Estnisches Nationalmuseum in Tartu
4 hours ago in Estonia ⋅ ☁️ 20 °C
Eigentlich hatte der Wetterbericht für heute Regen angekündigt. Deshalb entschieden wir uns bereits vor einigen Tagen für einen Besuch im Estnischen Nationalmuseum in Tartu. Doch statt grauer Wolken erwarteten uns strahlender Sonnenschein, ein angenehm warmer Wind und frühlingshafte 20 Grad Aussentemperatur. Trotzdem hielten wir an unserem Plan fest – zum Glück.
Schon von aussen beeindruckt das Estnische Nationalmuseum, kurz ERM genannt. Es wurde auf dem ehemaligen sowjetischen Flugfeld Raadi errichtet und die moderne Architektur integriert sich eindrucksvoll in die frühere Start- und Landebahn. Kostenlose Parkplätze stehen direkt vor dem Museum zur Verfügung und bei unserem Besuch waren genügend Plätze frei.
Im Inneren begeistert das Museum sofort mit seiner modernen und durchdachten Gestaltung. Bereits beim Ticketkauf wird die gewünschte Sprache hinterlegt. An allen Bildschirmen genügt ein kurzer Scan des Tickets und sämtliche Informationen erscheinen automatisch in der ausgewählten Sprache – ein tolles System.
Die Dauerausstellung „Encounters“ nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise durch die estnische Geschichte und das Alltagsleben vom 13. Jahrhundert bis heute. Drei Stunden verbringen wir im Museum und werden regelrecht überflutet von spannenden Informationen, eindrucksvollen Exponaten und multimedialen Installationen. Auch die Sonderausstellung über das Färben von Stoffen zieht uns völlig in ihren Bann.
Besonders beeindruckend finden wir den digitalen Fortschritt Estlands:
* Seit dem Jahr 2000 laufen Kabinettssitzungen papierlos ab.
* Seit 2007 kann online gewählt werden.
* Seit 2014 besitzen die Esten eine digitale e-ID.
* 94 % aller Steuererklärungen werden online eingereicht.
* Mehr als die Hälfte der Bevölkerung erledigt ihre Bankgeschäfte per E-Banking.
Davon können selbst wir Schweizer vielerorts noch träumen.
Ein weiterer wichtiger Teil der Ausstellung widmet sich der Sowjetzeit und der Wiedererlangung der Unabhängigkeit. Besonders bewegend ist die Darstellung des „Baltischen Weges“ vom 23. August 1989. Damals bildeten rund zwei Millionen Menschen aus Estland, Lettland und Litauen eine etwa 670 Kilometer lange Menschenkette von Tallinn über Riga bis nach Vilnius. Die friedliche Aktion wurde zu einem Symbol der „Singenden Revolution“, die letztlich zur Unabhängigkeit der baltischen Staaten führte. Auf historischen Filmaufnahmen im Museum kann man die beeindruckenden Szenen noch heute erleben – vielleicht erkennt sich sogar der eine oder andere Besucher selbst darauf wieder.
Natürlich kommt auch die traditionelle Kultur Estlands nicht zu kurz. Das Museum widmet dem Leben auf dem Land viel Raum und zeigt spannende Einblicke in Kochen, Handwerk, Trachten, Wollgewinnung und Leinenherstellung.
Für uns steht fest: Dies ist das beste Museum, das wir je besucht haben. Wer im Baltikum unterwegs ist, sollte sich einen Besuch auf keinen Fall entgehen lassen.
Nach drei Stunden sind unsere Köpfe allerdings randvoll mit Eindrücken und Informationen. Eigentlich wollten wir anschliessend noch einen Spaziergang durch Tartu machen, doch das verschieben wir auf unseren nächsten Besuch. Stattdessen verlassen wir die Stadt und machen uns auf die Suche nach einem ruhigen Übernachtungsplatz.Read more
Zwischen Grenze, See und Stille
Yesterday in Estonia ⋅ ☁️ 14 °C
Am heutigen Tag zieht es uns weiter östlich an den grossen Peipussee, zum Hafen von Mehikoorma.
Der Peipussee (estnisch: Peipsi järv) ist ein grosser Grenzsee zwischen Estland und Russland. Er zählt zu den grössten Seen Europas und spielt eine bedeutende ökologische, wirtschaftliche und historische Rolle für das Baltikum und Nordwestrussland. Bekannt ist der See zudem für die traditionelle Fischerei, geräucherten und getrockneten Fisch sowie für die alte russisch-altgläubige Kultur auf der estnischen Uferseite.
Wir parken auf dem Hafenparkplatz, der gleichzeitig auch unser Übernachtungsplatz sein wird. Wir stehen nicht alleine hier – unser Mitcamper hat bereits eine Nacht an diesem Ort verbracht. Sogar Stromsäulen sind vorhanden, wobei der Strombezug auf Spendenbasis funktioniert.
Wir laufen durch das Dorf und entlang des Seeufers mit Blick auf Russland. Irgendwie schon speziell: Man steht so nah an einem Land und doch scheint es weit weg und für uns unerreichbar.
Wir hoffen, im Imbiss „Suvebaar Kambüüs“ am Hafen Fisch essen zu können, doch leider ist das Restaurant geschlossen. Wann es geöffnet ist, wissen wir nicht und lässt sich auch nicht herausfinden.
Fisch haben wir trotzdem gefunden – leider nicht zum Essen, denn er hängt an einer geschützten Hauswand zum Trocknen. Da würden wir gerne in ein paar Tagen nochmals vorbeikommen und den Fisch probieren dürfen.
Im Dorf befindet sich der höchste der drei Leuchttürme am gesamten See – der Mehikoorma-Leuchtturm. Obwohl er mit seinen 15 Metern nicht besonders hoch ist, gilt er als eines der markanten Bauwerke der Region. Er wurde im Jahr 1938 erbaut und dient noch heute als Navigationshilfe für Schiffe auf dem Peipussee.
Nach einer gemütlichen Runde durchs Dorf geniessen wir einfach den Moment und erledigen ein paar kleinere Dinge.Read more

Traveler
Da kommt einem sicher ein bisschen Unbehagen auf so nah bei der Grenze zu stehen. Zu wissen welcher Irrsinn dahinter steckt einfach traurig.

Yvi on tourJa, aber irgendwie ist zugleich auch faszinierend. Irgendwie so unwirklich!

TravelerGlaub ich Dir, aber die schöne Landschaft und das Neuland lässt es sich verdrängen.
Erste Eindrücke aus Estland
May 10 in Estonia ⋅ ☁️ 14 °C
Nach einer ruhigen Nacht – ganz ohne Alarm – haben wir heute etwas länger geschlafen. Wir haben keine grosse Eile und auch keine weite Strecke vor uns. Lediglich die Grenze zwischen Lettland und Estland liegt auf unserem Weg. In der Nähe einer kleinen Stadt an einem See haben wir uns einen Parkplatz ausgesucht, wo wir den ersten Tag in Estland ganz entspannt verbringen möchten.
Kaum losgefahren, wird uns erneut bewusst, was es bedeutet, an der NATO-Aussengrenze zu sein – besonders in der aktuellen, angespannten Zeit. Auf einem Parkplatz entdecken wir ein Depot mit Panzersperren, sogenannten Tschechenigeln, damit im Ernstfall schnell darauf zugegriffen werden kann.
Der Grenzübertritt selbst verläuft völlig unspektakulär. Nur eine alte Zollstation weist darauf hin, dass wir ein neues Land betreten. Keine Flagge, keine Tafel – und doch spürt man sofort, dass man in Estland angekommen ist. Die Landschaft verändert sich langsam: Die Höfe werden grösser, gepflegter und hübscher. Vieles wirkt renoviert und stärker auf Tourismus ausgerichtet. Es scheint, als spiele hier vor allem der nordische Wintertourismus eine wichtige Rolle.
Schon bald erreichen wir unser Tagesziel – Võru. Direkt am Ortseingang befindet sich eine grosse Kaserne. Wie überall hier gilt auch dort striktes Foto- und Filmverbot, woran wir uns selbstverständlich halten. Die Soldaten scheinen gerade von ihrem Wochenende zurückzukehren.
Unser Wohnmobil braucht Diesel. Doch diesmal sind wir etwas verunsichert. Bisher haben wir in allen Ländern problemlos Diesel B7 getankt, also Diesel mit bis zu sieben Prozent Biodiesel-Anteil. Hier scheint jedoch fast ausschliesslich B0 angeboten zu werden. Erst an der dritten Tankstelle entscheiden wir uns schliesslich doch zu tanken. Auch ein Blick ins Benutzerhandbuch unseres IVECO bringt keine wirklich eindeutige Antwort, ob dieser Diesel problemlos verwendet werden kann.
Võru gilt als kulturelles Zentrum der Region Võrumaa und ist besonders für die Võro-Sprache bekannt, die hier bis heute gesprochen wird. Viele Einwohner betrachten sie nicht einfach als Dialekt, sondern als wichtigen Teil ihrer eigenen Identität. Dadurch wirkt die Region kulturell eigenständig und unterscheidet sich deutlich vom übrigen Estland.
Schon bei der Ankunft fällt die entspannte Atmosphäre auf. Statt dichter Strassen und moderner Hochhäuser prägen Holzhäuser, grüne Parks und der weite Tamula-See das Stadtbild. Besonders die Uferpromenade lädt dazu ein, einfach langsamer zu werden. Menschen sitzen auf Bänken mit Blick aufs Wasser, Familien spazieren gemütlich entlang des Sees, und wir können uns gut vorstellen, wie die tief stehende Abendsonne den See in warmes Licht taucht.
Bei unserem Spaziergang werfen wir einen Blick in die Kirche und lauschen für einige Minuten einem Konzert. Die auffälligen Rad-Installationen auf dem Hauptplatz wirken zunächst wie moderne Kunstobjekte. Tatsächlich gehören sie zu einem besonderen Stadtkonzept: Der Platz soll sich ständig verändern und je nach Jahreszeit oder Veranstaltung immer wieder ein anderes Gesicht zeigen.
Võru ist vielleicht kein klassisches „Must-see“, aber genau der richtige Ort, um in einem neuen Land anzukommen.Read more

