• Bert Hentschel
  • Rike Hentschel
Şimdiki
  • Bert Hentschel
  • Rike Hentschel

Süditalien mit Kowalski

Bert & Rike tarafından 46 günlük bir macera Okumaya devam et
  • Şu anda
    🇮🇹 Rocca San Giovanni, Italien

    Küste der Trabachi

    Dün, İtalya ⋅ ☀️ 28 °C

    Ein Trabacco ist eine historische Fischfangkonstruktion. Die Holzgestelle sehen archaisch aus, man würde sich nicht wundern, wenn Kevin Costner mit seinem selbstgebastelten Katamaran aus Waterworld dort anlegte, weil er vom Bösewicht Dennis Hopper, dem Anführer der Smoker, in einen Hinterhalt gelockt wurde. Erfunden wurden sie im 15. Jahrhundert, sind aber heute nicht mehr im Originaleinsatz, sondern beherbergen mittlerweile sehr teure Fischrestaurants. Man kann bequem an ihnen auf der “Via Verde” vorbei radeln, einem reinen Radweg, der auf einer 2005 stillgelegten Bahnstrecke verläuft und etwa 40 km lang ist. Besondere Vorkommnisse heute? Keine. Mit einer Ausnahme: Unsere Kühlbox hat nun endgültig den Geist aufgegeben. Das ist lästig.Okumaya devam et

  • Per sempre

    26 Mayıs, İtalya ⋅ ☀️ 24 °C

    Wer diesen Liebesweg Hand in Hand beschreitet, wird für immer (!!!) zusammenbleiben. Da hat sich das Tourismusbüro von Vieste also etwas einfallen lassen. Leider können wir die scalinata dell’ amore nur teilweise beschreiten, denn heute wird gemalert. Die Herzchen wollen aufgefrischt werden. Sicherheitshalber gibt es unten an der Treppe medizinische Hilfe, vermutlich vor allem dann, wenn die Herzchen zu stark galoppieren. Allerdings ist Frau Dr. Rosa nur eingeschränkt verfügbar, scheinbar nur Halbtagskraft. +++ So oder so: Wir bummeln mit großem Vergnügen durch das der Liebe zugetane Hafenstädtchen und enden, wie so oft, im Dom und inmitten einer (von vielen) französischen Reisegruppe. Einer ihrer Mitreisenden ist etwas blasphemisch drauf (“Appelle-moi Dieu”) und vermutlich nur Teilnehmer dieser Pauschalreise, weil seine Frau ihn dazu gezwungen hat. Ich interpretiere sein T-Shirt als offenen Protest. +++ Campingplatzwechsel! Obwohl nur wenige Minuten von unserem zuletzt gefeierten Agriturismo entfernt, ziehen wir um, nämlich ans Meer. Das ist leider ein unvermeidlicher Nachteil der Landwirtschaf: Sie hat keinen Strand, kein türkisfarbenes Wasser und auch keine Kajaks, mit denen man herumpaddeln und Grotten erkunden kann. Wie immer gilt: Man kann nicht alles haben.Okumaya devam et

  • Chanel

    25 Mayıs, İtalya ⋅ ☀️ 26 °C

    … ist ein kleines, etwas verhuschtes Tier, vielleicht ein Rehpinscher, vermutlich aber irgendeine Promandenmischung. Die Kleine mit dem großen Namen passt perfekt in die bunte Szenerie des Agriturismo Passione Naturale, betrieben von Marianna und ihrem Mann John. Er war Koch in Luxemburg, bevor sie in 2017 den 50 Jahre brachliegenden Olivenhain kauften und mit viel Leidenschaft und noch mehr Arbeit einen besonderen Ort daraus machten. Vielleicht ist die Mischung aus Campingplatz, Olivenbäumen, Restaurant, Ponyhof, Westernstadt und Minigolfbahn (!!!!) kein grandioser Businesscase, aber die beiden sind drollig, haben immer etwas zu tun und irgendwie auch eine Idee. Oder sogar ganz viele. Möglicherweise auch zu viele. Gleichwie: Es sind zwei tolle Tage hier. Zumal wir tagsüber am Spaggia Vignanotica einen sehr schönen Badetag verbringen. Die Anfahrt ist etwas abenteuerlich, denn außer Kowalski hat auf der Stichstraße zur Bucht eigentlich kein zweites Fahrzeug mehr Platz. Aber am Ende quetschen wir uns durch alles durch, finden auch noch einen Parkplatz und mieten zwei Liegen und einen Sonnenschirm für 15 Euro (nach Verhandlung), was sich als sehr gute Investition erweist.Okumaya devam et

