Stilles Volk am Wegesrand
I går, Finland ⋅ 🌧 10 °C
Die ganze Nacht prasselte sanft der Regen auf unser Wohnmobildach. Schön leise, irgendwie beruhigend – fast schon die perfekte Kulisse nach dem nervenaufreibenden WM-Finalkrimi Schweiz gegen Finnland. Leider blieb es für die Schweiz erneut beim zweiten Platz. Bereits zum fünften Mal! Wirklich schade.
Aber wir versuchen, allem etwas Positives abzugewinnen. Der Regen hat nämlich auch seine guten Seiten: Unser Wohnmobil bekommt ganz gratis eine sanfte Dusche und Staub sowie der gröbste Schmutz werden einfach weggespült. Man muss die Dinge eben nehmen, wie sie kommen und positiv sehen.
Die nächsten zwei Tage werden vermutlich eher ruhig verlaufen. Heute wollen wir einen Campingplatz ansteuern, um endlich unsere angesammelte Schmutzwäsche zu waschen. Doch daraus wird wohl vorerst nichts – für den gesamten Tag ist Regen angesagt.
Die rund 100 Kilometer lange Fahrt verläuft zunächst unspektakulär. Doch plötzlich wartet am Strassenrand eine überraschende Begegnung auf uns – und wir haben Glück: Genau in diesem Moment hört der Regen kurz auf.
Vor uns steht ein stilles Volk. Tausende menschenähnliche Figuren blicken über ein Feld – eine faszinierende Outdoor-Kunstinstallation des finnischen Künstlers Reijo Kela. Die Figuren bestehen aus einfachen Stangenkörpern, tragen echte Kleidungsstücke und haben Köpfe aus Torfsäcken oder ähnlichen Materialien. Irgendwie skurril, irgendwie faszinierend – auf jeden Fall ein Anblick, der uns zum Schmunzeln bringt. Da die Saison hier erst Mitte Juni beginnt, sind die dazugehörenden Restaurants und Cafés allerdings noch geschlossen.
Kaum sitzen wir wieder im Wohnmobil, setzt der Regen erneut ein – und hört bis jetzt auch nicht mehr auf. Auf dem Campingplatz entscheiden wir uns spontan, im hauseigenen Restaurant essen zu gehen. Und tatsächlich: Der Burger überrascht uns positiv – richtig lecker und so gar nicht das, was wir erwartet hätten.
Nun machen wir es uns gemütlich und sitzen das kühle, nasse Wetter einfach aus. Morgen soll es wieder freundlicher werden – wir sind gespannt.Læs mere
Via Karelia, stille Glocken und kein Rentier
31. maj, Finland ⋅ ☁️ 12 °C
Heute Morgen haben wir etwas länger geschlafen. Irgendwie hat es einfach gepasst – kein Stress, kein Zeitdruck. Vor uns liegen heute rund 200 Kilometer. Wir wollen etwas Strecke machen, denn sonst wird unser Plan, rechtzeitig am Nordkap anzukommen, langsam sportlich.
Bevor es losgeht, steht aber noch ein praktischer Halt an: Unsere finnische Gasflasche ist leer. Im nächstgrösseren Ort tauschen wir sie aus – und sind einmal mehr erstaunt, wie unkompliziert das hier funktioniert. Im Nu ist alles erledigt und wir wieder bestens versorgt. Sogar Wasser dürfen wir bei der Gemeinde kostenlos auffüllen. Solche kleinen Dinge machen das Reisen einfach angenehm – danke dafür.
Unsere Route führt uns heute entlang der Via Karelia, einer Strasse durch die historische Region Karelien, nahe der russischen Grenze. Die Gegend verbindet Natur, Kultur und eine bewegte Geschichte. Gerade die Grenzregion zwischen Finnland und Russland hat hier viele Spuren hinterlassen.
Ein besonderes Highlight des Tages: Zum ersten Mal fahren wir durch ein Rentieraufzuchtgebiet. Die Spannung steigt – sehen wir wohl gleich die ersten Rentiere? Leider bleibt es heute bei der Hoffnung. Kein einziges zeigt sich. Aber wir sind zuversichtlich: Früher oder später werden wir ihnen bestimmt begegnen.
Das Rentier-Gebiet in rund um Suomussalmi ist riesig – rund 3'500 km² und damit ideal für die Rentierhaltung. Noch eindrücklicher wird die Dimension beim Blick aufs Ganze: Das finnische Rentierzuchtgebiet umfasst etwa 123'000 km², also rund 36 Prozent der gesamten Landesfläche.
Am Ende unserer heutigen Etappe wartet ein Ort, der nachdenklich macht: das Winterkriegsdenkmal von Suomussalmi. Es erinnert an die Kämpfe entlang der Raate-Strasse im Winter 1939/40 – eine der entscheidenden Schlachten des Winterkriegs zwischen Finnland und der Sowjetunion.
Schon beim Näherkommen wirkt der Ort eindrücklich. Vor uns liegen unzählige grosse Natursteine – rund 17'000 an der Zahl. Sie stehen nicht für einzelne Soldaten, sondern machen die gewaltige Dimension von Verlust und Leid sichtbar – auf finnischer wie auf sowjetischer Seite. Das Denkmal wirkt bewusst still. Kein Triumph, keine Heldengeschichte – vielmehr eine Einladung, über die Folgen von Krieg nachzudenken.
In der Mitte hängt eine Installation aus 105 Messingglocken. Jede einzelne steht für einen Tag des Winterkriegs – vom 30. November 1939 bis zum 13. März 1940. Wenn der Wind aufkommt, erklingen sie ganz leise. Ein stiller, fast berührender Moment.
Gerade hier wurde Geschichte geschrieben. Die sowjetische Armee wollte Finnland an seiner schmalsten Stelle durchtrennen und bis nach Oulu vordringen. Finnische Truppen konnten dies verhindern und grosse sowjetische Verbände in den sogenannten Motti-Kämpfen einkesseln. Tiefer Schnee, eisige Temperaturen und dichter Wald machten die Bedingungen brutal.
Direkt neben dem Mahnmal befindet sich ein Museum mit Originalgegenständen aus dieser Zeit. Wir entscheiden uns jedoch bewusst dagegen – manchmal reicht der Eindruck eines Ortes für sich allein.
Nun geht es weiter zu unserem Übernachtungsplatz. Einrichten, etwas runterfahren und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Denn heute steht noch etwas auf dem Programm: der Final der Eishockey-WM – Schweiz gegen Finnland. Hopp Schwiz🇨🇭!!!Læs mere

RejsendeWir sind da irgendwo mitten in der Samen-Region (in etwa Fatmomakke). Bezug zu eurem Text: Wir haben heute unsere ersten Rentiere gesehen, um die 10 Stück, völlig unbekümmert mitten auf der Straße. Ich glaub, hier kann ich kein Foto posten, schade 😏

Yvi on tourIhr Glücklichen. Aber in eurem Footprint findet sich bestimmt ein Platz für ein Foto ☺️.