TravelerSehr schön die Eindrücke vom neuen Land. Die Holzhäuser sehen so schön aus mit den farbigen Unterschieden. Hoffe der Diesel macht Johneli keine Bauchschmerzen🙈
Schreckensmoment
May 9 in Latvia ⋅ ☁️ 10 °C
Den gestrigen Abend liessen wir ganz gemütlich ausklingen – mit leckerem Essen, einem Glas Wein und der wohltuenden Ruhe eines entspannten Reisetages. Müde fielen wir früh ins Bett und schliefen schnell ein. Doch die Nacht verlief anders als erwartet.
Um 01:50 Uhr wurden wir plötzlich von einer Warnmeldung auf unseren Handys geweckt. Wir sollten uns umgehend in einen geschützten Raum begeben, da eine mögliche Bedrohung aus der Luft gemeldet worden war. Ein ziemlich beklemmendes Gefühl – vor allem mitten in der Nacht und irgendwo im Wohnmobil.
Viel tun konnten wir allerdings nicht. Wir wussten ehrlich gesagt auch gar nicht, wohin wir hätten gehen sollen. Also blieben wir still und leise im Wohnmobil und warteten ab. Der Alarm dauerte rund eineinhalb Stunden, bevor endlich die Entwarnung kam.
Einen Übungsalarm hatten wir bereits einmal in Litauen erlebt, doch diesmal war es ernst. Da wir uns ziemlich nahe an der russischen Grenze befinden, rechnen wir damit, dass dies wohl nicht der letzte Alarm gewesen sein wird.
Trotzdem versuchen wir, ruhig zu bleiben und uns nicht verrückt machen zu lassen. Mit Vorsicht, gesundem Menschenverstand und gegenseitiger Unterstützung werden wir auch solche Momente meistern.
Der heutige Tag stand deshalb ganz im Zeichen der Erholung. Viel gemacht haben wir nicht – einfach etwas Ruhe, Natur und durchatmen. Für eine kleine 3-Seen-Wanderung reichte die Energie dann aber doch noch, und genau solche Momente erinnern uns daran, warum wir diese Reise machen.
https://www.komoot.com/tour/2943026232?ref=itd&…Read more
Kleine Reisepause im Naturparadies
May 8 in Latvia ⋅ ☁️ 13 °C
Am heutigen Tag strahlt wieder die Sonne und wir fahren weiter in Richtung estnische Grenze – jedoch ostwärts. Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage wollen wir es nun etwas ruhiger angehen lassen und gönnen uns eine kleine Reisepause.
Dafür haben wir uns einen offiziellen Stellplatz in Korneti mit Ver- und Entsorgung ausgesucht. Endlich mal wieder Wäsche waschen, durchatmen und einfach ein wenig ankommen.
Die Fahrt dorthin verläuft völlig entspannt. Über viele Kilometer geht es schnurgerade durch die lettische Landschaft und ehe wir uns versehen, erreichen wir unser Ziel.
Der Stellplatz liegt traumhaft schön zwischen zwei Seen, umgeben von einer geradezu explodierenden Frühlingsnatur. Überall frisches Grün, Vogelstimmen und diese angenehme Ruhe, die man nur an solchen Orten findet.
Nachdem die Waschmaschine ihre Arbeit getan hat, machen wir uns noch auf zu einer kleinen Rundwanderung im Schutzgebiet Korneti–Peļļi. Der Nature Trail ist hervorragend ausgeschildert und überrascht immer wieder mit kleinen besonderen Momenten.
Vom Aussichtsturm aus reicht der Blick bis hinüber zur estnischen Grenze. Der Weg führt durch Wälder, entlang glitzernder Seen und über sanfte Hügel. Dabei kommen auch einige Treppenstufen zusammen – ein kleiner sportlicher Teil des Tages.
Besonders spannend finden wir die Geschichte dieser Gegend. Früher standen hier Siedlungen und sogar eine Burg auf einem der Hügel. Heute ist davon nichts mehr erhalten geblieben. Nur alte Überlieferungen erzählen noch von der historischen Besiedlung.
https://www.komoot.com/tour/2940483102?ref=itd&…
Zurück am Stellplatz genießen wir erst einmal eine wohltuende Dusche, bevor der Tag ganz entspannt bei einem gemütlichen Grillabend ausklingt.Read more
Cēsis – Mittelalter & Laternenlicht
May 7 in Latvia ⋅ ☁️ 9 °C
Heute Morgen geht unsere Reise weiter und wir verlassen Riga. Doch bevor es losgeht, steht erst einmal das Entsorgen an. Nach dem letzten Schwarzwasser-Ablassen waren wir etwas nervös, denn unsere Pumpe hatte damals ziemlich seltsame Geräusche gemacht – fast so, als würde zu wenig Strom fliessen. Umso erleichterter sind wir, als heute wieder alles ganz normal klingt.
Der Weg aus Riga hinaus führt uns erneut durch ein LKW-Fahrverbot und mitten durch die Stadt Richtung Osten. Gestern Abend haben wir unsere Route noch spontan angepasst: Unser heutiges Ziel ist Cēsis.
Die kleine lettische Stadt gilt als eine der schönsten des Landes – mit mittelalterlicher Burg, neuem Schloss, Schlosspark und historischen Gassen. Also nichts wie hin.
Direkt am Schlosspark finden wir einen Parkplatz, der gleichzeitig auch unser Übernachtungsplatz sein wird. Von dort aus sind es nur wenige Schritte bis zur Burganlage. Wir entscheiden uns bewusst für die mittelalterliche Burg, denn dort wartet eine besondere Überraschung auf die Besucher.
Nach dem Bezahlen des Eintritts erhalten wir eine kurze Einführung – und dann eine Laterne. Damit dürfen wir die alten Burgtürme erkunden, denn in einigen Bereichen ist es stockdunkel. Eine grossartige Idee, die den Besuch zu einem richtigen Erlebnis macht.
Die Burg von Cēsis, auch als Burg Wenden bekannt, gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Burgen des Baltikums. Sie wurde Anfang des 13. Jahrhunderts vom Schwertbrüderorden erbaut und später vom Livländischen Orden übernommen. Zeitweise war sie sogar dessen wichtigster Sitz in Livland. Im Livländischen Krieg wurde die Burg 1577 schwer zerstört. Einer Legende nach sollen sich die Verteidiger lieber selbst in die Luft gesprengt haben, als sich den Truppen Iwans des Schrecklichen zu ergeben.
Heute sind die Ruinen erstaunlich gut erhalten und der Rundgang durch die Anlage ist hervorragend gestaltet. Überall finden sich Darstellungen davon, wie die Burg im Mittelalter ausgesehen haben könnte.
Im Burghof treffen wir ausserdem auf eine „Gärtnerin“ in historischem Gewand, die sich liebevoll um den mittelalterlichen Gemüsegarten kümmert. Sie erzählt uns begeistert von alten Pflanzen, Kräutern und der damaligen Gartenkultur. Man merkt sofort, wie viel Herzblut sie in diese Arbeit steckt.
Fast unbemerkt vergeht die Zeit und wir haben deutlich länger in der Burg verbracht als geplant. Deshalb bleibt uns nur noch ein kurzer Spaziergang durch die Altstadt.
Vorbei geht es an der St.-Johannis-Kirche, die leider geschlossen ist. Die Fussgängerzone von Cēsis gefällt uns sofort: liebevoll restaurierte Häuser, kleine Cafés und überraschend viele Restaurants verleihen der Stadt eine angenehme Atmosphäre. Zum Abschluss entdecken wir im Maija-Park sogar noch ein Paar schwarzer Schwäne.
Fazit: Cēsis wirkt wie eine kleine baltische Zeitkapsel – ruhig, historisch und voller Atmosphäre. Zwischen mittelalterlichen Mauern, Kopfsteinpflaster und grünen Parks fühlt sich die Stadt deutlich entspannter an als Riga. Genau das macht ihren besonderen Charme aus.Read more

TravelerSehr schöne und interessante Stadt, die Geschichte und die Burgruinen sehr eindrücklich. Habt eine gute Nacht freu mich Euch morgen wieder zu treffen🥰😻😄

TravelerWir durften 2008 auf der Burg an Ritterspielen teilnehmen. Mit einem anschliessenden Mittelaltermahl. Ganz stilecht wurde ohne Besteck gegessen. Wir haben das Baltikum auf einer geführten Radtour bereist. In der umgekehrten Richtung wie ihr fahrt. Viele schöne Erinnerungen machen Lust auf eine Womo Tour. Aber erstmal reise ich jetzt bei euch mit! Und im Sommer geht es dann nach Polen! Das habt ihr uns so schmackhaft gemacht! Danke dafür! Gute Weiterreise!

Yvi on tourDas stelle ich mir besonders toll vor. Die Anlage eignet sich ja bestens dafür. Wir geniessen das Baltikum sehr. So eine tolle Natur mit vielen kleinen Highlights. Das freut uns, dass wir euch Polen so schmackhaft gemacht haben, dass ihr diesen Sommer nach Polen reist. Viel Vorfreude wünschen wir euch und viel Spass beim Mitreisen weiterhin.