  • Nicht ohne meine Sonnenbrille

    24 Mayıs, İtalya ⋅ ☀️ 22 °C

    Pfingstsonntag. Es bietet sich an, nach Monte Sant’ Angelo zu fahren, einem bedeutenden Wallfahrtsort auf der Halbinsel Gargagno. Die dortige Felsenkirche (Unesco Weltkulturerebe) ist voller Menschen, in einer Art Dauergottesdienst mit regem Kommen und Gehen der Touristen und Gläubigen sowie einiger gestylter italienischer Kommunionsgesellschaften. Einige Kilometer weiter ist der Trubel bereits wieder vorbei. Das mittelalterliche Kloster Abbazia di Santa Maria di Pulsano liegt trutzig und mit schönem Blick auf die Adria mitten in der mediterranen Macchia. +++ Monte Sant’ Angelo bietet die Gelegenheit, en passant italienische Gesichter und Outfits einzufangen. Und ja, es ist Sonntag und Pfingsten, aber auch sonst: Es gibt hier viele schöne Menschen, die Wert auf ihr Äußeres legen. Und das ist hier anders als auf der gockelhaften Düsseldorfer Kö, denn es gehört wie selbstverständlich dazu und ist einfach eine kulturell-ästhetische Errungenschaft, die in Deutschland weitgehend verloren gegangen ist. Dass zum Modespiel in Italien die (schwarze!) Sonnenbrille dazu gehört, naja, Ihr seht es auf den Bildern selbst. +++ Anschließend geht es weiter zu unserem Übernachtungsort, dem Agriturismo Passione Nature. Es ist zwar in der Nähe von Vieste, liegt aber dennoch in der Mitte von Nichts. Um uns herum nur Olivenbäume, eine österreichische Familie mit Bulli und Geländemaschine, drei Menschen aus Kalifornien (davon zwei im Rasterlook) sowie die beiden Inhaber, ein Franzose (John) und eine Italienerin (Marianna). Marianna hatte uns gestern per WhatsApp ein Abendessen versprochen, konnte es dann aber doch nicht anbieten, weil sie sich mit der Produktion von Maulbeermarmelade etwas verzettelt hatte. Ich berichte morgen weiter, denn das Fleckchen hier ist auf eine positive Weise so bizarr, dass es einen ausführlicher Report verdient. Cliffhanger sozusagen.Okumaya devam et

  • Nicht das Bett mit dem Handtuch füllen

    23 Mayıs, İtalya ⋅ 🌬 22 °C

    “Sie können nicht das Bett mit dem Handtuch füllen.” Sprachlich ganz wunderbar, ist dies nur eines von vielen Verbotsschildern. Trotzdem bleiben wir noch einen Tag auf dem Campingplatz “Villagio del Dune” in der Nähe von Torre Canne. Er ist modernisiert, verströmt aber dennoch diesen unverwechselbaren Charme der 70er Jahre, als Deutschland mutig mit untermotorisierten Fahrzeugen über die Alpen gen Süden zog. Verklärte Kindheitserinnerungen kommen hoch. Das Ganze wird untermalt durch eine Schautafel mit Bildern aus dem Gründungsjahr 1973, inklusive des stolzen Gründers. +++ Darüber hinaus tut uns der Pausetag gut, die Menge an Bildereindrücken der letzten Tage ist übergroß. Schwimmen ist allerdings weiterhin schwierig, immer noch rote Flagge, super für die Kiter, schlecht für Badewillige. Ich gehe in den Pool, was Rike als “Verrat am Meer” geißelt. Laufen wäre mir jedoch nicht möglich gewesen, da mir heute im Supermarkt eine Dose Lemon Soda auf den Zeh gefallen ist, der nun anschwillt. Everything that can wrong, will go wrong. +++ Somit genug Zeit, das (neben “Pompeji”) zweite von Robert Harris mitgenommene Buch fertig zu lesen: “Imperium”. Es schildert Ciceros politisches Wirken aus Sicht seines Protokollsklaven Tiro. Cicero war einer der wenigen nichtaristoktischen Politiker in der römischen Republik, ein Emporkömmling bzw. homo novus, der es nur durch seinen messerscharfen Verstand und seine brilliante Rhetorik in das höchste Amt des Konsuls schaffte. Geschrieben wie ein Politthriller, lassen sich zahlreiche Prinzipien des heutigen Politikgeschehens mühelos und 1:1 in dem historischen Roman wiederfinden. Ein großer Lesegenuss. Und natürlich voll von Ciceros Lebensweisheiten, etwa den vier anzustrebenden Grundtugenden,
    Weisheit und Erkenntnis (sapientia),
    Gerechtigkeit und Gemeinschaftssinn (iustitia), Tapferkeit und Seelengröße (magnitudo animi) sowie Mäßigung und Anstand (temperantia). Aber es geht bei Cicero auch leichter. Ein ihm zugeschriebenes, Zitat ist: “Wenn Du Dankbarkeit willst, dann kauf dir einen Hund.”
    Okumaya devam et

  • Läuft heute nicht

    22 Mayıs, İtalya ⋅ 🌬 20 °C

    Es ist wie verhext. Heute geht alles schief. Zunächst fällt die Kühlbox aus, der Kompressor springt kurz an, schaltet wieder ab und so weiter. Das ist gar nicht gut für unsere Vorräte. Beschluss: Auf nach Brindisi in eine Spezialwerkstatt für Campervans. Dort angekommen, erklärt man uns, dass man sich frühestens am Montag unserem Anliegen widmen könne. Unsere Kühlbox hört das, hat einen Einsehen und springt von selbst wieder an. Aber wird sie durchhalten? +++ Wir steuern anschließend einen herrlichen Privatstrand an. Doch abgesehen von zwei Drinks kommen wir auch hier nicht zum Ziel: Wind zu stark, Wellen zu hoch, Lifeguard erst ab morgen da, dann auch erst offizielle Eröffnung. Kleine Randnotiz: Italien verfügt über 30.000 Bezahlstrände mit 300.000 Mitarbeitern. Alle Strände sind in italienischer Hand. Und damit das so bleibt und die EU nicht ausländische Investoren erlaubt, hat Frau Meloni die Küstenlinie verlängert, von einstmals 8.000 km auf nun 11.000 km. Gute Story, hier zum Nachlesen: https://www.suedtirolnews.it/italien/italiens-k…. +++ Weiter geht es nach Locorotondo, einer kreisrund angelegten Stadt. Dort haben wir auch einen Stellplatz gebucht, aber als wir dort ankommen, erklärt uns Antonia, ihr wär ein keiner Fehler unterlaufen, und so seien die 10 Plätze schon vergeben. +++ Na gut, dann wenigstens zum Weingut “Tenuta Santoro”, das sieht auf Agricamper ganz hervorragend aus. Aber Ihr ahnt es: Marco lehnt unser Kommen telefonisch ab (“fully booked”), um dann um 18.00 per WhatsApp mitzuteilen, dass er sich geirrt hätte und wir doch kommen könnten. Da stehen wir aber schon auf einem Allerweltscampingplatz in der Nähe von Torre Canne. Dazu das passende Zitat aus Rikes aktueller Lektüre: “Missgeschicke sind wie Schafe, sie kommen reihenweise.”Okumaya devam et

