Wadi al Arbeieen
12.–14. jan., Oman ⋅ ☀️ 23 °C
Nach vier Tagen des langsamen Eintauchens in die für uns neue Welt, starten wir unsere Rundreise durch das Land.
Die Al Jabel Street, die habe ich schon bei der Landung auf das nächtliche Maskat entdeckt. Eine sich windende Straße mit ganz gleichmäßigen Schlängelungen. Obwohl sie offensichtlich aus der Stadt führt, ist sie „natürlich“ durchgehend beleuchtet.
Nun fahren wir sie am Tage.
Die zwei bei GoogleMaps ausgewiesenen Viewpoints sind mit dicken Betonabgrenzungen versperrt. So bleibt uns nur ab und zu ein Blick auf die Stadt. Viel beeindruckender allerdings ist der Blick auf die beidseitigen Steilwände. Es ist berechtigt zu behaupten, der Mensch hat den Berg bezwungen um Maskat mit dem Ort Amerat zu verbinden. Ein echter Shortcut eben. Uns kommt er auch gelegen. Wie immer ist die mehrspurige Bahn im astreinen Zustand. Kein Schlagloch, kein Riss, kein Steinchen auf der Straße. Wie geht das? Wieso können das andere und nicht wir? Wir - die große Autofahrernation.
Nach anderthalb Stunden stechen wir auf eine breite unbefestigte aber gut präparierte Piste. Keine zwei Minuten später eröffnet sich ein übewältigendes Bild einer canyonartigen Landschaft. Es geht slalomartig steil bergab. Das muss das ungezähmte Oman sein. Irgendwann folgt ein Health Center gefolgt von einem Dörfchen mit einer Hand voller Häuser. Ziegen in einem sehr schönen Haarkleid hüpfen crisscross umher. Ein Esel steht eingeschnappt an einer Wand und zuckt nicht einmal mit der Wimper, als wir ihn passieren.
Das Wadi al Arbeieen Resort (Schreibweise variiert an jeder Tafel 😉) liegt majestätisch erhöht auf einem kleinen Hügel mit Blick auf eine Felswand. Am Fuße ist ein Pool. Ein Wasserloch. Ein Wadi. Der Begriff Wadi ist nicht eindeutig.
Mal sind Wadi’s kilometerlange Flussläufe. Meist ausgetrocknet. Oft gibt es noch ein Rinnsal, das hier und da natürlich oder auch nachgeholfen anstaut. Dadurch entstehen diese Wasserlöcher, die sich dann auch Wadi nennen.
Wir haben noch nicht eingeparkt, da kommt uns schon Personal entgegen, schnappt sich unsere Koffer und bringt sie in unser Zimmer. Nr 4 ist unser‘s. Es befindet sich im Erdgeschoss. Davor stehen zwei superbequeme Sessel.
Jo. Hier bleiben wir. Ein tolles Anwesen. Prinz William hat dieses Wadi auch schon besucht. Dann muss es besonders sein.
Das Resort ist basic - aber sauber und es ist alles da was man braucht. Sogar feste Matratzen 👍🏻 Das Personal ist unglaublich aufmerksam. Das von der Anfahrt verstaubte Auto morgens gewaschen. Das Dinner ist im Zimmerpreis nicht inkludiert. Wir zahlen 5OMR pP, was etwa 12€ sind.
Am Nachmittag starten wir einen kurzen Trip zum nahgelegenen Wasserfall. Der ist nicht die Rede wert. Hier ist der Weg das Ziel. Und die Sehnsuchtsbilder, die mir in mein Handyobjektiv kriechen, sind Oman wie ich es mir vorgestellt habe.
Abends dinnieren wir auf der Terrasse. Später wird ein Lagerfeuer gemacht und zwei Einheimische machen ganz dezent und leise Musik unter dem herrlich klaren Himmel.
Wir bleiben zwei Nächte hier. Das ist gut so. Mit einer Nacht würde man die Schönheit, die Abgelegenheit nicht wertschätzen können.
Obwohl… im Wadi al Arbeieen hat es nun 18 Monate nicht mehr geregnet. Waren Flussüberquerungen früher ein Problem, sind sie momentan nicht vorhanden. So nutzen Agenturen den Besuch dieses Wadis als einen einen Stopp unterwegs auf einer Tagestour.