TravelerDanke! bin sehr gespannt wohin es bei euch weiter geht! Gauja Naturpark? Tartu? Peipussee? Viele tolle Möglichkeiten! Geniesst es!
Stadtbummel durch Riga
May 6 in Latvia ⋅ ☁️ 11 °C
Gestern war für uns ein reiner Fahrtag mit einem ersten Ankommen in Riga. Für zwei Nächte haben wir uns einen Stellplatz direkt am Wasser beim Riverside Camping gebucht.
Die Fahrt verlief völlig unspektakulär – mit einer kleinen Ausnahme: Ohne in ein LKW-Fahrverbot zu fahren, hätten wir den Campingplatz gar nicht erreichen können. Jetzt bleibt abzuwarten, ob uns zu Hause Post erwartet. In der Schweiz gilt diese Regelung für unser Wohnmobil zum Beispiel nicht, in Deutschland hingegen schon. Wie das Ganze in Lettland gehandhabt wird, wirkt etwas widersprüchlich.
Den Abend haben wir bereits in der Altstadt von Riga in einem authentischen Restaurant ausklingen lassen – ein gelungener erster Eindruck.
https://findpenguins.com/6kdeanaddcs1g/footprin…
Für den heutigen Tag haben wir uns eine Route zu Fuß mit ChatGPT mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zusammengestellt. Besonders praktisch: Die Route lässt sich direkt in Google Maps übernehmen und so ganz entspannt im eigenen Tempo ablaufen.
Den Weg vom Campingplatz in die Innenstadt haben wir jeweils mit der App Bolt zurückgelegt (ähnlich wie Uber). Einfach bestellen, wenige Minuten warten, einsteigen – und das Ganze auch noch sehr preiswert. Kein Warten auf Busse, kein Fahrplan, dafür direkte Fahrten ans gewünschte Ziel.
Wir starten früh am Morgen, da sich das Wetter am Nachmittag verschlechtern soll. Unser Rundgang beginnt am Domplatz. Der Dom ist noch geschlossen, daher betrachten wir ihn zunächst nur von außen.
Was uns sofort auffällt: Die gesamte Altstadt besteht aus Kopfsteinpflaster. Enge Gassen, wunderschön restaurierte Häuser, Kirchen und Plätze reihen sich aneinander. Dazu unzählige Restaurants und Bars mit einladenden Angeboten. Alles wirkt lebendig, aber angenehm unaufgeregt – nicht überlaufen.
Mit rund 600.000 Einwohnern ist Riga die größte Stadt des Landes und zugleich Hauptstadt von Lettland. Historisch stand die Stadt unter anderem unter schwedischer Herrschaft, gehörte zum Russischen Reich und später zur Sowjetunion. Diese Einflüsse sind bis heute spürbar.
Unser nächster Fotostopp sind die ältesten Häuser der Stadt – die Drei Brüder. Gut erhaltene mittelalterliche Gebäude mit viel Charme. Nur wenige Gehminuten entfernt liegen das Schwedentor und Teile der alten Stadtmauer.
Wir schlendern weiter bis zum Pulverturm, der heute ein Teil des Kriegsmuseums beherbergt. Auf dem Weg zur Kirche passieren wir den Livu-Platz mit seinen schönen Gebäuden und Restaurants.
Der Besuch der Petrikirche ist ein echtes Highlight – weniger wegen der schlichten Kirche selbst, sondern wegen der Aussicht. Mit dem Aufzug geht es bequem nach oben, wo sich ein fantastischer Blick über ganz Riga bietet.
Weiter geht es zum Rathausplatz Riga mit dem markanten Schwarzhäupterhaus – einer der bekanntesten Orte der Stadt.
Anschließend legen wir noch einen Abstecher zum Rigaer Zentralmarkt ein. Einer der größten Märkte Europas, untergebracht in ehemaligen Zeppelin-Hallen. Wir hatten gehofft, hier etwas Typisches zu Mittag zu essen, wurden aber nicht fündig – vielleicht sind wir einfach zu sehr von spanischen Markthallen verwöhnt.
Also zurück in die Altstadt: Dort finden wir schließlich ein gemütliches Restaurant und genießen ein sehr leckeres Mittagessen mit lettischen Spezialitäten.
Zum Abschluss führt uns der Weg noch am Freiheitsdenkmal vorbei sowie an der Laima-Uhr – einer historischen Straßenuhr und klassischem Treffpunkt der Stadt.
Nach diesem gelungenen Stadtrundgang bestellen wir uns erneut ein Bolt. Kaum gebucht, steht das Auto schon bereit und bringt uns bequem zurück zum Campingplatz.
Fazit 👉
Riga überzeugt mit einer charmanten Altstadt, beeindruckender Architektur und einer entspannten Atmosphäre. Die Stadt ist kompakt, gut zu Fuß erkundbar und bietet eine gelungene Mischung aus Geschichte und lebendigem Alltag.
Für uns ist Riga definitiv eine Reise wert – ideal für einen Kurztrip mit viel Flair.Read more

TravelerDanke für die tolle ausführliche Beschreibung. Habe Riga auch in sehr guter Erinnerung!

Yvi on tourGerne ☺️. Ist für uns auch gleich immer eine gute Vorbereitung fürs Schneiden und Vertonen unserer YouTube-Videos.
Die Französin
May 4 in Latvia ⋅ ☁️ 13 °C
Der Tag startet mit verhaltener Sonne, doch lange hält sie sich nicht – schon bald zieht immer wieder leichter Regen durch. Gerade so viel, dass sich eine feine Mischung aus Sand und Tropfen auf unserem Wohnmobil niederlässt.
Wie so oft sind wir früh unterwegs. Unser Ziel: der Leuchtturm von Mērsrags, direkt an der Küste gelegen und ein beliebter Ausflugspunkt der Letten.
Der Turm hat eine spannende Geschichte. Seine Einzelteile wurden bereits 1875 in Frankreich gefertigt und anschließend hierher transportiert – daher auch sein liebevoller Spitzname „die Französin“. Mit seinen 19 Metern ragt er heute eher unscheinbar, aber dennoch stolz in den Himmel.
Im Ersten Weltkrieg wurde der Leuchtturm schwer beschädigt, bevor er 1922 wieder aufgebaut und zusätzlich verstärkt wurde. Heute ist er ein technisches Kulturdenkmal, dient weiterhin der Schifffahrt und kann – zumindest theoretisch – auch besichtigt werden. Leider haben wir nicht herausfinden können, an wen man sich für eine Voranmeldung wenden muss.
Nach den letzten eher aktiven Tagen gönnen wir uns heute bewusst eine Pause. Kein großes Programm, kein Zeitdruck – einfach ankommen. Das Wetter klart zwischendurch auf, der Wind bleibt kräftig, und wir machen einen entspannten Spaziergang am Strand.
Zurück am Wohnmobil wird es gemütlich: Yvonne zaubert im Airfryer kleine Schoko-Croissants, die später als süßes Dessert auf uns warten. Genau die richtige Belohnung für einen ruhigen Tag am Meer.
Langsam merken wir allerdings, dass unsere Vorräte zur Neige gehen – in den nächsten Tagen steht also wieder ein Einkauf an. Aber das hat noch Zeit.
Heute genießen wir einfach den Moment.Read more
Kap Kolka – 2 Meere treffen aufeinander
May 3 in Latvia ⋅ ☁️ 10 °C
Nach einer überraschend ruhigen Nacht an unserem improvisierten Übernachtungsplatz starten wir früh in den Tag. Kein Klopfen, keine Wegweisung – stattdessen ein gemütlicher Abend und erholsamer Schlaf. Trotzdem wollen wir die „Gastfreundschaft“ des Wiesenbesitzers nicht überstrapazieren und brechen zeitig auf.
Unser erster Stopp führt uns zu einer Circle K Tankstelle – allerdings nicht nur für Treibstoff, sondern in erster Linie für Wasser. Für die nächsten drei Tage wird es kaum Möglichkeiten geben, unsere Vorräte aufzufüllen. Und wenn doch, ist das Wasser oft bräunlich und stark verschmutzt – selbst mit Filter keine Option für unseren Tank.
Vor uns liegen rund 100 Kilometer bis zum Kap Kolka – einem besonderen Ort, an dem die Baltische See auf den Meerbusen/Golf von Riga trifft.
Am Ziel angekommen entscheiden wir uns bewusst gegen den belebten, kostenpflichtigen Parkplatz mit Infrastruktur. Stattdessen wählen wir einen einfachen, kostenlosen Parkplatz – ruhiger, naturnäher, genau unser Ding. Am Abend stehen wir dort mit nur vier weiteren Campern, umgeben vom Rauschen des Meeres und einer fast greifbaren Stille.
Ein Spaziergang zum Kap darf natürlich nicht fehlen. Auf dem Weg dorthin begleitet uns die eher raue Baltische See. Der Wind ist spürbar, die Wellen lebendig. Doch kaum erreichen wir die Spitze, ändert sich das Bild schlagartig: In Richtung Riga liegt das Wasser ruhig da, fast spiegelglatt – und der Wind scheint einfach zu verschwinden. Ein faszinierendes Naturphänomen.
Die oft beschriebenen Farbunterschiede der beiden „Meere“ bleiben uns heute allerdings verborgen. Vielleicht liegt es daran, dass die Ostsee ungewöhnlich ruhig ist. Auch die Strömungen lassen sich mit bloßem Auge nicht erkennen – die Magie liegt heute eher im Gefühl als im sichtbaren Kontrast.
Das Kap Kolka liegt im Slītere-Nationalpark an der livischen Küste – einem der artenreichsten Gebiete Nordeuropas. Hier finden sich alle für Lettland typischen Waldtypen, etwa die Hälfte aller Pflanzenarten des Landes und beeindruckende 60 % der Moosarten.
Doch dieser friedliche Ort hat auch eine bewegte Vergangenheit: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Küste zur sowjetischen Grenzzone. Der Zugang zum Meer war streng reglementiert, Stacheldrahtzäune durchzogen die Dünen, und der Strand wurde nachts überwacht und beleuchtet. Reisen in diese Region waren nur mit Sondergenehmigung möglich.
Heute ist davon nichts mehr zu sehen – die Natur hat sich ihren Raum zurückerobert.
Zurück im Hier und Jetzt gönnen wir uns noch einen Drink und eine kleine Käseplatte in einer einfachen Bar. Die Temperaturen sind inzwischen deutlich gesunken, und so führt uns der Rückweg durch den Wald zügig zurück zu unserem Wohnmobil.
Den Abend lassen wir gemütlich ausklingen, während draußen langsam die Dunkelheit über die Küste zieht.
Morgen soll das Wetter umschlagen – Regen ist angekündigt.
Mal sehen, was der nächste Tag bringt.Read more

Traveler
ich denke eher, dass es vorne recht flach ist und hinten, wo es dunkler wird, deutlich tiefer! Das sieht man an Nord- und Ostsee oft

Traveler
Am besten sieht man das zusammen fließen oben in Nord-Dänemark in Skagen wo Nord- und Ostsee zusammenfließen!

