Wadi Tiwi & Wadi Shab
14.–17. jan., Oman ⋅ ☀️ 23 °C
Noch bevor es dunkel ist, erreichen wir die nächste Unterkunft, das Wadi Nomad Tiwi Inn Albir.
Jedenfalls versuchen wir es.
An einer Hauswand steht zwar genau dieser Name dran - doch es ist eine Moschee. Ein Glück denke ich noch. Das stinkt hier voll nach Kloake.
Kurzer Check im Netz: Wir müssen nicht hier bleiben. Unsere Unterkunft befindet sich etwa 3km weiter. Hier angekommen, werden wir wieder zurückgeschickt. Wir wohnen im neueren Schwesterhotel, heißt es. „Aber da ist doch eine Moschee?“
Nein der Eingang sei 50m weiter…heißt es weiter.
Es gibt kein Schild zum Eingang. Wir finden es dennoch. Das Hotel ist erst neu. Das Schild kommt noch, heißt es.
Das Personal ist super nett. Wie immer eigentlich im Oman.
Unser Zimmer ist klein aber schön. Davor haben wir eine Terrasse und vor der Terrasse noch ein Areal wo man sitzen kann. Alles schick.
Es ist schon spät und uns wird das Abendbrot im anderen Schwesterhotel angeboten. Nehmen wir. Für 10 OMR pP. Das sind etwas 22.50€ . Also doppelt so teuer wie das Büffet im Al Arbeieen. Aber es erspart uns das Suchen im und noch unbekanntem Ort Tiwi. Wo eh nicht viel ist.
Das Büffet offeriert das Übliche: Chicken, Tuna, Kofta, Dal und verschiedene Salate. Schmeckt gut. Leider ist jedes Fleisch mehr als totgegrillt. Nun ja. Zum Abschluss gibt es noch süße Datteln… und schon ist die Welt wieder in Ordnung.
Als wir unser Zimmer betreten, erwartet uns praktisch eine üble Geruchskeule. Während Rainer Feuchtigkeit in den Wänden vermutet, denke ich es seien die dekorativen Palmblattmatten. Wir behelfen uns also mit Klimaanlage und Ventilator im Bad.
Der nächste Tag beginnt ganz entspannt. Mittlerweile lieben wir den Omani Qahwa und Datteln als Abschluss einer jeden Mahlzeit. Aber die gibt es hier nicht. Hm…
Dann geht es zum „privaten“ Wadi. Der ist eigentlich nicht privat. Aber dieses Wadi ist so versteckt, man findet den ohne Einweisung nicht.
Dabei ist es kein kleines Wadi. Es ist insgesamt etwas über 100m lang und etwa 20m breit. Am steinigen Strand stehen Liegen mit Auflagen wo man sich entspannen kann. Das tun wir auch. Ganze drei Stunden hängen wir abwechselnd im Wasser oder auf den Liegen ab. Das Leben kann so schön sein!
Es ist kurz nach Drei als wir uns endlich vom Wadi losreißen können und uns auf den Weg zum Ende des Wadi Tiwi machen.
Anfangs glauben wir noch ganz naiv, es wird eine entspannte Fahrt auf einer gut präparierten breiten Straße. Falsch gedacht. Die wird nämlich immer enger. Bald werden wir auch noch von geschäftstüchtigen Omanis angehalten, die uns dringend zum sofortigen Abstellen des Autos raten, denn die Straße wird sehr sehr eng. Da kämen wir nicht weiter, sagt man uns. Sie würden uns fahren.
Mit einem Hillux 😉
Tatsächlich fallen Einige auf diesen so offensichtlichen Trick doch rein. Selbst die mit einem kleinen PKW. Egal. Wir nicht. Wir folgen einfach dem Hillux, der uns wild hupend den Weg frei macht und lassen uns in unserer Entscheidung selbst zu fahren, nicht beirren.
Das Wadi Tiwi ist eine breite Schlucht. Wunderschön. Je höher wir aufsteigen, desto grandioser werden die Ausblicke auf kleine Siedlungen mit ihren weißen Häusern inmitten dschungelartiger Palmenoasen.
Die Straße wird tatsächlich verdammt eng und kurvig. Aber Rainer schafft das. Locker.
Am Ende bleiben uns ein kurzer Gang von etwa 50 Metern und ein Abstieg von mehr als 200 Stufen in die Tiefe. Der Lohn ist dann der Anblick auf einen Wasserfall und mehreren Wasserlöchern namens Wadi Mibam. Schön ist er.
Mir ist nicht wie Baden. Ich hab noch Schwimmhäute von vorhin. Aber Rainer, die Wasserratte, kann nicht anders als rein zu springen.