RejsendeWieder so ein beeindruckender Beitrag , was da abging. können wir uns gar nicht richtig vorstellen. Das Glockendenkmal ist sehr besonders. Drück natürlich die Daumen für das Finale 🇨🇭🏒
Finnische Grillhütten
30. maj, Finland ⋅ ⛅ 15 °C
Nach dem spannenden Eishockey-Halbfinale Schweiz–Norwegen stand für uns schnell fest: Heute Abend muss eine echte Schweizer Olma-Bratwurst auf den Grill. Wie es der Zufall will, reist ein Paar tiefgekühlte Würste schon die ganze Zeit mit uns im Gefrierfach mit – und der perfekte Übernachtungsplatz mit Grillstelle ist ebenfalls gefunden.
Im Nu sind die Würste aufgetaut, das Feuer entfacht und schon bald liegt der feine Duft von Grillgut in der Luft. Dazu gibt es ganz einfache, aber perfekte Begleiter: Brot und Pommes-Chips. Manchmal sind es gerade die simplen Dinge, die unterwegs am besten schmecken.
Besonders schön: Wir befinden uns an einer typisch finnischen Feuerstelle mitten in der Natur. In Finnland gehört das Leben draussen fest zur Kultur – und das Grillieren im Wald ist ein wichtiger Teil des sogenannten Mökki-Lebens, der finnischen Ferienhausstimmung. Öffentliche Feuerplätze sind oft frei zugänglich und liebevoll unterhalten. Meist liegt genügend Holz bereit, das nur noch gehackt oder gespalten werden muss. Wanderer und Reisende treffen sich hier zum Würste grillieren, Kaffee über dem Feuer kochen oder um eine „Makkara“, die traditionelle finnische Grillwurst, zu geniessen.
Dabei unterscheidet man in Finnland grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Arten von Grillhäusern oder Feuerstellen:
Kota / Grillikota:
Eine geschlossene Grillhütte mit Dach und Kamin – fast wie eine kleine Blockhütte. Besonders gemütlich und ideal für kalte Wintertage.
Laavu:
Eine offene, meist dreiseitig geschützte Schutzhütte, die man häufig an Wanderwegen oder Seen findet. Perfekt für eine Pause, ein Feuer oder sogar eine Übernachtung.
Lean-to Shelter / Nuotiopaikka:
Öffentliche Feuerstellen mit Sitzmöglichkeiten, oft an besonders schönen Naturplätzen gelegen und frei nutzbar.
Zum süssen Abschluss darf natürlich Marshmallows über dem Feuer nicht fehlen. Das Beste daran: Selbst die Spiessli lagen bereits bereit.
Ein perfekter finnischer Abend – Feuer, Wald, feines Essen und diese besondere Ruhe, die man nur mitten in der Natur findet.Læs mere
Hiidenportti – Finnlands wilde Seite
30. maj, Finland ⋅ ☀️ 19 °C
Nach dem Ankommen, Einrichten und Faulenzen gestern starten wir heute zu einer Wanderung im Hiidenportti National Park – einem der eher wilden und weniger besuchten Nationalparks Finnlands. Wer Einsamkeit, tiefe Wälder und diese besondere nordische Stimmung mag, ist hier genau richtig. Mit rund 45 Quadratkilometern wirkt der Park für finnische Verhältnisse fast klein, aber erstaunlich ursprünglich und unberührt.
Das Herzstück des Parks ist die namensgebende Schlucht Hiidenportti – übersetzt etwa „Tor des Hiisi“. Hiisi ist eine geheimnisvolle Gestalt aus der finnischen Mythologie, und tatsächlich wirkt die Gegend ein wenig mystisch. Die Schlucht zieht sich etwa einen Kilometer durch den Wald, eingerahmt von bis zu 20 Meter hohen Felswänden, die überraschend steil aus der Landschaft aufragen.
Für unsere Wanderung wählen wir den beliebten Hiidenkierros, eine etwa drei bis fünf Kilometer lange Rundtour – perfekt für einen halben Tag. Der Weg führt durch stille Wälder, vorbei an Mooren und kleinen Seen, immer wieder über typische finnische Holzstege. Es ist diese besondere Mischung aus Ruhe, Weite und Ursprünglichkeit, die Finnlands Natur so faszinierend macht.
Auch die Tierwelt hier klingt beeindruckend: Braunbären, Luchse, Vielfraße und zahlreiche Vogelarten leben im Park. Die Chancen auf Sichtungen sind allerdings eher gering – und so bleibt es auch bei uns ruhig. Kein Rascheln im Gebüsch, keine großen Pfotenabdrücke, nur Wald, Wasser und Stille. Und genau das macht Hiidenportti vielleicht so besonders.
Am Ende werden aus der geplanten kurzen Runde sogar etwas mehr als 7,5 Kilometer. Glücklich, angenehm müde und mit jeder Menge Natur im Kopf kommen wir schließlich wieder an unserem Womo an.
https://www.komoot.com/tour/2998017181?ref=itd&…Læs mere
30 Kilometer Schotter bis zur Ruhe
29. maj, Finland ⋅ ☀️ 12 °C
Nach der heutigen, etwas abenteuerlichen Anfahrt haben wir unser Ziel erreicht: den Waldparkplatz von Hiidenportti. Die letzten rund 30 Kilometer führen über Schotterpisten – nichts Wildes, aber definitiv die Sorte Strasse, auf der man automatisch langsamer fährt und sich bei jeder Kurve fragt, ob das Ziel wohl endlich gleich auftaucht.
Nun stehen zwei Nächte mitten in der Natur vor uns – fernab von allem, umgeben von Wald und Ruhe.
Heute lassen wir es erst einmal gemütlich angehen. Am Abend zieht es uns noch für einen kleinen Spaziergang zum Badesee hinaus. Langsam klart auch das Wetter auf, und die ersten Sonnenstrahlen lassen hoffen. Für morgen wünschen wir uns vor allem etwas wärmere Temperaturen, denn eine Wanderung durch den Nationalpark steht bereits auf dem Plan.
Die nächsten Tage werden etwas ruhiger. Die Natur wird unser ständiger Begleiter sein – und vielleicht gibt’s zwischendurch auch mal keinen Footprint.Læs mere

Rejsende
Erinnert uns sehr an unsere 1.700 km gefahrene Schotterpiste mit Yolo 🚐 zum Arktischen Ozean nach Tuktoyaktuk. 🇨🇦😅

Yvi on tourGewisse Strecken sind pro Tag völlig ok, aber ich glaube für 1‘700 km dann doch ein anderes Womo.
Finnland: Mehr Schweden, als wir gedacht hätten
28. maj, Finland ⋅ ☁️ 7 °C
Wie der Wetterbericht für heute vorausgesagt hatte, scheint der Winter fast wieder zurück zu sein. Gerade einmal 4 Grad Aussentemperatur, eisiger Wind mit heftigen Böen und immer wieder Regen – mal leicht, mal heftig. Deshalb legen wir heute nur rund 80 Kilometer zurück, fahren in den nächstgrösseren Ort und stellen uns auf einen Parkplatz am Hafen. Dort machen wir es uns im Warmen gemütlich und lassen auch mal wieder unsere Dieselzusatzheizung laufen. So ist der monatliche Testlauf gleich ebenfalls erledigt.
Auf den bisherigen Kilometern durch Finnland sind uns zwei Dinge besonders ins Auge gestochen, die uns vorher gar nicht bewusst waren – und beide haben mit der Vergangenheit und der jahrhundertelangen Zugehörigkeit zu Schweden zu tun.
👉 Im Süden Finnlands sind die Ortschaften häufig in zwei unterschiedlichen Sprachen angeschrieben – auf Finnisch und Schwedisch. Doch warum? Ganz einfach: Schwedisch ist in Finnland bis heute eine offizielle Landessprache neben Finnisch. Finnland gehörte rund 600 Jahre zu Schweden. In dieser Zeit prägte sich Schwedisch stark in Verwaltung, Bildung und besonders in den Küstenregionen aus.
Irgendwie überraschend, denn Finnisch und Schwedisch sind sprachlich kaum verwandt: Finnisch gehört zur finno-ugrischen Sprachfamilie, Schwedisch dagegen zu den germanischen Sprachen. Deshalb klingen Ortsnamen oft komplett unterschiedlich.
👉 Eine weitere Sache, die uns aufgefallen ist: Warum sind so viele Häuser in Finnland rot gestrichen – genau wie in Schweden?
Die roten Häuser haben vor allem historische und praktische Gründe. Und die Farbe ist oft gar keine „richtige“ rote Farbe, sondern eine traditionelle Pigmentmischung. Ursprünglich wurde sie aus Nebenprodukten des Kupferbergbaus rund um die schwedische Stadt Falun hergestellt. Da Finnland über Jahrhunderte zu Schweden gehörte, verbreitete sich diese Tradition auch hier.
Warum gerade Rot?
Zum einen war die Farbe günstig und leicht verfügbar. Für Bauernhäuser war sie deutlich erschwinglicher als teure Fassadenmaterialien oder aufwendige Anstriche. Zum anderen half die Farbe, das Holz gegen Wetter und Feuchtigkeit zu schützen – wichtig in einem Klima mit Schnee, Regen und grossen Temperaturschwankungen.
Dazu kam noch ein interessanter Nebeneffekt: Früher galten Backstein- oder Ziegelhäuser als Zeichen von Wohlstand. Das Rot sollte diese wertigen Gebäude optisch imitieren, obwohl die Häuser in Wirklichkeit aus Holz gebaut waren.
Mit der Zeit wurde das Rot schlicht Teil der nordischen Baukultur. Besonders auf dem Land sieht man bis heute die typischen roten Häuser mit weissen Fensterrahmen – fast schon ein Sinnbild für Finnland und Schweden.
👉 Ein kleiner Exkurs in die Geschichte Finnlands:
Finnland gehörte bis 1809 rund 600 Jahre zu Schweden. Danach war das Land bis 1917 als Grossfürstentum Teil des russischen Kaiserreichs.
Nach der Unabhängigkeit gab es kurzzeitig sogar Pläne für ein Königreich Finnland. Ein deutscher Prinz wurde bereits zum König gewählt, trat sein Amt jedoch nie an. Seit 1919 ist Finnland deshalb eine Republik mit einem Präsidenten als Staatsoberhaupt.
Nach einem Tag voller Geschichte passt zum kalten Wetter heute nur eines: ein gemütliches Käsefondue.Læs mere

