• Domenico erklärt uns die Geisterstadt

    May 16 in Italy ⋅ 🌬 18 °C

    Um einen normannischen Turm herum wächst im Mittelalter eine Stadt heran, die schließlich in den 60er durch Erdrutsche und später zusätzlich durch ein Erdbeben zerstört wird: Craco. Die Bewohner werden umgesiedelt, und so entsteht ein Lost Place, eine Geisterstadt, die uns Domenico zunächst etwas schüchtern, im Laufe der Zeit aber immer leidenschaftlicher in einer englisch-italienischen Sprachmischung erklärt. Der junge Italiener hat Archäologie studiert, ist überzeugter Europäer und weiß viel über die Vermischung von Völkern. Mir war jedenfalls bis dato nicht klar, dass einige Germanen im ausgehenden römischen Reich als Generäle auf Seiten der Römer kämpften. Die Unschärfe der Welt. +++ Am Ausgang der Geisterstadt steht eine Imbißbude, vor der einige Italiener auf Plastikstühlen sitzen. Wir bestellen zwei Cappuccini, was zu allgemeiner Erheiterung führt, und bekommen statt dessen zwei minikleine, sehr starke “Cafe” in Pappbechern und zwei süße Kekse in die Hand gedrückt. Sehr schade, dass wir dem Gespräch nicht folgen können, aber es fühlt sich gut an, kurz Gast in dieser süditalienischen Runde sein zu dürfen. +++ Abends beschließen Matteo und Nevio eneut, sich probehalber uns anzuschließen, bis sie von ihren Schweizer Eltern wieder eingefangen werden. +++ Morgens besichtigen wir weitere alte Steine, diesmal griechischen Ursprungs, die unmittelbar neben unserem Campingplatz herumliegen. Wenn man Landstriche über einen längeren Zeitraum betrachtet, herrscht im Grunde überall auf der Welt ein ständiges Kommen und Gehen der Kulturen. Wie lassen sich Ländergrenzen vor diesem Hintergrund eigentlich begründen?Read more