
Der Ort ist besonders für seine Ursprünglichkeit bekannt: keine modernen Eingriffe, keine große Infrastruktur, nur ein Stück erhaltene Küstengeschichte. Genau das macht Hamningberg zu einem beliebten Ziel für Reisende, die das ursprüngliche Nordnorwegen erleben möchten.
Fazit 👉
Die Strecke von Vardø nach Hamningberg ist keine gewöhnliche Fahrt – sie ist ein Erlebnis. Wer hier unterwegs ist, reist nicht nur durch Landschaft, sondern durch eine Mischung aus Geschichte, Natur und nordischer Einsamkeit. Hamningberg selbst wirkt wie ein Ort am Rand der Welt – still, rau und wunderschön zugleich.Read more

TravelerIhr seid ja ganz die "Harten", jetzt habt ihr immer noch 600 km bis zum Nordkap 😂 Macht ihr eigentlich die Wanderung bis zum "echten" Nordkap? Wir organisieren una gerade unsere Midsommertage auf der Insel Pellinki vor Porvoo - lt. Wettervorhersage wahrscheinlich angenehmer wie am Nordkap - hoffentlich 😏🤔

Yvi on tourSo langsam müssen wir etwas Gas geben, damit wir im Zeitplan bleiben 😉. Nein die Wanderung zum echten Nordkap lassen wir aus. 17 km und fast 500 Höhenmeter bei dieser Wetterlage auf unschönen Wegen ist uns zu riskant und einfach zuviel. Komoot gibt dafür Wegzeit hin und zurück etwas mehr als 6 Stunden an. Geniesst die Midsommertage in der Wärme und habt eine schöne Zeit.
Verlassene Häuser, Kunst und dunkle Vergangenheit
June 17 in Norway ⋅ 🌬 8 °C
Nach unserer Ankunft am Vortag machten wir zunächst einen Bummel durch den kleinen Ort Vardø. Die Stadt wirkt auf den ersten Blick rau und etwas melancholisch. Viele Häuser stehen leer oder sind verlassen, manche scheinen bereits seit Jahren niemanden mehr beherbergt zu haben. Die eigentlichen Bewohner vieler Gebäude sind inzwischen die Vögel, die sich auf Fensterbänken, Dachvorsprüngen und Dächern häuslich eingerichtet haben.
Trotz des sichtbaren Strukturwandels versucht die Stadt, dem Ort neues Leben einzuhauchen. An mehreren Gebäuden entdecken wir farbenfrohe Street-Art-Kunstwerke, die einen spannenden Kontrast zu den teilweise verwitterten Fassaden bilden.
Bei unserem Rundgang finden wir ausserdem ein besonderes Souvenir: einen handgestrickten Norwegerpullover aus regionaler Wolle. Die Pullover werden von Einheimischen in traditioneller Handarbeit gefertigt und spiegeln die lange Handwerkskunst der Region wider. Ein authentisches Erinnerungsstück, das nicht nur wärmt, sondern auch ein Stück nordnorwegische Kultur mit nach Hause bringt.
Nach einer recht rauen Nacht – der Wind ist hier definitiv nicht zu unterschätzen – besuchen wir am nächsten Morgen den Drakkar Leviathan. Dabei handelt es sich um eine moderne Interpretation eines Wikinger-Langschiffs, die als Kunst- und Kulturprojekt geschaffen wurde. Das beeindruckende Holzschiff erinnert an die große Bedeutung der Seefahrt und der nordischen Geschichte in dieser abgelegenen Region. Mit seiner markanten Silhouette fügt sich der Drakkar eindrucksvoll in die raue Küstenlandschaft ein und verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf besondere Weise.
Die auf dem Weg liegende Festung lassen wir heute links liegen – unser Weg führt uns weiter.
Bevor wir Vardø verlassen, steht noch der Besuch des Hexenmahnmals auf dem Programm – einer der bewegendsten Orte der Stadt. Die Gedenkstätte erinnert an die Hexenprozesse des 17. Jahrhunderts, bei denen in der Region Finnmark zahlreiche Menschen, überwiegend Frauen, der Hexerei beschuldigt und hingerichtet wurden.
Das Mahnmal besteht aus zwei Teilen. Der lange, schmale Erinnerungsbau wurde vom Schweizer Architekten Peter Zumthor entworfen. Im Inneren erzählen Texte und Gedenktafeln die Schicksale der 91 Menschen, die während der Hexenverfolgungen in Finnmark ihr Leben verloren. Ergänzt wird die Anlage durch eine eindrucksvolle Kunstinstallation der französisch-amerikanischen Künstlerin Louise Bourgeois. Gemeinsam schaffen Architektur und Kunst einen Ort des Erinnerns und Nachdenkens.