Yvi on tourJa, das haben wir irgendwann auch auf dem Programm. Danke dir für deinen Hinweis.
Am breitesten Wasserfall Europas
May 2 in Latvia ⋅ ☀️ 20 °C
Nach dem traumhaften Sonnenuntergang gestern und dieser unglaublich stimmungsvollen Abendruhe haben wir tief und fest geschlafen. Die Nacht war herrlich still – genau so, wie man es sich unterwegs wünscht.
Heute zieht es uns weiter ins Landesinnere, genauer gesagt nach Kuldīga. Unser Ziel: ein Wasserfall, der als der breiteste Europas gilt. Klingt spannend – also nichts wie hin!
Was uns auf der Fahrt durch Lettland immer wieder auffällt: Autobahnen oder richtige Schnellstraßen scheinen hier Mangelware zu sein. Stattdessen gibt es richtig gute Landstraßen, auf denen man entspannt dahinrollen kann – ganz ohne Stress und Schlaglöcher.
In Kuldīga angekommen, machen wir uns direkt zu Fuß auf den Weg. Zuvor lassen wir uns noch ein wenig durch die Altstadt treiben – und sind ehrlich gesagt ziemlich überrascht. Die Häuser sind alt, der Putz bröckelt hier und da, doch genau das macht den besonderen Charme dieses Ortes aus. Alles wirkt ursprünglich, fast so, als wäre die Zeit hier stehen geblieben.
Viele Städte in Lettland wurden im Laufe der Jahre modernisiert – Kuldīga hingegen blieb weitgehend unverändert. Die meisten Häuser haben ähnliche Höhen, Farben und Materialien, was ein außergewöhnlich harmonisches Gesamtbild entstehen lässt.
👉 Genau deshalb ist die Altstadt ein Kandidat für das UNESCO-Welterbe.
Durch einen kleinen Park gelangen wir schließlich zum Fluss Venta – und dort wartet auch schon das Highlight: die Ventas Rumba. Mit gerade einmal etwa zwei Metern Höhe wirkt der Wasserfall zunächst unscheinbar, doch seine Breite von 250 bis zu 270 Metern (je nach Wasserstand) ist wirklich beeindruckend.
Und dann das: Wir beobachten tatsächlich Fische, die versuchen, den Wasserfall hinaufzuspringen! Ein faszinierendes Naturschauspiel, das wir so nicht erwartet hätten.
Nach diesem besonderen Moment geht es für uns weiter. Wir steuern die nächste größere Ortschaft an – in der Hoffnung, dort einen passenden Übernachtungsplatz zu finden. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht: Mehrere Anläufe scheitern an LKW-Durchfahrtsverboten. Nach vier Versuchen geben wir auf.
Auch unser nächstes Ziel fällt ins Wasser – wieder ein Fahrverbot über 3,5 Tonnen. So langsam wird es spannend…
Zum Glück entdecken wir kurz darauf eine kleine Wiese mit Sitzbank und Infotafel. Nicht geplant, aber genau richtig für den Moment. Kurzerhand beschließen wir, hier anzuhalten und einfach abzuwarten.
Ob wir bleiben dürfen?
Das erfahren wir… morgen.Read more

Traveler
Bin Laie, aber gibt's außer Lachsen noch andere Fische, die sich flussaufwärts bewegen 🤔

Andy und Yvi on TourJa, ausser Lachse gibt es auch Forellen, Aale, Maifisch oder Störe. Da wir auch Laien sind, können wir sicher den Aal ausschliessen.

Yvi on tourGemäss Google und ChatGPT sind es bis zu 270m je nach Wasserstand der Venta. Ich vertraue darauf 😉.

TravelerIch hatte nur gewundert dass man auf der anderen Flussseite Menschen erkennen kann
Von Litauen nach Lettland
May 1 in Latvia ⋅ ☀️ 11 °C
Der Tag beginnt früh – sehr früh. Bereits ab 05:00 Uhr füllt sich unser Übernachtungsplatz nach und nach mit Fischern. Einer nach dem anderen trifft ein, mit Booten im Schlepptau, bereit für den Fang des Tages. Spätestens um 08:30 Uhr ist klar: Hier wird es eng.
Also beschließen wir, weiterzuziehen und den Fischern ihren Platz zu überlassen. Nicht nur aus Rücksicht, sondern auch aus Überzeugung: Wir möchten solche Orte weiterhin nutzen dürfen – frei stehen, unkompliziert übernachten und keine Verbotsschilder für Wohnmobile vorfinden. Und genau deshalb gehört für uns auch dazu, Platz zu machen, wenn andere ihn brauchen.
Die Reaktion der Fischer ist freundlich und dankbar. Dabei hätten wir niemanden gestört. Aber genau das ist uns in Litauen immer wieder aufgefallen: die Gelassenheit und Freundlichkeit der Menschen. Wir haben uns hier zu keiner Zeit fehl am Platz gefühlt.
Ein paar Meter weiter gönnen wir uns erst einmal eine Pause. Frischer Kaffee, ruhige Umgebung, durchatmen.
Und dann geht alles ganz schnell: Kaum wieder auf der Straße, stehen wir auch schon an der Grenze zu Lettland. Kein großes Spektakel, kein Anhalten – hätten wir das EU-Schild nicht gesehen, wir hätten es fast verpasst. Ein neues Land, ein neues Kapitel.
Unser Ziel für heute: Liepāja, die drittgrößte Stadt Lettlands, direkt an der Ostsee. Sie gilt als spannender Mix aus Strand, Geschichte und alternativer Kultur.
Und tatsächlich: Schon bei der Ankunft läuft alles wie am Schnürchen. Parkplatz? Perfekt. Großzügig, gut gelegen – besser geht’s kaum. Also starten wir direkt zu einem Spaziergang entlang des alten Handelskanals.
Hier schlägt das historische Herz des Hafens. Wo früher Handelsschiffe lagen, flaniert man heute zwischen Cafés, kleinen Booten und Spazierwegen. Besonders faszinierend: die alten Speichergebäude. Manche sind dem Verfall nah, andere liebevoll restauriert – genau dieser Kontrast macht den Charme aus.
Ein echtes Highlight ist das beeindruckende Great Amber Concert Hall. Der Bau erinnert tatsächlich an einen riesigen Bernstein und zieht sofort alle Blicke auf sich. Von dort aus geht es weiter Richtung Ostsee, vorbei an Häusern unterschiedlichster Baustile – von modern bis Jugendstil ist alles vertreten.
Und dann: der Strand. Breit, hell, fast endlos. Der Strand von Liepāja gehört zu den schönsten im Baltikum. Mit etwas Glück kann man hier sogar Robben sehen – wir hatten dieses Glück leider nicht. Vielleicht beim nächsten Mal. Die besten Chancen hat man übrigens im Frühling, früh morgens oder am Abend.
Auch wenn das ehemalige Karosta Gefängnis und die beeindruckende orthodoxe Kathedrale definitiv einen Besuch wert wären, lassen wir sie heute aus. Die Strecke ruft.
Unser Tagesziel liegt wieder etwas ruhiger: ein Übernachtungsplatz im Landesinneren, direkt an einem großen See. Ankommen, durchatmen, die Natur genießen. Der Blick aufs Wasser, die Stille – genau der richtige Abschluss für einen erlebnisreichen Tag.Read more
Zwischen Bernstein und Meeresrauschen
April 30 in Lithuania ⋅ ☁️ 8 °C
Der heutige Tag beginnt grau und bedeckt. Es ist deutlich kühler als gestern – ein spürbarer Wetterumschwung. Umso zufriedener sind wir, dass wir die letzten beiden Tage noch voll ausgekostet haben.
Heute heißt es Abschied nehmen von der Kurische Nehrung. Mit der Fähre setzen wir zurück aufs Festland. Klaipėda lassen wir bewusst aus – manchmal muss man nicht alles sehen.
Kaum sind wir wieder unterwegs, schrillen plötzlich unsere Handys laut los. Für einen Moment sorgt die Warnmeldung für Nervosität – bis schnell klar wird: In Litauen findet gerade ein landesweiter Alarmtest statt. Entwarnung.
Unser Ziel ist Palanga, Litauens wohl bekanntester Badeort, oft auch als Sommerhauptstadt des Landes bezeichnet. Berühmt für lange Sandstrände und Dünen, zeigt sich der Ort heute von seiner ruhigeren Seite. Für einen Strandspaziergang ist es schlicht zu kühl.
Stattdessen zieht es uns auf die Seebrücke. Hier, wo sich an warmen Abenden die Menschen zum Sonnenuntergang versammeln, weht heute ein frischer Wind. Wir bleiben nicht lange, schlendern zurück und lassen uns durch die lebhafte Flaniermeile treiben – vorbei an Cafés, Restaurants und kleinen Ständen. An einem Fischstand können wir nicht widerstehen: Geräucherter Oktopus wandert in unsere Tasche. Die perfekte Vorspeise für später, zusammen mit einem Glas Weißwein.
Bevor es jedoch gemütlich wird, machen wir noch einen Abstecher in den weitläufigen botanischen Park. Mitten darin liegt das Palanga Amber Museum, untergebracht im eindrucksvollen Tiškevičiai Palace. Schon das Gebäude allein ist einen Besuch wert.
Drinnen tauchen wir in die Welt des Bernsteins ein. Über 20.000 Exponate erzählen von seiner Entstehung, seiner Verarbeitung und seiner kulturellen Bedeutung. Besonders faszinierend sind die kleinen Einschlüsse – Insekten und Pflanzen, die seit Millionen Jahren im Harz konserviert sind. Wie winzige Zeitkapseln aus einer längst vergangenen Welt.
Bernstein ist dabei kein klassischer Stein, sondern versteinertes Baumharz. Vor Millionen Jahren trat es aus verletzten Bäumen aus, schloss kleine Lebewesen ein und wurde im Laufe der Zeit unter Druck und durch chemische Prozesse zu dem, was wir heute kennen. Ein Großteil des baltischen Bernsteins stammt vermutlich von einer ausgestorbenen Kiefernart. Durch Erosion gelangt er bis heute wieder an die Küsten der Ostsee.
Einziger Wermutstropfen: Anfassen ist nicht erlaubt. Ein kleines Stück zum Erleben hätte den Besuch perfekt gemacht.
Natürlich darf ein Museumsshop nicht fehlen – und tatsächlich wird Yvonne fündig. Am Ende sind es ein paar schöne Ohrringe, die uns an diesen Ort erinnern werden.
Nach so viel Bernstein fahren wir noch etwa 20 Kilometer weiter nordwärts, Richtung Lettland. Eigentlich überlegen wir, direkt an der Ostsee zu übernachten – entscheiden uns dann aber bewusst dagegen. Statt Wind und Wellen wählen wir die Ruhe.
Unser Nachtplatz liegt an einem kleinen See. Kein Meeresrauschen, kein Wind – nur Stille. Ab und zu durchbrochen von Vögeln, die über das Wasser jagen.
Ein ruhiger Abschluss für einen Tag voller Eindrücke.Read more

TravelerSehr schöner und intressanter Ausflug war das heute und der Octopus hat sicher gemundet. Ob bezahlt oder in die Tasche bezahlt 👍🤣🤣🤣

