Reisetag: Snake Canyon
7. februar, Oman ⋅ ⛅ 19 °C
Heute verlassen wir Misfat Al Abriyeen. Ich bin froh, dass wir nicht drei Nächte geblieben sind. Wir hätten ja den Tag noch füllen können. Irgendwie fühlte ich mich hier nicht wohl. Egal. Abgehakt.
Es geht nach Sayq. Zum Jabel Akhdar. Der Aufenthalt im kommenden Hotel ließ sich problemlos verschieben.
Kurz nach Zehn verlassen wir das Lehmdorf. Es wird ein längerer Reisetag. Wir haben die Fahrt zum Dorf Balad Seed (auch Bilad Sait) und eine Kurzwanderung im Snake Canyon dazwischengeschoben. Das Ganze ist ein kleiner Umweg.
Wir fahren die gleiche Strecke wie schon gestern bis zu dem Pass bei 2.000 Metern, wo die unbefestigte, anfangs recht breite Piste beginnt. Al Barida Road heißt sie. Oben am Pass stehen einige Baufahrzeuge. Wahrscheinlich wird sie irgendwann asphaltiert sein. Bis dahin ist es Abenteuer pur. Aber das ist mir hier oben, am Start, noch nicht bewusst.
Denn schon bald ist das Gefälle so stark, dass ich schon bereue, diese Exkursion vorgeschlagen zu haben.
Zudem wird es eng. Sehr eng. Glücklicherweise kommen uns sehr selten Autos entgegen. Dann muss einer diese Taschen nutzen. Wobei da auch nur ein halbes Auto reinpasst.
Obwohl Rainer seine Sache als Fahrer objektiv gesehen sehr gut macht, bin ich nervlich am Ende!
Mindestens hundert Mal muss ich ihn anflehen langsamer zu fahren. Am liebsten wäre mir natürlich Schrittgeschwindigkeit 🙈.
Auf halber Strecke steht ein völlig demoliertes Auto. Der hat wohl die totale Kontrolle verloren.
Die Fahrt macht mir höllische Angst.
Ich frage mich, warum der Sani Pass, der von Südafrika nach Lesotho führt, zu den gefährlichsten Straßen gehört. Der ist ja Pille Palle gegen diese Fahrt.
Im unteren Abschnitt wird die Offroad-Strecke zur neuen Herausforderung. Das Auto hat nicht immer Haftung bei dem Gefälle. Es „rutscht“ auf Geröll das sich unter feinstem Sandstaub befindet.
Hinter uns stiebt es riesige Wolken. Das kommt natürlich durch jede Ritze ins Auto. Aber auch wenn ich während der Fahrt das Fenster öffne um zu fotografieren 🤳
Bei all der Aufregung ist nämlich der Blick aus dem Fenster einmalig und unbeschreiblich beeindruckend.
Nach etwa vierzig Minuten passieren wir ein Fußballfeld. Errichtet für einen einzigen Werbespott von Audi wegen der traumhaften Umgebung. Nun wird er wohl allabendlich von Einheimischen genutzt.
Nach insgesamt einer Stunde erreichen wir den Zugang zum Snake Canyon, wo wir unsere Wanderung beginnen.
Wenn man Glück hat, steht das Wasser hoch und man kann in den Wasserlöchern baden. Wir haben kein Glück.
Weit kommen wir leider nicht.
Zwischen hohen, glatten Wänden warten immer größere, runde Felsen die es zu überwinden gilt. Beim Blick zurück erst, sehe ich wie wir immer tiefer steigen. Ziemlich abenteuerlich das Ganze. Immer noch hoffe ich ein Wasserloch zu finden. Irgendwann aber brechen wir ab. Schließlich müssen wir nicht nur die ganze Strecke wieder nach oben schaffen. Und dann steht uns noch eine knapp dreistündige Fahrt zur nächsten Unterkunft bevor.
Schön war‘s trotzdem. Aus unserer Sicht hat sich selbst die kurze Wanderung gelohnt. Im nächsten Leben wandern wir weiter 😉
Den Besuch der Ortschaft Balad Seed lassen wir wegen der fortgeschrittenen Zeit aus.
Zurück nehmen wir die gleiche Strecke wie auf dem Hinweg. Abgesehen dass es hochzu überhaupt nicht mehr gefährlich scheint, schroten nun einige Veranstalter mit einer enormen Geschwindigkeit den Weg hinab. Da möchte ich jetzt nicht drin sitzen.
Nach nur 45 Minuten sind wir wieder oben am Pass. Hier entdecken wir ein Café, das wir gestern noch nicht gesehen haben. Der Cappuccino und der Kuchen sind fantastisch. Omanis können einfach Kuchen. Und das sag ich, die so gar kein Kuchenfan ist.
Nun geht’s zurück über Al Hamra nach Sayq an der östlichsten Flanke des Hadj Gebirges.Læs mere

























Rejsende
Wunderschön, aber die Anfahrt nichts für Angsthasen 😱.
SYLWIA B.Sehr wahr. Allerdings nur bergab. Berghoch war dann alles super
Rejsende
😱