  • Endlich im Meer

    21 Mayıs, İtalya ⋅ 🌬 23 °C

    Was für ein Anfängerfehler. Zwar war der Campingplatz “La Masseria” in Gallipoli wirklich schön, aber man darf natürlich niemals einen Stellplatz neben einem Knaus-Wohnmobil mit der Aufschrift “5 Sterne inklusive” wählen. Schon gar nicht, wenn in der Windschutzscheibe - nach guter Fernfahrerart - Blechschilder mit den Vornamen der Insassen prangen und davor Klappliegen mit Sonnenschutz stehen. Walter aus Tettnang will mir jedenfalls sein gesamtes Wissen mitteilen, das leider gar keine Überschneidung zu meinen Interessen hat. Rike meint, ich hätte das Gespräch geradezu aggresiv beendet, ich selbst würde es als Notwehr einstufen. +++ Wir flüchten ans Ende der Welt, nach Santa Maria de Leuca. Dort vermischen sich Adria und Ionisches Meer und Pilger starten gen Rom. +++ Unsere eigene kleine Wanderung folgt dem Sentiero Ciolo und führt uns an der gleichnamigen Brücke und Bucht vorbei, die wir am Ende der Runde noch einmal ansteuern, um (endlich!) erstmals im Meer zu baden. Eine kleine internationale Community Unerschrockener hat sich dort eingefunden, das Farbspiel ist wunderbar, das Wasser auch, wenngleich nach meinem Geschmack noch etwas frisch. Alexandra aus Köln programmiert irgendetwas Wichtiges in der Medizintechnik, leiht sich meine Badeschuhe aus und erzählt von ihrer bevorstehenden Weltreise. +++ Wir folgen anschließend dem Tipp von Tina und Serge und fahren eine wenige Kilometer weiter nach Marina Serra, wo wir in einem kleinen Agritursmo-Betrieb einen zauberhaften Stellplatz finden. Auch einige Pilger sind hier untergekommen, mit denen wir jetzt gleich an einem langen Tisch sitzen werden. So hat es Adelaide jedenfalls angekündigt, bevor sie in der Küche verschwand.Okumaya devam et

  • Gallipoli, die “schöne Stadt”

    20 Mayıs, İtalya ⋅ ☀️ 22 °C

    “Was hast Du so gemacht?” Diese Frage stellt FindPenguins immer an den Anfang des Textfelds eines jeden Footprints. Antwort heute: Nicht viel. Eine kleine Besichtigung von Gallipoli, der “schönen Stadt”, bietet sich an, dorthin sind es nur wenige Kilometer. Die Bildeindrücke sprechen für sich, vor allem die Palazzi in unterschiedlichsten Erhaltungsgraden und mit schönen Innenhöfen prägen das Bild. Eine halbe Stunde Yoga (Rike), eine halbe Stunde Laufen (Bert), und zack: der Tag ist schon fast um. Gleich ziehen wir los, um den hoffentlich fangfrischen Fisch zu probieren.Okumaya devam et

  • Radltour nach Nardo

    19 Mayıs, İtalya ⋅ ☁️ 22 °C

    Wir sind mittlerweile in Gallipoli, Campingplatz “Masseria”. Vormittags Regen, windig ist es obendrein. Was soll das, Italien? Wir radeln los, dann wieder zurück, um den Schauer abzuwarten. Dann noch einmal los, Richtung Nardo und dort ins barocke Stadtzentrum, einem guter Fleck, um Pause zu machen und Spumone auszuprobieren (verschiedene Schichten Eis, etwas Biscuit, Krokant … sehr gute Alternative zu Tiramisu). Neben uns zwei Saarländer, sie bei der Post und mit italienischen Wurzeln auf der Salento Halbinsel. Irgendwie scheinen viele, mit denen wir uns unterhalten, eine besondere Verbindung zu Italien zu haben. Ansonsten weiterhin erstaunlich wenig los hier überall. Wo sind die Leute, die hier leben? Und wo sind die Touristen? Das Land hätte Platz für mehr Menschen …Okumaya devam et