Yvi on tourDer Octopus war sehr lecker, wir haben ihn Variante 1 einfach so gegessen, Variante 2 mit etwas Öl, Zitrone, Knoblauch und Kräuter mariniert. Dazu ein Glas Wein, war beides sehr lecker!
Die Tote Düne – dramatische Geschichte
April 29 in Lithuania ⋅ 🌬 6 °C
Unser Hauptziel heute ist die „Tote Düne“ auf der Kurische Nehrung, die wir über einen traumhaften Radweg durch kleine Dörfer und duftende Kiefernwälder erreichen.
Wir haben Glück: Kaum andere Besucher sind vor Ort. Schnell bezahlen wir den Eintritt von 5 Euro pro Person – und schon beginnt unser Aufstieg.
Zunächst führen gut angelegte Holzstege durch die Landschaft, später geht es über befestigte Sandwege weiter hinauf. Schritt für Schritt nähern wir uns dem höchsten Punkt auf 59,9 Metern. Die Dimensionen sind beeindruckend: Rund 9 Kilometer lang und etwa 2 Kilometer breit erstreckt sich dieses Gebiet. Eine Szenerie, die zugleich surreal und faszinierend wirkt.
Die Naglių kopa – auch „Tote Düne“ genannt – ist weit mehr als nur ein ruhender Sandhügel. Sie erzählt eine bewegte Geschichte aus Wind, Sand und menschlichem Einfluss.
Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert wurden große Teile der Nehrung abgeholzt. Ohne den schützenden Wald begann der Wind, den Sand unaufhaltsam zu bewegen. Ganze Dörfer wurden verschlungen, Häuser, Wälder und sogar Friedhöfe unter sich begraben. Die Bewohner mussten ihre Heimat verlassen. Daher der Name „tot“ – unter der Oberfläche liegen bis heute die Überreste dieser vergangenen Welt.
Erst im 19. Jahrhundert begann man, die Dünen durch gezielte Aufforstung und das Anpflanzen von Strandgras zu stabilisieren. Heute präsentiert sich die Landschaft wie eine kleine Wüste: helle, kahle Sandflächen, geformt vom stetigen Spiel des Windes.
Zum Schutz dieses empfindlichen Ökosystems ist das Gebiet streng reguliert. Besucher dürfen sich ausschließlich auf den markierten Wegen und Holzstegen bewegen. Und das aus gutem Grund: Mehr als 30 spezialisierte Arten haben sich hier an die extremen Bedingungen angepasst.
Oben angekommen werden wir belohnt. Vor uns öffnet sich ein atemberaubendes Panorama über das Kurische Haff und die Ostsee. Die Sonne strahlt, der Himmel ist klar – bessere Bedingungen hätten wir uns nicht wünschen können.
Ein Moment, der bleibt: Auf einer der größten Dünen Europas zu stehen, den Wind zu spüren und diese einzigartige Landschaft auf sich wirken zu lassen.Read more
Fahrradtour, Spaziergang, Bernstein, Russland
April 29 in Lithuania ⋅ 🌬 5 °C
Heute beginnt der Tag anders als sonst: Statt nur einem schnellen Kaffee gönnen wir uns ein richtiges Frühstück. Eine gute Entscheidung – denn wir brauchen die Energie. Das Mittagessen lassen wir heute aus, denn ein aktiver Tag liegt vor uns.
Kaum fertig, schwingen wir uns auf die Fahrräder. Unser Ziel: die „Tote Düne“, rund 20 Kilometer entfernt.
Unsere Route führt uns zunächst durch Nida – und wir sind sofort begeistert. Der Ort wirkt wie eine Filmkulisse: liebevoll gestaltete Häuser, glitzerndes Wasser, kleine Segelboote und eine fast schon unwirkliche Ruhe. Wir sind nahezu allein unterwegs.
Die Saison steht kurz bevor, überall wird vorbereitet und geschniegelt. Man spürt: Bald erwacht dieser Ort zum Leben.
Wir passieren auch das Thomas Mann Haus, das ehemalige Sommerhaus des Schriftstellers. Für einen Besuch reicht unsere Zeit heute leider nicht – ein guter Grund, wiederzukommen.
Der Radweg ist ein Traum: Zuerst fahren wir entlang des Kurischen Haffs, später durch duftende Kiefernwälder. Trotz dicker Kleidung spüren wir die Kälte – gerade einmal 6 Grad und ein eisiger Wind begleiten uns.
Immer wieder halten wir an, steigen ab und genießen die Aussicht. Diese Landschaft entschleunigt.
Schließlich erreichen wir unser Ziel: die beeindruckende „Tote Düne“. Vor uns erhebt sich eine fast surreale Sandlandschaft. Der Aufstieg wartet – doch das ist eine eigene Geschichte.
Der Rückweg führt über die gleiche Strecke. Und doch wirkt alles neu. Das Licht hat sich verändert, die Perspektiven auch. Wir entdecken Details, die uns auf dem Hinweg entgangen sind.
Nach der Radtour zieht es uns noch an die Ostsee. Die Sonne scheint, die Wellen rauschen kraftvoll, und der feste Sand lädt zu einem langen Spaziergang ein.
Wir laufen in Richtung Grenze zu Russland, sammeln dabei Steine und halten Ausschau nach Bernstein. Am Ende bleiben es „nur“ schöne Erinnerungsstücke – ob ein echter Bernstein dabei ist, wird sich noch zeigen.
Als wir schließlich an der Grenze stehen, wird der Moment still. Irgendwie besonders, ein wenig bedrückend – und gleichzeitig faszinierend.
Natürlich müssen wir auch diesen Weg wieder zurückgehen.
Am Ende liegt ein intensiver, wunderschöner Tag hinter uns. Natur, Bewegung und viele kleine Momente, die bleiben.
Wir sind mehr als froh, diesen Ausflug auf die Kurische Nehrung gemacht zu haben.
Unsere Tagesbilanz:
* 🚴♂️ 40 km Fahrrad
* 🚶♂️ 24.000 Schritte (ca. 16,4 km)Read more
Auf zur Kurischen Nehrung
April 28 in Lithuania ⋅ 🌬 5 °C
Gestern haben wir endgültig beschlossen: Wenn das Wetter hält, fahren wir zur Kurische Nehrung. Diese einzigartige, schmale Landzunge an der Ostsee trennt das Kurische Haff von der offenen See und gehört teils zu Litauen, teils zu Russland (Kaliningrader Gebiet).
Vor uns liegen allerdings erst einmal rund 220 Kilometer. Die Strecke ist eher unspektakulär – perfekt, um noch alles zu erledigen: Diesel und Gas tanken, Frischwasser auffüllen und den Kühlschrank für die nächsten Tage bestücken.
Von Klaipėda aus setzen wir schließlich mit der Fähre über. Die Überfahrt ist kurz, kostet aber stolze 47 Euro. Und auch die Weiterfahrt auf der Nehrung selbst ist gebührenpflichtig: außerhalb der Saison 20 Euro, in der Hauptsaison sogar 50 Euro für Wohnmobile. Kein Wunder, dass wir kurz gezögert haben – aber bei diesem Wetter lohnt es sich.
Kaum angekommen, empfangen uns die typischen Kiefernwälder. Immer wieder blitzt das Haff durch die Bäume, während uns der Blick auf die Ostsee zunächst verborgen bleibt. Wir befinden uns mitten in einem Nationalpark, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Freies Übernachten ist hier streng verboten – also steuern wir den Campingplatz in Nida an, nur etwa 2,4 Kilometer Luftlinie von der russischen Grenze entfernt.
Ganz in der Nähe liegt die beeindruckende Parnidis-Düne – unser Ziel für den späten Nachmittag. Die etwa 50 bis 60 Meter hohe Wanderdüne bietet einen der schönsten Ausblicke der Region: Auf der einen Seite das Kurische Haff, auf der anderen die Ostsee. Und tatsächlich – wir können sogar bis nach Russland blicken. Ein besonderer Moment, so nah an der Grenze zu stehen.
Die Düne besteht fast vollständig aus hellem Quarzsand, dessen feine Körnung ihr die charakteristische helle Farbe verleiht. Ständige Westwinde verschieben sie jedes Jahr um bis zu mehrere Meter ostwärts. Sie ist Teil eines Systems sogenannter „weißer Dünen“, das sich über die gesamte Nehrung erstreckt.
Die Parnidis-Düne steht sinnbildlich für das empfindliche Gleichgewicht zwischen Natur und menschlicher Nutzung. Sie ist nicht nur ein geologisches Highlight, sondern auch ein kulturelles Wahrzeichen Litauens – streng geschützt und zugleich faszinierend zu erleben.
Die restlichen Highlights heben wir uns für morgen auf. Dann wollen wir die Gegend mit dem Fahrrad erkunden – und noch tiefer in diese besondere Landschaft eintauchen.Read more

M + M auf Reisen
Jean-Paul Sartre. 1965, 10 Jahre nach Thomas Manns Tod, lichtete der litauische Fotograf Antanas Sutkus den französischen Philosophen und Autoren Jean-Paul Sartre bei seinen Streifzügen über die Dünen Nidas ab. Auf Grundlage dieses Fotos entstand diese Skulptur in der Düne.
Berg der Kreuze
April 27 in Lithuania ⋅ 🌬 8 °C
Der heutige Tag steht ganz im Zeichen eines kleinen Umwegs – unser Ziel ist der Berg der Kreuze. Bei strahlendem Sonnenschein geht es früh los. Rund 110 Kilometer liegen vor uns – eine angenehme Strecke, die wir ganz entspannt angehen können.
Geschichte des Berges der Kreuze:
Der genaue Beginn ist unbekannt. Erste schriftliche Hinweise stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine überlieferte Geschichte berichtet von einem Dorfbewohner, der nach schwerer Krankheit im Jahr 1847 ein Kreuz errichtete, nachdem er Gott ein Gelübde gegeben hatte. Solche persönlichen Opfergaben waren typisch für die religiöse Praxis der Region.
Nach den gescheiterten Aufständen gegen das Russische Reich – insbesondere dem Novemberaufstand und dem Januaraufstand – bekam der Hügel eine neue Bedeutung: Kreuze wurden als Zeichen der Trauer, des Widerstands und der Erinnerung an die Gefallenen errichtet.
Während der sowjetischen Besatzung wurde der Berg der Kreuze zu einem „loco non grata“, einem unerwünschten Ort. Am 5. April 1961 fand die erste Aktion zur Zerstörung des Berges statt, nach der kein einziges Kreuz mehr dort stand. Doch schon bald wuchs die Zahl der Kreuze rasant wieder an, so dass ihr Erscheinen durch die wiederholten Zerstörungen in den Jahren 1973, 1974 und 1975 nicht überschattet werden konnte.
Die Situation auf dem Berg der Kreuze veränderte sich grundlegend 1988 mit dem Beginn der Unabhängigkeitsbewegung in Litauen. Heute zählt der Berg wieder etwa 100.000 Kreuze.
Am 7. September 1993 besuchte Papst Johannes Paul II. den Berg der Kreuze. Dank seines Besuchs wurde der Berg der Kreuze in der gesamten christlichen Welt bekannt.
Der Berg der Kreuze ist heute:
- ein Pilgerort
- ein Symbol für Glauben und Hoffnung
- ein Denkmal für nationale Identität und Widerstand
Er verbindet persönliche Schicksale mit der Geschichte Litauens und ist eines der eindrucksvollsten religiösen Wahrzeichen Europas.
Leider hat sich dieser Ort mittlerweile zu einem echten Touristenmagneten entwickelt. Schon bei unserer Ankunft war klar: Wir sind nicht allein. Neben einem weiteren Wohnmobil standen gleich fünf Reisebusse auf dem Parkplatz – entsprechend trubelig ging es zu.
Die sonst so besondere Atmosphäre wollte sich bei all dem Andrang einfach nicht einstellen. Statt Ruhe und Entdecken fühlte es sich eher nach Hektik an, fast so, als würde man nur noch „durchgeschleust“. Offenbar sind wir große Menschenmengen einfach nicht mehr gewohnt.
Auch die Parkplatzgebühren trugen nicht gerade zur Entspannung bei: 5 Euro pro Stunde sind schon eine Ansage – da überlegt man sich gut, wie lange man bleiben möchte.
Also haben wir kurzerhand beschlossen, weiterzufahren. Ein ruhiger Übernachtungsplatz in der näheren Umgebung klang einfach verlockender. Den restlichen Nachmittag lassen wir entspannt ausklingen – mehr steht heute nicht mehr auf dem Plan.Read more