RejsendeWieder einiges gelernt heute, sehr interessante Geschichte. Ä Guetä bim Chäs Fondue👍😋
Unterwegs in der Schlucht von Seinävuori
27. maj, Finland ⋅ ☁️ 11 °C
Nach einer erholsamen Nacht geht es für uns heute schon bald wieder weiter. Auf dem Programm steht mal wieder Natur pur – eine kleine Rundwanderung. Ob das Wetter mitspielt, wissen wir allerdings noch nicht. Eine Regenfront zieht auf und soll in den nächsten zwei Tagen Dauerregen bringen. Noch zeigt sich der Himmel gnädig – wir hoffen, das bleibt erst einmal so.
Gestern haben wir die finnische Seenlandschaft von oben bestaunt, heute fahren wir ein Stück direkt an ihr entlang. Immer wieder eröffnen sich wunderschöne Ausblicke und wir genießen die Fahrt einfach in vollen Zügen. Unser heutiges Ziel: die Schlucht von Seinävuori.
Schon bei der Ankunft stellen wir fest: Der Parkplatz eignet sich perfekt, um die Wanderung direkt zu starten – und gleichzeitig auch, um hier später die Nacht zu verbringen. Nach dem Mittagessen schnüren wir die Wanderschuhe und machen uns auf den Weg, solange das Wetter noch mitspielt.
Die Schlucht von Seinävuori ist eine beeindruckende Felsschlucht, die während der letzten Eiszeit geformt wurde. Sie ist rund 500 Meter lang, zwischen 20 und 40 Meter breit und an den höchsten Stellen bis zu 25 Meter tief. Ein etwa 2,5 Kilometer langer Rundwanderweg führt Besucher durch diese eindrucksvolle Landschaft – teilweise direkt am Schluchtrand entlang. Trittsicherheit und gutes Schuhwerk sind hier definitiv von Vorteil.
Besonders schön finden wir die Mischung aus rauer Felsenlandschaft und typisch finnischem Wald. Der Weg ist gut ausgebaut und gepflegt, trotzdem fühlt sich die Natur hier wunderbar ursprünglich an. Immer wieder bleiben wir stehen, genießen die Ruhe und lassen den Blick schweifen.
Beeindruckend sind vor allem die riesigen Kiefern und Fichten. Einige der Fichten am Schluchtrand sollen über 100 Jahre alt sein – und wenn man direkt daruntersteht, wirken sie fast ehrfürchtig gross. Der weiche Waldboden federt jeden Schritt ab, überall duftet es nach Wald, Moos und frischer Erde. Zwischen Flechten und Moosen entdecken wir immer wieder Beerensträucher. Im Sommer bestimmt ein kleines Paradies für Naschkatzen. Und auch der Herbst muss hier traumhaft sein, wenn die Pilzsaison beginnt.
Nach gut einer Stunde erreichen wir wieder unser Wohnmobil. Pünktlich dazu zieht sich der Himmel langsam zu. Wir machen es uns gemütlich, beobachten die ersten Wetterveränderungen und lauschen dem „Gugger“, der draußen lautstark sein Bestes gibt – während wir den Tag ganz entspannt ausklingen lassen.
https://www.komoot.com/tour/2990042530?ref=itd&…Læs mere
Kuopio
26. maj, Finland ⋅ ☁️ 13 °C
Heute liegen rund 200 Kilometer vor uns. Also nichts wie raus aus den Federn – schon bald heisst es: Wir fahren los! Doch bevor wir starten, brauchen wir erst einmal Wasser (zum Glück gibt es das an Finnlands Tankstellen kostenlos) und unsere Vorräte müssen aufgefüllt werden.
Leider landen wir in einem Supermarkt, dessen Tage wohl gezählt sind – am 28.05. schliesst er endgültig seine Türen. Das merkt man deutlich am Sortiment, denn viele Regale wirken schon ziemlich leer. Für das Nötigste reicht es aber allemal.
Auf dem Weg nach Kuopio entdecken wir bei einer Tankstelle eine Entsorgungsstation mit Stellplätzen für Wohnmobile und Trucks. Die App Park4Night ist dabei eine echte Hilfe – ansonsten müsste man wohl ständig Campingplätze ansteuern. Die Entsorgung klappt auch hier problemlos, allerdings geht erneut nichts ohne Schlauch – nicht einmal beim Grauwasser.
Eigentlich wollten wir zwei Tage in Kuopio bleiben und eine Bootstour auf den Seen machen. Doch das Wetter zeigt sich von seiner kühlen und wechselhaften Seite. Also planen wir spontan um und landen schliesslich auf einem Parkplatz auf dem Hausberg von Kuopio.
Dort entdecken wir eine für uns völlig neue Sportart: Discgolf – vielleicht besser bekannt als Frisbee-Golf. In Finnland scheint das ein echter Volkssport zu sein, denn dies ist bereits der zweite Platz, den wir entdecken. Wir schauen den Jugendlichen eine Weile zu und staunen nicht schlecht: Manche schleppen ganze Rucksäcke voller verschiedener Frisbees mit sich herum. Offenbar braucht es für jede Situation die passende Scheibe.
Rund um den Hausberg gibt es einiges zu entdecken: einen ehemaligen Skilift, Wanderwege, Mountainbike-Strecken und eine tolle Grillstelle. Später erkunden wir noch die Skisprungschanze und den Aussichtsturm mit Drehrestaurant. Vielleicht haben wir Glück und ergattern dort sogar noch einen Platz zum Essen.Læs mere

Yvi on tourWir finden diesen Sport eine coole Sache und Kindheitserinnerungen werden geweckt!

Yvi on tourWar ein besonders schönes Erlebnis mit diesem Ausblick über die Seenlandschaft.
Savonlinna & Muikku
25. maj, Finland ⋅ 🌬 13 °C
Nach einer stürmischen Nacht machen wir uns auch heute wieder früh auf den Weg. Viel Strecke liegt diesmal nicht vor uns – gerade einmal 20 Kilometer trennen uns von unserem nächsten Ziel: Savonlinna.
Die kleine Stadt im Osten Finnlands ist vor allem für ihre traumhafte Wasserlandschaft bekannt. Zwischen Seen und Inseln liegt ihr berühmtestes Wahrzeichen: die imposante Olavinlinna. Die mittelalterliche Burg aus dem 15. Jahrhundert wurde einst zum Schutz vor russischen Angriffen errichtet und zählt heute zu den am besten erhaltenen Burgen Nordeuropas. Besonders beeindruckend wirkt sie, weil sie scheinbar direkt aus dem Wasser aufsteigt. Heute begnügen wir uns allerdings mit einem Blick von aussen und verzichten auf eine Besichtigung im Innern.
Von der Burg spazieren wir gemütlich entlang der Hafenanlage bis zum Marktplatz. Doch gemütlich ist eigentlich das falsche Wort – der Wind pfeift uns kräftig um die Ohren. Gerade einmal 12 Grad zeigt das Thermometer, und so feiern unsere Mützen heute ihr Comeback.
Kulinarisch steht heute etwas auf unserer Wunschliste: Muikku – eine regionale Fischspezialität, die uns Daniela empfohlen hat. Danke nochmals für den Tipp! Die kleinen Süsswasserfische aus dem Saimaa-See werden meist gebraten, geräuchert oder als Suppe serviert. Weil das Wetter heute nicht gerade zu einem Imbiss am Marktplatz einlädt, suchen wir uns lieber ein gemütliches Restaurant. Yvonne entscheidet sich für die gebratene Muikku-Variante, Andreas für gebratenen Flussbarsch – ebenfalls eine Spezialität aus der Region. Und was sollen wir sagen? Beides war ausgesprochen lecker.
https://findpenguins.com/anyvontour/footprint/6…
Eine weitere kleine Beobachtung überrascht uns: Schon um 11.30 Uhr ist das Restaurant voller Einheimischer, die alle bereits beim Mittagessen sind. Als wir kurz nachfragen, wird uns erklärt: Das sei in Finnland ganz normal. Ab 11 Uhr gibt’s Mittagessen – und um 12 Uhr sind viele schon wieder fertig. Daran könnten wir uns vielleicht auch gewöhnen.
Gut gestärkt geht es zurück zum Wohnmobil. Draussen nimmt der Wind immer mehr Fahrt auf, drinnen wird es umso gemütlicher. Also machen wir es uns bequem, geniessen die Ruhe und planen entspannt die nächsten Etappen unserer Reise.Læs mere
Grösste Holzkirche der Welt
24. maj, Finland ⋅ ☁️ 15 °C
Unsere Weiterreise führt uns entlang der eindrucksvollen Seenlandschaft des Saimaa-Seengebiets. Immer wieder öffnet sich die Landschaft zwischen Wäldern, Wasser und kleinen Ortschaften – ruhig, weit und typisch finnisch.
In Kerimäki wollen wir die größte Holzkirche der Welt besuchen. Direkt am Hafen finden wir einen schönen Parkplatz und entscheiden uns spontan, hier auch die Nacht zu verbringen. Die Lage direkt am Wasser macht diesen Ort besonders angenehm und ruhig.
Die berühmte Holzkirche von Kerimäki ist jedoch aufgrund umfangreicher Renovationsarbeiten vollständig eingerüstet und derzeit nicht zugänglich. Die Arbeiten sollen voraussichtlich noch bis Ende Mai 2027 andauern.
Auch wenn wir sie nicht von innen erleben können, bleibt das Bauwerk beeindruckend: Schon von aussen lässt sich erahnen, welche Dimensionen diese Kirche hat.
Das Gebäude ist rund 45 Meter lang, 42 Meter breit und bietet Platz für bis zu 5.000 Menschen. Errichtet wurde es im 19. Jahrhundert mit dem Ziel, die gesamte damalige Gemeinde unter einem Dach zu vereinen. Im Inneren sollen sich über 1,6 Kilometer Bänke durch das Gebäude ziehen – ein fast surrealer Gedanke, den wir diesmal leider nur erahnen können.
Eine lokale Legende erzählt, dass die aussergewöhnliche Grösse aus einem Missverständnis zwischen den Einheiten Fuss und Meter entstanden sein könnte. Historisch ist das nicht belegt, passt aber gut zu dem Mythos, der dieses Bauwerk umgibt.
Fazit: Die Kirche von Kerimäki gehört zu den eindrucksvollsten Holzbauwerken der Welt. Auch im eingerüsteten Zustand bleibt sie ein besonderer Ort und ein Stück finnischer Baugeschichte.
Wer in der Region unterwegs ist, sollte hier trotzdem anhalten – als Fotostopp, als Geschichtsort und als Symbol für die beeindruckende Holzbau-Tradition Finnlands.Læs mere