  • Steuersparmodell Trulli

    18 Mayıs, İtalya ⋅ ☁️ 19 °C

    Die Legende sagt, dass im Königreich Neapel im 17. Jahrhundert Steuern nur auf fertige, feste Gebäude zu errichten waren. Die mörtellosen kleinen Rundhäuschen (“Trulli”) in Alberobello mit den zipfelmützigen Dächern galten insofern nur als temporäre Steinhaufen und waren mithin steuerbefreit. Ich würde sagen: eine gut vermarktbare Geschichte, die heute zu ordentlich Tourismus führt und hübsch anzusehen ist. Jede Ecke bietet sich als Instagram-Fotospot an. Wir spielen das Spiel ein bisschen mit. +++ Kulinarisch erweitern wir unsere Grenzen. Die Suppe aus Bohnen und Chiroree mit viel Olivenöl ist eine echte Entdeckung. Außerdem ist hier nicht nur die die Heimat des Büffel-Mozzarella, sondern es gibt auch birnenförmigen Caciocavallo. Er ist etwas gummiartig im Biss, aber durchaus lecker, und man kann ihn in Scheiben geschnitten anbraten. Lange Rede, kurzer Sinn: Der Wohnmobilreisende kriecht in Süditalien nicht hungrig in die Koje.Okumaya devam et

  • Matera: No time to die

    17 Mayıs, İtalya ⋅ ☁️ 18 °C

    Eine großartige Kulisse für den o.g. James Bond (https://youtu.be/9iIO3qG1E_0?si=TyLjx4UHu4bD0G-7). Aber auch sonst wirklich sehenswert. Die bis in die 50er Jahre bewohnten Felsenwohnungen sind weniger interessant, aber die gewachsene Gesamtkomposition “Matera” ist atemberaubend. Und sowohl die motorradfahrenden Italiener wie auch posierenden Inder präsentieren sich sehr “stylish”. Nur die Deutschen fallen mit ihren Touringsandalen etwas ab. +++ Im Anschluss wollen wir in einem Agriturismo lecker essen und nett stehen. Wir finden nach einigen Kilometern „single trail“ die gesuchte “Masseria”, aber dort bewirtet man eine Feiergesellschaft, und abends wäre sonntags geschlossen. Hungrig und einsam ist keine verlockende Option, so dass wir in die Nähe von Alborello fahren und uns auf einem ziemlich fiesen Campingplatz wiederfinden. Die Engländer neben uns fühlen sich bei windigen und kühlen Bedingungen naturgemäß wohl, aber ich bin der Auffasung, 8 Grad nachts gehört sich nicht für Süditalien. Auch die abendliche Pizza bei Neonlicht im Restaurant des Campingplatzes ist kein Höhepunkt. Camping gelingt nicht immer.Okumaya devam et

  • Domenico erklärt uns die Geisterstadt

    16 Mayıs, İtalya ⋅ 🌬 18 °C

    Um einen normannischen Turm herum wächst im Mittelalter eine Stadt heran, die schließlich in den 60er durch Erdrutsche und später zusätzlich durch ein Erdbeben zerstört wird: Craco. Die Bewohner werden umgesiedelt, und so entsteht ein Lost Place, eine Geisterstadt, die uns Domenico zunächst etwas schüchtern, im Laufe der Zeit aber immer leidenschaftlicher in einer englisch-italienischen Sprachmischung erklärt. Der junge Italiener hat Archäologie studiert, ist überzeugter Europäer und weiß viel über die Vermischung von Völkern. Mir war jedenfalls bis dato nicht klar, dass einige Germanen im ausgehenden römischen Reich als Generäle auf Seiten der Römer kämpften. Die Unschärfe der Welt. +++ Am Ausgang der Geisterstadt steht eine Imbißbude, vor der einige Italiener auf Plastikstühlen sitzen. Wir bestellen zwei Cappuccini, was zu allgemeiner Erheiterung führt, und bekommen statt dessen zwei minikleine, sehr starke “Cafe” in Pappbechern und zwei süße Kekse in die Hand gedrückt. Sehr schade, dass wir dem Gespräch nicht folgen können, aber es fühlt sich gut an, kurz Gast in dieser süditalienischen Runde sein zu dürfen. +++ Abends beschließen Matteo und Nevio eneut, sich probehalber uns anzuschließen, bis sie von ihren Schweizer Eltern wieder eingefangen werden. +++ Morgens besichtigen wir weitere alte Steine, diesmal griechischen Ursprungs, die unmittelbar neben unserem Campingplatz herumliegen. Wenn man Landstriche über einen längeren Zeitraum betrachtet, herrscht im Grunde überall auf der Welt ein ständiges Kommen und Gehen der Kulturen. Wie lassen sich Ländergrenzen vor diesem Hintergrund eigentlich begründen?Okumaya devam et

  • Egalewo

    15 Mayıs, İtalya ⋅ ☀️ 20 °C

    Es ist nur eine kurze Fahretappe bis zum Camping Village Internationale am Lido di Metaponto. Der Besitzer mag es bunt und spricht deutsch: “Sosta Camper links, Parken egalewo”. Das ist durchaus wohltuend, denn gestern auf dem Agriturismo kamen wir mit keiner von uns angebotenen Sprachen weiter, und unser Duolingo-Italienisch ist und bleibt dürftig. +++ Rikes erneuter Badeversuch heute scheitert am aufgewühlten Meer und dem böigen Wind. Außerdem habe ich Magenbeschwerden. Da hilft nur die konsequente weitere Zufuhr von Limoncello, heute als Spritz. Die zwei Schweizer Nachbarskinder Mateo und Nevio (etwa 3 und 4 Jahre, ohne Bild, zusammen mit ihren Eltern im unbezahlten 3-Monats-Urlaub) laufen zu uns über. Zugegeben: Wir locken sie auch mit Tarallini und Oliven, die der kleine komplett auffuttert.Okumaya devam et