Traveler
Suchen die keine Köchin?🤣🤣🤣 Spass bei Seite. Nein sehr eindrücklicher Ort, wenn man denkt nach so vielen Zerstörungen.
Kaunas im winterlichen Sturm
April 26 in Lithuania ⋅ 🌬 7 °C
Die Nacht war – trotz des tobenden Sturms – überraschend ruhig. Eingekuschelt in unser Wohnmobil haben wir tief und fest geschlafen, während draußen ein eisiger Schneewind um die Ecken pfiff. Der Wetterbericht kündigt Schnee an, doch noch wollen wir das nicht so recht glauben.
Unser Ziel für heute: die litauische Stadt Kaunas. Wie so oft stellt sich zuerst die Frage nach einem passenden Parkplatz. Mit park4night suchen wir uns ein paar Optionen heraus – und haben Glück: Beim zweiten Versuch werden wir fündig. Wir parken an einem Sportplatz, etwas abseits in einer ruhigen Ecke. Bezahlt wird ganz unkompliziert mit der App UniPark.
Und dann: Die ersten Schneeflocken fallen. Also machen wir es uns erst einmal gemütlich und genießen unser Mittagessen im Warmen. Als sich das Wetter kurz beruhigt und sogar die Sonne durchblitzt, brechen wir auf in die Stadt.
Kaunas, die zweitgrößte Stadt Litauens, empfängt uns mit einer faszinierenden Mischung aus Geschichte und modernem Leben. Am Zusammenfluss von Nemunas und Neris gelegen, war sie zwischen den Weltkriegen sogar provisorische Hauptstadt. Noch heute zeugen zahlreiche Gebäude aus dieser Zeit davon – viele gehören inzwischen zum UNESCO-Welterbe. Und als wäre das nicht genug, war Kaunas 2022 auch noch Kulturhauptstadt Europas.
Unser Spaziergang führt uns entlang der Laisvės alėja – einer beeindruckenden, über drei Kilometer langen Fußgängerzone. Immer wieder bleiben wir stehen, bestaunen Fassaden, Details und das lebendige Treiben. Der Kontrast zwischen historischer Architektur und modernen Elementen macht den Reiz dieser Straße aus.
Wir starten an der Kirche des Erzengels Michael und laufen bis zur Kathedrale St. Peter und Paul. In beiden Gotteshäusern findet gerade eine Messe statt – ein besonderer Moment, der unsere Besichtigung fast ein wenig ehrfürchtig macht.
Natürlich darf auch ein Abstecher zur Burg Kaunas nicht fehlen. Die alte Festung wirkt im winterlichen Grau noch einmal besonders eindrucksvoll.
Zurück auf dem Weg gönnen wir uns etwas Süßes – und später, wieder im Wohnmobil, gibt es heiße Schokolade dazu. Genau das Richtige bei diesem frostigen Wetter. Kaum haben wir es uns gemütlich gemacht, beginnt draußen ein heftiger Schneefall.
Doch wir bleiben nicht. Stattdessen fahren wir weiter, etwa 50 Kilometer hinaus aus der Stadt. Die Landschaft wird immer stiller, einsamer – und der Himmel immer dunkler. Plötzlich stecken wir mitten in einem Schneesturm. Die Sicht ist schlecht, der Wind drückt gegen das Fahrzeug. Andreas hält das Wohnmobil konzentriert auf Kurs.
Wir erreichen unseren Übernachtungsplatz an einem See, irgendwo außerhalb eines Dorfes.
Und dann – fast wie ein kleines Wunder – ist alles vorbei. Und eine Aussicht, die uns für alles entschädigt.Read more

TravelerSchöne Eindrücke! Krass mit dem Wetter, hätte ich nicht mehr erwartet. Bei Kaunas liegt ein interessantes Freiluftmuseum mit typischen historischen ländlichen Gebäuden der verschiedenen litauischen Regionen. Wir waren schon zweimal da, vielleicht ist das interessant für euch.

Yvi on tourDanke dir, wir sind heute daran vorbeigefahren, haben den Wegweiser gesehen auf der A1. Schade…wir sind bereits weiter. Ich habe es in unsere Reiseziel-Liste eingetragen für spätere Reisen.

TravelerEindrucksvolle Stadt, diese Kirchen nicht nur von aussen schön. Ja das Wetter im April macht sowieso was es will.

Yvi on tourSpeziell fand ich an diesen Kirchen, dass sie für eine andere Religion gebaut wurden.
Wasserburg Trakai
April 25 in Lithuania ⋅ ☁️ 14 °C
Nach einer herrlich ruhigen Nacht auf dem Parkplatz nahe des Schlosses starten wir ganz entspannt in den Tag. Die Morgensonne scheint noch warm, und obwohl sich das Wetter später verschlechtern soll, genießen wir erstmal die perfekte Stimmung. Ein Spaziergang durch den weitläufigen, schön angelegten Park gehört natürlich dazu – genau diese ruhigen Momente machen das Reisen für uns aus.
Bevor wir unser eigentliches Tagesziel ansteuern, steht noch etwas Praktisches auf dem Plan: Wasser auffüllen. 💧
Ein kleiner Vanlife-Lifehack – bei Circle K Tankstellen gibt es bei der Druckluftstation oft auch Wasser. Also nichts wie hin! Und tatsächlich: Unser Wassertank ist schnell wieder gefüllt. Nur das Grauwasser bleibt erstmal an Bord, da der Ablauf von einem PKW gerade blockiert ist – aber das hat noch Zeit.
Unser heutiges Ziel liegt nur rund 15 km entfernt: die wunderschöne Wasserburg Trakai. Den Parkplatz - auch gleich unser Übernachtungsplatz - finden wir problemlos – und werden direkt mit einem traumhaften Blick auf die Burg im See belohnt. Genau solche Spots lieben wir!
Da sich das Wetter langsam verändern soll, machen wir uns direkt auf den Weg zur Besichtigung. Über mehrere Holzbrücken führt der Weg zur Burg – und schon dieser Spaziergang ist ein Highlight für sich. Immer wieder kommen wir an charmanten, bunten Holzhäusern vorbei, die uns sofort an Schweden erinnern. Entlang des Wassers laden zahlreiche Restaurants und Cafés zum Verweilen ein, während auf dem See Pedalos und kleine Boote in den Startlöchern schwimmen. Die Atmosphäre ist einfach herrlich entspannt.
Und dann steht sie vor uns: die Wasserburg Trakai – eines der bekanntesten Wahrzeichen des Baltikums. Erbaut im 14. und 15. Jahrhundert von den litauischen Großfürsten, thront sie auf einer Insel mitten im Galvė-See und ist nur über eine Holzbrücke erreichbar. Besonders beeindruckend: Sie gilt als die einzige vollständig erhaltene Wasserburg in Osteuropa. Früher war sie Residenz und Verteidigungsanlage, heute beherbergt sie ein Museum.
Im Inneren erwartet uns das Historische Museum Trakai mit einer vielfältigen Ausstellung. Von Möbeln über Porzellan, Glas und Münzen bis hin zu kunstvollen Gegenständen aus Elfenbein – die Sammlung ist abwechslungsreich und gibt einen spannenden Einblick in das Leben und die Geschichte Litauens im Mittelalter. Auch Themen wie Rittertum und regionale Kultur werden anschaulich dargestellt. Das Museum ist nicht riesig, aber genau das macht es angenehm – alles wirkt sehr authentisch und atmosphärisch.
Nach unserem Rundgang merken wir deutlich, wie sich das Wetter verändert. Der Wind wird frischer, der Himmel grauer – Zeit, langsam zurückzugehen.
Auf dem Weg zu unserem Wohnmobil entdecken wir noch eine lokale Spezialität, die wir unbedingt probieren müssen: Kibinine.
Und was sollen wir sagen? Absolut verdienter Genuss! Warm, herzhaft gefüllt und perfekt nach einem Spaziergang – definitiv eine Empfehlung, wenn ihr hier seid.
✨ Unser Fazit:
Die Wasserburg Trakai ist nicht nur ein wunderschönes Fotomotiv, sondern auch ein echtes Highlight für alle, die Geschichte, Natur und entspanntes Reisen lieben. Ein perfekter Zwischenstopp oder Tagesausflug im Baltikum – und einer dieser Orte, die einem noch lange im Kopf bleiben.Read more