RejsendeWunderschöner Ort, auf einer einsamen Insel in der Nähe durften wir vor gut 10 Jahren wunderbar erholsame Ferien verbringen...und, kleiner Tipp, auch Savolinna mit seiner Burg ist empfehlenswert...und dort gibts auch die feinen Muikku...
Skulpturenpark Parikkala
24. maj, Finland ⋅ ☁️ 17 °C
Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht machen wir uns früh auf den Weg. Das erste Etappenziel liegt nur knapp zehn Kilometer entfernt – und ist definitiv kein Ort, den man so schnell vergisst: der Parikkala Skulpturen Park.
Er liegt ganz in der Nähe der russischen Grenze. Geschaffen wurde er vom Künstler Veijo Rönkkönen, der hier über fast 50 Jahre hinweg in seinem eigenen Garten eine völlig eigene Welt erschuf.
Heute stehen rund 560 Betonskulpturen auf dem Gelände – viele lebensgroß, manche skurril, andere fast schon verstörend. Besonders bekannt ist die Gruppe von mehr als 200 Yoga-Figuren, inspiriert von Rönkkönens eigener Yoga-Praxis.
Eigentlich sind wir keine großen Skulpturenfans – doch dieser Ort hat uns sofort gepackt. Irgendwo zwischen faszinierend und ziemlich „creepy“. Die teils bizarren Gesichtsausdrücke, verwitterten Figuren und sogar echte Zahnprothesen in manchen Skulpturen sorgen für eine Atmosphäre, die gleichzeitig kurios und leicht unheimlich wirkt. Genau diese Mischung macht den Park aber so besonders.
Fast noch spannender als der Ort selbst ist die Geschichte seines Schöpfers. Rönkkönen war kein klassisch ausgebildeter Künstler, sondern Autodidakt und Vertreter der finnischen ITE-Kunst („itse tehty elämä“ – übersetzt etwa „selbstgemachtes Leben“), einer Form von Outsider Art oder Volkskunst. Hauptberuflich arbeitete er in einer Papierfabrik im nahegelegenen Simpele – seine Kunst entstand über Jahrzehnte hinweg nach Feierabend, Stück für Stück, direkt in seinem Garten.
Er galt als extrem zurückgezogen und scheu, reiste kaum und sprach wenig über sich selbst. Manche sehen in diesem Skulpturenpark seine ganz persönliche Art, mit der Welt in Kontakt zu treten: Statt selbst hinauszugehen, ließ er die Menschen zu sich kommen.
Falls ihr in dieser Region Finnlands unterwegs seid, können wir euch einen Zwischenstopp hier definitiv empfehlen. Der Park ist außergewöhnlich, etwas schräg und bleibt garantiert in Erinnerung – ganz egal zu welcher Jahreszeit.Læs mere
Ruhe am Hiitolanjoki
23. maj, Finland ⋅ ☀️ 20 °C
Eigentlich steht heute der Robben-Wanderweg in der Saimaa-Seenlandschaft auf dem Programm. Doch der gestrige Tag steckt uns noch spürbar in den Knochen, und so entscheiden wir uns für eine ruhigere Alternative: eine entspannte Fahrt nach Rautjärvi.
Dort finden wir einen wunderbaren Parkplatz direkt am Flusssystem Hiitolanjoki – und ohne lange zu überlegen, starten wir bei bestem Wetter zu einer kurzen Wanderung.
Hiitolanjoki ist kein gewöhnlicher Fluss. Vielmehr handelt es sich um ein weit verzweigtes System aus Seen, Stromschnellen und Flussabschnitten, das zum Einzugsgebiet des Vuoksi-Flusses gehört und letztlich in den Ladogasee in Russland entwässert. Diese Wasserlandschaft wirkt weniger wie ein einzelner Flusslauf, sondern eher wie ein lebendiges Geflecht aus Wasser, Stein und Wald.
Besonders spannend ist die Geschichte dieses Ortes: Der Fluss wurde über Jahrzehnte stark durch Wasserkraftnutzung verändert. Dämme und Kraftwerke unterbrachen natürliche Wanderwege für Fische wie Lachs und Forelle und veränderten das Ökosystem erheblich. In den letzten Jahren wurden jedoch mehrere dieser Hindernisse entfernt oder umgebaut, sodass sich der Flussabschnitt langsam wieder in einen natürlicheren Zustand zurückentwickelt.
Heute sehen wir zwar keine Fische, aber das spielt an diesem Ort kaum eine Rolle. Stattdessen erleben wir eine fast unwirkliche Ruhe – nur Wasser, Wald und das leise Gefühl von Geschichte, die sich zurück in Natur verwandelt.
Zurück am Fahrzeug gibt es auch technisch gute Nachrichten: Unsere neu gekaufte Powerstation arbeitet zuverlässig und versorgt uns problemlos mit 230-Volt-Geräten. Alles, was über 12 Volt läuft, wird ohnehin weiterhin stabil über die Aufbaubatterie betrieben, die durch Solarpaneele und Ladebooster gut versorgt ist.
Nur der Wechselrichter bleibt weiterhin komplett ohne Lebenszeichen. Ein Umstand, mit dem wir uns inzwischen arrangiert haben – zumindest vorerst. Ob das bis zum Ende der Reise wirklich so entspannt bleibt, wird sich zeigen.
Für den Moment aber passt alles: ein stiller Fluss, funktionierende Energieversorgung und ein unerwartet perfekter Tag in Finnland.Læs mere

RejsendeWas für eine schöne Landschaft, da kann man sich wirklich erholen. Gut das Euer Energieproblem fast behoben ist. Wünsche gute und sichere Weiterfahrt und gute Nacht 😋👍
Wechselrichter defekt?!
22. maj, Finland ⋅ 🌧 15 °C
Gestern beim Kochen auf unserer Induktionsherdplatte passierte es plötzlich: Kurz bevor das Fleisch fertig gegart war, war der Strom weg. Einfach so. Kein 230-Volt-Strom mehr aus unseren Batterien.
Wir versuchten alles, was uns einfiel: Sicherungen kontrollieren, Systeme neu starten, Wechselrichter prüfen – nichts half. Der Wechselrichter blieb komplett ohne Lebenszeichen, keine Anzeige, kein Einschalten. Laut Handbuch unseres Dethleffs und nach dem Studium der Victron-Anleitung kam schnell der Verdacht auf die große Mega-Sicherung. Doch wir trauten uns nicht, diese selbst zu öffnen.
Die Stimmung war entsprechend im Keller, auch wenn wenigstens das 12-Volt-System noch funktionierte und wir den Abend mit etwas Fernsehen ausklingen lassen konnten.
Am nächsten Morgen geht es früh los. Rund 100 Kilometer zurück zum nächstgelegenen Dethleffs-Händler, den wir gleich zu Öffnungsbeginn erreichen. Nach der Schilderung des Problems dürfen wir direkt in die Werkstatt fahren.
Die Diagnose ist ernüchternd: Kein einfacher Sicherungsdefekt. Die Mega-Sicherung ist in Ordnung. Dafür findet der Techniker ein loses Kabel, das vermutlich mitverantwortlich für den Ausfall war. Nach der Fixierung keimt kurz Hoffnung auf – und tatsächlich: Landstrom funktioniert wieder, die Steckdosen im Fahrzeug sind zurück.
Doch die Freude hält nicht lange. Ohne Landstrom bleibt der Wechselrichter weiterhin ohne Funktion. Die Werkstatt vermutet nun einen Defekt am Gerät selbst. Ein Austausch über Garantie ist zwar möglich, aber Bestellung und Lieferung würden mindestens eine Woche dauern – zu lange für unsere Weiterreise, zumal auch Feiertage alles verzögern.
Nach einem Telefonat mit unserem Händler in Deutschland ist klar: Wir wollen nicht eine Woche hier bleiben. Also müssen wir umplanen, auch wenn noch offen ist, wie genau die Lösung aussehen wird.
Für den Moment entscheiden wir uns für eine Alternative: eine Powerstation oder ein ähnliches System. Überraschend schnell stellt sich das als die praktikabelste Lösung heraus.
In einem großen Elektronikmarkt werden wir gut beraten und werden tatsächlich fündig. Ein Setup, das uns vorübergehend wieder unabhängig macht: Kaffeemaschine, Laptop laden, Föhn – alles wieder möglich, ohne den fest verbauten Wechselrichter.
Unsere Stimmung hebt sich langsam wieder.
Hungrig und erleichtert geht es weiter Richtung Tagesziel. Ein Follower hatte uns eine lokale Spezialität empfohlen: Vety – ein typisch finnischer Fastfood-Snack, den wir unbedingt probieren wollen.
In Lappeenranta angekommen, passt genau das perfekt zur Situation. Bei strömendem Regen holen wir uns das Essen und sind überrascht, wie gut es schmeckt – genau das Richtige nach einem langen, turbulenten Tag.
Um etwas durchatmen zu können, fahren wir den nahegelegenen Campingplatz an. Nun heißt es: Powerstation aufladen, einrichten und testen. Für die Übergangszeit ist diese Lösung ideal und gibt uns die Freiheit, weiterzureisen, ohne auf Ersatzteile warten zu müssen.
So endet ein Tag, der mit einem Stromausfall begann und mit einer improvisierten, aber funktionierenden Lösung endete. Nicht alles läuft unterwegs nach Plan – aber genau das gehört wohl zum Reisen im Wohnmobil dazu. Trotzdem sind wir dankbar, dass uns vor Ort so schnell geholfen wurde, ebenso wie durch unseren Händler in Deutschland.
PS: Der Kaffee aus der eigenen Kaffeemaschine schmeckt heute doppelt so gut.Læs mere

RejsendeDieses Problem mit dem Inverter kennen wir doch Ich sag dir nachher alles 😢. Ausser, dass es bei uns im Wohnmobil noch total verbrannt gerochen hat. Schlussendlich musste bei uns der Inverter getauscht werden samt der gesamten Verkabelung.