Die Kombination aus der rauen Küstenlandschaft, der stillen Atmosphäre und den tragischen Geschichten der Opfer macht den Besuch zu einem besonders eindrücklichen Erlebnis, das noch lange nachwirkt. Mit vielen Eindrücken im Gepäck verlassen wir schließlich Vardø und setzen unsere Reise entlang der nordnorwegischen Küste fort.Read more
Auf der Europastrasse E75 unterwegs
June 16 in Norway ⋅ 🌬 8 °C
Nach zwei eher ruhigen Tagen ist unser heutiges Tagesziel Vardø. Der Himmel zeigt sich nicht in strahlendem Blau, sondern grau und bedeckt. Nebelschwaden ziehen über die Landschaft und verleihen der Szenerie etwas Mystisches. Irgendwie passt genau das zu diesem abgelegenen Teil Norwegens.
Besonders freuen wir uns heute auf einen Abschnitt der Europastrasse E75. Kaum zu glauben: Diese Straße beginnt hier oben in Vardø und führt südwärts durch Finnland, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Serbien und Nordmazedonien bis ganz nach Sitia auf Kreta in Griechenland – stolze 4’340 Kilometer lang. Für uns steht heute allerdings nur ein wunderschöner Abschnitt entlang des Varangerfjords auf dem Programm.
Zunächst heißt es jedoch: zurück auf derselben Strecke von Bugøynes. Die Landschaft zeigt sich anfangs rau und fast unwirklich – schroffe Felsen, kaum Vegetation und eine karge Weite, die beinahe mondähnlich wirkt. Doch je weiter wir dem Fjord folgen, desto mehr verändert sich die Umgebung. Plötzlich tauchen wieder Häuser auf, kleine nordische Siedlungen bringen Leben in die Landschaft.
Schon bald entdecken wir von Weitem die Kirche von Nesseby und entscheiden uns spontan für einen kleinen Abstecher. Hier finden wir auch eines der typischen Stockfischgestelle – diese traditionellen Holzkonstruktionen, auf denen vor allem Kabeljau an der frischen Luft getrocknet wird. Über Wochen hängen die Fische hier im kalten Wind und in der salzigen Meeresluft, bis daraus Stockfisch entsteht – eine jahrhundertealte Methode zur Konservierung.
Erstaunlich ist, wie unterschiedlich die Landschaft hier wirkt. Obwohl wir nur etwa zehn Kilometer Luftlinie entfernt auf der anderen Seite des Fjords unterwegs sind, scheint es fast eine andere Welt zu sein. Hier gibt es Leben – in und ausserhalb der kleinen Dörfer. Rund um die Häuser grasen Schafe völlig frei. Sie wirken entspannt, neugierig und erstaunlich gelassen gegenüber Autos. Statt davonzulaufen, scheinen sie eher wissen zu wollen, wer da vorbeikommt.
Je näher wir Vardø kommen, desto rauer wird die Stimmung. Die Straße führt entlang der wilden Barentssee, der Nebel wird dichter und dichter. Es fühlt sich tatsächlich ein wenig so an, als würden wir ans Ende der Welt fahren.
Nicht nur uns scheint diese Region zu faszinieren – auch die Vogelwelt fühlt sich hier offenbar wohl. Immer wieder sehen wir Hobby-Ornithologen mit Ferngläsern und Kameras, die geduldig nach seltenen Sichtungen Ausschau halten. Vor Vardø liegt zudem die Insel Hornøya, die man per Boot erreichen kann. Besonders bekannt ist sie für ihre Papageitaucher – die berühmten Puffins.
Die Fahrt nach Vardø ist definitiv eines der Highlights unserer Reise. Morgen werden wir die Sehenswürdigkeiten des kleinen Ortes genauer erkunden – doch für heute reicht es erst einmal.
Zum Tagesabschluss genießen wir bei einem wärmenden Tee die Einfahrt eines Hurtigrutenschiffes in den Hafen. Und später wartet noch ein weiterer Programmpunkt auf uns: der Besuch der ältesten Kneipe Nordnorwegens – natürlich inklusive lokalem Bier.Read more

Travelerah, habe es bei Google Maps gefunden! Ihr nehmt da oben aber auch wirklich jeden Zipfel mit, richtig? Wann plant ihr denn am Nordkap selbst zu sein?
Königskrabbe
June 15 in Norway ⋅ 🌬 6 °C
In Bugøynes dreht sich vieles um den Fang der Königskrabbe (rote Kamtschatka-Krabbe) – nicht umsonst gilt das kleine Dorf als eine Art „Hauptstadt der norwegischen Königskrabbe“.
Die roten Königskrabben stammen ursprünglich nicht aus Norwegen. In der Sowjetzeit wurden sie im russischen Teil der Barentssee angesiedelt, um dort eine neue Fischerei aufzubauen. Von dort breiteten sie sich entlang der Küste Finnmarks bis nach Nordnorwegen aus. Heute sind sie wirtschaftlich äusserst bedeutend, werden ökologisch jedoch vielerorts als invasive Art betrachtet.
Gefangen werden die Königskrabben mit speziellen Fallen, die am Meeresboden im Varangerfjord ausgelegt werden. Kleine Fischerboote – sogenannte „Sjarker“ – setzen und kontrollieren sie regelmässig. Nach dem Einholen werden die Tiere nach Größe und Qualität sortiert. In Bugøynes arbeiten viele Fischer eng mit lokalen Verarbeitungsbetrieben zusammen.