Den Rückweg von mehr als 200 Stufen aufwärts, werde ich noch am nächsten Tag in den Waden fühlen. Die hohen Treppen sind ein echtes Workout 🤪
Zu Abend essen wir im Dörfchen Tiwi. Leider erwischen wir wieder ein Restaurant mit Büffet. Aber es ist lecker und kostet genau halb so viel wie gestern im Hotel.
Zurück in der Unterkunft erwartet uns erneut eine Kloake-Wand. Es stinkt tierisch. Haben wir doch vergessen die Klimaanlage anzumachen. Normalerweise würde man spätestens morgen früh auschecken und sich das nicht mehr gefallen lassen. Aber in Ermangelung an anderen Hotels in Tiwi bleibt uns keine andere Wahl.
Am nächsten Morgen sprechen wir nochmals den GM auf das Problem an. Er gesteht, dass es da ein Drainageproblem gibt und es im Sommer einen Umbau geben wird. Ja. Im Sommer ist gut. Wir sind aber jetzt hier. Ein Angestellter reinigt währenddessen unser Zimmer und versprüht Gutriecher. Hm.
Die Erkundung des Wadi Shab, der Nachbarschlucht sozusagen, steht heute auf dem Programm. Und irgendwie hab ich schon keine Lust auf dieses Wadi. Es kommt mir so overhyped vor.
Aber wir schauen uns das dennoch an. Ausgerüstet mit einem wasserfesten Sack für unsere Sachen und Wasserschuhen ziehen wir los. Schließlich wurde uns gesagt, dass man im Wechsel schwimmen und laufen muss um das Wadi zu erkunden. Wie abenteuerlich. Ich freue mich auf die Herausforderung!
Für einen OMR pP werden wir mit einem Boot, dessen Kapitän gefühlt ein Kind ist, auf die andere Seite des Wadi gebracht. Denn Parkplatz und Wanderweg sind vom Wasserlauf getrennt. Der Service zum Übersetzen ist flott und langes Warten ist nicht nötig.
Der gesamte Trubel am Wadi-Eingang fühlt sich schon wie eine Massenveranstaltung an.
Anfangs ist das Flussbett noch sehr weit und es verläuft sich. Bald aber wird der Weg schmal und das Laufen in Gänsemarsch ist eine Dauerherausforderung. Teils durch den unebenen Weg auf ausgewaschenen, manchmal sehr glatten (Marmor?)-Felsen als auch die Auf- und Abstiege. Zudem sind ganze Herden an Wandergruppen - meist Omanis - wie auf der Flucht unterwegs. Das hat so gar kein Flair von Naturerkundung. An einem der großen Wasserlöchern mache ich Schluss. Ich kann den Menschenmassen nix abgewinnen. Es sind wohl noch zwanzig Minuten zu absolvieren. Ein Guide meint: Da verpasst man so gar nichts wenn man hier umkehrt. Außer noch mehr Leute die ein Selfie machen.
Rainer geht nun allein weiter. Von herausfordernden Fortschreiten durch Schwimmen - keine Spur.
Am Ende glaube ich, meine Vorahnung von heute früh hat sich bewahrheitet. Das Wadi Shab war ne Luftnummer. Zu touristisch. Aber auch landschaftlich nicht so sensationell wie das Wadi Tiwi.
Den NM verbringen wir deshalb wieder entspannt an unserem privaten Wadi in aller Ruhe und Entspanntheit.
Abends essen wir wieder im Dorf Tiwi. Heute in einem Terrassenrestaurant an der Hauptstraße. Das Essen ist sehr lecker und noch preiswerter als gestern. Demzufolge haben wir für die letzten zwei Abende zusammen weniger gezahlt, als am ersten Abend. Da bin ich nur froh, dass ich nicht beim Einchecken für alle drei Abende im Hotel das Dinner gebucht habe.
Nach drei Nächten sind wir wirklich froh diese Unterkunft verlassen zu können. Als Rainer beim GM nochmals nachfragt, was nun seine Entschädigung für diese Geruchsbelästigung sei, werden wir mit eine freien Nacht bei einem erneuten Aufenthalt hier vertröstet . Sorry. Aber dieses Angebot kann er sich in die Haare schmieren - wie der Berliner sagt !Læs mere


























RejsendeTiwi waren wir damals incl schwimmen. Shab ging nicht, da voher ein Unwetter war und der Zugang versperrt.
SYLWIA B.Davon hab ich gelesen. Es soll eine enorme Zerstörung stattgefunden haben. Vor dem Orkan war da noch mehr Grün
Rejsende
Das ist ja mal ein tolles Schwimmbecken 😄👍😍
SYLWIA B.Echt. Ein Träumchen