Yvi on tourWir wissen noch nicht so recht, ob wir dies unterwegs in einer Werkstatt machen lassen wollen oder ob es besser wäre dies Mitte August bei unserem Händler zu lösen.
Valkmusa-Nationalpark
21. maj, Finland ⋅ ☁️ 18 °C
Gestern am späten Nachmittag fehlte uns schlicht die Motivation für den kleinen Rundwanderweg in der Gegend von Pyhtää. Gerade als wir ankamen, schwärmte ein Reisebus voller Vogelbeobachter aus, und wir wollten ihnen ihre Ruhe bei den Beobachtungen nicht nehmen. Also beschlossen wir kurzerhand: Die Wanderung verschieben wir auf morgen früh.
Der rund 2,3 Kilometer lange Rundweg startet direkt bei unserem Übernachtungsplatz im Valkmusa-Nationalpark. Früh am Morgen wollen wir los – doch kaum stehen wir bereit, rollt schon der nächste Reisebus an. Dieses Mal eine Schulklasse. Also entscheiden wir uns kurzerhand, einfach in die entgegengesetzte Richtung zu starten.
Schon nach wenigen Minuten wird klar: Valkmusa ist anders als viele finnische Nationalparks. Weniger dichter Wald, dafür offene Moorlandschaften und überraschend viel Weite. Der Weg führt grösstenteils über lange Holzstege durchs Moor, vorbei an Moosflächen, kleinen Wasserstellen und niedrigen Kiefern. Flach, unkompliziert und perfekt für eine gemütliche Runde – nur bei Nässe könnten die Bretter etwas rutschig werden.
Unterwegs treffen wir die Schulklasse wieder und erfahren, dass etwa die Hälfte der Schüler aus Bayern stammt und hier an einem Schüleraustausch teilnimmt.
Etwa auf halber Strecke wartet ein kleiner Aussichtsturm – perfekt für eine kurze Pause. Von oben wird erst sichtbar, wie weit sich das Moor erstreckt. Trotz Südfinnland fühlt sich die Landschaft fast ein wenig wie Lappland an.
Auf dem Rückweg geht es wieder etwas mehr durch bewaldetes Gebiet. Die Beerensträucher blühen bereits – in ein paar Wochen dürfte das hier ein echtes Beerenparadies sein.
Nach dieser kleinen Morgenwanderung heißt es für uns wieder: weiterfahren. Heute steht nichts Spektakuläres auf dem Programm, einfach nur Finnland genießen und gemütlich zum nächsten Übernachtungsplatz rollen.
Was uns unterwegs immer wieder auffällt, sind die unglaublich langen LKW-Gespanne. Viele von ihnen fahren mit neun Achsen, und nach einer kurzen Recherche staunen wir nicht schlecht: In Finnland dürfen diese Trucks tatsächlich bis zu 34,5 Meter lang sein. Irgendwie faszinieren uns diese riesigen Fahrzeuge inzwischen fast mehr, als sie sollten.
Am Nachmittag zeigt sich das Wetter leider nicht mehr von seiner freundlichen Seite. Schon bald setzt Regen ein – und alles deutet darauf hin, dass er uns wohl bis morgen Mittag begleiten wird.
Den restlichen Tag und Abend lassen wir trotzdem entspannt ausklingen – mit einem wunderschönen Blick auf einen See. Genau solche ruhigen Momente machen diese Reise für uns aus.Læs mere

RejsendeDie Wege mit den Holzlatten sind zum gehen bestimmt angenehm bei trockenem Wetter
Gas, Ent- und Versorgung Finnland
20. maj, Finland ⋅ ⛅ 17 °C
Unsere heutige Mission: eine AGA-Gasflasche aus Stahl für unser Wohnmobil organisieren. Da wir länger in Finnland unterwegs sind, wird unser 70-Liter-Gastank vermutlich nicht ausreichen. Das Problem: Gastanks lassen sich in Finnland offenbar nicht auffüllen. Also brauchen wir eine Alternative.
Nach kurzer Recherche machen wir uns auf die Suche nach einem Händler, der AGA-Gasflaschen verkauft – idealerweise gleich mit den passenden Anschlussadaptern. Bereits in Porvoo werden wir fündig, und ehrlich gesagt: Es läuft viel unkomplizierter ab als gedacht.
Nicht nur der Kauf ist einfach, wir brauchen nicht einmal einen zusätzlichen Adapter. Unser spanischer Clic-Adapter passt problemlos – damit ist die finnische Gasflasche direkt einsatzbereit. Wenn alles wie erwartet funktioniert, sollten wir sie künftig bei jedem AGA-Shop oder Tauschkasten unkompliziert gegen eine volle Flasche tauschen können. Wir werden berichten.
Da wir bestimmt nochmals nach Finnland reisen werden – vielleicht sogar im Winter – fühlen wir uns mit einer finnischen Gasflasche künftig deutlich entspannter unterwegs.
Weil die Gas-Mission schneller erledigt ist als erwartet, nutzen wir die Gelegenheit gleich für den nächsten Versorgungsstopp an einer ABC-Tankstelle. Neben Diesel tanken entsorgen wir Grau- und Schwarzwasser und füllen Frischwasser auf. Auch hier sind wir positiv überrascht: unkompliziert, gut organisiert und sogar kostenlos. Bei grösseren ABC-Tankstellen scheint dieser Service problemlos möglich zu sein. Ein kleiner Hinweis aus der Praxis: Ohne eigenen Schlauch fürs Entleeren wird es schwierig.
Damit sind wir aktuell ziemlich autark unterwegs und müssen keinen Campingplatz ansteuern.
Auch unser Stromsetup funktioniert hervorragend und reicht locker aus, um sämtliche elektrischen Geräte zu betreiben – inklusive Heissluftfriteuse und Induktionskochplatte. Landstrom? Bis jetzt völlig unnötig auf unserer gesamten Reise.Læs mere

Yvi on tourNein, auch wenn der Platz da wäre und das Gewicht es zulässt: ich möchte meine Suppe noch ohne Raumschiffsteuerung kochen.

su-no-auf-reisenWir würden ihn sofort mitnehmen aber uns fehlt leider der Platz, Strom hätten wir genug 😉

Yvi on tourWenn du genug Thermomix verkaufst, reicht’s vielleicht sogar fürs Bimobil 😜. Nöldi könnte so weiterhin Offroad fahren und du hättest Platz für den Thermomix. Weiter so!

su-no-auf-reisenBimobil behüt uns vor dem Hühnervogel. Auf keinen Fall. Wir lieben unseren Sprinti. Und der Thermomix kann vieeeel mehr als nur Suppe 😋.
Porvoo – Finnlands romantische Seite
20. maj, Finland ⋅ ⛅ 18 °C
Heute steht ein ganz besonderes Ziel auf dem Programm: Porvoo – für viele einer der schönsten Orte Südfinnlands. Die kleine Stadt zählt zu den ältesten Finnlands und begeistert mit ihren bunten Holzhäusern an der Mündung des Flusses Porvoonjoki.
Durch verwinkelte Kopfsteinpflastergassen schlendern wir bergauf durch die Altstadt bis zur beeindruckenden Porvoo Cathedral. Sie gehört zu den bekanntesten Kirchen Finnlands und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Ihre Ursprünge reichen bis ins 13. und 14. Jahrhundert zurück. Aussen schlicht, typisch nordisch – eine Mischung aus Backstein und Stein mit mittelalterlichem Charme.
Immer wieder bleiben wir stehen, denn die bunten Häuser entlang der engen Gassen sind einfach zu fotogen. Schließlich zieht es uns zuerst in die „Neustadt“ – Zeit für eine kleine Cafépause. Im Café Cabriole, untergebracht in einem ehemaligen Bankgebäude im Jugendstil, gönnen wir uns einen Cappuccino und probieren zum ersten Mal die finnische Zimtschnecke: den Korvapuusti. Würziger als die schwedische Variante, oft mit Kardamom verfeinert – und ziemlich lecker. Ein kleines Highlight: In den Toilettenräumen erinnern alte Tresore noch an die frühere Nutzung des Gebäudes.
Auf dem Rückweg spazieren wir entlang des Porvoonjoki. Von hier aus hat man den perfekten Blick auf die berühmten roten Speicherhäuser – wohl eines der bekanntesten Fotomotive der Stadt. Früher wurden hier Handelswaren gelagert, und der rote Anstrich soll angeblich zu Ehren eines königlichen Besuchs entstanden sein.
Porvoo zeigt uns heute seine ruhige, romantische Seite: kleine Cafés, hübsche Designläden, lokale Schokolade, Kunsthandwerk, enge Gassen voller Charme und entspannte Spaziergänge am Wasser. Trotz sechs Reisebussen voller Kreuzfahrtgäste wirkt der Ort überraschend gemütlich und überhaupt nicht überlaufen.Læs mere