TravelerEin gigantisches schönes Gebäude . Muss sagen mit Euch lerne ich viel. Das "Trittbrett " mitfahren ist einfach toll. Danke😻
Ein Stadttag voller Eindrücke
April 24 in Lithuania ⋅ ☁️ 12 °C
Nach einer herrlich ruhigen Nacht starten wir früh in den Tag. Ausgeschlafen und voller Vorfreude machen wir uns mit unserem Wohnmobil auf den Weg nach Vilnius. Unser Ziel: ein Parkplatz nahe der Altstadt – und die Hoffnung, dass dort noch ein Platz für uns frei ist.
Die 100 Kilometer bis nach Vilnius verlaufen schnurgerade über eine Hauptstraße. Rechts und links begleiten uns dichte Wälder, nur gelegentlich unterbrochen von kleinen Lichtungen. Diese ruhige, fast endlose Landschaft weckt in uns eine leise Vorfreude auf Finnland.
Die Fahrt bleibt unspektakulär – im besten Sinne – und schon bald erreichen wir den äußeren Ring von Vilnius. Unser Navi führt uns zuverlässig ans Ziel. Und tatsächlich: Wir haben Glück! Direkt unterhalb des Schlossbergs, beim Gediminas-Turm, finden wir einen passenden Parkplatz für unser Wohnmobil.
Ohne große Pause starten wir unsere Stadttour. Mit der Funicolare geht es hinauf auf den Schlossberg. Oben erwartet uns ein eisiger Wind – aber auch ein atemberaubendes Panorama. Der Blick über die Dächer von Vilnius ist einfach traumhaft und entschädigt für jede kalte Böe.
Vilnius zählt rund 600.000 Einwohner und gehört zu den oft unterschätzten Hauptstädten Europas. Die große, hervorragend erhaltene Altstadt ist UNESCO-Welterbe und steckt voller Geschichte.
Einst war Vilnius als „Jerusalem des Nordens“ bekannt – ein bedeutendes Zentrum jüdischer Kultur und Gelehrsamkeit. Gleichzeitig wird die Stadt wegen ihrer zahlreichen Kirchen auch „Rom des Nordens“ genannt.
Heute trifft hier Geschichte auf eine junge, kreative Szene – eine Mischung, die man in jeder Gasse spürt.
Unsere Route führt uns vorbei an der imposanten Kathedrale St. Stanislaus, in die wir natürlich einen kurzen Blick hineinwerfen. Nur wenige Schritte entfernt liegt der Palast der Großfürsten Litauens.
Beim weiteren Schlendern durch die Altstadt meldet sich langsam der Hunger. Zum Glück entdecken wir ein charmantes, historisches Restaurant und gönnen uns litauische Spezialitäten. Die Küche ist herzhaft und deftig – genau das Richtige nach einem kühlen Start in den Tag.
Gut gestärkt geht es weiter durch die Stadt: zum Tor der Morgenröte, zur beeindruckenden St.-Annen-Kirche und schließlich ins Künstlerviertel Užupis.
Užupis ist etwas ganz Besonderes: Eine selbsternannte „Republik“ mit eigener Verfassung, viel Kunst, Individualität und einer wunderbar entspannten Atmosphäre. Hier scheint die Zeit ein wenig langsamer zu laufen.
Mit vielen neuen Eindrücken kehren wir am späten Nachmittag zu unserem Wohnmobil zurück. Müde, aber zufrieden machen wir uns auf den Weg zu unserem Übernachtungsplatz etwas außerhalb der Stadt – ein ruhiger Parkplatz auf einem Schlossgelände.
Ein perfekter Abschluss für einen Tag voller Entdeckungen in einer Stadt, die uns definitiv überrascht hat.
✨ Fazit:
Vilnius ist eine Stadt, die man nicht unterschätzen sollte – reich an Geschichte, voller Charme und mit einer ganz eigenen kreativen Seele.Read more
Unser 3. Reiseland - Litauen
April 23 in Lithuania ⋅ 🌬 12 °C
Nach einer etwas stürmischen Nacht beginnt für uns ein ganz besonderer Tag: Wir verabschieden uns von Polen und sagen „Labas“ zu Litauen. Ein neues Land, neue Eindrücke – und die Vorfreude reist natürlich mit.
Polen hat uns wirklich überrascht. Es ist ein unglaublich vielseitiges und wohnmobilfreundliches Reiseland. Die Straßen sind in einem hervorragenden Zustand, die Menschen begegnen einem entspannt und freundlich, ganz ohne Hektik. Besonders angenehm: die gute Infrastruktur und die moderaten Preise. Einziger kleiner Wermutstropfen – Camping- und Stellplätze sind oft nur bar zu bezahlen, dafür wird neben Złoty fast immer auch der Euro akzeptiert.
Bevor wir die Grenze erreichen, machen wir noch einen kleinen Zwischenstopp, um unsere letzten Złoty sinnvoll auszugeben – und entscheiden uns für eine gute Flasche Wein (aus Italien!). Bis zur Grenze sind es nur etwa 30 Kilometer. Schon von Weitem sehen wir die Kontrollstelle. Tatsächlich wird hier jedes Fahrzeug angehalten. Ein kurzer Austausch auf Englisch, einen Blick auf unsere Ausweise und ein Blick ins Wohnmobil – und schon heißt es: Willkommen in Litauen!
Unser erster Halt im neuen Land ist ein einfacher Rastplatz. Mit einem Kaffee in der Hand betreten wir zum ersten Mal litauischen Boden. Die Sonne scheint, die Luft ist mild – ein perfekter Moment, um einfach kurz innezuhalten und anzukommen.
Am Nachmittag fahren wir weiter zu unserem ersten Übernachtungsplatz: ein kleiner Waldparkplatz mit einem beeindruckenden Aussichtsturm. Ganze 25 Meter ragt er in die Höhe. Natürlich lassen wir uns das nicht entgehen. Für Yvonne ist der Aufstieg eine kleine Herausforderung, doch oben angekommen werden wir mehr als belohnt.
Vor uns breitet sich die weite Landschaft des Dzūkija-Nationalparks aus. Der Blick schweift über dichte Wälder, den ruhig dahinfließenden Fluss Nemunas – und sogar bis hinüber nach Belarus. Der Turm selbst ist ein echtes architektonisches Highlight: Seine Konstruktion erinnert an eine Gruppe von Bäumen, die Plattformen wirken wie stilisierte Kiefernkronen, und der Aufstieg fühlt sich an wie ein kleiner Spaziergang durch den Wald – nur eben in luftiger Höhe.
Die Nemunas, auch als „Vater der litauischen Flüsse“ bekannt, begleitet diese Szenerie in aller Ruhe. Mit ihren 937 Kilometern gehört sie zu den längsten Flüssen Europas. Im Winter gefriert sie teilweise und trägt eine Eisschicht – ein faszinierender Gedanke, während wir jetzt auf das sanft fließende Wasser blicken.
Am Abend lassen wir unseren ersten Tag in Litauen ganz entspannt ausklingen. Die untergehende Sonne taucht die Landschaft in warme Farben, und wir genießen die Ruhe in unserem Wohnmobil. Ein gelungener Start in ein für uns völlig neues Land – und wir sind gespannt, was noch vor uns liegt.Read more
Kloster Wigry - ein perfekter Abschluss
April 22 in Poland ⋅ ☀️ 14 °C
Heute ist unser letzter Tag in Polen – morgen geht es weiter in ein neues Land. Zum Abschluss haben wir noch einmal einen ganz besonderen Ort besucht: das Klasztor Kamedułów w Wigrach oder auf deutsch: Kloster Wigry
Den Tipp dazu haben wir von einem aktiven Follower auf FindPenguins bekommen – danke Ro Bert! Schon bei der Anfahrt wird klar, dass uns hier etwas Besonderes erwartet: Das Kloster liegt spektakulär auf einer Halbinsel im Wigierski Park Narodowy, umgeben von Wäldern, Seen und absoluter Ruhe.
Gegründet wurde das Kloster im Jahr 1667 vom polnischen König Jan II. Kazimierz Waza. Er holte den Orden der Kamaldulenser nach Wigry – eine sehr strenge, zurückgezogen lebende Mönchsgemeinschaft. Die Mönche lebten hier nicht gemeinsam wie in anderen Klöstern, sondern in kleinen Eremitenhäusern und trafen sich nur zu Gebeten. Diese besondere Lebensweise spürt man auch heute noch, wenn man durch die Anlage läuft.
Im Laufe der Geschichte wurde das Kloster mehrfach schwer getroffen – unter anderem nach der Teilung Polens und während der Weltkriege. Dennoch wurde es immer wieder aufgebaut und restauriert. Heute ist es ein kultureller und touristischer Ort, teilweise auch ein Hotel und Gästehaus. Selbst Johannes Paul II. hat hier 1999 übernachtet – daran erinnert heute ein kleines Museum.
Die Anlage kann größtenteils besichtigt werden: die Kirche, die Katakomben, die Eremitenhäuser und auch der Glockenturm stehen Besuchern offen. Wer möchte, kann sogar in einer der ehemaligen Mönchszellen übernachten – allerdings ohne klösterliche Regeln, dafür mit viel Ruhe und Abgeschiedenheit.
Ein echtes Highlight für uns war das ehemalige Refektorium, in dem sich heute ein Restaurant befindet. Hier haben wir hervorragend zu Mittag gegessen – einfache, regionale Küche, unglaublich lecker und dazu noch sehr preiswert.
Direkt neben dem Kloster liegt ein Campingplatz mit traumhaftem Blick auf die Anlage – genau dort verbringen wir unsere letzte Nacht in Polen. Ein perfekter Abschluss unserer Reise.
Wir haben bereits ein Kloster des Kamaldulenser-Ordens in Ungarn besucht – dort wirkte alles etwas lebendiger.
https://findpenguins.com/6nyvoxqfw9wk0/footprin…
Das Kloster in Wigry hingegen beeindruckt vor allem durch seine Ruhe, seine Lage und seine besondere Atmosphäre.
Ein Ort, den wir jedem ans Herz legen können, der in dieser Region unterwegs ist.Read more

Yvi on tourGanz so gesund war sie dann doch nicht. Die Liebe zu Butter und Schmalz in der polnischen Küche schmeckt man!
Zwischen Seen, Wäldern und Kranichen
April 21 in Poland ⋅ ☀️ 12 °C
Schon am Morgen zeigt sich wieder, dass Navigationsgeräte nicht immer die besten Reisebegleiter sind. Statt uns elegant um eine Straßensperre herumzuführen, schlagen sie beharrlich denselben gesperrten oder gestrigen Weg vor. Ein kurzer Blick auf Google Maps später wird klar: Es geht auch anders – und sogar schöner.
Und so verlassen wir die „Standardroute“ und tauchen ein in eine Landschaft, die uns schnell vergessen lässt, dass wir eigentlich nur von A nach B wollten.
Die Straße schlängelt sich vorbei an unzähligen Seen, durch Sumpflandschaften und kleine, stille Dörfer. Immer wieder öffnen sich weite Blicke auf Wasserflächen, die von dichten Wäldern eingerahmt sind. Die Fahrt dauert vielleicht etwas länger – aber sie schenkt uns doppelt so viel Freude.
Seit Tagen begleitet uns ein besonderer Anblick: Kraniche. Diese großen, eleganten Vögel mit ihrem grauen Gefieder und dem markanten roten Scheitel sind hier allgegenwärtig. Kein Wunder – Polen gehört zu den wichtigsten Kranichgebieten Europas. Große Brutbestände leben hier, und viele Vögel aus Skandinavien und dem Baltikum nutzen diese Region als Zwischenstopp auf ihrem Zug.
Es ist ein beeindruckendes Bild, wenn sie über den Seen kreisen oder in den Feuchtgebieten stehen – ruhig, aufmerksam und doch ständig in Bewegung.
An einem besonders schönen Rastplatz direkt an einem der unzähligen Seen halten wir für eine kleine Pause.
Die Stille hier ist fast greifbar. Nur das leise Plätschern des Wassers und das sanfte Rascheln der Bäume begleiten uns. Der See glitzert in der Sonne, als würde er von innen heraus leuchten.
Und natürlich stellt sich die Frage: Warum ist dieses Wasser so klar und so intensiv blau?
Die Antwort liegt in der Eiszeit. Die Masurische Seenplatte entstand, als Gletscher große Becken in die Landschaft drückten, die sich nach dem Abschmelzen mit Wasser füllten. Viele dieser Seen sind bis heute Gletscherseen – tief, klar und nährstoffarm.
Dazu kommt die Umgebung: kaum Industrie, wenig intensive Landwirtschaft und entsprechend geringe Mengen an Nährstoffen wie Phosphaten oder Nitraten. Dadurch wachsen nur wenige Algen, die das Wasser sonst grünlich oder trüb färben würden.
Zusätzlich verstärkt die Lichtstreuung im klaren Wasser den intensiven Blauton der Seen.
Kurz gesagt:
Klares Gletscherwasser + wenige Nährstoffe + wenig Algen + Licht = das typische Masuren-Blau.
Nach dieser wunderschönen Fahrt durch die Masuren erreichen wir schließlich unseren Platz am See.
Für heute ist nicht mehr viel geplant. Kein Programm, keine Eile – nur der Blick aufs Wasser, das Glitzern der Oberfläche und das Gefühl, genau am richtigen Ort angekommen zu sein.
Manchmal braucht es nicht mehr als das.Read more

