Von Salalah nach Nizwa
29.–31. jan., Oman ⋅ ☀️ 27 °C
Es ist um Zehn, als wir uns auf die zweitägige Fahrt gen Norden aufmachen.
Bis Nizwa, unserem Ziel, sind es 890 Kilometer. In Deutschland würden wir es sicher an einem Tag durchziehen. Hier teilen wir es uns ein. Mit einer Zwischenübernachtung in Haima. Das liegt so in etwa auf halber Strecke. Wir hatten aber auch keine Wahl. Haima ist der einzige Ort auf der Route, in dem es auch Hotels gibt.
Etwa 500 Kilometer stehen also heute auf dem Plan. Aber den gesamten Tag nur im Auto zu sitzen, ist ja auch keine Lösung.
Da habe ich schon mal etwas vorbereitet. Eine kleine Einlage sozusagen: Nämlich die Erkundung des Wadi Ayoun.
Wie so oft ist das Wadi nur über eine unbefestigte aber gut präparierte Piste zu erreichen.
Am Ende stehen wir zwar im Wadi aber von Wasser keine Spur. Wir versuchen es mit einer kurzen Wanderung. Wasser finden wir nicht. Dafür aber schauen wir in das Flussbett mit monströsen Steinen, von denen jeder einzelne mehr als fünf oder mehr Meter Durchmesser hat. Die Oberfläche ist ganz glatt. Und die weiße Farbe der Brocken passt so gar nicht zu den rotbraunen Wänden der aufsteigenden Felsen. Scheint also alles Geröll zu sein.
Zufrieden sind wir dennoch nicht. Auf der Suche nach einer Wasserstelle, suchen wir uns einen anderen Zugang. Das klappt aber nicht wie gewünscht.
Mit kleinen oder spitzen Steinen auf der Piste kann Rainer sehr gut umgehen. Aber bergab mit kleinen Brocken? Das wird selbst mir zu unheimlich. Noch immer haben wir nämlich nicht gecheckt, ob wir überhaupt einen Ersatzreifen haben. Vorsicht ist also geboten. Irgendwann aber wird’s Quatsch. Reifenabdrücke sind zwar zu sehen, aber man bräuchte vermutlich ein anderes Auto.
Also starten wir wieder eine Wanderung. Aber die Abbruchkanten, um in das Tal zu blicken, sehen nicht gerade vertrauenserweckend aus. Es sind teilweise solche Überhänge. Da hab ich zu viel Vorstellungskraft, um mich da drauf zu stellen.
Typischer Fall für Drohni. Leider darf sie hier nur 20 Meter hoch und ebensoweit vom Start entfernt sein.
Aber dieses Mal reicht es aus, dass wir das enorm große Wasserloch orten und später mit eigenen Augen sehen. Für den Abstieg bräuchten wir dann doch noch einen anderen Zugang und viel mehr Zeit. Die haben wir angesichts der bevorstehenden Route nun wirklich nicht mehr. Insgesamt hat sich der Abstecher aus unserer Sicht dennoch gelohnt. Vor allem, weil wir hier wirklich allein unterwegs sind, weckt so ne Aktion etwas von Entdeckergeist.
Dann geht’s noch ins gleichnamige Örtchen. Das ist zwar ein kleiner Umweg, aber den auszulassen, kommt nicht infrage.
Nach dieser anderthalb stündigen Entdeckungsphase rasten wir auf der Fernstraße 31 ein.
Die ist landschaftlich so unaufregend. Wieder sind wir in Al-Wusta - genau wie schon auf dem Weg nach Salalah. Wieder gibt es nichts. Beidseitig ist die Fläche mit hellem, fast weißen Sand bedeckt. Was wirklich gut ist, ist der Netz-Empfang. Hier im JWD. Das ist für uns eher ungewohnt.
So kann ich die Zeit sinnvoll nutzen und mich schon mal in die kommende Reise, die im März starten wird, etwas einlesen.
Die Sonne ist gerade am Untergehen, als wir das Auto vor dem Haima Hotel abstellen. Die Rezi ist mit diesem beißend-grellen Licht ausgeleuchtet, wie es das hier so oft gibt. Das nimmt jeden Funken von warmen Flair. Aber die Omanis empfinden da keinen Schmerz dabei. Es riecht zudem sehr stark nach Weihrauch.
