Abu Dhabi - Teil II
15.–20. feb., Forenede Arabiske Emirater ⋅ ☀️ 28 °C
Die Arabische Halbinsel hat vor allem eins zu bieten: Sonne. Für uns regenverwöhnte Mitteleuropäer - ein Zustand, um den man uns hier übrigens beneidet - ist jeder Tag ein Gute-Laune-Tag. Die Sonne tut gut.
Heute kommt sie wie gewohnt so ziemlich klar rüber.
Gleich nach dem Frühstück, das hier bis 11am angeboten wird, machen wir uns auf zur Sheik Zayed Mosque. Die Kleideretikette stets im Sinn, trägt Rainer die Hose lang und ich trage wieder meine dunkelblaue, langärmelige, sichtdichte Shirtbluse. Dazu eine weiße Chinohose aus dichtem Material. Meine Auswahl an Tüchern liegt natürlich immer im Auto. Los geht’s.
Der Eintritt ist kostenlos. Es gibt auch keinerlei Zeitbeschränkungen, die wir beachten müssen.
Ein Parkplatz ist schnell gefunden. Doch wo ist der Eingang? Ein Buggie bringt uns hin. Es geht mit einer Rolltreppe ins Kellergeschoss. Hier folgen wir den arg beschränkten Hinweisen, vorbei an unendlich vielen Geschäften und noch mehr Restaurants. Hier unten trifft sich die Welt. Es ist wie die Rushhour auf der Ginza. Am anderen Ende gibt es Automaten, an denen wir uns registrieren müssen. Mit diesem QR-Code müssen wir wieder genau zum anderen Ende. Irgendwie habe ich das Gefühl, man wird hier hin und her geschickt, um vielleicht schwach zu werden und in irgendeiner Art zu konsumieren. Währenddessen mache ich mich schon lustig über die ganzen Asiaten, die gefühlt alle eine Abaya tragen. So sind se. Die machen alles mit. Wobei ich zugeben muss: Die meisten Abayas sehen wunderschön aus. Nicht so schlicht wie im Oman. Hier ist Glitzer - von dezent bis Tannenbaum - alles dabei.
Nun. Am Einlass angekommen, wird unser QR Code gescannt. Eine Frau regt sich auf, dass sie nicht durch darf, obwohl sie FlipFlops trägt. Und zeigt auf meine Füße. Aber ihr Fehler ist, dass ihr Rock etwa 12 Zentimeter von ihrem Bein zeigt.
Ein paar Meter weiter höre ich immer „Mam, Mam“. Ah. Ich bin gemeint. Noch denke ich, mein QR Code ist nicht erfasst. Aber das ist es nicht. Mein hell taubenblauer Schlüppi ist durch die Hose erahnbar. Es heißt, sie wäre transparent. Als ich auf den ersten Kontrolleur hinweise, der mich als passend gekleidet eingestuft hat, gibt es den nicht mehr. Ein anderer steht da und ich höre nur noch sein mantramässiges „transparent“. Ok. Und nun? Ich soll mir im Shop eine Abaya kaufen. Echt jetzt? Jetzt ist mir klar, warum es hier auffallend viele Abaya-Trägerinnen gibt. Finanziert sich also die Mosche auf diese Weise? Ich k… ab. Rainer geht zum Auto und holt ein weiteres Tuch. Währenddessen schaue ich mich im Abaya-Laden um und bin schon so weit, mir eine zu kaufen. Rainer hat dafür kein Verständnis und ich bin eigentlich froh darüber. Nun wickele ich mir ein Tuch um die Hüfte. Doch das ist verboten, sagt derjenige, der mich schon vorhin als korrekt gekleidet begutachtet und weiter geschickt hat. Die weitere „Kontrolltussi“ dagegen ist mit dieser Entscheidung nicht zufrieden. Aber wahrscheinlich hat sie das nicht zu entscheiden.
Nun kann es also endlich zur Moschee gehen. Denken wir. Eine weitere Kleiderkontrolle holt mich wieder raus. Nein. Tuch um die Hüfte ist auch hier verboten. Eigentlich will ich auf den gesamten Besuch verzichten. Die Lösung ist dann ganz einfach: Rainer gibt mir sein Hemd und gut ist’s. Aber eigentlich ist mir die Freude auf diesen Bau vergangen. Ja. Man kann meine Laune „auf Krawall gebürstet“ bezeichnen.
Der Rundgang ist streng reglementiert. Den schönen Innenhof dürfen wir nicht betreten. Das hat natürlich auch den Vorteil, dass man den im Ganzen sehen kann. So langsam taue ich auf und finde die Moschee gar nicht so schlecht.
Die Sheikh Zayed Mosque hat unzählige Gänge. Die meisten nur von Gläubigen betretbar. Insgesamt gibt es 82 Kuppeln in verschieden Größen. Die größte Kuppel, die über den Hauptgebetsraum thront, hat eine Höhe von 84 Metern und einen Durchmesser von 32.6 Metern. Nach einer Bauzeit von neun Jahren wurde sie 2007 eröffnet und bietet nun Platz für 40.000 Betende. Sie gehört zu den größten Moscheen der Welt.
Ihr Baustil vereinigt Baustile aus dem Mamlukischen, Osmanischen, Fatimidischen und Maurischen.
Sie ist komplett mit weißem Marmor verkleidet.
Am Ende bin ich wieder im Frieden mit der Moschee und habe mittels unzähliger Fotos versucht, etwas mit nach Hause zu nehmen.
Gegenüber der Moschee steht ein weiteres utopisches Gebilde. Es ist das Wahat Al Karama, das übersetzt „Oase der Würde“ heißt. Es ist das nationale Kriegsdenkmal der Vereinigten Arabischen Emirate.
Vermutlich schauen sich das Museum dazu die allerwenigsten an. Denn mitten in der Mitte des auf einer enormen Fläche befindlichen mehrteiligen Denkmals befindet sich ein überdimensionaler, flacher Pool. Der Reflection Pool ist ideal, um die besten Aufnahmen von der sich im flachen Wasser spiegelnden Moschee zu machen. Wir kommen gleich zweimal hierher. Tagsüber und bei untergehender Sonne. Schließlich wohnen wir einen Katzensprung von hier entfernt.
An diesem Tag fahren wir nochmals in den Westen der Hauptinsel. Die Sicht für Skyline-Aufnahmen ist nämlich ganz gut. Und wer weiß schon, ob das so bleibt.Læs mere


























Rejsende
Wunderschön
Rejsende
🥰👏
SYLWIA B.Dankeschön