• Kultur & Moderne südlich von Nizwa

    3. februar, Oman ⋅ ☀️ 26 °C

    Das Oman Across Ages Museum das haben wir auf dem Weg nach Nizwa einfach nicht mehr geschafft. Deshalb nehmen wir uns heute Zeit dafür.
    Vorher aber besuchen wir die neue Sultan Qaboos Mosque südlich von Nizwa. Sie wurde erst im Jahr 2015 eröffnet und zählt zu den größten Moscheen Omans außerhalb der Hauptstadt. Auffallend hier sind die vier 80 Meter hohen Minarette.

    Was die Kleidung anbetrifft, sind wir natürlich schon längst eingespielte Profis. Rainer braucht nur seine Hose um die Verlängerung zu ergänzen und ich trage jetzt immer meine dunkle Baumwollhose und eine leichte dunkelblaue Bluse. Langärmelig natürlich. Und mein Schal liegt immer griffbereit im Auto.

    Diese Moschee ist weniger besucht und so sind wir anfangs allein. Haben die gesamte Hauptgebetshalle (nur für Männer) für uns. Wobei wir den originalen Teppich nicht betreten dürfen. Für uns Nichtgläubige ist ein Blauer ausgerollt.
    Mit einer Größe von 60 × 60 Metern bietet sie Platz für mehrere tausend Gläubige. Die Kuppel ist natürlich immer der Hingucker. Und die große Lampe. Ob die nun auch von Swarovski angefertigt wurde, wissen wir nicht. Der Aufpasser kann kein Englisch.
    Dies ist wieder mal eine Moschee mit einem schönen fast umlaufenden Areal mit Steinboden. Schön gestaltet, gross und wie immer durchgehend gewienert, so dass man sich spiegeln kann. An der einen Flanke ist eine lange Reihe an Wasserstellen, wo man sich die Füße reinigen kann.

    Nicht weit von hier ist das Museum Oman Across Ages. Dieses Gebäude hat nicht nur eine moderne Gestaltung. Nein man braucht schon Zeit um zu begreifen, was ist jetzt gerade - was schief. Wo sind Parallelen… ein Hingucker wie man es selten sieht.
    Mit Zehn Real, also etwa 22 € pro Person ist dies unser teuerster Museumsbesuch. Allerdings bin ich nach diversen anderen Museumsbesuchen anfangs gar nicht begeistert. Eigentlich kenne ich schon den Werdegang Omans. Doch die Multimediale Aufmachung ist zugegeben sehr gut gemacht.
    Interessant finde ich das Thema Islam und ihre Verbreitung. Und die Neuzeit Omans. Beeindruckend finde ich den Kurzfilm über das Werk des von allen verehrten Sultan Qaboos, der 2020 verstorben ist. Mit 30 Jahren hat er seinen Vater wegen Unfähigkeit entmachtet und ihn ins Exil geschickt. Die alles verändernde Rede wird gezeigt. Er hat Oman zu dem gemacht, was es jetzt ist. Hat im ganzen Land, sogar in die entlegensten Gebiete Strom und Wasser gebracht. Seit seiner Machtergreifung gibt es im Oman ein dichtes Netz mit Krankenhäusern und Gesundheitsversorgung. Er hat das Land für die Welt geöffnet.

    Alles in allem sind wir fast drei Stunden drin.
    Zum Abschluss widmen wir uns der beeindruckenden Fassade. Der sehr moderne Garten ist das, was uns dann auch noch interessiert.
    Irgendwie entschließen wir uns dann den bis zum Ende zu spazieren.

    Und dann? Dann erwarten wir einen Shortcut zum Parkplatz. Finden aber keinen. Ein Mitarbeiter antwortet uns auf unsere Frage, welcher Weg nun kürzer wäre mit „same same“ 😐
    Na ja. Es bleibt uns nichts weiter übrig, als diese Strecke zu laufen. Es sind zwei Kilometer. Eigentlich sollte es heute doch ein Knie-Schontag werden!

    Zu guter letzt - und auch weil wir in der Nähe sind - schauen wir uns wieder verlassene Lehmhäuser in Birkat al Mouz an. Die stehen an einem enorm steilen Hang.
    Ganz oben steht ein Überrest einer Ronde. Aber ich hab Knie und gebe auf. Ohnehin ist es eine Herausforderung hier runterzukommen. Ein superfeiner Staub bedeckt die Oberfläche. Und alles ist auch etwas rutschig. Ich halte mich in einem ganz wackeligen Moment an der Fassade.
    Irgendwo… Hauptsache ein Halt. Was für ein Halt?
    Eine Fläche von etwa 40x50cm fällt von der Wand ab, als ich versuche mich zu stützen 🙈
    Boa! Hoffentlich stürzt hier nicht noch mehr ab.
    Na ja. Das ist nun die letzte Stätte alter verlassener Ortschaften. Beeindruckend sind sie ja. Aber es wiederholt sich. Das Bauprinzip habe ich verstanden.

    Am nächsten Tag geht’s noch zum Souq. Und wir nehmen uns Zeit zum Nichtsmachen. Das muss auch mal sein.
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