TravelerAls ich 2001 da war kannte die Navi fast noch nichts und die Landkarten waren auch auf dem Stand von 20 Jahren zuvor, aber es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden😏
Wolfsschanze - Geschichte mitten im Wald
April 20 in Poland ⋅ ☀️ 9 °C
Wir kommen etwas später an, aber trotzdem bleibt uns noch genug Zeit, die Wolfsschanze in Ruhe zu besichtigen. Direkt an der Schranke bezahlen wir den Eintritt, den Audioguide auf Deutsch sowie die Gebühr für unseren Tagesparkplatz (100 Zloty). Für die Übernachtung kommen noch einmal 95 Złoty dazu. Ehrlich gesagt: ein absolut fairer Preis – vor allem, wenn man bedenkt, dass man hier an einem der historisch bedeutendsten Orte Europas übernachten kann.
Nach einem späten, leichten Mittagessen schnappen wir uns den Audioguide und machen uns auf den Weg durch das Gelände.
Mitten im Wald, versteckt nahe Kętrzyn, liegt diese riesige Anlage, die während des Zweiten Weltkriegs als eines der wichtigsten Hauptquartiere von Adolf Hitler diente. Zwischen 1941 und 1944 wurde von hier aus der Krieg gegen die Sowjetunion organisiert – ein Ort, an dem Geschichte im wahrsten Sinne geschrieben wurde.
Während wir durch die Anlage laufen, wird schnell klar, wie gigantisch das Gelände eigentlich ist: über 80 Bunker, Gebäude und Baracken, verteilt im Wald, damals perfekt getarnt vor Luftangriffen. Kaum vorstellbar, dass hier einst Minenfelder lagen und mehrere Sicherheitszonen das Areal abschirmten.
Besonders eindrücklich ist der Ort des Attentat vom 20. Juli 1944 durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Genau hier wurde die Bombe platziert, die mehrere Menschen tötete – Hitler selbst überlebte jedoch. Die ursprüngliche Baracke existiert nicht mehr, sie wurde zerstört. Stattdessen steht heute eine Rekonstruktion in Originalgröße, die das Geschehen greifbarer macht.
Beim Rückzug im Jahr 1945 wurde ein Großteil der Anlage von deutschen Truppen gesprengt. Trotzdem stehen heute noch viele der massiven Bunker – teilweise offen, teilweise begehbar. Diese gewaltigen Betonreste wirken fast surreal zwischen den Bäumen.
Was uns besonders überrascht: Trotz der schweren Geschichte ist die Anlage heute sehr gepflegt und ruhig. Die Wege sind gut angelegt, und der Rundgang führt entspannt durch das Gelände. Es ist ein Ort voller Kontraste – idyllische Natur und gleichzeitig ein Platz, der zum Nachdenken zwingt.
Unser Fazit: Die Wolfsschanze ist definitiv einen Besuch wert. Nicht nur wegen der Geschichte, sondern auch wegen der besonderen Atmosphäre. Ein Ort, der nachwirkt.Read more

Traveler
Bei dieser Szene muß man jedesmal denken: "Tausendjähriges Reich - und dann müssen ein paar Stecken alles stützen....."

TravelerDa hat sich die letzten Jahre aber erkennbar einiges getan, wird auch deutlich seriöser präsentiert. Und mit den Panzern und Wehrmachtskübeln dürfte es auch keine Vergnügungsfahrten mehr geben?

Yvi on tourWir haben nichts von Vergnügungsfahrten mit Panzern gesehen. Es ist wirklich toll gemacht. Sogar der Audioguide hat realisiert, wenn man vor einem neuem neuen Bunker stand.

TravelerDer frühere Betreiber hat gewechselt, auch weil es wohl viel Unmut über den Umgang mit diesem heiklen Ort gab. Wir haben das noch anders erlebt. Sieht nun deutlich angemessener aus, sehr gut.
Mikołajki - Weiterreise
April 20 in Poland ⋅ ☀️ 11 °C
Den eigentlich für gestern geplanten Besuch im nahegelegenen, eher touristischen Ort Mikołajki holen wir heute nach. Kein Fehler – denn schnell wird klar, warum dieser Ort zu den bekanntesten und beliebtesten Reisezielen der Masurischen Seenplatte gehört.
Direkt am Wasser gelegen, empfängt uns Mikołajki mit einer entspannten Urlaubsatmosphäre.
Für Wassersportfans ist der Ort ein echtes Paradies:
• Segeln, Kajak oder Motorboot – hier ist alles möglich
• Zahlreiche Bootsverleihe und Marinas
• Perfekter Ausgangspunkt für Touren durch die Masurischen Seen
In der Saison ist Mikołajki außerdem bekannt für seine vielen Restaurants. Besonders beliebt: frisch zubereiteter Fisch wie Zander oder Hecht – direkt aus den umliegenden Gewässern.
Nach einer kleinen Erkundungstour und einem entspannten Spaziergang am Wasser geht es für uns weiter zu unserem eigentlichen Ziel: der Wolfsschanze in Gierłoż.
Doch die Weiterfahrt entwickelt sich schnell zu einem kleinen Abenteuer.
Zuerst werden wir von einer Umleitung gestoppt – also heißt es: umdrehen und ein gutes Stück zurückfahren. Nicht ideal, aber noch zu verkraften.
Wenig später folgt die nächste Geduldsprobe:
Wir hängen fast 30 Minuten hinter einem Straßenbau-Gespann fest. Überholen? Für unsere Fahrzeugbreite schlicht unmöglich. Also heißt es: langsam hinterherrollen und hoffen, dass es irgendwann weitergeht.
Und während wir so dahin „dümpeln“, stellt sich unweigerlich die Frage:
👉 Schaffen wir es heute noch zur Wolfsschanze – und bleibt dann überhaupt genug Zeit für die Besichtigung?Read more
Es kommt manchmals anders als man denkt!
April 19 in Poland ⋅ ☁️ 14 °C
Der Tag beginnt heute ganz anders als erwartet. Statt des angekündigten Sonnenscheins zeigt sich der Himmel in eintönigem Grau, und es sieht nicht danach aus, als würde sich das bald ändern. Unsere geplante Fahrradtour in die nähere Umgebung fällt damit sprichwörtlich ins Wasser.
Nach dem Mittag fassen wir dennoch den Entschluss, wenigstens einen Spaziergang zu unternehmen. Doch kaum ist die Entscheidung getroffen, setzt Regen ein – also wird auch daraus nichts.
So ziehen wir uns in unser Wohnmobil zurück, machen es uns gemütlich, planen die nächsten Etappen unserer Reise und kümmern uns um ein paar liegengebliebene Haushaltsarbeiten.
Dabei kommt uns eine interessante Frage in den Sinn: Warum gehen in Polen eigentlich so viele Kirchturmuhren ein paar Minuten vor?
Diese oft erwähnte „3-Minuten-Vorlaufzeit“ ist kein offizielles Gesetz, sondern vielmehr eine Mischung aus Tradition und praktischer Überlegung. Früher – und mancherorts auch heute noch – wurden Kirchenuhren bewusst etwas vorgestellt, damit die Menschen rechtzeitig zum Gottesdienst erscheinen und sich nicht verspäten, wenn sie sich an der Turmuhr orientieren.
Bis heute hat sich diese Gewohnheit in einigen Orten gehalten. Allerdings ist sie keineswegs einheitlich: Manche Uhren gehen ein paar Minuten vor, andere zeigen die genaue Zeit an. Häufig sind es zwei bis fünf Minuten – und oft eben die sprichwörtlichen drei.Read more

TravelerDa habt Ihr das gleiche Wetter wie wir, Unterschied ist wir haben Regenzeit⛈️

TravelerWir sind auch mal wieder unterwegs, an der Nordsee windet es ordentlich und der Himmel hier ist grau. Drücken wir uns die Daumen, dass Frau Sonne bald wieder vom Himmel lacht☺️ es sind sehr schöne Bilder, die ihr auf eurer Reise macht. Ich freue mich schon auf euer nächstes Video 🥰

Yvi on tourGeniesst eure Tage in der alten Heimat und hoffentlich scheint für euch heute auch wieder die Sonne. Wir haben Glück und sie zeigt sich! Danke fürs Kompliment und ein neues Video ist online ☺️!

TravelerIhr werdet es nicht glauben, aber wir sitzen gerade am Strand und erwarten den Sonnenuntergang. Der Himmel ist blau, aber der Wind weht heftig . Trotzdem genießen wir die fische Luft. Wenn ihr wollt, ich lade nachher wieder ein paar Fotos hier hoch ☺️ deier Video schaue ich mir nachher an, wenn wir wieder in unserem California zurück sind ☺️ 😘😘😘








































































































































































































































































































































































































































































































































































TravelerSehr eindrucksvoll und mit der friedlichen Wende in Deutschland vergleichbar.
Yvi on tourInteressant zu lesen war: Eine Woche nach der Unabhängigkeitserklärung im August 1991 hatten 28 Staaten der Welt die Unabhängigkeit Estlands anerkannt. Doch leicht war der neue Anfang nicht. Es gab keine Währung, Armee, diplomatische Vertretungen, Banken, Eisenbahnen und keinen Grenzschutz.