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  • Day16

    Gegenwind

    June 6 in Spain ⋅ 🌧 8 °C

    Heute war es wetterbedingt ein unangenehmer Tag zum Laufen. Anfangs war es noch recht schön, wenn auch sehr kalt. Die digitale Temperaturanzeige einer Apotheke meinte es wären mal gerade um die 8 Grad Celsius! Nach kurzer Zeit packte ich aus meinem Rucksack die Jacke aus, denn es blies auch beständig ein leichter Wind.

    Anfangs würde ich noch etwas abgelenkt, u.a. durch die zahlreichen Storchennester am Wegesrand. An der halben Kirchenruine blieb ich ziemlich lange stehen: Vier Storchennester auf so engem Raum und überall waren Storchenkinder zu sehen! Leider hab ich sie nie gleichzeitig auf ein Foto bekommen, aber das war unglaublich faszinierend.

    Was ich gar nicht verstehen konnte, ist, dass außer mir fast niemand stehen geblieben ist und dich das zumindest mal kurz sich angeschaut hat. Fast alle sind – oft noch mit dem Blick fest auf den Boden geheftet – einfach durchgelaufen.

    Aber vielleicht hatten sie auch die Wettervorhersage am Abend zuvor angeschaut, denn mit jeder Stunde unterwegs wurde es immer stürmischer, der Himmel zog sich immer mehr zu, sodass ich einen Ort früher als geplant schon gegen 12 Uhr nach einer Unterkunft suchte. Der ständige Gegenwind machte es einerseits mühsam zu laufen, zum andern war ich irgendwann mal echt ordentlich durchgefroren, was mir normalerweise nicht so schnell passiert. Wenn es morgen nicht besser wird, zieh ich meine beiden Hosen übereinander an.

    Ich war jedenfalls wohl nicht die Einzige, die auf die Idee mit der frühzeitigen Suche nach einer Unterkunft, denn ich ergattert das letzte Bett in einem Doppelzimmer im Hostel – gegen später sollte da noch eine weitere Frau dazu kommen, die schon reserviert hatte, die ist aber bis jetzt nicht angekommen, also hab ich heute ein sehr günstiges Einzelzimmer 😉. Ein Pilger, der vielleicht zwei Minuten nach mir ankam, musste sich weiter auf die Suche machen.

    Nachmittags konnte man dann allerdings nicht viel tun, denn da fing es dann auch hoch an zu regnen, so gab es viele interessante Unterhaltungen in der kleinen Küche in der es durch die vielen Pilger auch recht schnell warm würde.

    Und jetzt gerade, als ich aus dem Fenster schaue, entdecke ich einen wunderschönen Regenbogen, dann kann es morgen ja nur schöner werden.
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