Für das kleine Dorf ist die Königskrabbe von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Sie wird über lokale Betriebe verarbeitet und – teils lebend – auf internationale Märkte exportiert. Viele Einheimische sind direkt oder indirekt vom Krabbenfang abhängig.
Norwegens Fischereigesetze gehören zu den strengsten der Welt. Gefangen werden dürfen nur ausgewachsene männliche Tiere über einer bestimmten Mindestgrösse, während Jungtiere und Weibchen zurück ins Meer gesetzt werden. Diese Regeln tragen dazu bei, die Bestände stabil zu halten und gleichzeitig eine hohe Qualität zu sichern.
Königskrabben-Safaris gehören zu den besonderen Erlebnissen in Bugøynes: Besucher fahren gemeinsam mit Fischern hinaus auf den Fjord, holen Fallen ein und erhalten Einblicke in Fang und Verarbeitung. Genau dieses Abenteuer hätten wir heute selbst erlebt – doch das Wetter spielt nicht mit. Starker Wind zwingt uns, an Land zu bleiben.
Auch der Besuch der Verarbeitungsfabrik fällt aus. Während der Häutungsphase von März bis Mai ist kein kommerzieller Fang möglich, und nach den windigen Tagen konnten die Fischer ihre Arbeit noch nicht wieder aufnehmen. Entsprechend gibt es derzeit auch keine Krabben in der Fabrik zu sehen.
Stattdessen nimmt sich unser Guide Thor Zeit, uns dennoch spannende Einblicke in die Königskrabben-Fischerei zu geben. Den Tag lassen wir schliesslich bei einem leckeren Mittagessen im Dorfbistro ausklingen – ein ruhiger Abschluss eines eigentlich sehr „nassen“ Fjordabenteuers.
https://findpenguins.com/6kdeanaddcs1g/footprin…Read more
Bugøynes - Finnland trifft auf Norwegen
June 14 in Norway ⋅ 🌬 7 °C
Gestern Abend hatten wir noch richtig Glück: Direkt vor uns zeigten sich Schweinswale und sogar Delfine. Eine ganze Weile konnten wir die Tiere beobachten, wie sie immer wieder aus dem Wasser auftauchten. Was für ein perfekter Abschluss des Tages – solche Momente bleiben einfach in Erinnerung.
Die Nacht danach war herrlich ruhig. Kein Wind, der am Wohnmobil rüttelte, kein Regen auf dem Dach – wir haben tief und fest geschlafen. Nach all den Eindrücken tat diese Ruhe richtig gut.
Heute haben wir etwas Strecke vor uns: 150 Kilometer. Klingt zunächst nicht viel, doch hier oben in Norwegen ticken die Uhren anders. Luftlinie wären es gerade einmal 50 Kilometer, aber eine Fähre gibt es nicht. Also führt der Weg in grossen Bögen entlang der Fjorde.
Bevor es losgeht, machen wir noch einen letzten Stopp auf dem Wohnmobilstellplatz in Kirkenes direkt am Schiffsanleger. Die Ent- und Versorgungsstation ist top – sehr guter Wasserdruck, unser Tank ist schnell gefüllt, und das Ganze auch noch kostenlos. So etwas erlebt man gerne. Danke dafür!
Die Strassen sind heute kurvig und oft eng, immer wieder schmiegen sie sich an die Fjorde. Hinter jeder Kurve öffnet sich ein neuer Blick auf das Wasser, die Berge und die raue Landschaft. Das Wetter zeigt sich allerdings eher nordisch-grau. Wenigstens bleibt es trocken, auch wenn die Aussichten für die nächsten Tage nicht gerade vielversprechend sind.
Unser Ziel für die nächsten zwei Tage heißt Bugøynes – ein winziges Fischerdorf in Finnmark am Varangerfjord, weit oberhalb des Polarkreises und nahe der finnischen Grenze. Gerade einmal rund 200 Menschen leben hier. Wegen der vielen finnischen Wurzeln seiner Bewohner wird der Ort oft auch „Little Finnland“ genannt. Die finnische Kultur ist bis heute spürbar.
Früher war Bugøynes fast nur per Boot erreichbar, erst seit 1962 gibt es eine Strassenverbindung. Schon die Anfahrt fühlt sich ein wenig wie eine Reise ans Ende der Welt an: windige Küstenlandschaften, kaum Bäume und mit etwas Glück sogar Rentiere am Straßenrand.
Besonders spannend: Bugøynes gehört zu den wenigen Orten in Finnmark, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurden. Deshalb stehen hier noch einige historische Holzhäuser aus dem 19. Jahrhundert, die dem Dorf seinen besonderen Charakter verleihen.
Bekannt ist in Bugøynes ausserdem für die riesigen roten Königskrabben aus der Barentssee. Morgen wollen wir diesen beeindruckenden Tieren etwas näherkommen – wir sind gespannt.
Und dann gibt es hier tatsächlich auch noch einen kleinen Strand. Ja, richtig gelesen: Strand. Manche gehen hier sogar im Nordmeer baden. Als wir auf dem Stellplatz ankamen, wagte tatsächlich jemand ein Bad im eiskalten Varangerfjord. Uns hat schon das Zuschauen gereicht.Read more

Yvi on tourJa, grundsätzlich schon, insbesondere bei park4night. In Finnland haben wir auch öfters bei Tankstellen Entsorgung gefunden.