  • Agriturismo

    14 Mayıs, İtalya ⋅ ☀️ 16 °C

    Es ist regnerisch. Das ursprünglich als südlichster Punkt unserer Reise gedachte Tropea wird gestrichen und kurzerhand gegen das Agriturismo La Vallata in Cherchiara di Calabria eingetauscht. Letzteres liegt schön, wenngleich etwas einsam, und besticht vor allem durch seine Küche. Karin und Marco aus Herborn sind, neben zwei Italienern, zusammen mit uns die einzigen Gäste, und es wird ein fröhlicher Abend. Auf ihr Anraten nehmen wir die übliche Abfolge Antipasti, Primi, Secondi für eine Person und können uns anschließend nur unter Zuhilfenmahme zweier Limoncelli die 50 Meter vom Gastraum zu Kowalski schleppen. Das Bild zeigt nur einen Teil der Vorspeisen, mit einigen typischen kleinen Gerichten, Mangold, Bohnen, Peperoncini … alles wirklich köstlich und authentisch. Inklusive des Umstands, dass unsere Bedienung ihre drei Kinder mitgebracht hat, die am Nebentisch aufgeregt fernsehen . +++ Die Querfahrt vom thyrrenischen zum ionischen Meer führt uns zuvor durch den Sila-Nationalpark und dort zu den “I Giganti della Sila”, sehr alten, dicken und hochgewachsenen Schwarzkiefern, die auf schön angelegtem Pfad besichtigt werden können und für die der Regen freundlicherweise eine kurze Pause macht. Kalt ist es trotzdem, zwischen 8 und 10 Grad, denn der Nationalpark liegt so etwa auf 1.200 bis 1.500 Höhenmetern. Gut, dass es im Anschluss wieder nach unten an die viel wärmere Küste geht.Okumaya devam et

  • Die Würde des einfachen Lebens

    13 Mayıs, İtalya ⋅ 🌧 16 °C

    Die Würde des einfachen Lebens … unter diese Überschrift könnte man unseren heutigen Tag stellen. Wir schauen uns zunächst in Diamante die “Murales” an, von denen uns das Bild von Baruch Kadmon (das Titelbild) am meisten beeindruckt. Es lohnt, dazu die Texttafel zu lesen (Bild 3). Auch andere Wandmalereien gefallen uns, z.B. Foto 6: Nur die auf den Werken der großen Philosophen stehende Figur sieht die Friedenstaube. +++ Weiter geht es nach Paola. Die dortige Wallfahrtskirche ist Franziskus von Paola gewidmet, einem vor 500 Jahren heilig gesprochenen Einsiedler, der sich extremer Askese verschrieb. Sein Orden trägt den Namen “Minimi”, also “die Geringsten”. Eine der Ordensregeln schreibt den Verzicht auf Fleisch, Fett, Milch usw. vor, er ist mithin so etwas wie der Erfinder der veganen Ernährung (@Christoph: big hugs!). +++ Recht einfach fällt auch unser Stellplatz In Torremezzo aus, den wir uns nur mit einer Polin, ihrem Hund und zwei Belgiern teilen. Der Lido selbst ist zehn Minuten entfernt, ganz schön, aber komplett menschenleer (wie auch sämtliche dem Meer zugewandten Wohnungen, die offenbar reine Sommerdomizile sind). Wir brauchen bei all dieser Tristesse Gesellschaft, die wir in einer plastikbestuhlten und ausschließlich von italienischen Bauarbeitern besuchten Bar finden. 2 Bier für 3 Euro, auch hier einfaches Leben. +++ Kleiner Nachsatz: Vormittags kommt uns in einer langen Kolonne und unter Polizeibegleitung unvermutet der Tross des “Giro d’Italia” entgegen. Es scheint ein Pause- und Transfertag zu sein, morgen geht es ab Paestum weiter nach Neapel. Irgendwie schade, das Spektakel hätten wir uns gerne angesehen, aber wo uns schon der Papst unverhofft vor die Füße läuft, wäre es vielleicht vermessen zu erwarten, dass wir jeden Tag zufällig in ein Großereignis geraten.Okumaya devam et

  • Bienvenuto al Sud

    12 Mayıs, İtalya ⋅ 🌙 17 °C

    Wir haben uns gestern Abend per Amazon Prime vorbildlich auf den heutigen Tag vorbereitet und “Willkommen im Süden (Bienvenuto al Sud)” angesehen. Das ist die italienische Variante der “Sch´tis”, quasi ein 1:1 Remake aus der Kategorie “Fish-out-of-Water”, nur dass der italienische Postbote vom Norden in den Süden versetzt wird. Die Kopie ist nicht so gut wie das französische Original, stimmt uns aber auf unseren ersten Zielort ein: Castellabate. Denn hier wurde der Streifen produziert. Wir entdecken viele Drehorte wieder, vor allem den markanten zentralen Platz des verwinkelten Örtchens, das zugleich Unesco-Weltkulturerbe ist und offiziell als eines der schönsten Dörfchen Italiens gilt. +++ Weiter geht es nach Maratea. Dort kann Kowalski zeigen, dass auch ein Sprinter gerne Serpentinen fährt. Tatsächlich schlängelt sich die Straße kühn auf den 600 Meter hohen Monte San Biagio. Dort steht eine 1965 erbaute, 21 Meter hohe und wirklich beeindruckende Christusstatue, die überraschenderweise - neben uns - nur einige Asiaten in Mietwagen und 2 Italiener auf Ducatis anlockt. +++ Abends feiern wir auf einem schönen Stellplatz nahe Scalea unser privates Büffelmozzarella-Fest mit klischeehaft-kitschigem Sonnenuntergang. Davon kein Bild, da bekanntes Motiv, stattdessen schnulziger Muskilink: https://open.spotify.com/album/7p60bwKIJH0slNsG….Okumaya devam et