Während ich also unter einem
schattenspendenden Baum sitze, dabei noch an meinem VietKaffee schlürfe, und Rainer im Wadi schwimmt, kommen vier Land Cruiser mit genau zwölf Touris. Ein hinkender Esel, der offenbar ans füttern gewöhnt ist, eilt herbei und stellt sich dicht an die Gruppe. Fotografiert wird jede Ente, jede Ziege und alles was sich bewegt. Und dann fahren sie wieder ab. Die Stille, das leise Meckern der Ziege haben sie nicht hören können. Wie auch. Die Autos haben den Motor nicht abgestellt. Damit es im Inneren ja nicht warm wird… Dann folgt endlich wieder Stille.
Oh Mann… ich bin froh, dass wir individuell reisend sind.
Am frühen Mittag starten wir unsere Wadi-Tour. Wir fahren Richtung Süden. Schon das zweite Wadi spricht mich an. Es liegt malerisch. Etwas tiefer als die Straße. Von Blau über Grün bis Türkis - es hat alles. Es ist tatsächlich glasklar. Dennoch muss ich Rainer erst überreden damit er mir Händchen hält 🙈 Tatsächlich dachte ich, es wäre die Temperatur die das größte Problem darstellt. Aber ich bin ein Schisser und traue mich nicht ins fremde tiefe Gewässer. Da geht bei einfach die Fantasie durch.
Und es ist herrlich !
Wir nehmen uns ein nächstes Wadi vor. Hier ist der Einstig nicht so steil. Hier baden wir ewig und genießen die Einsamkeit. Am Rand, direkt an der Steilwand wächst Schilf. Und rosa-weißer Oleander.
Unser nächstes Ziel ist die Wasserstelle wo wir gestern waren. Es liegt in entgegengesetzter Richtung. Heute haben wir uns auf eine längere Wanderung eingestellt. Denn den weiter hinten liegenden Wasserfall - den sollen wir unbedingt besuchen.
Die „längere Wanderung“ entpuppt sich als ein Viertelstunden-Weg.
Tatsächlich ist das hier ein Konglomerat an Wasserlöchern. Und ein Wasserfall natürlich. Wir baden dennoch nicht. Wir genießen nur das traumhafte Fleckchen Erde bis die Sonne hinter den Bergen verschwindet.
Das Wadi Arbeieen mit seinem einzigen Resort ist noch fast unentdeckt. Selbst unser aktueller Reiseführer weiß noch nicht von dessen Existenz. Wie lange es so bleibt ist die Frage. Schon wird nebenan ein weiteres Gästehaus gebaut.
Nach zwei Nächten ziehen wir weiter.
Mit einem riesigen Umweg zum nächsten Wadi.Læs mere


























RejsendeIch fand damals die Wadis auch einfach nur toll 👍👍👍
SYLWIA B.Du warst schon im Oman?
RejsendeWie schön. Ja genauso ist der Oman. Wunderschön. Da ist das Nachbarland lange nicht so grün. Und einen Faladj gab es auch gleich noch. Omanis laufen genauso ungern wie Saudis. Eine Viertelstunde wandern ist sehr weit. Absolut sauber ist es überall und die Straßen sind perfekt. Oman ist eigentlich das beste Einsteigerland im Nahen Osten, weil alles absolut gepflegt ist. Allerdings braucht ihr bei eurer Reiseerfahrung kein Einsteigerland. Schön, die arabische Schrift wieder zu sehen.
RejsendeVieles, was wir dort gesehen haben, war auch super gepflegt. Leider haben wir aber auch einige andere Erfahrungen gemacht. Mehrmals haben wir gesehen, dass aus dem Autofenster der Müll geworfen wurde. So hatte sich ein Omani etwas - ich glaube, es war an der Tankstelle - gekauft. Kurz darauf flog die Verpackung hinaus. Auf dem Weg zum Ende eines Wadis picknickte eine Familie. Als wir zurückkamen, war die Familie weg, der Haufen Müll (nicht wenig) ist liegengeblieben.
RejsendeHmm. Ja stimmt. Uns wurde erzählt dass das auf den Dymaniat Islands ein Problem ist. Die Omanís lassen alles liegen. SiemRanger sammeln ein, damit nicht alles ins Meer fliegt zu den Schildkröten. Aber sonst kann ich mich nicht an Müll erinnern.