RejsendeGefällt mir gut das Städtchen, die Kathedrale sehr schön innen und aussen. Nicht protzig eher schlicht. Bin gespannt wie es weiter geht und was wir noch alles sehen werden. Trittbrett [Astinlauta in finnish]😄 ist sauber und ready😂

Yvi on tourDenke die nächsten Tage gibt es mehr Natur als Kultur. Auch wird das Wetter schlechter. Pack mal deine Regenjacke ein!
1. grosse Fährfahrt: Tallinn-Helsinki
19. maj, Finland ⋅ ⛅ 14 °C
Heute steht die wohl am längsten im Voraus gebuchte Teilstrecke unserer Nordkap-Ostroute an. Weil wir mit unserem Wohnmobil etwas grösser und schwerer unterwegs sind, liess sich das Fährticket bei Viking nicht einfach online buchen. Stattdessen lief alles über eine Buchungsanfrage per E-Mail – für uns bereits der erste kleine Unterschied zum Reisen mit dem PKW.
Entsprechend gespannt sind wir, wie alles ablaufen wird. Werden wir wie ein LKW behandelt? Mit dem Auto haben wir schon einige Fährfahrten erlebt, mit dem Wohnmobil dagegen ist es Neuland.
Pünktlich zum Start des Check-ins stehen wir vor Ort – und schon beginnt alles erstaunlich unkompliziert. Nach etwas Wartezeit heisst es auch für uns: Boarding. Zwar erst nach den vielen PKWs, dafür aber ganz entspannt. Kein Rangieren, kein Wenden im Schiff, kein rückwärts Einparken – wir rollen einfach gemütlich vorwärts an Bord. Alles erstaunlich easy.
Noch vor der offiziellen Abfahrtszeit legen wir ab. Fast so, als wolle uns der Baltikum-Abschnitt unserer Reise einen letzten dramatischen Abschiedsgruss mitgeben, öffnet der Himmel plötzlich seine Schleusen: Ein kräftiger Platzregen begleitet unsere Ausfahrt hinaus aufs Meer.
Die Überfahrt verläuft ruhig, und nach gerade einmal 2,5 Stunden haben wir schon wieder festen Boden unter den Reifen. Unser Weg führt uns heute noch aus Helsinki hinaus zu einem eher unspektakulären Parkplatz bei Porvoo.
Irgendwie macht uns all das Neue etwas müde – gleichzeitig sind wir einfach glücklich und erleichtert, dass alles so reibungslos funktioniert hat.Læs mere

Rejsende
Irgendwann seid ihr auch mit dem Womo " alte Hasen" und sorgt euch nicht mehr vor solchen Gegebenheiten 😉.

Yvi on tourWir sind gespannt und freuen uns sehr auf dieses neue Land mit dem Wohnmobil. Wir waren im Winter bereits eine Woche in finnisch Lappland, jedoch nicht mit dem Womo.
Mittelalter zum Anfassen - Tallinn
18. maj, Estland ⋅ ☁️ 14 °C
Der heutige Tag ist Tallinn gewidmet. Dafür stehen wir etwas früher auf und laufen bereits um 09:00 Uhr zum Bahnhof, der nur rund einen Kilometer von unserem Campingplatz entfernt liegt. Heute geht es ganz entspannt mit der Bahn nach Tallinn. Die Tickets haben wir unkompliziert online gekauft – und schon kann die Fahrt losgehen.
Vorab haben wir uns eine kleine Rundtour zusammengestellt, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der estnischen Hauptstadt zu entdecken. Unser Stadtrundgang startet auf dem Domberg, wo wir zuerst zwei Aussichtsplattformen besuchen. Von hier oben haben wir einen tollen Blick über die Dächer der Altstadt bis hinaus zur Ostsee. Auch das estnische Parlament hat hier seinen Sitz.
Bereits von den Aussichtspunkten aus fällt uns auf, wie viele Kirchen sich auf engem Raum befinden. Wir entscheiden uns allerdings, nur zwei davon von innen anzuschauen: die Alexander-Newski-Kathedrale und die Olaikirche. Die russisch-orthodoxe Kathedrale zeigt eindrücklich, wie bedeutend diese Glaubensrichtung für einen Teil der estnischen Bevölkerung ist. Die Olaikirche beeindruckt dagegen mit ihrer gotischen Architektur. Bereits im 12. Jahrhundert erbaut und heute evangelisch-lutherisch geprägt, könnte man den Turm sogar besteigen – doch heute fehlt uns die Motivation dazu. Einst war dieser Turm übrigens noch höher und soll zwischen 1549 und 1625 während fast 80 Jahren sogar das höchste Gebäude der Welt gewesen sein.
Tallinn selbst begeistert uns schnell. Die Hauptstadt Estlands zählt zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Städten Europas und gehört mit ihrer Altstadt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Enge Gassen, alte Stadtmauern und zahlreiche Türme versetzen uns gefühlt direkt zurück ins Mittelalter. Kein Wunder: Tallinn war früher ein wichtiger Teil der Hanse, eines bedeutenden Handelsnetzwerks jener Zeit. Irgendwie hat die Stadt sofort ihren ganz eigenen Charme – und verzaubert uns ziemlich schnell.
Am Rathausplatz wird es etwas lebhafter. Restaurants und Cafés laden zum Verweilen ein, und wir gönnen uns einen Drink draussen in der wärmenden Sonne. Dabei geniessen wir den Blick auf das über 600 Jahre alte Rathaus und die farbigen Häuser rundherum. Natürlich darf auch ein Besuch in der Rathausapotheke nicht fehlen – einer der ältesten Apotheken Europas. Im vorderen Bereich wird tatsächlich noch heute gearbeitet, während sich im hinteren Teil ein kleines Museum befindet.
In Tallinn gibt es gefühlt an jeder Ecke etwas zu entdecken: Museen, Kirchen, historische Mauern und Türme. Teilweise weiss man gar nicht, wohin man zuerst schauen soll – und das alles auf erstaunlich kleinem Raum.
Immer wieder kommen wir an Bernstein-Geschäften vorbei. Die Preise sind hier allerdings fast doppelt so hoch wie in Lettland. Zum Glück hat sich Yvonne ihre Ohrringe bereits in Palanga gekauft.
Langsam meldet sich auch der Hunger, und wir haben uns dafür ein Restaurant im mittelalterlichen Stil ausgesucht: Olde Hansa:
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Gut gestärkt schlendern wir danach weiter durch die Altstadt und entdecken auch noch die Drei Schwestern. Dabei handelt es sich um drei miteinander verbundene Kaufmannshäuser aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Einer Legende nach sollen sie für die drei Töchter eines Kaufmanns gebaut worden sein. Heute zählen sie zu den bekanntesten Beispielen gotischer Bürgerarchitektur in Tallinn.
Unsere restliche Tour führt uns durch die Passage Katariina käik, vorbei an alten Stadtmauern, der Lehmpforte, dem Opernhaus und dem Freiheitsplatz.
Langsam verschlechtert sich das Wetter, und so nehmen wir die Bahn zurück zu unserem Campingplatz.
Eine kurze Dusche, die Beine hochlegen und den restlichen Tag einfach geniessen.
Tallinn hat uns wirklich überrascht. Innerhalb der Altstadt ist unglaublich viel erhalten geblieben und liebevoll restauriert worden. Vor allem wenn man bedenkt, wie alt viele dieser Gebäude bereits sind, ist das schon ziemlich beeindruckend.Læs mere

RejsendeOh wie schön 🤩. Wir waren heute in Gedanken mit euch in Tallinn. Uns hat diese Stadt auch mega beeindruckt. So viel Kultur auf engstem Raum. Erholt euch gut und habt eine entspannte Überfahrt 👋🏻

Yvi on tourIch habe mir ein paar Sehenswürdigkeiten von euch angeschaut und in unsere Tour eingebaut. War bisher die schönste Stadt auf unserer Tour. Sind gespannt auf unsere erste grosse Fährfahrt! Euch weiterhin tolle Erlebnisse in Polen. Passt auf euch auf.
Fahrtag - die letzten Tage im Baltikum
17. maj, Estland ⋅ 🌙 9 °C
Die letzten Tage im Baltikum sind gezählt – am Dienstag bringt uns bereits die Fähre von Tallinn nach Helsinki. Doch bevor es weiter nach Finnland geht, möchten wir morgen noch einen Tag in Tallinn verbringen und die estnische Hauptstadt erkunden.
Heute hingegen steht nichts Spektakuläres auf dem Programm – einfach ein ganz normaler Reisetag. Einkaufen zum Beispiel, was in Estland selbst an einem Sonntag völlig problemlos möglich ist. Unsere Vorräte sind inzwischen wieder gut aufgefüllt, sodass wir nach der Ankunft in Finnland nicht direkt den nächsten Supermarkt ansteuern müssen.
Vor uns liegen heute rund 130 Kilometer. Für die kommenden zwei Nächte haben wir uns auf einem Campingplatz etwa 20 Kilometer vor Tallinn eingerichtet – ein guter Ausgangspunkt für den morgigen Stadtbesuch.
Die gewonnene Zeit nutzen wir für all die kleinen Dinge, die unterwegs gerne mal liegen bleiben: Schuhe putzen, die Kaffeemaschine entkalken und den Wasserabflüssen eine gründliche Reinigung gönnen. Langweilig wird es also auch an so einem unspektakulären Tag nicht – und ehe wir uns versehen, ist schon wieder später Nachmittag.
Am Abend lassen wir den Tag ganz entspannt beim Grillen ausklingen, genießen die letzten warmen Sonnenstrahlen und freuen uns auf unseren letzten Tag in Estland.Læs mere