  • Verschnaufpause in Paestum

    11 Mayıs, İtalya ⋅ ☀️ 20 °C

    Wir haben wieder Landstrom. Dank Michele. Ihr erinnert Euch? Der Stecker war im Motorraum an eine heiße Stelle gekommen und geschmolzen. Michele, der Betreiber des Campeggio Oasi Verde, besorgt und montiert uns einen neuen. Hurra! Denn der Solarstrom auf dem Dach ist gut, aber sicherer ist es dennoch, wenn der Strom aus der Steckdose kommt. +++ Angesichts der ereignisreichen und vollen letzten Tage fahren wir nur eine kurze Strecke bis etwa Paestum. Es wird alles sichtbar ärmlich und vor allem dreckig. Immerhin finden wir einen ordentlichen Campingplatz als Zufluchtsort mit Stellplätzen direkt am Meer. Das Restaurant hat noch geschlossen, aber wir können uns über den mobilen Gemüsehändler versorgen. Highlight des Tages: Wir kosten vom Limoncello, den wir bei Michele erworben haben. So wird das allerdings nichts mit den Mitbringseln.Okumaya devam et

  • Pfad der Götter

    10 Mayıs, İtalya ⋅ ☀️ 19 °C

    Der kleine Scooter bringt uns in 30 Minuten nach Nocelle, einem kühn an den Felsen geklebten Miniörtchen oberhalb Positanos. Nach dem gestrigen Besichtigungstag wollen wir uns bewegen. Wir laufen eine Komoot-Variante des Sentiero degli Dei, also des Pfads der Götter (bei solchen Benamungen ist der Italiener nicht kleinlich). Der Hinweg zum Wendepunkt Bomerano ist steil und die 600 Hm wollen erkämpft werden, aber dort angekommen findet sich neben der Kirche ein hübsches Café und wir essen herrlich süße Teilchen, Sfogliatelle, auf die sich auch einige Amerikanerinnen mit dem Schlachtruf “donuts make me go nuts” stürzen. Danach kommt erst der Einstieg in den eigentlichen Götterpfad, der tatsächlich zauberhafte Blicke gewährt und wunderbar angelegt ist. Eine echte “10 von 10” Empfehlung. Zurück in Nocelle trinken wir bei Antonios früher mobiler, jetzt nicht mehr fahrtüchtiger “Lemon Experience” zwei frisch gepresst Säfte. Nachdem ich ihm noch ein kleines Trinkgeld in seine “for my holiday”-Büchse gesteckt habe, bastelt er eine Rose aus Orangenschalen, die er mir feierlich übergibt, damit ich sie Rike zum Muttertag überreichen kann. Die Italiener haben einen Sinn für die Liebe. +++ Zurück auf unserem “Agricampeggio Oasi Verde” unterhalten wir uns supernett mit Nicki und Thomas aus der Nähe von Augsburg. Sie sind mit einem Dachzelt auf einem Golf unterwegs, was hohes Organisationstalent beweist, waren zuvor mehrere Tage in Rom und strahlen pure Lebensfreude aus. Das gleiche gilt für ein Pärchen aus Plauen, mit denen Rike ins Gespräch kommt und mir berichtet, sie wären zuletzt in “Bombay” gewesen. Bei nochmaliger Überlegung kommen wir aber zum Schluß, dass die beiden Sachsen wohl doch eher zuvor “Pompeji” besucht haben.
    https://www.komoot.com/tour/2946832495?ref=itd&…
    Okumaya devam et

  • Mit Sissi an der Amalfiküste

    9 Mayıs, İtalya ⋅ ☀️ 21 °C

    In Ravello soll man laut Reiseführer in die Villa Rufolo (wegen Richard Wagner), aber schöner ist die Villa Cimbrone. Wir kommen mit zwei deutschen schöngeistigen und filmeliebenden Männern ins Gespräch, die uns erklären, dass genau dieser Ort die Filmkulisse für Sissy 3 und Romy Schneider ohnehin die schönste Frau der Welt war. Knapp nach Rike natürlich. Vergleiche Bild 2 und 3. +++ Dorthin sind wir in einer gut einstündigen Fahrt entlang der Küste über Positano und Amalfi gelangt, landes- und standesgemäß auf einem 8 PS-Rolller, der sich als einzig sinnvolles Verkehrsmittel auf dieser zauberhaften Küstenstraße erweist, die nur etwas eng geraten ist, was nicht gut (oder gerade gut?) mit dem italienischen Fahrtemperament zusammenpasst. Amalfi selbst ist vor allem voll, laut und chaotisch.Okumaya devam et