Unser Zimmer, ziemlich groß , befindet sich im Erdgeschoss. Der Angestellte ist ein paar Schritte früher als wir im Zimmer und versprüht… ich hoffe doch kein Insektizid? Nein. Einen Gutriecher. Sehr indisch. Warm und fruchtig riecht es nun.
Zwei Handtücher werden uns noch gebracht. Toilettenpapier stellen wir. Aber das wusste ich aus den Rezensionen. Die Fenster kann man glücklicherweise weit öffnen. Beide schützen uns mit einem ordentlichen Netz vor Flugtieren. Die Einrichtung würde ich „studentisch“ bezeichnen. Es ist alles da. Einzig die Gardinen mit Spitzenmuster wirken echt heimelig. Diese Art Gardine hatten wir früher auch.
Die Zwei Betten haben je eine etwa 20cm dicke Matratze.
Allerdings Modell: Brett.
Den Tag beenden wir im Abu Saleh, einem pakistanischen Restaurant. Es ist ein ganz authentisches Restaurant mit diesen abgetrennten Bereichen, genannt „Family Room“. Die Schuhe werden davor abgestellt. Obwohl in diesem kleinen Ort ein Restaurant am anderen pappt, ist dieses extrem gut besucht. Wir sind natürlich die einzigen Ausländer. Und ich als Frau praktisch eine Außerirdische. Denn hier sind nur Männer unterwegs. Beide entscheiden wir uns für Chicken Masala. Rainer mit Reis. Ich mit Brot. Das Essen schmeckt oberlecker.
Das Haima Hotel ist das Einzige auf unserer Oman-Reise, das kein Frühstück anbietet. Das brauchen wir auch nicht unbedingt. Kaffee oder Tee zu kochen fällt aber auch aus, da es keinen Wasserkocher auf dem Zimmer gibt. Deshalb kehren wir in ein bei Google hochgelobtes Café ein. Das Star 5 😐 Von uns kriegt es nur eine 3.
Nach dreieinhalb Stunden Fahrt durch die trostlose Wüste erreichen wir Adam. Die erste Oase von Mitteloman. Die Stadt war einst wegen ihrer strategischen Lage an der alten Seidenstraße ein bedeutendes Handelszentrum. Mitten in den Palmenoasen befinden sich Ruinen alter Gebäude, die aus Lehmziegeln gebaut wurden. Sultan Qaboos hat zur Sicherheit der dort lebenden Menschen diese umgesiedelt.
Die Ruinen sind nicht abgesperrt. So können wir uns umsehen und sogar in die Häuser reingehen.
Zugegeben ist es ein wenig spooky. Hält die Treppe, wenn wir sie betreten? Andererseits ist es total spannend diese verschachtelte Bauweise sich in Ruhe anschauen zu können.
Wir staken da ne Weile durch die Reste der alten Stadt. Anschließend versuchen wir zum Fort zu gelangen. Das ist aber nicht so einfach. Die Wege sind eng und es besteht die Gefahr mit einem Rad in ein Falaj zu gelangen.
Das Fort hat geschlossen. Anscheinend aus Mangel an Besuchern. Denn Adam steht bei den meisten sicher nicht ganz oben auf der Bucket-Liste.
Nun ist es nicht einmal eine Stunde bis Nizwa. Rechterhand, unweit von Nizwa, befindet sich das Oman Across Ages Museum. Eigentlich hatten wir geplant, das auf dem Weg zu besuchen. Das Gebäude allein ist architektonisch der Wahnsinn. Sicherlich die Ausstellung auch. Das kann man nicht so nebenbei besuchen. Wir machen ein paar Aufnahmen vom Gebäude und verschieben den Besuch auf die nächsten Tage.
Nizwa ist dann schnell erreicht.
Was wir nicht erreichen können ist unser Hotel. Es ist zum Verzweifeln!Læs mere


























RejsendeNizwa, nun kenne ich mich wieder aus. 🤪
Rejsende
Wow … ganz allein im „Nirgendwo“ ?
SYLWIA B.Das Hotel war dann wahrscheinlich zur Hälfte ausgebucht. Gibt ja keine Auswahl