• Aus der Sicht des Aquarius

    I går, Italien ⋅ ☁️ 23 °C

    Robert Harris hat den Untergang Pompejis in einen historischen Thriller verwandelt und erzählt die Geschichte aus Sicht von Attilius, dem „Aquarius“, also dem für die Wasserversorgung Pompejis Zuständigen. Und über das Wassersystem, die Aqua Augusta, kündigt sich das Unheil an, denn die Leitungen werden bereits vor dem Ausbruch durch kleinere Eruptionen beschädigt; so mischt sich beispielsweise schon früh Schwefel in das Wasser, so dass die Zierfische eines reichen Römers verenden. Die Problemlösung, den für die Fische zuständigen Sklaven zu töten, trifft den Kern des Problems nicht wirklich, findet man heute aber im Wirtschaftsleben oder politischen Leben in ähnlicher Form. Später dann heißt es bei Harris: “Was im gleichen Verhältnis wie die Bewegungen der Erde zunahm, als wären Mensch und Natur durch ein unsichtbares Glied miteinander verbunden, waren Berichte über Unruhen in der Stadt: Schlägereien an den öffentlichen Brunnen, wo die erste Stunde der Wasserfreigabe geendet hatte, ohne dass es jedem gelungen war, seinen Krug zu füllen; ein Aufruhr vor den öffentlichen Bädern, als sie nicht wie üblich in der siebenten Stunde geöffnet wurden; eine Frau, die wegen zwei Amphoren Wasser - Wasser! - von einem Betrunkenen vor dem Augustus-Tempel erstochen worden war …”. +++ Wir tauchen heute in die Geschichte Pompejis nochmals ein, schauen uns das Forum an, den Wasserspeicher (Titelbild), das Haus des Chirurgen, viele Mittagsküchen („Thermopolium“) und aufwendig verzierte Räume in Villen reicher Verwaltungsbeamter. Dabei sind wir in der ersten Stunde weitgehend allein. Dann füllt es sich zusehends, und wir beenden den Besuch der riesigen Anlage. +++ Erwähnenswert ist noch das Gespräch mit unseren englischen Stellplatznachbarn heute morgen. Sie erzählen, sie würden nun zu einer Hochzeit der Kinder von Freunden fahren, weiter in den Süden, irgendwo hübsch an der Küste. Als ich frage, ob es sich um eine britisch-italienische Verbindung handelt, kommt die Antwort schnell und trocken: “No, they are only rich!”Læs mere