• Nizwa

    31. jan.–5. feb., Oman ⋅ ☀️ 26 °C

    Nizwa - so heißt es, ist die wohl meist besuchte Stadt gleich nach Maskat. Meine Erwartungen sind dementsprechend. Überfüllt und touristisch. Wir erleben es aber anders. Nichts von dem passt als Umschreibung unserer Erlebnisse. Sicher sind wir nicht die einzigen Besucher. Aber dennoch haben wir den Eindruck Nizwa wie es leibt und lebt zu erleben.
    Wir wohnen in der Altstadt. Sowohl zum Souq als auch zum Nizwa Fort & Castle sind es wirklich nur wenige Schritte.
    Aber es dauert bis wir Nizwa überhaupt entdecken können. Eine ganze Stunde drehen wir Runden und finden den Zugang zum Hotel nicht. Einmal sogar manövrieren wir uns in eine Gasse, deren Falaj uns nicht nur einengt, sondern plötzlich im 90Grad Winkel eine Kehre macht. Noch bin ich fest überzeugt davon dass Rainer es hinkriegt. Nach zig aufregenden Versuchen muss ich einsehen, dass es mit diesem Auto nicht funktioniert. Also fahren wir rückwärts 😳 diesen engen Weg zurück.
    Der Verzweiflung nahe fahren wir zum xten Mal auf den Marktplatz neben der Festung. Rainer erkundet den Weg zum Hotel nun zu Fuß. Und gucke da: Google ist einfach nicht auf dem neuesten Stand.
    Nun. Das Al Dar Inn besteht aus traditionellen Gebäuden in Nizwa’s Altstadt, Al Aqr. Man vermutet, dass die Gebäude mindestens hundert Jahre alt sind. Vermutlich aber noch älter. In den 1940er Jahren dienten die Gebäude als Klinik. In den 2020er Jahren erfolgte eine gründliche Renovierung nach dem Prinzip: historische Substanz zu bewahren. Deshalb sind die Zimmer alle unterschiedlich gestaltet.

    Das uns zugewiesene Zimmer hat zwar Fenster, aber wir können die Wand vom anderen Gebäude streicheln. Das finden wir doof. Zumal wir mit fünf gebuchten Nächten die große Ausnahme sind. Die meisten kommen nämlich nur für eine oder zwei Nächte her. Also bitten wir um ein anderes Zimmer. Mit Fenster zum rausgucken. Das ist dann zwar kleiner aber wir haben ein richtiges Fenster mit Tisch und Stühlen davor. Das gefällt uns. Leider werden wir zu Stammgästen in der Rezi. Nicht nur wegen dem abendlichen Omani Qahwa nebst Datteln - da sind wir nun echte Fans geworden. Nein es geht wieder um unser Zimmer. Zum einen gibt es auch hier Probleme mit der Drainage. Zum anderen kriegt Rainer beim Aufdrehen des Wasserhahns der Dusche erst einmal eine gewischt. Der Boiler ist nicht abgesichert. Und zu guter letzt fällt der dann gänzlich aus. In der Rezi ist man deshalb aber nicht sonderlich überrascht. Das Hotel ist bis Ende April ausgebucht. Man verspricht uns aber gleich nach dem die anderen Gäste ausgecheckt haben, ein neues Zimmer. Das zeigt man uns und verspricht unsere Koffer während unserer Abwesenheit rüber zu bringen.
    Was also machen wir nun vier ganze Tage in Nizwa, fragt der Rezeptionist?
    Er notiert uns einige Orte, die wir unbedingt besuchen sollten. Und genau so machen wir es.

    Reisen mit mehr Zeit hat ja auch Vorteile. Deshalb gehen wir alles ruhiger an. Sehr ruhig. Es ist halb Zwölf, als wir gerade durch das Tor des Nizwa Forts schreiten wollen. Aber da kommt uns eine traditionelle Musik- und Tanzgruppe entgegen. Das ist natürlich Oberklasse, so begrüßt zu werden.
    Nun. Sie drehen ne Runde um ein Centerpoint vor der Festung und gehen wieder musizierend rein.
    Wir kaufen flugs zwei Tickets (5OMR pP) und folgen den Musikern.
    Im Hof wird die Vorführung fortgesetzt. Irgendwann wenden wir uns ab und schauen uns auf der Festung und dem Castle mit seinen verschiedenen interessant gemachten Räumen um. Es hat teils Museumscharakter mit vielen Infos.

    Plötzlich ist mir bald wie aus den Latschen kippen. Zu viel Sonne? Oder zu wenig Sauerstoff in den Katakomben? Keine Ahnung.
    Eine weitläufige omanische Sitzfläche auf dem Hof - die sind nämlich immer überdacht - kommt wie gerufen. Hier hängen wir dann ewig ab, beobachten die Musiker wie auch sie hier pausieren, oder Körbe flechten oder schauen ihnen beim Beten zu und essen Omani bread. Ein einfacher Teig gefüllt mit Schokolade für Rainer und mit Käse für mich.
    Hier erfahren wir auch, wo wir die beste Halwa Nizwa’s bekommen. Nämlich auf dem Souq. Die Shops lasse ich mir bei GoogleMaps markieren. Da gehen wir gleich mal hin. Der Souq hat leider bis zum frühen Abend geschlossen. Auf dem Dattelmarkt probieren wir uns durch die Sorten, verschieben den Kauf auf ein anderes Mal. Nämlich bei einem ausgiebigen Souq-Besuch an einem anderen Tag.
    Am frühen Abend geht es nochmals zum Fort. Mit dem Ticket darf man nämlich den gesamten Tag rein und raus. So gucken wir von der mächtigen Kante des Forts dem Sonnenuntergang zu.
    Abends essen wir etwas außerhalb bei einem Inder. Hier isst nämlich das Volk. Nebenan ist auch ein Lulu Hypermarket. Noch immer hadere ich damit, mir eine Abaya zu kaufen. Für eine eventuelle weitere Reise in ein arabisches Land. Aber ich kann mich nicht durchringen. Dafür finde ich schöne Tücher. Rainer füllt wiederum sein Süsswarenlager auf.

    Insgesamt war das ein schöner Einstieg. Ab morgen werden wir Nizwa‘s Umgebung erkunden.
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