  • Papst, Zitronen und Elektrik

    8 Mayıs, İtalya ⋅ ☁️ 17 °C

    Da der Papst nun einmal in unmittelbarer Nähe ist, bleiben wir während des Vormittags noch in Pompeji, bestaunen das große und gut angezogene Polizeiaufgebot und winken dem Papst aufmunternd zu, damit er in seinem Disput mit Donald Trump nicht klein beigibt. Denn das kann man dem amerikanischen Präsidenten nun wirklich nicht durchgehen lassen, dass er sich als Messias inszeniert. +++ Weiter geht es in Richtung Amalfiküste. Wir finden in der Nähe von Sorrento den Agricampeggio Oasi Verdi. Dort quetschen wir Kowalski durch eine enge und steile Anfahrtsgasse und parken ihn inmitten vollbehangener Zitronenbäume. Und mit Zitronen geht es in Sorrento weiter, das wir abends per Rad erkunden. Die Merchandising-Gasse leuchtet gelb und hält alles bereit, was man sich rund um die Zitrone ausdenken kann. Schöne Tiefblicke auf das Meer und in Richtung Neapel und Vesuv heben unsere Stimmung weiter, die allerdings abends wieder sinkt, da wir feststellen, dass unser Stecker für den Landstrom im Motorraum an der falschen Stelle lag und nun verschmort ist. Wir müssen sehen, was das bedeutet; vielleicht ist sonst nichts kaputt und wir kommen mit dem Solarstrom aus, vielleicht haben wir uns aber durch die Unachtsamkeit ein größeres technisches Problem geschaffen. Mal sehen. Langweilig wird es nicht.Okumaya devam et

  • Aus der Sicht des Aquarius

    7 Mayıs, İtalya ⋅ ☁️ 23 °C

    Robert Harris hat den Untergang Pompejis in einen historischen Thriller verwandelt und erzählt die Geschichte aus Sicht von Attilius, dem „Aquarius“, also dem für die Wasserversorgung Pompejis Zuständigen. Und über das Wassersystem, die Aqua Augusta, kündigt sich das Unheil an, denn die Leitungen werden bereits vor dem Ausbruch durch kleinere Eruptionen beschädigt; so mischt sich beispielsweise schon früh Schwefel in das Wasser, so dass die Zierfische eines reichen Römers verenden. Die Problemlösung, den für die Fische zuständigen Sklaven zu töten, trifft den Kern des Problems nicht wirklich, findet man heute aber im Wirtschaftsleben oder politischen Leben in ähnlicher Form. Später dann heißt es bei Harris: “Was im gleichen Verhältnis wie die Bewegungen der Erde zunahm, als wären Mensch und Natur durch ein unsichtbares Glied miteinander verbunden, waren Berichte über Unruhen in der Stadt: Schlägereien an den öffentlichen Brunnen, wo die erste Stunde der Wasserfreigabe geendet hatte, ohne dass es jedem gelungen war, seinen Krug zu füllen; ein Aufruhr vor den öffentlichen Bädern, als sie nicht wie üblich in der siebenten Stunde geöffnet wurden; eine Frau, die wegen zwei Amphoren Wasser - Wasser! - von einem Betrunkenen vor dem Augustus-Tempel erstochen worden war …”. +++ Wir tauchen heute in die Geschichte Pompejis nochmals ein, schauen uns das Forum an, den Wasserspeicher (Titelbild), das Haus des Chirurgen, viele Mittagsküchen („Thermopolium“) und aufwendig verzierte Räume in Villen reicher Verwaltungsbeamter. Dabei sind wir in der ersten Stunde weitgehend allein. Dann füllt es sich zusehends, und wir beenden den Besuch der riesigen Anlage. +++ Erwähnenswert ist noch das Gespräch mit unseren englischen Stellplatznachbarn heute morgen. Sie erzählen, sie würden nun zu einer Hochzeit der Kinder von Freunden fahren, weiter in den Süden, irgendwo hübsch an der Küste. Als ich frage, ob es sich um eine britisch-italienische Verbindung handelt, kommt die Antwort schnell und trocken: “No, they are only rich!”Okumaya devam et

  • Brot und Spiele

    6 Mayıs, İtalya ⋅ ☁️ 23 °C

    … dafür waren in der römischen Republik die Ädilen verantwortlich. Sie standen zwar unter den Prätoren (Rechtsprechung) und den Konsuln (sozusagen den beiden Kanzlern), aber noch über den Quästoren (Finanzen). Und wenn man sich die diversen Theater im Pompeji ansieht, dann ahnt man, dass die Organisation des Entertainments von zentraler Bedeutung war. Denn irgendwie musste die städtebauende und kriegsdienende Bevölkerung bei Laune gehalten werden. +++ Ihr ahnt es: Wir sind in Pompeji angekommen. Einen ersten Streifzug haben wir heute am Nachmittag unternommen, aber die Anlage ist so groß und faszinierend, dass wir morgen noch tiefer eintauchen wollen in diese römische Stadtkultur, die durch den Vesuvausbruch zugleich ausgelöscht und für immer erhalten wurde. Die Anlage ist gut besucht, aber noch nicht übervoll (im Sommer werden nicht mehr als 20.000 Besucher eingelassen). Aber spätestens am Freitag wir es vermutlich rund um unseren spartanisch Campingplatz mit dem passenden Namen Spartacus voll bis chaotisch, denn nur wenige Meter weiter wird Papst Leo auf der Piazza Bartolo Longo eine Messe halten. Wir haben genau auf diesem Platz dort heute zwei herrlich weltliche Pizzen verspeist.Okumaya devam et

