• Gedanken zur Reise…

    March 12 in Germany ⋅ ⛅ 7 °C

    Es geht wieder los.
    Gen Osten.
    Und ich hör‘s bis hierher :
    „Hä? Die sind doch gerade aus Oman&VAE zurückgekommen 🤔“

    Ja das stimmt. Aber die Tickets für die kommende Reise haben schon viel länger auf ihren Einsatz gewartet. Genau seit Mai 2025.
    Kurz bevor sich die Regelung für die Meilenflüge bei der LH in ein dynamisches System wandeln. Bevor man für eine jede BC-Reise meist viel mehr Meilen benötigt, buche ich BER-MUC-BKK und PVG-ZRH-BER.

    BKK macht sich einfach gut als Hub. Wie gut - wird sich aber erst neun Monate später erweisen.

    Denn im Mai hatte ich einen Plan im Sinn: Einige Wochen Kambodscha, anschließend eine Phở in HaNoi schlürfen und den Rest der Zeit etwas China erobern.
    Ein Plan, der bis Mitte Dezember im Schubfach liegt aber dann leider total geändert werden muss. Denn in der Zwischenzeit eskaliert der langjährige Grenzkonflikt zwischen Kambodscha und Thailand soweit, dass im Dezember das AA vor Reisen in viele meiner gewählten Gebiete Kambodschas warnt.
    Wirklich schweren Herzens streiche ich Ende Dezember also Kambodscha vom Plan. Und damit auch HaNoi.

    Ein neuer Plan muss her.
    Sieben intensive Planungstage später steht Plan B:
    Drei Nächte BKK und 62 China.
    Die Routenfindung und die Hotelbuchung ist nicht anders als für andere Länder, die wir bereisen. Anders ist aber, dass wir in China mit Zügen unterwegs sein werden. Für zwei Streckenabschnitte allerdings buche ich einen Flug. Zu lang und zu zeitfressend wäre die Zugfahrt.

    Der Countdown startet am 25.Februar als wir aus Dubai in Berlin einschweben.
    Genau vierzehn Tage haben wir Zeit bis zur Abreise, um einen Berg an Vorbereitungen abzuarbeiten.

    Da wäre das Wichtigste: Das Visum.
    Schon Mitte Februar hat Rainer den Visa-Antrag online gestellt.
    Gleich am nächsten Tag nach unserer Ankunft in Berlin geht’s ins chinesische Konsulat, um dort die Pässe abzugeben. Eine Woche später sind diese dann abholbereit.
    Es läuft…

    Als Nächstes beginne ich Tickets auf meiner neuen Lieblings-Buchungsplattform Trip.com für die Bahn zu buchen. Abgesehen davon, dass es unvorstellbar viele Verbindungen zwischen den einzelnen Orten gibt - da jeder Ort x verschiedene Bahnhöfe hat - gibt es zudem verschiedene Zugtypen.
    Ich lerne: G-Züge sind die super schnellen Züge. D-Züge sind „nur“ noch schnell. K-Züge sind super langsam. Dazwischen gibt es noch andere Kategorien, die für uns aber nicht relevant sind.
    Verschiedene Züge haben verschiedene Klassen. Die G-Züge haben Business Class. Die D-Züge nur 1. und 2.Klasse. Und Stehplätze. Aber die gibt es wiederum in den G-Zügen nicht.

    Zugtickets werden in China generell genau 14 Tage vorher zum Verkauf freigegeben. Bis dahin ist der Kauf eine Reservierung.
    So habe ich nach sechs Buchungen (am Tag der Abreise in Berlin) genau nur ein gekauftes Ticket, zwei sind auf der Warteliste und die anderen sind noch nicht im Verkauf.

    Die nächste Herausforderung ist das Einrichten der richtigen Apps.
    China ist digitalisiert.
    Alles - so heißt es - macht man per App. Bargeld hat keine Bedeutung. Das entspricht unserem Reiseverhalten. Wir lieben es bargeldlos unterwegs zu sein.

    Die wichtigsten Apps sind Alipay und WeChat. Mit Alipay - das klingt schon logisch - kann man zahlen. Aber so einfach sind chinesische Apps nicht gestrickt.
    Alipay vereint wiederum andere Apps. Zum Beispiel Trip.com zum Buchen von Hotels und Zugtickets. Zum Buchen von Attraktionen.
    Und Didi. Eine App mit der man Taxis ordert. Und dann ist da noch eine Übersetzungs-App inkludiert… und vieles mehr, mit dem wir noch nichts anzufangen wissen.

    WeChat ist das Pendant zu WhatsApp. Aber auch diese App ist weitaus hilfreicher als zum zwischenmenschlichen Labern. Mit WeChat kann man auch Zahlungen vornehmen.

    Klingt kompliziert? Nein.

    Viel komplizierter ist die Recherche, welche eSIM die beste ist. Denn nicht mit jeder eSIM funktioniert der Zugang zu unseren gewohnten Apps wie Google, WhatsApp und all den sozialen Medien. Hier bedarf es eines VPN, die die chinesische Firewall durchbrechen.
    Wir beide sind gefühlt rund um die Uhr am stöbern und recherchieren. Zuletzt entscheiden wir uns für eine eSIM von Trip.com, die uns für sensationelle 8.57€ 20GB für 90 Tage bietet. Zusätzlich installieren wir das NordVPN.

    Ob das alles so funktioniert, wie wir uns das denken, wissen wir noch nicht.

    Zwei Tage vor Abflug wissen wir aber auch noch nicht, ob unsere Abreise überhaupt stattfinden kann.
    Denn die Piloten-Gewerkschaft beschließt zu streiken. Und wir sind betroffen.
    Nun ist guter Rat und viel innere Ruhe gefragt. Sollen wir umbuchen oder nicht?
    Der Anruf im Servicecenter einen Tag vor dem Abflug - übrigens bei einer Wartezeit von etwa einer halben Minute - ist ernüchternd.
    Eine Umbuchung sei möglich.
    Kostenlos - ja. Aber für den 12.3. sind schon alle möglichen Flüge ausgebucht. Wir könnten am 13.3. über Wien mit Austrian fliegen. Andere Verbindungen, z.B. mit Thai dürfen momentan nicht angeboten werden, solange der Flug nicht annulliert wurde.

    Hm.
    Was also tun?
    Fast bin ich schon geneigt, den ersten Flug von BER nach MUC gegen eine Zugfahrt zu tauschen. Denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man eine A380 ausfallen lässt.
    Tut man dann auch nicht.
    Aber den wahren Grund erfahren wir erst während wir schon in der Luft sind.
    Vorher aber erhalten wir am späten Nachmittag eine Umbuchung unseres Zubringerfluges nach München. Für uns absolut ohne merkliche Änderung. Dieser Abschnitt wird nämlich von der Discover Airlines geflogen werden.
    Discover Airlines - auch zu LH gehörend - ist am Streik nicht beteiligt.

    Also lassen wir alles, wie es ist und warten ab…
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