Ans Ende von Norwegen
June 13 in Norway ⋅ 🌬 14 °C
Nach einem verregneten Abend gestern und einer erstaunlich ruhigen Nacht freuen wir uns heute besonders auf unser Tagesziel: Es geht ans Ende Norwegens – nach Grense Jakobselv.
Grense Jakobselv gilt als der östlichste bewohnte Ort Norwegens und liegt tatsächlich weiter östlich als Istanbul. Gleichzeitig ist dies der östlichste Punkt des norwegischen Festlands, den man mit dem Wohnmobil erreichen kann. Entsprechend gespannt sind wir – und hoffen natürlich, einen der begehrten Parkplätze direkt am Meer zu ergattern.
Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis. Zunächst erreichen wir den Grenzübergang zwischen Norwegen und Russland und beobachten eine Weile, wie Autos die Grenze passieren. Es ist der einzige legale Grenzübergang zwischen beiden Ländern – ein seltsames Gefühl, hier mitten im hohen Norden an einem so geopolitisch besonderen Ort zu stehen.
Weiter geht es entlang kleiner Fjorde, vorbei an rauer Landschaft und immer wieder mit fantastischen Ausblicken auf Meer, Berge und Weite. Überall entdecken wir kleine Häuser, die offenbar als Wochenendhäuschen genutzt werden – vor vielen Einfahrten stehen Autos, obwohl die Gegend sonst fast menschenleer wirkt. Und tatsächlich: An einigen Stellen liegt sogar noch Schnee vom vergangenen Winter.
Die Strasse ist überraschend gut befahrbar. Es gibt nur wenige Schlaglöcher, dafür aber immer wieder einspurige Abschnitte mit Ausweichstellen. Die letzten zehn Kilometer verwandeln sich schließlich in eine gut ausgebaute Schotterpiste – passend zum Gefühl, immer weiter ans Ende der Welt zu fahren.
Die letzten Kilometer verlaufen direkt entlang der Jakobselva, dem Grenzfluss zu Russland, der schließlich in die Barentssee mündet. Kurz vor unserem Ziel taucht plötzlich die kleine Kapelle auf – eigentlich eher ein Grenzsymbol als eine Dorfkirche. Die Kapelle zu Ehren von König Oscar II. wurde bereits 1869 aus lokalem Naturstein erbaut und steht nur rund 500 Meter von der russischen Grenze entfernt. Klein, schlicht und irgendwie perfekt passend zu dieser abgelegenen Landschaft.
Und dann haben wir tatsächlich Glück: Ein Parkplatz direkt in erster Meereslinie wird frei – besser geht es kaum. Der Wind bläst kräftig, fast schon stürmisch, aber das gehört hier irgendwie dazu. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, zur Kapelle zu spazieren, die Klippen zu erkunden und auch den Strand zu besuchen. Das Wetter passt perfekt – rau, wild und gleichzeitig unglaublich schön.
Ein Ort, der sich wirklich anfühlt wie das Ende Europas.Read more































































































































































































































































































































































































































































































































TravelerGueti Besserig Andreas! Und nu schöne Rückreise! Liebi Grüess für Beide 👍❤️🍀
Andy und Yvi on TourDanke Esther. Der heutige „Ruhetag“ hat mir gut getan. Morgen geht es dann wieder weiter. Liebe Grüsse 😘👋
Traveler
Der arme Hüpfer so ganz alleine quacken🤣
Andy und Yvi on TourDer wartet nur auf den berühmt berüchtigten Kuss😘🤴
TravelerDen hast Du verweigert 🤣🙈
Yvi on tourJa, ich habe meinen Prinzen bereits zuhause.