Yvi on tourSchokoladensauce und etwas Aceto Balsamico Tradizionale 😋 aus Spilamberto/Modena
Rakvere – ein Burgbesuch zum Eintauchen
16. maj, Estland ⋅ ☀️ 18 °C
Auf der Weiterfahrt klart das Wetter langsam auf. Die grauen Wolken ziehen weiter, und zwischendurch zeigen sich sogar erste Sonnenstrahlen. Die Stimmung wird spürbar besser, genau richtig für unseren nächsten Stopp: die mittelalterliche Burg von Rakvere.
Die Burg gehört zu den interessantesten Burgen Estlands. Sie ist kein perfekt restauriertes Schloss, sondern eine lebendige Mischung aus Ruine und Erlebnisburg, die Geschichte greifbar und spielerisch erlebbar macht.
Die Ursprünge der Anlage reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie unter anderem vom Livländischen Orden ausgebaut und wechselte mehrfach den Besitzer – darunter Dänen, Ordensritter, Schweden und später das Russische Reich. Heute erwartet Besucher eine spannende Kombination aus historischen Mauern, interaktiven Ausstellungen und mittelalterlichen Erlebnisbereichen.
Wir haben Glück und finden direkt einen Parkplatz an der Burg. Gleichzeitig wird dieser Platz auch unsere Übernachtungsmöglichkeit für die Nacht.
Den Besuch lassen wir uns natürlich nicht entgehen – vermutlich unsere letzte Burg auf der Nordkap-Ostroute. Gleich zu Beginn werden wir von „mittelalterlichen Herren“ begrüsst und bekommen einen kurzen Überblick über die Anlage. Danach geht es direkt los in die Folterkammer und das anschliessende Gruselkabinett. Die dort präsentierten Einblicke in historische Foltermethoden – von der Vergangenheit bis ins 20. Jahrhundert – sind eindrücklich inszeniert und bleiben im Gedächtnis.
Anschliessend erkunden wir die Burg auf eigene Faust. In der Schwertkammer dürfen wir sogar Schwerter in die Hand nehmen, auch wenn Kämpfe natürlich verboten sind. Über das Gelände verteilt begegnet man außerdem Tieren, die dort gehalten werden, sowie zahlreichen kleinen Aktivitäten wie Bogenschießen, Ringe werfen oder Seilziehen – ideal für Groß und Klein.
Zum Abschluss besuchen wir noch die Vorführung des Alchemisten. In seinem kleinen Labor experimentiert er mit verschiedenen Zutaten und stellt ein brennbares Pulver her, das er anschliessend draussen eindrucksvoll zur Reaktion bringt.
Der Besuch der Burg war für uns ein absolutes Highlight. Wer in der Region unterwegs ist, sollte hier unbedingt anhalten. Allerdings ist die Burg nicht täglich geöffnet und die Öffnungszeiten sind begrenzt (10:00–16:00 Uhr, letzter Einlass 15:00 Uhr), daher empfiehlt es sich, diese vorab zu prüfen.Læs mere

Andy und Yvi on TourSprichst vom Gewicht des „Halters?“ 1,5-3 kg. kommt auf das Schwert an.

RejsendeJa genau, wieviel so ein mehr oder weniger originalgetreues Schwert dieser Größenordnung wiegt. Wir waren schon gelegentlich sehr überrascht, zum Beispiel von einer Replik der Himmelsschreibe von Nebra, oder von einer antiken Goldmünze, wie unerwartet schwer diese doch sind.
Valaste Wasserfall
16. maj, Estland ⋅ ☀️ 13 °C
Der Tag beginnt grau, trüb und mit leichtem Nieselregen. Schon bald machen wir uns auf den Weg und lassen die Grenze zu Russland hinter uns. Unser erstes Ziel: der höchste natürliche Wasserfall Estlands.
Der Valaste-Wasserfall (estnisch: Valaste juga) stürzt rund 30 Meter über die steile Kalksteinküste der sogenannten Baltischen Klint in Richtung Meer. Von einer Aussichtsplattform aus bietet sich ein beeindruckender Blick auf den Wasserfall und die umliegende Landschaft.
Besonders imposant zeigt sich der Wasserfall im Frühjahr nach der Schneeschmelze oder nach ausgiebigem Regen. Ob die Wassermenge, die wir heute sehen, angesichts des Regens als viel oder wenig gilt, können wir schwer einschätzen – beeindruckend ist der Anblick aber trotzdem.
Nach einem kurzen Moment auf der Plattform wagen wir den Abstieg über die steilen Treppen – nichts für schwache Nerven und durchaus eine kleine Überwindung. Unten führt der Weg über wunderschöne Holzstege und Treppen weiter bis hinunter zum Finnischen Meerbusen. Dort gönnen wir uns einen kurzen Spaziergang am Strand, bevor es denselben Weg wieder bergauf zurückgeht.
Wer in dieser Region unterwegs ist, sollte hier unbedingt einen Stopp einlegen. Selbst wenn der Wasserfall einmal weniger Wasser führt, macht allein der Weg hinunter ans Meer den Besuch absolut lohnenswert.Læs mere

RejsendeSehr schön trotz grauem Himmel, da muss man ja wirklich trittfest sein. Da bleib ich lieber auf dem Trittbrett Wunderschöne Vegetation und der Weitblick über das Meer.

Yvi on tourDa muss ich jeweils meinen inneren 🐷-Hund überwinden, um diese Höhenmeter zu bewältigen. Weiterhin viel Vergnügen auf dem Trittbrett.
Narva - wo Europa plötzlich endet!
15. maj, Estland ⋅ ☁️ 12 °C
Der Tag beginnt grau. Tiefe Wolken hängen über dem Osten Estlands, und das Wetter wirkt, als hätte es wenig Lust auf Freundlichkeit. Für uns passt das irgendwie: Es geht nach Narva – eine Stadt, die ohnehin nicht für Leichtigkeit steht, sondern für Grenzen, Übergänge und Gegensätze.
Narva liegt ganz im Osten des Landes, direkt an der russischen Grenze. Getrennt wird sie nur durch den Fluss Narva von der russischen Stadt Iwangorod. Zwei Städte, zwei Länder, zwei Welten – und doch nur wenige hundert Meter Wasser dazwischen.
Schon beim Ankommen wird klar, wie besonders dieser Ort ist. Die Mehrheit der Menschen hier spricht Russisch als Muttersprache, was die Atmosphäre spürbar prägt.
Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Vieles, was man heute sieht, stammt aus der sowjetischen Wiederaufbauzeit. Moderne, funktionale Architektur dominiert das Stadtbild, nur wenige historische Spuren ragen aus dieser Schicht der Geschichte heraus.
Wir finden einen guten Parkplatz direkt unterhalb der Burg von Narva. Im angrenzenden Park stehen wir plötzlich an einem Ort, der sich kaum real anfühlt. Auf der anderen Seite – von der russischen Iwangorod-Festung aus – winken Menschen herüber. Es sind nur wenige Meter Luftlinie, und doch wirkt es wie eine unsichtbare Wand. Dieser Moment bleibt hängen: still, schwer zu beschreiben, fast emotional aufgeladen.
Unser erster Halt ist die Burg – die Hermannsfeste. Sie thront eindrucksvoll am Flussufer. Von hier öffnet sich der Blick direkt auf die russische Festung gegenüber. Zwei Burgen, einander gegenübergestellt wie in einem historischen Spiegel.
Die Burg selbst stammt aus dem 13. Jahrhundert, errichtet von den Dänen, später unter wechselnden Herrschaften – Deutscher Orden, Schweden, Russland, Sowjetunion. Der hohe Hermannsturm ragt 50 Meter in den Himmel und prägt die Silhouette der Stadt. Wir verzichten heute auf die Innenräume und lassen die Stimmung draussen auf uns wirken.
Weiter geht es zum Grenzübergang und zur Brücke über den Fluss. Sie verbindet Estland und Russland – theoretisch. Praktisch ist sie für Autos gesperrt, nur Fußgänger dürfen diese passieren. Doch auch hier zeigt sich schnell die Realität: Auf der estnischen Seite steht eine lange Menschenschlange. Menschen, die warten, hoffen, kontrolliert werden, weiterziehen wollen.
Die Gründe für diese Kolonnen sind vielfältig: langsame Grenzabfertigung, strenge Kontrollen, reduzierte Öffnungszeiten und politische Spannungen, die sich wie ein unsichtbarer Filter über den Grenzverkehr legen. Wer hier steht, bringt seine eigene Geschichte mit – Familienbesuche, Aufenthaltsrechte, Wege zwischen zwei Systemen.
Der Übergang in Narva ist einer der letzten direkten Landkontakte zwischen EU und Russland. Gerade deshalb konzentriert sich hier vieles, was früher über zahlreiche Grenzübergänge verteilt war. Heute verdichtet sich alles an diesem einen Punkt.
Es fühlt sich surreal an, dort zu stehen und diese Bewegung zu beobachten. Nähe und Distanz existieren gleichzeitig im selben Bild.
Nach all den Eindrücken zieht es uns in ein kleines Restaurant. Ein warmes Mittagessen, ein Moment Ruhe, Abstand vom Grenzgeschehen.
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Danach geht es weiter durch die Stadt: vorbei am Rathaus, entlang der Bastion, hinunter zum Fluss.
Am Ufer treffen wir Fischer. Sie stehen ruhig im Wind, die Ruten Richtung Russland ausgerichtet, als würde der Fluss selbst noch Geschichten erzählen. Früher war die Narva reich an Stören, einem Symboltier der Stadt, das sogar im Wappen erscheint. Heute wird er wieder angesiedelt – gefangen werden darf er nicht, er soll zurückkehren, nicht verschwinden.
Die Promenade ist überraschend schön gestaltet: offen, weit, ruhig. Ein Kontrast zur Schwere des Grenzthemas, das sich immer wieder dazwischen schiebt. Langsam gehen wir zurück zum Wohnmobil.
Kaum sind wir zurück, setzt Regen ein. Nicht stark, aber endgültig genug, um den Tag zu beschließen. Wir bleiben. Nicht, weil wir müssen – sondern weil Narva noch nachwirkt.Læs mere