  • Holy Moly

    5 Mayıs, İtalya ⋅ ☁️ 17 °C

    Hätte Hermes dem ansonsten so widerstandsfähigen Odysseus nicht das Zauberkraut “Moly” gereicht, dann wäre auch er von Zirze in ein Schwein verwandelt worden. So aber verliebt sich die Magierin in den Helden, bewirtet seine Männer ein Jahr in ihrem Palast und hilft Odysseus bei der Heimreise. Warum ich Euch das in Erinnerung rufe? Weil wir - auf dem Weg nach Pompeji - im Nationalpark Circeo gelandet sind, der seinen Namen dem Monte Circeo verdankt (Ihr seht ihn auf dem Titelbild in der Ferne). Und der Sage nach lebte hier die Zauberin Zirze (oder Kirke), die Odysseus auf ihre ganz eigene Weise auf die Probe stellte. +++ Der Campingplatz Rio Martino, den wir heute ausgewählt haben, ist nicht ganz so magisch. Vielleicht überdeckt das italienische Temperament im Sommer hier vieles, im Moment ist er fast unbewohnt und produziert eine vorwiegend melancholische Stimmung. Dazu trägt erheblich das trübe Wetter bei, denn es regnet von morgens bis nachmittags. Es bleibt uns gar nichts anderes übrig, aus alledem einen fast reinen Fahrtag zu machen und Italien schnurstracks von Norden nach Süden zu durchqueren. Die 600 Kilometer haben uns allerdings ermüdet, der gestern erworbene Nerone sorgt zusätzlich für Bettschwere und draußen ist es nordseekühl, weshalb wir nun den Abend lesend und planend in Kowalskis Bauch verbringen.Okumaya devam et

  • Nun ist es kaputt

    4 Mayıs, İtalya ⋅ ⛅ 19 °C

    Es schien unsterblich zu sein, mein IPhone Mini, das schon so viel ausgehalten hat. Aber auf unserer kurzen Radtour heute fiel es aus der Halterung und nun ist die Fotofunktion weitgehend weg, Selfies gehen noch (manchmal), aber die normale Kamera streikt. Das macht es etwas mühselig, Rike muss nun Bilder machen und abends dann irgendwie an mich übertragen. Lästig. +++ Aber kommen wir zum Thema, nämlich unserer heutigen Station “Vojon Bio Agriturismo” in Ponti Sul Mincio, unweit des auch schon zu dieser Jahreszeit unschön touristischen Peschiera del Garda. Dort radelten wir nur kurz einmal hin, um uns davon zu überzeugen, dass Strandbuden mit “Frikandel Speziaal” nicht gut an den Gardasee passen. Zurückgekehrt auf das kleine Weingut, freundet sich Rike erst mit dem Hofhund an, einem Chow Chow, dessen Fell in dieser Region keine Hilfe ist. Dann freunden wir uns mit unseren Nachbarn an, Heike und Uwe aus Heidelberg, die ihre Versicherungsagentur gegen ein sehr schönes Wohnmobil und einen gesunden Lebenswandel getauscht haben, und außerdem noch mit einem jungen Pärchen aus Bad Aibling, die mit dem 10 monatigen Gustav in Elternzeit unterwegs sind und dabei auf das Hymer-Wohnmobil der Eltern zurckgreifen dürfen. Schlielich freunden wir uns mit dem Winzer an, Emanuele. Das Ganze mündet in einer heiteren Weinprobe und dem Erwerb verschiedener regionaler Weine, die uns durch den vorhergesagten Regen der nächsten Tage bringen werden.Okumaya devam et

  • Morelo Empire statt Kräuterschlössl

    3 Mayıs, İtalya ⋅ ☁️ 17 °C

    Es beginnt alles wie immer. Kurz vor Imst passieren wir in Tarrenz das Hotel Lamm, dessen besonders einfallsreicher Slogan “Ei, Ei, warum vorbei” übergroß und seit mindestens 30 Jahren an der Hauswand prangt. Es liegt aber so ungünstig an der Fernpassstrasse, dass man schon einen Motorschaden haben müsste, um dort zu nächtigen. Auch am Grenzübergang kurz vor dem Reschenpass ist alles stabil, weiterhin gilt dort die Südtiroler Lautverschiebung und macht in großen Lettern aus Würstchen “Wurstel”, was irgendwie immer lustig klingt. Am Reschenpass selbst ist ebenfalls alles beim alten, ein unangenehmer Wind pfeift über die Hochebene und motiviert zur sofortigen Weiterfahrt ins Etschtal. Dort steuern wir unser vermeintliches erstes Übernachtrungsziel an, das Kräuterschlössl, dessen (Show-)Kräutergarten sich allerdings im Umbau befindet und das nur eine enge und eher karge Hoffläche bietet, die nicht gerade wohnlich wirkt. Wir kaufen gleichwohl der bioambitionierten Gärtnerin Biscoti und Honig ab, lesen uns ihre durchaus liebevollen Schrifttafeln mit allerlei Lebensweisheiten und guten Ratschlägen durch, küssen uns weisungsgemäß und hören uns geduldig ihr Klagelied über die Pestizid-Obstbauern in ihrer Nachbarschaft an. Dann allerdings möchte ich doch gerne auf einen richtigen Campingplatz, und siehe da, der neu gestaltete Wohnmobilpark Sonnenberg in Partschings bzw. Rabland verheißt einen Logenplatz und nimmt uns tatsächlich auf. Es handelt sich - wie sich herausstellt - um einen terrassierten High-End-Platz mit einem riesigen Infinity-Pool, der während des Nachmittags im wesentlichen uns gehört. Kowalski steht auch sehr schön, mit herrlichem Blick in die Ferne. Nur die Bäume sind noch etwas dürftig, dafür machen die hier zu besichtigenden Fahrzeuge ausreichend Schatten. Der Morelo Empire, der es heute auf das Titelfoto schafft, ist so groß, dass er aus dem Heck mühelos einen Mini Cooper ausspucken kann. Er kostet allerdings 500.000 Euro. In der Basisvariante. Wir reihen uns ein und werden im Gasthof Happichl mit Bärlauchknödl und Lasagne wieder geerdet.Okumaya devam et