RejsendeIch empfehle euch sehr die Krennholmi zu besuchen! https://fliewatuk.com/krennholmi-manufaktur/

Yvi on tourDanke für den Tipp. Sollten wir nochmals nach Narva kommen, dann planen wir einen Besuch ein. Es regnet nun seit ein paar Stunden doch etwas mehr ☺️ und wir hatten keine Lust mehr nach draussen zu gehen!
Märchenhaftes Nonnenkloster
14. maj, Estland ⋅ ☀️ 14 °C
Unser eigentliches Tagesziel ist jedoch das beeindruckende Nonnenkloster in Kuremäe. Das russisch-orthodoxe Kloster wurde 1891 gegründet und wird heute noch von mehr als 100 Nonnen und Novizinnen bewohnt. Mehrere Kirchen mit ihren typischen goldenen Zwiebelkuppeln prägen die wunderschöne Anlage.
Wir dürfen grosse Teile des Klosters kostenlos besichtigen, sogar die Kirche steht Besuchern offen. Während unseres Rundgangs sind die Nonnen gerade dabei, die Gärten zu pflegen: Es wird geschnitten, gepflanzt und geharkt. Alles wirkt unglaublich ordentlich und liebevoll gestaltet. Die Atmosphäre ist ruhig, friedlich und fast ein wenig märchenhaft – ein Ort, an dem man gerne länger verweilt.
Unterhalb des Klosterhügels befindet sich ausserdem eine heilige Quelle, deren Wasser heilende Wirkung nachgesagt wird. Sogar ein Bad ist dort möglich. Wir verzichten allerdings darauf, unsere Füsse in das vermutlich eiskalte Wasser zu halten.
Direkt unterhalb des Klosters befindet sich der grosszügige Parkplatz. Nichts Besonderes, aber ideal gelegen. Also beschliessen wir, den restlichen Tag und die Nacht genau hier zu verbringen und die besondere Stimmung dieses Ortes noch etwas länger zu geniessen.Læs mere

RejsendeWunderschön diese Anlage und die Kirche erst perfekt. Der Garten wirklich schön gestalted und einladend zum Verweilen. Spass: Yvonne brauchen die keinen Koch??👍🤣🤣
Zwiebelroute
14. maj, Estland ⋅ ⛅ 14 °C
Die ganze Nacht prasselte immer wieder Regen auf unser Wohnmobildach. Entsprechend unsicher waren wir am Morgen, ob wir die nasse Wiese überhaupt wieder verlassen könnten. Doch unser Wohnmobil – und natürlich Andreas am Steuer – meisterten die Herausforderung ohne Probleme. Nach den Erlebnissen des gestrigen Tages hätte es uns allerdings nicht überrascht, wenn wir uns festgefahren hätten.
Bevor wir unser heutiges Ziel ansteuerten, machten wir noch einen kleinen Abstecher nach Kallaste. Dort soll es einen bekannten Fischimbiss geben, und wir hatten grosse Lust, einige lokale Spezialitäten zu probieren. Leider hatte der Imbiss ausgerechnet heute geschlossen. Der Ort selbst wirkte eher schlicht und teilweise noch etwas ärmlich. Gleichzeitig war aber deutlich zu sehen, dass hier investiert wird: Entlang des Ufers entsteht eine neue Flaniermeile, und überall wird gebaut.
Wir befinden uns mittlerweile auf der berühmten Zwiebelroute entlang des Peipussees. Hier werden riesige Mengen Zwiebeln angebaut, und ab August verkaufen die Bauern ihre bekannten Peipus-Zwiebeln kiloweise direkt am Strassenrand. An einem Verkaufsstand fahren wir zwar vorbei, doch 10 Kilo Zwiebeln wären für uns dann doch etwas zu ambitioniert gewesen.
Die Region ist ausserdem stark von den Altgläubigen geprägt – Religionsflüchtlingen, die vor fast 400 Jahren aus Russland hierher kamen. Ihre Traditionen und ihre Kultur leben bis heute weiter, und ein kleiner Teil der Bevölkerung praktiziert den Glauben noch immer. Bekannt als „Zwiebelrussen“ entlang der Zwiebelstrasse pflegen sie in Dörfern traditionellen Fischfang und Zwiebelanbau.Læs mere
Heute war einer der Tage, der mit Sch... beginnt
13. maj, Estland ⋅ 🌧 13 °C
Der Tag beginnt mit bewölktem Himmel und immer wieder zog Nachts Regen über uns hinweg. Genau das Wetter also, das gestern bereits angekündigt worden war. Entsprechend haben wir heute auch keinerlei Lust, unterwegs noch irgendetwas anzuschauen. Unser Ziel ist ein Campingplatz am Peipussee, wo ausserdem noch das Video von Riga fertiggestellt werden soll.
Am Campingplatz angekommen, beziehen wir einen herrlichen Platz direkt am See. Von dort aus können wir beobachten, wie sich ein Gewitter von russischer Seite nähert, bis es sich schliesslich direkt über uns entlädt.
Und was sind die Highlights dieses eher bescheidenen Tages?
👎 Andreas stolpert beinahe in ein Waschbecken.
👎 Geschirr geht zu Bruch.
👎 Yvonne lässt das Nudelwasser über die Induktionsplatte laufen. Da diese nicht heiss war, hört man das Wasser nicht zischen – stattdessen beginnt die Platte plötzlich zu rauchen. Ob sie noch funktioniert, wollen wir lieber nicht mehr testen. Die Küche sieht jedenfalls aus wie ein Schlachtfeld.
👎 Das Stroganoff ist trotz eigentlich geeignetem Kurzbratfleisch zäh.
Und natürlich haben wir ausgerechnet von all diesen „Highlights“ keine Fotos gemacht.
Es ist einfach einer dieser Tage, an denen man morgens besser im Bett geblieben wäre.
Inzwischen prasselt der Regen weiter beruhigend auf unser Dach. Mit dem restlichen Wein – der leider ebenfalls nicht wirklich schmeckt – machen wir es uns nun für einen gemütlichen Fernsehabend bequem.
Wir hoffen auf einen besseren Tag morgen.Læs mere

RejsendeWie heisst es so schön , Nach äm Räge schint Sunnä, ja solche Tage gibt es im Leben. Zwei linke Hände helfen da auch nicht vuel🤣🤣 Hoffe händ ä gueti Nacht und morn ä wunderbare Tag.🥰🥰🍀👍

Yvi on tourDa hast du recht, heute Morgen sieht die Welt bereits anders aus. Die Sonne lacht und lässt das Wasser im See glitzern.

RejsendeOh man, da will man eigentlich nicht „gefällt mir“ drücken. Hoffentlich ist morgen wieder alles gut. Wir haben den Tag auch fast ausschließlich zum „Meter machen“ genutzt… und stehen jetzt an irgendeiner Friedhofsmauer, irgendwo im nirgendwo. Morgen wird’s besser - kann gar nicht anders sein 👍

Yvi on tourJa, das hoffen wir auch 😊 für uns Alle! Jelgava hatte für euch heute auch nicht viel zu bieten. Manche Tage auf Reisen laufen einfach nicht so, wie man es sich vorstellt. Aber genau diese Tage gehören irgendwie auch dazu und machen die schönen Momente danach wieder besonderer. Morgen starten wir mit neuem Glück 🍀 hoffentlich bei besserem Wetter und ohne weitere Küchenkatastrophen 😄























































































































































































































































































































































































































































Rejsende
Einzigartig! 😅👍🏻
RejsendeHoffentlich chund kei Sturm!
Rejsende
Oh, das stille Volk zieht sogar um und verreist.
Yvi on tourDenke heute nicht mehr, wäre sicher auch hübsch anzuschauen mit Schnee auf den Köpfen.